Demographie
Die Geburtenraten in den Entwicklungsländern fallen massiv
Der von der Bevölkerungsabteilung der UNO verfaßte „Weltfruchtbarkeitsbericht“ gibt den Grund für den weltweiten Geburtenrückgang an: „verbesserte Verhütung“. Auch in den sogenannten Entwicklungsländern kann die gegenwärtige Bevölkerungszahl nicht aufrechterhalten werden. Verelendung und Überalterung drohen.
(kreuz.net, New York) Gemäß einer Studie der Vereinten Nationen über die Fruchtbarkeit sind die Geburtenraten in den Entwicklungsländern stark am Fallen. Frauen in diesen Ländern gebären inzwischen im Schnitt weniger als vier Kinder.

Damit fiel die durchschnittliche Kinderzahl innerhalb von nur zwanzig Jahren von 5.9 Kindern in den 70er Jahren auf 3.9 in den 90er Jahren.

In zwanzig Entwicklungsländern ist die Geburtenrate inzwischen unter die Marke gefallen, die für eine Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Bevölkerungszahlen notwendig wäre. Dieses Phänomen ist sehr bedrohlich, weil es in sozial oft sehr schlecht abgesicherten Gebieten zu einer Überalterung und Verelendung der Bevölkerung führt.

Der „Weltfruchtbarkeitsbericht“, der von der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen verfaßt wurde, gibt an, daß eine „verbesserte Verhütung“ hinter dem Geburtenrückgang steht.

„Zwischen 1970 und 2000 erlebte die Weltbevölkerung einen beachtlichen, noch nie dagewesenen Rückgang der Fruchtbarkeitsraten. Dieser Rückgang ist vor allem auf einen Geburtenrückgang in den Entwicklungsländern zurückzuführen“, heißt es in der Studie.

Den dramatischsten Bevölkerungseinbruch verzeichnet China. Aufgrund der staatlich erzwungenen Ein-Kind-Politik weist das Land in den letzten dreißig Jahren einen durchschnittlichen Rückgang von vier Kindern pro Frau auf.

Algerien, Iran, Mexiko, Thailand, Tunesien und die Türkei berichten ebenfalls von einem starken Rückgang der Geburten. Dagegen ist die Geburtenrate in 21 schwarzafrikanischen Ländern kaum oder gar nicht gefallen.

Die zwanzig Entwicklungsländer, in denen die Anzahl der Geburten nicht mehr genügt, um die gegenwärtige Bevölkerungszahl aufrechtzuhalten sind China, Hong Kong, Macao, Nordkorea, Iran, Kasachstan, Singapur, Thailand, Armenien, Zypern, Georgien, Barbados, Kuba, Guadeloupe, Martinique, Puerto Rico, Santa Lucia, Trinidad und Tobago und Chile.

Diese Länder besitzen Regierungen, die sich für die Förderung von Verhütungsmitteln entschlossen haben, um die Geburtenzahl zu senken.

Der UNO-Bericht berichtet von einer „gewaltigen Zunahme“ in der Verwendung von Verhütungsmitteln. Weltweit benützen mehr als die Hälfte der Frauen, die verheiratet sind oder mit einem Mann zusammenleben, Verhütungsmittel. In den 70er Jahren waren es 38%.

Besonders stark sei die Verwendung von Verhütungsmitteln in den Entwicklungsländern gestiegen, nämlich von 27% in den 70er Jahren auf 40% in den 90er Jahren.

Sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern heiraten die Frauen später und verschieben das Kinderkriegen.
      
10 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#10   Yersinia   23:08:45 | Dienstag, 1. Februar 2005
@1+1: entweder verstehe ich dich nicht
oder du hast mich nicht ganz verstanden?
Redaktion benachrichtigen
#9   1+1=7   07:53:30 | Dienstag, 1. Februar 2005
Freilich Yersinia!
„Gebt Ihr Ihnen zu essen“ wäre eine Anwort von Jesus
in Bezug auf unsere Haltung bezüglich Senkung der Geburtenrate, statt auf Gott vertrauen und mitanpacken.
Die Angst nicht genug zu bekommen, oder etwas zu verlieren hatten auch die Aposteln.
Redaktion benachrichtigen
#8   Yersinia   18:56:51 | Montag, 31. Januar 2005
„Zu Essen geben“ wird nicht genügen!
Wirklich helfen kann nur eine umfassende Änderung der wirtschaftlichen Beziehungen auf weltweiter Ebene!
Redaktion benachrichtigen
#7   1+1=7   08:36:49 | Montag, 31. Januar 2005
„Gebt Ihr Ihnen zu essen!“
Wir brauchen nicht die Menschen zu reduzieren. Wir können auch die Nahrungsmittel in diesen Ländern verhundertfachen. Das ist sehr einfach aber unbequem für die Wirtschaft. Es bedeutet eine Gefährdung unseres Wohlstandes und dieses Opfer wollen wir doch nicht eingehen.
Verschwörungstheorie?
Nein, daran glaube ich auch nicht. Denn ich nehme an dass das politische Kurzsichtigkeit ebenfalls seine Wohlstandsursache hat.
Warum teilen?
„Und Abgetriebene kommen in den Himmel!“ mit oder ohne Florenz
Redaktion benachrichtigen
#6   Uwe Schmidt   07:22:31 | Montag, 31. Januar 2005
bevölkerung
Den Amerikanern und Europäern kann es ja nur recht sein, wenn der Rest der Weltbevölkerung nicht allzu stark wächst (deshalb sollen in den CARE-Paketen, die die Amerikaner in Afghanistan abgeworfen haben, ja immer auch Verhütungsmittel drin gewesen sein), denn zuviele arbeitslose junge, dynamische Menschen aus den Entwicklungsländern würden die „Festungen“ USA und Europa auf lange Sicht einfach überrollen und plattmachen.
Aber die andere Seite der Medaille ist nunmal, dass Verhütung schwere Sünde ist, weil Sex ja gerade zum Kinderkriegen da ist…den eigentlichen Sinn und Zweck der Übung, nämlich das Kinderkriegen, auf hinterhältige Weise auszuschalten, kommt in etwa dem sprichwörtlichen Rosenherauspicken aus dem Kuchen gleich…was man tut, wenn man Kinder künstlich verhütet, kann man auch daran veranschaulichen, wie dekadente Römer nur zum Vergnügen gegessen haben und nicht zur Ernährung (was der eigentliche Zweck der Übung ist): nach einem köstlichen Mahl haben sie angeblich alles erbrochen und konnten wieder neu genießen; wie entrüsten uns heute zurecht über so eine Zweckentfremdung und Verschwendung, aber beim ehelichen Akt denken wir anders!
Redaktion benachrichtigen
#5   sttn   02:17:45 | Montag, 31. Januar 2005
@Vetter Taferl
Warum soll Gott dennen das ewige Leben vorenthalten die keine Chance hatten?
Und zur Verhütung: Was ist der untzerschied zwischen einem Embryo der nicht befruchtet wird weil ein Kondom oder die Pille im Spiel war und einem Embryo der nicht befruchtet wird weil die Frau keinen Sex hat?
Und zur Geschichtsschreibung: Wenn Du was unwahres weißt, dann bring das halt zum Vorschein … aber bitte fundiert. Wobei ich denke das die Verschörungstheorien sowieso alles andere als fundiert sind und meistens nur zur Stimmungsmache in die Welt gesetzt werden.
Zeitgeist und Kirche kritisch: Find ich nicht das die Kirche besonders kritisch gesehen wird.
Zu „Frausein neu definieren“: Frauen sind auch Menschen und dürfen nicht benachteiligt werden nur weil sie Kinder gebähren können.
Zur Bevölkerungsentwicklung generell: Wenn wir die Schöpfung bewahren wollen, müssen wir Geburtenkontrolle machen. Da die Erde nicht mit der Bevölkerung mitwächst bleibt nichts anderes übrig.
Redaktion benachrichtigen
#4   Vetter Taferl   21:15:14 | Sonntag, 30. Januar 2005
@ Gallowglas
Auch verhungernde und eledinglich zu Grunde gehende Menschen können das ewige Leben erlangen, abgetriebene (mangels Taufe) und verhütete nicht. Die wahre christliche Nächstenliebe hat das Bestreben, dass möglichst viele Menschenseelen das ewige Heil erlangen. Hunger, Krankheiten etc. widerspricht dem nicht, diese können zusätzlich bekämpft werden. Alleine von den Lebensmitteln, die in den reichen Ländern nicht konsumiert, sondern (insb. von den Lebensmittelketten) vernichtet werden, könnte man laufend den Hunger in der ganzen Welt decken. Aber lieber macht man „natürlich“ Verhütungsentwicklungshilfe. Im übrigen hat von Geschichte keine Ahnung, wer Verschwörungen an sich als Ursache gesellschaftlicher und historischer Entwicklungen ablehnt… Die offizielle Geschichtsschreibung ist ja nur für pseudokritische Zeitgeistler, die der Kirche immer kritisch, den Zeitgeistmedien aber gläubig gegenüberstehen.
Redaktion benachrichtigen
#3   Gallowglas   20:20:06 | Sonntag, 30. Januar 2005
Ah, Taferl, sind wir ein kleiner Verschwörungstheoretiker ?
Endlich stehen die ersten 3. Welt-Länder davor, die Spirale aus Überbevölkerung und Armut/Hungersnot zu durchbrechen , schon kommen solche schwachsinnigen Behauptungen …
Aber klar, es ist auch besser, wenn Menschen elendig verrecken müssen, weil nichts zu fressen da ist, als das man etwas daran arbeitet, die Bevölkerungsdichte so zu regeln, daß das Land sie auch ernähren kann …
Ist das die vielgerühmte christliche Nächstenliebe ?
Leiden und Tod verursachen, nur um die eigenen, verstaubten Ansichten aufrecht zu erhalten ?
Redaktion benachrichtigen
#2   Vetter Taferl   19:41:06 | Sonntag, 30. Januar 2005
Aha, das Frausein wurde neu definiert und deswegen
darf es keine Kinder mehr geben… @Yersinia: Merken Sie nicht an sich selbst, dass Sie ein Opfer des Gehirnwäscheverhütungsimperialismus von der Wiege bis zur Bahre sind? Während sich schon UNO-Experten – mehr oder weniger scheinheilig – Sorgen um die gesellschaftliche Verelendung in Folge des Bevölkerungsrückganges machen, faseln Sie immer noch von den Errungenschaften des Verhütungsimperalismus, den man den armen Nationen aufgeschwatzt hat. Abgesehen davon, dass schon einmal bei „gynäkologischen Untersuchungen“ unwissenden Frauen in Entwicklungsländern Spiralen eingebaut wurden (lebensgefährlich, wenn die Frau nichts davon weiß!), während anderswo, ebenso von den UNO-Bevölkerungskontrolloren Mädchen gleichzeitig mit Impfungen Mittel gespritzt wurden, die sie unfruchtbar machten. Wie blind muß man sein, um statt göttlichem Gebot an die Verhütungsmittel und menschliche Selbsterlösungsstrategien zu glauben?
Redaktion benachrichtigen
#1   Yersinia   19:25:07 | Sonntag, 30. Januar 2005
Bitte nicht zu vergessen, dass
gerade in den sogenannten Entwicklungsländern häufig die Frauen für das Familieneinkommen zuständig sind, während die (arbeitslosen) Männer auf die Kinder schauen. Die Frauen verkaufen entweder am Markt oder, wenn sie noch jung sind, arbeiten in den „Maquilladores“, den Sonderwirtschaftszonen, in denen unsere billigen Konsumgüter hergestellt werden.
Der wichtigste Grund ist aber, dass die Frauen gebildeter und selbstbewußter wurden und somit ihr Frau-Sein neu und vor allem selbst definieren.
Grundsätzlich ist es aber positiv, wenn sich das Wachstum der Weltbevölkerung stabilisiert – oder glaubt im Ernst jemand, die Erde könnte zehn oder zwölf Milliarden Menschen verkraften, die noch dazu alle einen gewissen – am Westen orientierten – Lebensstandard haben wollen?
Redaktion benachrichtigen
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net