Die Kirche sagt, daß die Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist. Doch der Papst ist überzeugt, daß das Johannesevangelium erst danach zusammengeschustert wurde.
Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Brasilien
(kreuz.net) In seinem Buch „Jesus von Nazareth“ behandelt Papst Benedikt XVI. auch die sogenannte „johanneische
Frage“.
Diese befaßt sich mit der lehramtlich geklärten Autorenschaft des Johannesevangeliums.
Benedikt
XVI. beginnt seine Überlegungen mit der Aussage des Johannesevangeliums: „Und der, der es gesehen hat,
hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr“ (Joh 19,35).
Für den Papst und auf der Aussageebene des Evangeliums
ist klar, daß dieser Augenzeuge mit dem Jünger identisch ist, der unter dem Kreuz stand und „den Jesus
liebte“ (Joh 19,26).
„Aber, wer ist dieser Jünger?“ – fragt der Papst und antwortet: „Das Evangelium
identifiziert ihn nie direkt mit Namen.“
Seit Irenäus von Lyon († 202) betrachte die kirchliche Tradition
einhellig den Apostel Johannes als Lieblingsjünger Jesu und Verfasser des Johannesevangeliums.
Auch das Johannesevangelium weise auf einen Verfasser hin, der
Christus von der Taufe am Jordan bis zu Abendmahl, Kreuz und Auferstehung begleitet habe.
Der Papst erachtet
es angesichts des heutigen Forschungsstandes grundsätzlich durchaus für „möglich“, im Zebedaiden Johannes
den wahren Autor des Johannesevangeliums zu sehen.
Doch die Komplexität in einer angeblichen „Redaktion“
des Evangeliums wirft für den Papst „doch“ weitere Fragen auf. Seine Antwort:
„In diesem Zusammenhang
ist eine Nachricht des Kirchenhistorikers Eusebius von Caesarea (ca. † 338) wichtig. Eusebius berichtet
uns von einem [nicht erhaltenen] fünfbändigen Werk des ca. 120 gestorbenen Bischofs Papias von Hierapolis
[heutige Türkei], der darin erwähnt habe, er habe die heiligen Apostel selbst nicht mehr gekannt oder
gesehen, aber die Glaubenslehre von solchen empfangen, die den Aposteln nahegestanden hätten.
Er spricht
dabei von anderen, die ebenfalls Jünger des Herrn gewesen seien, und nennt die Namen Aristion und einen
Presbyter Johannes.
Wichtig ist nun, daß er zwischen dem Apostel und Evangelisten Johannes einerseits
und dem Presbyter Johannes andererseits unterscheidet. Während er den Ersteren persönlich nicht mehr
gekannt habe, sei er dem letzteren selbst begegnet (Kirchengeschichte, III 39).“
Buchcover des Jesusbuchs
Diese Randnotiz von
Bischof Papias ist für den Papst beachtenswert.
Aus ihr und aus verwandten Indizien ergebe sich – glaubt
der Papst –, daß in Ephesus eine Art Johannes-Schule bestand, die sich auf den Apostel Johannes zurückgeführt
habe.
Dort habe ein „Presbyter Johannes“ als die bestimmende Autorität gewaltet.
Den Presbyter Johannes
identifiziert der Papst mit dem Absender und Verfasser des Zweiten und Dritten Johannes-Briefes. Der Verfasser
dieser zwei Briefe nennt sich in der Tat „Presbyter“ (2 Joh 1,1; 3 Joh 1,1) – Ältester – ohne Namenszusatz.
Für den Papst ist der von Papias erwähnte Presbyter Johannes – „ganz offensichtlich“ – nicht identisch
mit dem Apostel Johannes. Trotzdem glaubt er, daß der Presbyter und nicht der Apostel der Verfasser zweier
Johannesbriefe sei, obwohl die kirchliche Tradition immer den Apostel Johannes als Verfasser ausgewiesen
hat.
Dann ergießt sich der Papst in Spekulationen. Die „geheimnisvolle“ Gestalt des Presbyters müsse
dem Apostel eng verbunden gewesen sein – meint er. Vielleicht habe er Christus noch gekannt – mutmaßt
er weiter. Nach dem Tod des Apostels habe er ganz und gar als der Träger seines Erbes gewirkt – spekuliert
er schließlich.
Beide Gestalten seien in der Erinnerung schließlich „immer mehr ineinandergeflossen“ –
unterstellt er endlich und meint:
„Jedenfalls dürfen wir dem ‘Presbyter Johannes’ eine wesentliche Funktion
bei der endgültigen Textgestaltung des Evangeliums zuschreiben.“
Der geheimnisvolle Presbyter habe sich
dabei immer als Treuhänder der vom Zebedaien empfangenen Überlieferung gewußt – erzählt der Papst
zuguterletzt eine ganze Presbyter-Legende, für die es keine harten historischen Grundlagen gibt.
Nach
so vielen Mutmaßungen schließt sich Papst Benedikt XVI. „mit Überzeugung“ der Schlußfolgerung des
emeritierten konservativ protestantischen Neutestamentlers von Tübingen, Peter Stuhlmacher (75), an:
„Für ihn gilt, »daß die Inhalte des Evangeliums auf den Jünger zurückgehen, den Jesus (besonders)
geliebt hat. Der Presbyter hat sich als sein Tradent und Sprachrohr verstanden«.“
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35 Lesermeinungen
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@ruhrgebietler Insofern trifft es sich sehr gut, daß es die Wallfahrt nach Fulda gibt, die Weihe Deutschlands
an das unbefleckte Herz Mariä immer und immer wieder vollzogen wird! Eure privaten Frömmigkeitsübungen
in Fulda interessieren doch nicht weiter. Wie wäre es, wenn diese „Weihe“ im vierteljährlichen Rythmus
wiederholt würde? … das raumstellende Hotel wird wohl nichts dagegen haben.
#34 Brandenburgis 14:05:18 | Freitag, 31. August 2007
@engelhardt Unfehlbar sicher auf dem Boden der Wahrheit steht derjenige, der das lehrt, was von ALLEN,
an ALLEN ORTEN und zu JEDER ZEIT in der Kirche gelehrt wurde. Dieses Traditionsprinzip auf biblischer
Grundlage wurde vom hl. Vinzenz von Lerin, übrigens einem Elsässer auf biblischer Grundlage formuliert
und von ihm damals übrigens ZU RECHT gegen einige Sätze des hl. Augustinus ins Feld geführt. Wer sich
an dieses Traditionsprinzip hält, der lehrt und lebt katholisch, wer es verletzt ist unfehlbar aus der
Kirche ausgeschlossen, möge er auch Papst, Kardinal, Bischof oder Theologieprofessor sein.
#32 engelhardt † 08:52:41 | Freitag, 31. August 2007
Was fuer ein verzerrtes Verstaendniss… …der Bedeutung von „Wahrheit“ muss man haben, um eine Tradition
fuer Wahrheit zu halten, nur weil sie tradition ist?
#31 franco.felice 08:10:26 | Freitag, 31. August 2007
@sirilo Sie kritisieren hier „selbsternannte Glaubenswächter“. Dass der Papst auch ein solcher, sogar
der größte ihrer ist, übersehen Sie. Vor noch nicht langer Zeit hatte man in Deutschland ähnliche
Leute, die sich bedingungslos einem anderen unterordneten und dessen Verstandeskraft über seine „minderen“
Untergebenen hinweg fleißig rühmten, während sie ihre eigene an der Garderobe abgaben. Wie das mit
solch „rechtmäßigem Oberhaupt“ und dessen „rechtlosen Unterhäuptern“ ausging, kann jeder nachschlagen.
Es stimmt in der Tat, dass sich auch dieser Papst, und er ist nicht der erste der das tut, neben sophistischen –
sonst gäbe es das Papsttum nicht mehr – auch akribische Gedanken macht. Zu letzterem hat er ein Recht
wie jeder andere auch. Wenn er aber versucht, die Geschichte von bald 2000 Jahren nachzubessern oder anfängt,
wie nebenbei aber genau wissend zu „komponieren“, dann muss er sich bei jenen, denen das überhaupt noch
auffällt, ähnlicher Ungläubigkeit stellen, kraft derer das Papsttum, an Christus vorbei selbst seine
Macht aufbauen konnte. Allerdings, der jetzige Papst, und das kann ihm keiner nehmen, versteht es meisterhaft
das Augenmerk auf lapidarste Splitter und nicht auf den Balken (die von Jesus abgelehnte, irdische Macht
nebst Krone und einer über die Zeiten gerettete, in Saus und Braus lebende Priesterschaft) zu lenken.
Und wer auf diesen Leim nicht eingeht, der ist laut Sirilo ein potentieller „Beinpinkler“. Und da denkt
man, Dr. Mabuse käme nur im Film vor.
#30 Perpetua79 07:27:12 | Freitag, 31. August 2007
@Sirilo Gut gesprochen! Dem kann sich jeder gute Christ, der ob seiner Taufe zur einen und wahren röm.-kath.
Kirche zählt, nur anschliessen! Es ist einfach schockierend das es Christen gibt, die es sich zu einer
Art Sport gemacht haben, alles was aus Rom kommt anzufeinden. Papst Benedikt hat auch in seiner Autoruität
als habilitierter Theologe geschrieben und mir ist bisher kein Artikel in kreuz.net bekannt, wo ein Theologe
so angegangen worden ist. Es liegt hier die Vermutung nahe, dass die vehemente Ablehnung der Gedanken
Ratzingers auf seine Doppelrolle zurückzuführen ist. Wobei nicht vergessen werden darf, dass er in der
Wissenschaft zu den brilliantesten Theologen seiner Zeit zählt, so die Aussage meiner theol. Dozenten –
selbst der Dozent für systematische Theologie der ev. Fakultät erkennt dies neidlos an! Aber Deutschland
hat ja anscheinend nicht nur knapp 50 Mio Bundestrainer die alles besser wissen, denn wie sagte schon
eine bekannte „niveauvolle“ Zeitung: „Wir sind Papst!“
@Sirilo – SIC und wenn wir diese Evangelium lesen stellen wir fest, daß wir gerade in dieser Endzeit
uns befinden! Das der hlg. Vater darob gequält aussieht sollte doch jedem klar sein. Schließlich hat
er es zu verantworten, das die ewig gültige Zelebration immer noch nicht verbindlich auf der ganzen Erde
eingeführt ist! Er hat es zu verantworten, daß tausende Seelen von Klerikalen ala Algermissen, Lehmann,
Mixa, Martini, Lustiger etc. in die Hölle fallen, obwohl sie es hätten verhindern können! Insofern
trifft es sich sehr gut, daß es die Wallfahrt nach Fulda gibt, die Weihe Deutschlands an das unbefleckte
Herz Mariä immer und immer wieder vollzogen wird! Sinniger Weise wird wohl Algermissen nicht am Festhochamt
konzelebrieren
warum sieht Papst Benedikt immer… so verschlagen aus?? Wie ein berechnender Fuchs? Hat man ihn jemals
mit so klarem Blick gesehen wie z.B. Papst Pius XII oder gar Pius X????
Eusebs Mißverständnis aufgesessen Leider ist Benedikt XVI. hier auch dem Eusebschen Mißverständnis
des Papiastextes aufgesessen. Näheres dazu hier: kreuzgang.org/viewtopic.php?p=19362
Evangelium secundum Ioannem Schlagen wir doch einmal das NT im lateinischen und griechischen Text auf:
Da steht „Sanctum Iesu Christi Evangelium secundum Ioannem“ /griechisch: „kata Ioannän“/, d.h. „Heiliges
Evangelium Jesu Christi nach Johannes“. Da steht nicht „Evangelium des Johannes“ oder „Das von Johannes
verfasste Evangelium“, sondern „Evangelium *nach* Johannes“. Diese Formulierung, die seit 2000 Jahren
in der Kirche gültig ist, gestattet durchaus die Überlegung, ob nicht ein Lieblingsschüler des Lieblingsschülers
dessen Berichte nach dessen Tod in eine endgültige Form gebracht hat. Ich sehe keinen Grund, den Papst
ob solcher Überlegungen so anzugehen, wie es hier einige selbsternannte Glaubenswächter tun. Hier auf
Kreuz.net schreiben etliche private Ersatz- und Überpäpste, die es als fromme Übung verstehen, dem
rechtmäßigen Oberhaupt der katholischen Kirche ans Bein zu pinkeln. Dabei können sie dem von ihnen
Angepinkelten nicht im geringsten das Wasser reichen…
Die Hauptkampflinie liegt heute in der Ausseinandersetzung mit dem totalitären Relativismus. Hören wir
auf des Papstes weise Worte: „Einen klaren Glauben nach dem Credo der Kirche zu haben, wird oft als Fundamentalismus
abgetan. Während der Relativismus, bei dem man sich von einer Glaubenslehre zur anderen hinreißen lässt,
als die einzige, den heutigen Zeiten entsprechende Verhaltensweise erscheint. So entsteht eine Diktatur
des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und als das letzte Maß aller Dinge nur das eigene
Ich und dessen Gelüste versteht.“
#22 Bokrug † 17:51:06 | Donnerstag, 30. August 2007
Ich… …halte Ratzinger durchaus für einen ernsthaften Christen… Viel bedenklicher finde ich die
Vernachlässigung der kirchlichen Soziallehre durch den Opus Dei Man… Zum Beispiel das Nicht-Beachten
des Wucher-Verbotes – und der faule Friede mit der Freimaurerei. www.vergessene-buecher.de
#21 hähnchen 17:49:00 | Donnerstag, 30. August 2007
@artois Das mit Fatima müssen sie mir leider erklären, selbstredend ist Ihr Text für einen NOM-Menschen
nämlich leider nicht. Wer viel weiss und seiner Berufung flgend dies dem Pöbel mitteilt ist Ihrer Ansicht
nach also ein höchmütiger Gelehrter, auch das leider unverständlich , etwa neidisch ?
#20 Artois † 17:45:14 | Donnerstag, 30. August 2007
@hähnchen Wie ich sagte, und wie ich auch hier auf x-net mehrfach zeigte, habe ich (fast) das gesamte
Schrifttum des hl. Vaters gelesen, sogar eine eigene Bibliographie desselben erarbeitet. Für mich zeugt
die Publikationswut Ratzingers von einem geistigen und theologischen Hochmut ohne gleichen in der gesamten
Kirchengeschichte. Und es ist Symptom (!!) dieses Hochmuts, daß er sich stets sehr geschickt als konservativ
positionierte, hie und da die Alte Messe las, den Treuen pseudo-orthodoxe Brosamen vor die Füße warf
etc. Ich gebe gern zu, daß ich mich selbst etliche Jahre täuschen ließ, bis mir anläßlich seiner
lügenhaften Publikation des Fatima-Geheimnisses die Augen geöffnet wurden. Ja – es ist wahr: Hier sitzt
ein völlig skrupelloser Mann ohne Treu und Glauben auf dem Stuhle Petri. Magnificat: Gewaltige stößt
Gott vom Stuhl hinunter in den Schwefelpfuhl. Die Niedern pflegt Gott zu erhöhen, daß sie wie Stern
am Himmel stehen. Die Reichen lässt Gott bloß und leer, die Hungrigen füllt er mit Gaben, daß sie
auf seinem Gnadenmeer stets Reichtum und die Fülle haben.
#19 hähnchen 17:36:19 | Donnerstag, 30. August 2007
@artois Sorry, artois, wohl zuviel stella artois getrunken, was ? Sie merken offensichtlich gar nicht,
dass Sie anscheinend nicht mehr katholisch sind, sondern einer gegenreformatorischen Sekte angehören…wie
kann man dem Heiligen Vater nur so etwas vorwerfen ? Jmals was von ihm gelesen ? Sie können doch lesen,
geben sie es zu. o^/
#18 Artois † 17:28:46 | Donnerstag, 30. August 2007
Es ist offensichtlich, daß der hl.Vater schon lange den kath. Glauben verloren hat. Dies beweist unbezweifelbar
seine Haltung zu Fatima. Wer eine Weihe vortäuscht, bzw. eine vorgetäuschte Weihe wissentlich propagiert,
wie er tat, der kann wohl kaum katholisch sein, glaubt er doch wohl, daß er Gott und die Gottesmutter
betrügen KANN! Auch sein gesamtes Schrifttum gibt in erschütternder Weise davon Zeugnis, daß er weder
Treue zum Glauben, noch Treue zur Kirche kennt. Zur Frage der Tradition: Das Traditionsprinzip ist in
der Lehre der Kirche und auch in der hl. Schrift felsenfest gegründet. Wer es leugnet, oder wer auch
nur von ihm abweicht, leugnet die Kirche und leugnet den katholischen Glauben – mit allen, ja tatsächlich
mit allen Konsequenzen!
#16 Sentinel 17:04:37 | Donnerstag, 30. August 2007
@hähnchen Das Problem an der Sache ist, das die Tradition den Aussagen des Papstes Recht gibt! Klar,
heutzutage geht die Meinung über den Autor des Johannes-Evangeliums und der Offenbarung sehr weit auseinander.
Aber nicht nur Apologeten beschäftigen sich mit der Thematik, sondern auch wirkliche, echte Christen.
Jene Christen, die sich in einem Land, das immer weiter islamisiert wird, als Verfolgte fühlen. Warum
sollen sie nicht ihren Traditionen treu bleiben, obwohl sie Gejagte sind? Genauso verhält es sich mit
jenen, die die Tradition wahren. Und damit sind nicht die Piusbrüder gemeint! Jene befolgen die rein
LeFebrvistische Tradition – und das jene nicht mit der der römisch-katholischen Kirche ident ist, kann
man sehr gut an derer DVD erkennen. Tradition ist das, daß die katholische Kirche ausmacht. Wer dies
nicht versteht, erkennt nicht, daß das NOM, daß gegen die Tradition gerichtet ist, sich bereits selbst
erledigt hat.
@ Kikerikii – Gott sei dank kam ich nie in ein Seminar! Gott sei dank kam ich nie in ein Seminar, denn
es hätte mich den Glauben vielleicht endgültig gekostet. Ich bin Gott auch dankbar dafür, dass ich
nicht die Kirche (Diözese) als Arbeitgeber bekam, wie ich aber vorhatte, sondern einen anderen Weg einschlug.
Dies deshalb, da ich die Tradition damals nicht kannte und in einem V2-Seminar kaputtgruppendynamisiert
und vergenußspechtelt worden wäre – zwar wäre ich dann ausgetreten, aber der Schaden wäre schon geschehen
gewesen. Ähnliches – wenn auch nicht in der gleichen Schärfe – wäre auch bei der Kirche als Arbeitgeber
zu bemerken. Es ist schlimm genug, wenn – so nach glaubwürdigen Augenzeugen, welche dort beschäftigt
sind – schamlose Weiber („kirchliche“ Angestellte) bauchfrei mit Pumps und Miniröcken in den bischöflichen
Ordinariaten herumgehen (…).
Federvieh & Lorenz @ hähnchen: Ihre Intelligenz und Ihr Niveau überragt dafür nicht diejenige des Tierchens,
nach dem Sie sich benennen… @ Lorenz: Es ist ein bedeutender Unterschied, ob der hl. Apostel Johannes
einen Schreiber hatte (höchst wahrscheinlich), dem er diktierte, oder einen in seiner Tradition stehenden
Nachfolger (Schüler kann man nach BXVI. gar nicht sagen, weil nicht einmal sicher ist, ob dieser Presbyter
seinen apostolischen Namensvetter überhaupt persönlich gekannt hat), der eigenständig geschrieben hat
und sich lediglich dem Andenken des Apostels verpflichtet fühlte (so der hl. Vater in seinem jüngsten
Buch). Bedeutend für die Autorität des Evangeliums, seine theologische Bedeutung und seine Authentizität.
#12 hähnchen 16:11:27 | Donnerstag, 30. August 2007
Pius X in Reinkultur Hier merkt man deutlich, wer hinter kreuz.net steckt bzw. sich versteckt: Piushausen
pur. Intelligenz auf Seminaristenniveau und ein abwertender Ton gegenüber dem Heiligen Vater, der zudem
recht gelehrt ist. Danke für den Schwachsinn, den ich hier immer wiedr lesen darf, Hauptsache Tradition,
oder ?
landorganist Spinnen Sie doch hier nicht herum. Ob Sie sich jemals mit der Entstehung der Evangelien überhaupt
(und dann noch ernsthaft) auseinander gesetzt haben, darf wohl mehr als nur bezweifelt werden. Gerade
beim Johannes-Evangelium gehen die Meinungen der Exegeten und Historiker weitest auseinander. Man wir
diese Frage auch beim lebenden Ppst kritisch sehen dürfen. Und lesen Sie mal dazu, was Klaus Berger dazu
als nicht Unbedarfter geschrieben hat. Außer Polemik fällt Ihnen schon lange nichts mehr ein.
Bitte um Aufklärung. Wo hat der Heilige Vater denn etwas der Tradition Widersprechendes gesagt? Was Papst
und Schrift sagen deutet doch alles darauf hin, dass der hochbetagte Apostel Johannes dem jüngeren Presbyter
Johannes Ende des ersten Jahrhunderts in die Feder diktiert hat. Es bleibt bei der apostolischen Verfasserschaft,
wenn er diesen „Sekretär“ um Hilfe gebeten hat. Selbst anzunehmen, dass der Presbyter soetwas wie ein
Ghostwriter gewesen sein mag, ein in schriftstellerischen Dingen erfahrener Helfer, der einen eigenen
Werttschöpfungsanteil bei der inhaltlichen Verfassung innehat, ist kein schwerer Traditionsbruch. Diese
letzte Variante ist insofern die Wahrscheinlichere, als der Hinweis auf den, der es bezeugt, so klingt,
als sei mit diesem nicht der (Aus-)Formulierende, sondern der bericht-, also zeugnisgebende Verfasser
gemeint.
#9 Sentinel 15:37:40 | Donnerstag, 30. August 2007
@Gotthard Tradition ist auch alles! Würde man die Traditionen aus der Kirche herauslassen, ginge es dort
zu wie in einer Moschee – in der ändern sich die Zustände und Rituale auch alle 15 Minuten! Das die
traditionellen Christen dies erkannt haben – und es auch pflegen, kann in diesem Fall nicht gegen diese
sprechen. Als wahrer Christ nimmt man die Traditionen ernst. Auch wenn sie einem altertümlich vorkommen.
Aber die meisten Traditionen sind ja auch altertümlich. Dies wird Ihnen jeder Moslem bestätigen, wenn
es um eine Steinigung oder einen Ehrenmord geht! Genau aus diesem Grunde sollten die deutschen Christen
sich mehr auf ihre christlichen Traditionen berufen und sie auch leben. Traurig ist, daß so wenige Christen
dies wirklich verstehen. Die meisten müssen sich erst einen Talar überstülben, um es zu begreifen.
Kurios ist höchstens Ihre hartnäckige Ignoranz, landorganist Sonst wäre Ihnen aufgefallen, dass spätestens
seit der lehramtlichen Entscheidung der päpstl. Bibelkommission (von kreuz.net im Artikel verlinkt) die
Frage der Autorenschaft des Johannesevangeliums seit dem Jahre 1907 verbindlich gelöst ist – im Sinne
der Autorenschaft des hl. Apostels Johannes! BXVI. agitiert hier also gegen das durch seine Person verkörperte
Lehramt in einer privaten – nicht in seiner Eigenschaft als Papst herausgegebenen – Schrift. Bloß, weil
irgendwo ein „Presbyter Johannes“ genannt wird. „Presbyter Johannes“ wurde z.B. auch der legendäre christliche
Herrscher „im äußersten Orient“ genannt, welcher 1145 erstmals durch Otto v. Freising erwähnt wurde
und dem 1177 sogar Papst Alexander III. schrieb. Allerdings erfolglos, da er – so er tatsächlich mit
dem Fürsten Yeliutaschi des Turkvolkes der Kara-Kitai identisch war, wie Christof Dahm im Biographisch-Bibliographischen
Kirchenlexikon von Traugott Bautz www.bautz.de/…Johannes_d_pri.shtml schreibt, bereits 1143 verstorben
war. Den modernistischen Theologen würde sicher ins Konzept passen, wenn dieser – sonst unbekannte –
türkischstämmige Fürst des 12. Jahrhunderts als Autor des Johannes-Evangeliums anzusehen wäre. Dann
endlich – so meinen sie – wäre ihrer Meinung und nicht die der der „bigotten, ungebildeteten und dummen“
(so ihre implizite Ansicht) Autoren der hl. Schrift der Vorzug zu geben. Dieser Wunsch ist der Urheber
sämtlicher Spätdatierungstheorien für die Hl. Schrift, welchen offenkundig auch der hl. Vater anhängt.
@Papstkritiker wie gut, das der Heilige Vater glech zu Anfang seines Buches festhält, dass es sich nicht
um einen Lehramtlichen Akt handelt. Über diese Selbstbeschränkung hatten sich einige hard-core-Tradis
noch aufgeregt, spätestens jetzt müssen sie ihm dafür danken …
#3 Bokrug † 14:33:11 | Donnerstag, 30. August 2007
Johannes-Evangelium Siehe www.kathpedia.com einzuarbeiten, siehe hier: www.kathpedia.com/index.php?title=Johannes…
Ich muss die Zeit gut einteilen und werde solche Fragen eher auf www.kathpedia.com 66.102.9.104/search?q=cache:QrjBru…
Zitat: es gibt (sehr) gute Gründe anzunehmen, daß der Apostel und Augenzeuge Johannes der Verfasser
des nach ihm benannten Evangeliums ist. Diese These vertritt z.B. der Geschichtswissenschaftler Prof.
Dr. Hugo Staudinger (Die historische Glaubwürdigkeit der Evangelien, 7. Auflage, Wuppertal-Zürich/Brockhaus,
S. 42 f.): Zitat: „[…] im Jahre 1935, erfolgte eine Sensation. Der britische Papyrologe Colin H. Roberts
gab ein aus Ägypten stammendes als p 52 eingeordnetes Papyrusfragment heraus, das etwa aus dem Jahre
125 stammt. Es ist auf beiden Seiten beschrieben, ist also nicht Teil einer Schriftrolle, sondern eines
Codex. Die Vorderseite konnte Roberts als Johannes 18,31-33und die Rückseite als Johannes 18,37-38 entziffern.
[…] Mit dieser Entdeckung waren alle bis dahin gängigen Hypothesen, die die Entstehung des Johannes-Evangeliums
tief im 2. Jahrhundert ansetzten, eindeutig widerlegt. Da dieses Evangelium um das Jahr 125 herum schon
in Ägypten verbreitet war, muß es spätestens um die Jahrhundertwende abgefaßt sein.“ Und weiter (ebenda,
S…
#2 landorganist 14:29:42 | Donnerstag, 30. August 2007
So, und nun zeigen die Hetznet-Theologen dem Papst aber mal wo der Hammer hängt!!! Schon komisch. Auf
dem Stuhle Petri sitzt einer der ganz großen kirchlichen Gelehrten, allseits, auch von denen, die mit
ihm Schwierigkeiten haben, anerkannt, und dann kommt Hetznet daher und wirft sein ganzes theologisches
Wissen in die Waagschale, und meint es besser zu wissen. Curios!
Ich kann überhaupt nicht verstehen oder nachvollziehen, warum sich der – bekanntlich außerordentlich
intelligente – hl. Vater auf solche Spekulationen mit tönernen Füssen überhaupt einläßt, auch dann
nicht, wenn ich zugrunde lege, dass er das tatsächlich glaubt. Letzteres würde bedeuten, dass er der
hl. Überlieferung nicht glaubt. Wahrscheinlich ist das eine Ausformung des theologischen Hochmutes, es
doch besser zu wissen als die Altvorderen. Hochmut allerdings kommt vor den Fall. Das sollte der hl. Vater
nicht vergessen.