Liturgie
Nicht nur die Welt ist säkularisiert – auch die Kirche
Gehen Sie heutzutage vor der Messe in ein Gotteshaus. Sie werden bemerken, daß selbst die Kirche kein heiliger Ort mehr ist. Von Bischof Arthur Joseph Serratelli.
Mahltisch in einer Brüsseler Kirche
Mahltisch in einer Brüsseler Kirche
(kreuz.net) Im 17. Jahrhundert verwarf René Descartes († 1650) – der Vater der modernen Philosophie – die philosophischen Traditionen des Aristoteles und der Scholastiker.

Für Descartes beweist nur die Tatsache, daß wir denken, daß wir existieren: Cogito, ergo sum – Ich denke, also bin ich.

Er verwirft den Gebrauch seiner Sinne als Fundament der Erkenntnis. Dabei verletzt er die Einheit zwischen Geist und Körper, welche die klassische Philosophie erkannt hatte.

Mons. Arthur Serratelli
Mons. Arthur Serratelli
Im Laufe der Zeit hat sich die Wunde geweitet. Das Spirituelle und das Materielle sind auseinandergedriftet. Das Heilige und das Weltliche trennten sich.

Neben der modernen Philosophie haben noch andere Gründe zur Trennung zwischen dem Heiligen und dem Weltlichen beigetragen. Die Manipulation des Menschenlebens im Reagenzglas hat den Respekt vor dem Leben gemindert.

Das Leben ist für einige nicht mehr ein heiliges Geschenk Gottes.

Ebenso hat die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung – verbunden mit einer Kampagne, die Ehe umzudeuten – beigetragen, Gott aus den intimen Bereichen des menschlichen Lebens zu vertreiben.

Die Ehe ist nicht länger als heilige Institution anerkannt, die von Gott für Mann und Frau gestiftet wurde, damit sie neues Leben in diese Welt bringen. Damit ist sogar die Heiligkeit der natürlichen Ordnung, die aus den Händen eines weisen Gottes stammt, verlorengegangen.

Das antiautoritäre Vorurteil, das wir von der sozialen Revolution der 60er Jahre geerbt haben, hat in vielen ein tiefes Mißtrauen gegen Staat und Kirche eingeprägt.

Austellung in einer Brüsseler Kirche
Die frühere Kirche der Beginen in Brüssel dient nun auch für Ausstellungen.Die Messen werden auf einem Mahltisch - direkt vor den Stühlen - zelebriert.Die Ausstellungsobjekte sind einem Gotteshaus nicht angemessen…

Einige verwerfen sogar die bloße Idee einer Hierarchie – einer „heiligen Ordnung“, die von Gott als geistliche Autorität eingesetzt ist.

Deshalb bedeutet Kirche für einige lediglich die Versammlung von gleichgesinnten Gläubigen, die sich selber organisieren und ihre eigenen Regeln und Glaubenssätze aufstellen.

Folglich ist die Rolle der Kirche im spirituellen Bereich weitgehend verdunkelt.

Am ersten Tag des dritten Jahrtausends sagte Prinz Charles von England: „In einem Zeitalter der Verweltlichung
Liturgiereform:
„Alte Lieder wurden über Bord geworfen. Die Gitarre ersetzte die Orgel. Einige Priester gingen den Weg der liturgischen Erneuerung und fanden schließlich heraus, daß er eine Sackgasse war.“
hoffe ich aus ganzem Herzen, daß wir im neuen Jahrtausend einen Sinn für das Heilige, das uns umgibt, wiedergewinnen.“

Mit dieser Aussage anerkannte er, daß wir den Sinn für das Heilige verloren haben.

Indem wir in unserer Welt leben, atmen wir die vergiftete Luft, die uns umgibt. Selbst an den heiligsten Stätten der Kirche gibt es einen Verlust des Verständnisses für das Heilige.

Mit der Begeisterung, die auf das Zweite Vatikanum folgte, ging ein gutgemeintes Bemühen einher, die Liturgie zu modernisieren. Es wurde alltäglich, zu sagen, daß die Liturgie dem Kirchgänger entsprechen müsse.

Alte Lieder wurden über Bord geworfen. Die Gitarre ersetzte die Orgel. Einige Priester gingen den Weg der liturgischen Erneuerung und fanden schließlich heraus, daß er eine Sackgasse war.

Gleichzeitig ging das Gespür dafür verloren, während der Liturgie in etwas Heiliges einzutreten, das uns von oben gegeben wird und uns aus uns selber herausholt und in das Geheimnis Gottes hineinführt.

In der Erklärung der Messe wurde die Gemeinschaft betont. Die Messe wurde als Gemeinschaftsmahl betrachtet. Das war etwas, was jeder gemeinsam machte.

Verschwunden war das Opfer. Verschwunden war das ehrfurchtgebietende Geheimnis von der Eucharistie als Opfer Christi am Kreuz.

Der Priester wurde nicht länger als eine ausgesonderte, geweihte Person betrachtet. Er war nichts anderes als die Laien. Damit ging ein tiefer Verlust des Heiligen daher.

Für den Rückgang der Meßbesucher, der Trauungen, der Taufen und Begräbnisse in den letzten Jahren kann nicht ein einziger Faktor geltend gemacht werden.

Aber ohne Zweifel hatte der Verlust des Verständnisses für das Heilige einen bedeutenden Einfluß.

Gehen Sie heutzutage vor der Messe in irgendeine Kirche. Sie werden bemerken, daß die Stille, die jene einhüllen sollte, die in Gottes Haus stehen, verschwunden ist.

Selbst die Kirche ist kein heiliger Ort mehr.

Das Sich Versammeln der Gläubigen zur Messe ist manchmal ebenso laut wie für ein beliebiges Gesellschaftsereignis.

Wir mögen nicht in der Lage sein, viel gegen den Verlust der Heiligkeit des Lebens in Liedern, Videos und Kinos unserer Zeit zu tun. Aber wir können gewiß viel tun, einander zu helfen, Gottes Gegenwart in seiner Kirche zu entdecken.

Am ersten Tag dieses Jahrtausends hat Prinz Charles von England ein optimistisches Signal für die Wiedergewinnung des Heiligen gegeben.

Er bemerkte frei nach Dante: „Der stärkste Wunsch, der von der Natur zuerst in den Menschen eingepflanzt wurde, ist das Bedürfnis, zum eigenen Ursprung zurückzukehren.

Da Gott der Ursprung unserer Seelen ist und die Seele nach seinem Bild geschaffen hat, wünscht die Seele vor allen Dingen, zu ihm zurückzukehren.“

Es gibt einen Ort, wo wir beginnen können, das Heilige wiederzufinden.

Mons. Arthur Joseph Serratelli (63) ist Bischof von Paterson im US-Bundesstaat New Jersey im Nordosten des Landes. Der Text erschien Ende Juni auf der Webseite der Diözese.

© Bilder: Cathcon
      
30 Lesermeinungen
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#30   Bokrug †   02:10:46 | Montag, 3. September 2007
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#29   obelix †   01:13:38 | Montag, 3. September 2007
Sicher nicht schlecht gelungen, dieses absolute Himmelstreben, aber manchmal doch ein wenig düster.
Bokrug: Ich bevorzuge die gotischen Kirchen, Dome und Kathedralen…Ich bevorzuge die gotischen Kirchen, Dome und Kathedralen…dennoch sind gewissen Symboliken durchaus wichtig.
Ich bevorzuge dann doch eher die Symbolik des Lebens www.wieskirche.de/, der Freude an Gott und seinen Geschöpfen.
Wenn Sie einen Quictime Player montiert haben, können Sie in einer der berühmtesten Kirchen der Art, wie ich sie besonders liebe, sogar einen Rundgang machen.
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#28   Bokrug †   04:10:36 | Sonntag, 2. September 2007
Ich bevorzuge die gotischen Kirchen, Dome und Kathedralen…
Ich bevorzuge die gotischen Kirchen, Dome und Kathedralen…dennoch sind gewissen Symboliken durchaus wichtig.
Etwa die der Johannes-Offenbarung sowie Gottes Engel und die Chöre und Sphären des Neuplatonismus sowie der aeropagitischen Engelshierarchie.
www.calendersign.com/…_der_offenbarung.php
Die Sterne in der Offenbarung.
Archäoastronomische Interpretation der Apocalypse des Johannes
Überarbeiteter Auszug aus einem Kapitel 13 des Buchs STERNSTUNDE 2000 von Sepp Rothwangl
Beendet und herausgegeben am 9-9-01.
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#27   methusalix †   02:44:46 | Sonntag, 2. September 2007
@Annika
… wenn sie z.B. Hochaltäre, Wandgemälde usw vernichten und aus einer Kirche einen kahlen, kalten Raum gestalten. In so einer Kirche kann doch kein andächtiger Gottesdienst gefeiert werden!
… und andere meinen, dass sie der ganze bunte Krempel nur ablenkt von der Sammlung zu Gott hin und hätten am liebsten ein völlig kahle Mönchszelle als Kirche, mit Kreuz und ewigem Licht und das wars dann auch schon an „Zierrat“.
Man kann es eben keinem Recht machen. Irgendeiner hat immer was zu motzen. Dass aber der Glauben vom Aussehen einer Kirche abhängen soll, oder in welche Richtung der Priester schaut, ist nur für sehr, sehr leichtgläubige, ohne wirklich festen Glauben nachzuvollziehen.
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#26   Annika   14:33:48 | Samstag, 1. September 2007
Katholische Kirche???
Wenn ich in eine solche Kirche komme, frage ich mich – katholisch oder evangelisch??? Wo ist da noch ein unterschied? Die Tiefe des katholischen glaubens wird leider nicht mehr gelehrt, somit wissen die meisten Menschen garnicht was sie tuen, wenn sie z.B. Hochaltäre, Wandgemälde usw vernichten und aus einer Kirche einen kahlen, kalten Raum gestalten. In so einer Kirche kann doch kein andächtiger Gottesdienst gefeiert werden! Wenn nur der wahre Glauben wieder verkündet werden würde. So ein großes Geschenk wie uns der Heilige Vater uns jetzt gemacht hat, würde dann auch geschätzt werden. Ich hoffe, das durch die alte Messe in vielen das Feuer der Göttlichen Liebe geweckt wird.
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#25   juergen   19:41:17 | Freitag, 31. August 2007
Verwandlung vom Volksaltar zum Hochaltar
www.youtube.com/watch?v=oUNfbgRJOe8
:-D
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#24   virOblationis   19:34:34 | Freitag, 31. August 2007
Sitzgelegenheit
Wenn ich die Stühle betrachte, muß ich unwillkürlich an das Lied denken:
„Wir [setzen] uns danieder vor Dir, Gott Sabaoth…“
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#23   Pünktchen   19:19:22 | Freitag, 31. August 2007
gilbert findet die Stühle „gerade noch“ ok!
Die Stühle sind ein gerade noch zu rechtfertigendes Mobiliar
Sie haben recht, Gilbert! Der Altartisch ist schon nicht mehr zu rechtfertigen! Schließlich gibt’s ja nen Pizzaservice und das macht den Priester in Fernsehkoch-Aufstellung auch entbehrlich! :-D
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#22   Aleph †   19:17:22 | Freitag, 31. August 2007
Bernd Stromberg
Ohhh, ja! Das kann ich mir sehr gut vorstellen. :)3
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#21   Bernd Stromberg   19:14:15 | Freitag, 31. August 2007
De gustibus non est disputandum;-)
@Gilbert,
auf mich persönlich wirkt der Kirchenraum etwas steril und langweilig. Aber die Geschmäcker sind halt verschieden, oder? Aber auch in diesem Kirchenraum könnte man natürlich ein festliches Hochamt zelebrieren.
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#20   Aleph †   19:01:05 | Freitag, 31. August 2007
Brüsseler Kirche
Das Bild von der Brüsseler Kirche ist ausdrucksstark. Da sind Gott sei Dank die ganzen schlimmen Krücken entfernt, die vom Glauben abhalten und zum frommen Zeitvertreib animieren. Die Stühle sind ein gerade noch zu rechtfertigendes Mobiliar. So wünschte ich mir viele Kirche. Damit man wieder Lust bekommt, eine barocke Kirche von innen zu sehen.
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#19   Bokrug †   18:50:03 | Freitag, 31. August 2007
Irrtum…Johannes Eriugena und Duns Scotus
<<<Im 17. Jahrhundert verwarf René Descartes († 1650) – der Vater der modernen Philosophie – die philosophischen Traditionen des Aristoteles und der Scholastiker.<<
Verheerender war die Abwendung vom Neuplatonismus und Pythagoräismus eines Scotus Eriugena und Duns Scotus.
www.calendersign.com/…_der_offenbarung.php
Ferner wäre auf Cusanus bzw. Comenius oder Nikolaus von Kues…
www.philolex.de/philolex.htm
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#18   Aleph †   14:44:55 | Freitag, 31. August 2007
Keine repräsentative Minderheit
Nur wer ausschließlich bei Ikea einkauft wird den neuen Altar im Freiburger Münster als Ikea-Tisch und ergo als Kitsch anprangern. Es ist keine repräsentative Minderheit, die geschmacksbildend für eine große Mehrheit ist. Wer alabasterne Madonnen auf Altäre hievt, kann nicht ander als den neuen Altar im Freiburger Münster als Ikea-Tisch zu schmähen.
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#17   Marsilius Ficinus   09:25:13 | Freitag, 31. August 2007
Kunst und Kirche
Die Kirche lebt nicht in einem Zeitvakuum. Das bedeutet, dass sie sich immer mit den Zeitströmungen in Gesellschaft und Kultur auseinandersetzen muss und fragen, was sie für die Verkündigung und für ihren Gottesdienst fruchtbar machen kann. Allerdings ist nicht alles geeignet. Und hier sind nach dem letzten Konzil Dinge in die Liturgie gelangt, die für diese nicht wirklich geeignet sind. Als Kirchenmusiker würde ich die vom Bischof angesprochenen Gitarren und die entsprechende Musik ansprechen. Das heißt nicht, dass in früheren Zeiten alles Gold gewesen wäre, was glänzt. Schon das Konzil von Trient hat die Organisten ermahnt, nicht „lascive“ die Orgel zu spielen, also keine Trinklieder etc. Dass auch moderenere Musik ihre Berechtigung in der Liturgie hat, und nicht jede „ältere“ Kirchenmusik einfach aufgrund ihres Alters automatisch geeignet ist, soll überhaupt nicht geleugnet werden. Schöne und adäquate Beispiele für moderen Kirchenmusik gibt es in der anglikanischen Tradition. Auch unsere Zeit muss ihren Beitrag zur Tradition liefern. Allerdings gehört hier die Popmusik nicht dazu; es ist ja auch gar nicht der Anspruch dieser Musik, heilige Handlungen zu begleiten. Im Mittelalter wäre es ja auch undenkbar gewesen, dass „fahrende Leute“ mit Drehleier in den Kirchen spielen. Natürlich hat diese Musik ihre Berechtigung im Leben der Menschen, aber in der Liturgie gelten andere Maßstäbe als auf einer Party. Den Vätern des 2. Vatikanums war das noch selbstverständlich. Und uns?
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#16   landorganist   08:27:17 | Freitag, 31. August 2007
Gut geschrieben,
Fiore! :(3
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#15   FioreGraz   07:33:03 | Freitag, 31. August 2007
Moderescheinungen
waren auch Barock, Gotik etc. Mozart war ein Popstar zu seiner Zeit. Viele die hier wettern hätten annodazumal über die Mode gewettert und ebensolche werden in 200 Jahren über die dann vorherreschende Kunst wettern und der Kunst des 21. Jhdts wahre Sakralität bescheinigen. Das ist das Problem von euch Tradis ihr könnt und wollt zwischen göttlicher und menschlicher Tradition nicht unterscheiden und deshalb irrt ihr. Befasst euch mit dem Künstler und dem Kunstwerk, was wollte er aussagen? Und dann urteilt.
Gehen Sie heutzutage vor der Messe in irgendeine Kirche. Sie werden bemerken, daß die Stille, die jene einhüllen sollte, die in Gottes Haus stehen, verschwunden ist.
Der Herr Bischof hätte mal sollen in eine Kathedrale des Mittealters gehen und ne Messe halten. in der einen Ecken sitzen Bauern Jausnen und spielen, in der anderen Ecke Marktweiber die sich abkühlung verschaffen, fünf Meter weiter die Ratsversammlung die sich lautstark berät und das alles während einer Messe. Die vorstellung die ihr von einem Gotteshaus und seinem Leben habt war ebenfalls nur eine kurzlebige menschliche Mode (menschliche Tradition vs. göttlicher TRadition nach Basilius, ersteres ist nur Ausdrucksform der Menschen der letzteren und wandelbar).
LG
Fiore
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#14   Pelagius III.   01:21:56 | Freitag, 31. August 2007
@Ansbach.Dragoner
Die schönen Worte des Papstes, die Sie zitieren, zeigen, wie sich ein Schreibstubengelehrter, der nie die (erotische) Liebe erlebte, sie sich vorstellt: Ein Nichtschwimmer, der immer nur am Strand saß, fabuliert von den Wonnen des Surfens und Schwimmens im Ozean…
„Nur einen Menschen lieben“ – das ist doch sehr wenig. Ich habe fünf Kinder – soll ich nur eines davon lieben? „Nur einen Menschen – und den für immer.“ Nach dem Tod meiner ersten Frau liebe ich dennoch meine zweite (auch für immer)…
Der Trick der Sichtweise Benedikts XVI. ist: Man trennt Liebe von Sexualität ab, spricht über letztere möglichst gar nicht und schwadroniert möglichst poetisch über erstere los. Wenn Deus caritas est, dann auch: Deus amor est… (Früher sang unsere Schola in der Osternacht immer so schön: „Ubi Caritas et Amor, Deus ibi est.“ Inzwischen hat man Amor aus dem göttlichen Bezug gelöscht und jammert dann über den Verfall der Sitten, wenn Amor seine Macht unter den Menschen erweist.)
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#13   methusalix †   01:01:00 | Freitag, 31. August 2007
@Ansbach
Ansbach.Dragoner: Pelagius
Unser Papst sagt dazu:
„„Zu den Aufstiegen der Liebe und ihren inneren Reinigungen gehört es, … zur Freigabe des Ich, zur Hingabe und so gerade zur Selbstfindung, ja, zur Findung Gottes.“
Das ist für Katholiken verbindlich !
… und der Past muss es ja am besten wissen! Schliesslich ist er DER Expert in Sachen Liebe. Man möchte fast meinen, er hält sich für den einzigen auf Gottes schöner Welt.
Warum kommt mir dabei immer nur der Gedanke, da redet ein Blinder von der Farbe oder der Bock hat sich selbst zum Gärtner gemacht?
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#12   Marina   00:03:44 | Freitag, 31. August 2007
man darf nicht verallgemeinern!
es gibt auch heute noch Kirchen, wo der Altartisch ein Altartisch ist und nicht ein Mahlzeittisch wie auf dem Foto dieses Artikels! Es gibt durchaus schöne massive freistehende Steinaltäre oder Holzaltäre die an die erste Christenzeit erinnen können. Ich bin der Meinung, dass die innere Haltung und die Ehrfurcht vor dem Mysterium in vielen Fällen auch an solchen modernen Altären gewahrt sind.
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#11   Ansbach.Dragoner   19:46:45 | Donnerstag, 30. August 2007
Pelagius
Unser Papst sagt dazu:
„„Zu den Aufstiegen der Liebe und ihren inneren Reinigungen gehört es, dass Liebe nun Endgültigkeit will, und zwar in doppeltem Sinn: im Sinn der Ausschließlichkeit – ‘nur dieser eine Mensch’ – und im Sinn des ‘für immer’. (…) Das kann nicht anders sein, weil ihre Verheißung auf das Endgültige zielt: Liebe zielt auf Ewigkeit. Ja, Liebe ist ‘Ekstase’ (…) zur Freigabe des Ich, zur Hingabe und so gerade zur Selbstfindung, ja, zur Findung Gottes.“
Das ist für Katholiken verbindlich !
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#10   Pelagius III.   19:44:19 | Donnerstag, 30. August 2007
Sexualität und Fortpflanzung
>Ebenso hat die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung – (…) – beigetragen, Gott aus den intimen Bereichen des menschlichen Lebens zu vertreiben.<
Nun, Herr Bischof, die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung hat schon früher stattgefunden: Die Kirche hat jahrhundertelang die Sexualität dämonisiert, zur Sünde schlechthin erklärt und nur in ihrer animalischen Funktion zur Fortpflanzung geduldet. Der Pansexualismus der Moderne ist nur die Umkehrung der Verteufelung der menschlichen Geschlechtlichkeit durch die Zölibatäre. Wird ein Pendel in ein Extrem gestoßen, dann schlägt es danach eben ins andere Extrem um.
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#9   Pünktchen   18:10:29 | Donnerstag, 30. August 2007
Ganz recht, VirO,
auch Bestuhlung und Anordnung der „Sitzplätze“ erinnert ganz und gar nicht an einen Mahltisch … o.O
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#8   virOblationis   18:00:48 | Donnerstag, 30. August 2007
Mahltisch?
Ich vermag auch nicht zu begreifen, wie man angesichts des abgebildeten Altares, der auf das Überirdische des Geschehens, das sich auf ihm ereignen soll, so deutlich hinweist, auf den Gedanken kommen kann, von einem „Mahltisch“ zu sprechen.
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#7   Pünktchen   18:00:25 | Donnerstag, 30. August 2007
Warum sollte
das www.ecclesiadei.nl/agnes/AG06G11.jpg etwas mit Kitsch zu tun haben und das www.frsw.de/…ez/altar1-061210.jpg nicht??! Ich empfinde Ikea-Tische in Kathedralen als den Höhepunkt des Kitsches!
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#6   Bokrug †   17:44:32 | Donnerstag, 30. August 2007
Mangel des Heiligen Geistes, der Sophia…
Es gab andere Philosophen als Descartes – beispielsweise Krause und Leibniz…
Die Entspiritualisierung der Kirche ist auf ein mangelndes Anrufen des Heiligen Geistes, der Sophia, des Parakleten zurückzuführen…die Charismatiker, Quäker und Geistkirchen sind lebendiger.
Die Hierarchie wurde bei Dionysios dem Pseudo-Aeropagita, Angelus Silesius, Hildegard von Bingen sowie Duns Scotus und Eriugena und Trithemius klar beschrieben.
Die Entspiritualisierung der Welt ist auf die Freimaurer zurückzuführen…die Geldmacht, die in England und Frankreich sowie später auch den USA (über die illuminierte Freimaurerei) an die Macht gelangte.
www.bilderberg.org
Dabei unterscheidet sich die zionistische Freimaurerei von der illuminierten Freimaurerei.
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#5   stimme der vernunft †   17:36:20 | Donnerstag, 30. August 2007
@potti
Dunkel ist deiner Rede Sinn.
Nippes und vergoldeter Plunder auf dem Altar ist für euch Tradis also deswegen nötig, damit eure Priester was zum festhalten haben wenn sie betrunken zelebrieren?
Ich finde, sie sollten dann lieber gar nicht zelebrieren sondern erst mal den Rausch ausschlafen.
Und wieso kann man auf einem Tradi-Altar besser bügeln? Stören denn die ganzen Nippesfiguren dabei nicht?
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#4   r.ruhrgebietler   17:31:10 | Donnerstag, 30. August 2007
@stimme des sumpf – na klar doch!
Warum? Weil es ein besserer Bügeltische für Weißwäsche ist!! Standfest, kippen nicht um (auch wenn einer mal besoffen dranstehet).
Zum feiern gibt es eh nix, ist ja keiner da ist, der mitmachen würde!
Eine ehrwürdige Zelebration des hhlg. Messopfers kann nun wirklich kein ernstzunehmender röm.-kath. Christ an diesem verlängerten Tresen der Düsseldorfer Altstadt erwarten, oder!!
Und wo’s steht? Nun jeder Mensch ist auf Erden auf steter Wanderschaft zu Gott! Vielleicht sollten Sie „Wir sind nur Gast auf Erden“ einmal als Textvorlage betrachten (wenn’s auch ausgerechtnet kein röm.-kath. Liedgut ist! aber Mitchristen haben zwischendurch ja schon mal nen Lichtblick!)
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#3   juergen   17:28:07 | Donnerstag, 30. August 2007
Hauptsache man gibt sich modern!
So lautet wohl der heutige Slogan.
Heute ist ein Bericht in der Tageszeitung in dem steht, daß die Renovierungsarbeiten in der Klosterkirche des Michaelsklosters (Augustiner Chorfrauen) abgeschlossen sind:
Wände weiss gestrichen
bunte Fenster raus – weisse Fenster rein
altes Chorgestühl raus – modernes rein
Ein angedeutets Kreuz im Altarraum mit einer Roten Scheibe, die einen angedeuteten Riss hat: Das soll die Seitenwunde Christi symbolisieren etc.
Bilder dort: michaelskloster.de/…ote/renovierung.html
–> Hauptsache man gibt sich modern!
Gleichzeitig geht aus dem Artikel hervor, daß die Chorfrauen den Beschluß gefasst haben, daß jede einzelne für sich entscheiden kann, ob sie Ordenstracht trägt oder nicht.
–> Hauptsache man gibt sich modern!
Bild einer Ordensfrau mit Tracht:
michaelskloster.de/…s/kommt-und-seht.jpg
Bild der Oberin ohne Ordenstracht:
michaelskloster.de/…ung1/schreiner_t.jpg
–> Hauptsache man gibt sich modern!
o.O
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#2   stimme der vernunft †   17:17:37 | Donnerstag, 30. August 2007
Warum
werden römisch-katholische Altäre, auf denen das heilige Messopfer gefeiert wird, hier eigentlich beständig als „Mahltische“ bezeichnet?
Wo steht eigentlich geschrieben, dass ein Altar mit Gipsplunder, Nippes und vergoldetem Schnickschnack vollgestellt sein muss, damit er ein echter Altar ist?
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#1   Krak des Chevaliers   17:06:49 | Donnerstag, 30. August 2007
summorum pontificum erst der Anfang
Wenn man das so sieht, kann man nur sagen: Das M P des Heiligen Vaters ist erst der Anfang eines langen und steinigen Weges zurück zur Wiedergewinnung der Heiligkeit. Man kann Prinz Charles nur für seine tiefen Einsichten danken. Warum kommen unsere mit Doktortiteln dekorierten Bischöfe nicht darauf, die immer noch versuchen, die Wahre Messe auszubremsen? :-(
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