‘Oberösterreichische Nachrichten’: Wird der Papst Latein verwenden?
Christoph Kardinal Schönborn: „Der Papst kann unter allen Kardinälen vermutlich am besten Latein. Der
Domchor in St. Stephan wird während der Papstmesse das Credo und das Gloria Lateinisch singen. Gemäß
der Tradition des täglichen Chorgebets im Stift Heiligenkreuz ist dort das Beten in lateinischer Sprache
vorgesehen.“
Der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, im Gespräch mit der Regionalzeitung
‘Oberösterreichische Nachrichten’
Nicht katholisch
Deutschland. Der sogenannte Künstler des neuen
Fensters im Kölner Dom, Gerhard Richter, wies die Kritik von Kardinal Meisner zurück. Richter sprach
mit der regionalen Tageszeitung ‘ Rheinischen Post’. Der Kardinal hatte erklärt, das neue Fenster passe
eher in eine Moschee oder ein Gebetshaus als in den gotischen Dom. Der selbsterklärt agnostische Künster
Richter sagte nun, daß er für eine Moschee niemals gearbeitet hätte. Er gab dem Kardinal aber insofern
recht, daß die Fenster „nicht katholisch“ seien. Das Domfenster zeige den Zufall als überwältigende
Macht.
Im Schlafzimmer des Papstes
Italien. Ab September 1943 besetzten die Nationalsozialisten Rom.
Damals ließ Pius XII. die Päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo samt Gärten für die Flüchtlinge
öffnen. Das erwähnte der Vatikanist der deutschen Boulevardzeitung ‘Spiegel Online’, Alexander Smoltczyk,
in seiner wöchentlichen Kollumne „Uupps! – et orbi“. Im geschützten Gebiet lebten bis zu 12.000 Menschen:
„Die päpstlichen Privatgemächer waren damals den Schwangeren reserviert, und so kamen hier etwa vierzig
Kinder zur Welt – eine nie wieder erreichte Fruchtbarkeit im Schlafzimmer eines Papstes.“
Triebtäter
Deutschland. Ein wegen Kinderschändung vorbestrafter Priester (39) aus Regensburg ist nun erneut wegen
sexuellem Mißbrauch verhaftet worden. Das gab die Nürnberger Justizpressestelle am Freitag bekannt.
Der Geistliche soll einen 12jährigen Jugendlichen in den Jahren 2003 bis 2006 mißbraucht haben. Seit
2004 wirkte der Geistliche wieder in einer Pfarrei. Ein psychologisches Gutachten hatte ihm nach einer
Therapie bescheinigt, daß er geheilt sei. Die Pfarrei und die Öffentlichkeit erfuhren erst diesen Juli
von der einschlägigen Vorstrafe des Pfarrers.
Theologie geändert
Deutschland. Die ‘Gesellschaften
für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit’ in Deutschland sorgen sich um das Motu Proprio „Summorum Pontificum“.
Das erkärte der Koordinierungsrat aus Bad Nauheim – 30 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main – in
einer gestern veröffentlichten Brief an Papst Benedikt XVI. Es könne nicht behauptet werden, daß sich
theologisch nichts verändert habe. Der interreligiöse Verein fordert „Klarstellungen“ zur Karfreitagsfürbitte
um die Bekehrung der Juden. Sie enthalte angeblich judenfeindliche Formulierungen und solle in keiner
Messe und Pfarrei mehr verwendet werden.
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18 Lesermeinungen
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@Graf von Galen: Rom „offene Stadt“ Feldmarschall Kesselring … rettete auch die Kunstschätze aus Monte
Cassino und erklärte Rom zur offenen Stadt. Diesem Verdienst ist das Verdienst des Heiligen Stuhls an
die Seite zu stellen. Das Angebot von Kesselrings lag vor, aber die Alliierten wollten zunächst nicht
darauf eingehen. Daß auch sie Rom zur „offenen Stadt“ erklärten war ein hartes Stück Arbeit für die
päpstliche Diplomatie. Gott sei Dank, fanden die Amerikaner und Engländer es letztlich aber doch zu
peinlich, Rom zum Kriegsschauplatz zu machen. MfG Christoph Heger
Werter Graf von Galen, wenn es soweit ist, werden wir dieses (inzwischen empfinde ich es auch so) entsetzliche
Fenster ersetzen – vorzugsweise durch eines, das den Heiligen Vater zeigt, wie er das motu proprio (in
der linken Hälfte) und die Erklärung über die Einzigartigkeit der Kirche (in der rechten Hälfte) verfaßt
und der Kirche schenkt. In einer Figurenleiste darunter wären alle Stände des dankbaren katholischen
Volkes zu zeigen.
#16 Graf von Galen 21:54:18 | Sonntag, 2. September 2007
Für ein freies und heiliges Deutschland, @ Athanasius In Italien hatte der praktizierende, gläubige
Katholik Feldmarschall Kesselring das Kommando. Dieser rettete auch die Kunstschätze aus Monte Cassino
und erklärte Rom zur offenen Stadt. Er verteidigte Italien erfolgreich gegen eine mehrfache Übermacht
der Alliierten. Dies im Gegensatz zu Generälen an der Normandie- Front, die nach neueren Untersuchungen
anscheinend Verrat verübten. Domfenster: Das neue Domfenster habe ich heute im Dom bewundern dürfen.
Es ist überaus häßlich und paßt dort überhaupt nicht hin. Die Reali- sierung der Ursprungsidee mit
Heiligen des 20’ten- Jahrhunderts wäre der bessere Weg gewesen.
#15 methusalix † 14:12:30 | Sonntag, 2. September 2007
@Murx, Heger et alii Karl Murx: Sollte in keiner Pfarrei mehr verwendet werden?Die sind aber empfindlich,
die Juden. Immerhin gibt es aber auch „Nestbeschmutzer“, wie Ariel Toaff, seines Zeichens Professor für
Geschichtswissenachaften in Italien. Sein Buch zur Frage des Ritualmordes an Christen fand vor kurzem
in Italien die allergrößte Beachtung. Nicht nur dort. Eine Buchbesprechung und ein Auszug daraus: Der
Befund ist verheerend: Entweder ist dieses Buch der völligen Naivität des Historikers zuzuschreiben,
der bislang kaum einmal über den Tellerrand der italienisch-jüdischen Sozialgeschichte hinausgeblickt
hat, oder es ist der wohlüberlegte, aber zutiefst zynische Versuch, sich über für eng befundene Fachkreise
hinaus Gehör zu verschaffen. Wenn man sieht, wie sensitive Themen unter den Bedingungen der Mediengesellschaft
funktionieren, dann darf Toaff sich bald über Einladungen zu Talkshows hier und dort freuen – ich rate
allerdings zum Weiterzappen. Denn das Drehbuch ist ja längst bekannt und im fünften Remake sicher nicht
mehr witzig: Die Propheten der Kulturunterhaltung werden einen neuen Historikerstreit verkündigen, und
das Publikum wird gespannt „dem Juden“ zuhören, der „es ja wissen muss.“ Professionelle und andere Nachrichtenforen
überstürzen sich bereits mit Neuigkeiten vom Skandalbuch, in einem antiisraelischen Blog wird Toaff
Sicherheitsbegleitung angeraten („… Sie wissen doch, der Mossad …“). …ww.hfjs.uni-heidelberg.de/…r/aufsaetze_kritiken/
Karl Murx: was ist zu erwaten was ist seitens Bischof Fellay und Pater Schmidberger zu erwarten falls
Rom dem Druck gewisser Kreise nachgeben und die Karfreitagsfürbitten aus dem Ritus des hl.Pius V beseitigt
und durch jene Pauls VI ersetzt. Dann wird es in der Tat den Ritus SS.Pii V deformatus anstatt reformatus
als ausserordentlichen Ritus geben.
Kinderschänder bekommen Pfarreien – Tradis nicht! Ein Kinderschänder wie Hochwürden Peter Kramer bekommt
von Bischof G.L. Müller ohne Probleme eine Pfarrei – was müssen Tradis anstellen, um eine Pfarrei mit
der Alten Messe (außerordtl. Ritus) zu bekommen? Lieber Herr Bischof Müller, machen Sie mal eien Vorschlag!
#10 Dr. Otterbeck 17:00:28 | Samstag, 1. September 2007
@sweet tobacco Ne, nee. Die DBK würde mich nicht beschäftigen, da ich das „Credo des Gottesvolkes“ glaube.
Das hält man da für Altpapier. Ich kann auch keinen Fahneneid auf den Sekretär der DBK leisten!
#9 Karl Murx 12:56:43 | Samstag, 1. September 2007
Sollte in keiner Pfarrei mehr verwendet werden? Die sind aber empfindlich, die Juden. Immerhin gibt es
aber auch „Nestbeschmutzer“, wie Ariel Toaff, seines Zeichens Professor für Geschichtswissenachaften
in Italien. Sein Buch zur Frage des Ritualmordes an Christen fand vor kurzem in Italien die allergrößte
Beachtung. …ww.revisionisthistory.org/page10/page10.html The complete text in English translation of
an important book about „Jewish ritual murder“ is now posted on-line. Italian-Jewish scholar Ariel Toaff
concludes in „Pasque di Sangue“ („Bloody Passover“) that there is a historical basis to the infamous „ritual
murder“ claims, and affirms that some fundamentalist Jews did, in fact, mutilate, murder and crucify Christian
children during the Middle Ages. Dr. Toaff is a professor of Jewish Renaissance and Medieval History at
Bar-Ilan University in Israel. His father was the Chief Rabbi of Rome. Shortly after it was published
in Italy in February 2007, Toaff responded to protests from Jewish groups by agreeing to „recall“ the
book.
#8 Rainer Tobak 12:14:50 | Samstag, 1. September 2007
stat crux Ich halte das Fenster für ein Hauptwerk des 21. Jh.; besser hätte man die ungeheure Zahl und
Vielfalt der Märtyrer des 20. Jh. nicht verewigen können. Die DBK könnte neben der Anschaffung eines
Zufallsgenerators noch einen akademischen Interpreten engagieren, der als Kaffeesatzleser die interessierte
Öffentlichkeit und Zeitungsredaktionen mit „Deutungen“ beliefert! Na, Dr. Otterbeck, wäre das nicht
was?
Lieber Stat crux, Gegen Gerhard Richter ist sicher auch der kalte Neid im Spiel, der Zorn, der Überdruss.
… wenn ich mir den Richter so im Fernsehn angucke: es ist eher Mitleid.
#6 stat crux 11:47:09 | Samstag, 1. September 2007
P.S.: Jeder maßt sich heute zu jedem Kunstwerk eine Meinung an, na schön; aber gezielte Frechheiten
zu verbreiten, denen es nicht einmal um die Kunst geht, das ist auch heute KEIN Apostolat, sondern lasterhaft.
Gegen Gerhard Richter ist sicher auch der kalte Neid im Spiel, der Zorn, der Überdruss. „So einer“ in
„unserm“ Dom?? Aber: Gottlob, ja!! Wer im Angesicht dieses Fensters über das 20. Jh. nachdenkt, dem kommen
so manche Gedanken…
Lieber Herr Otterbeck, Ich halte das Fenster für ein Hauptwerk des 21. Jh.; … noch ‘n bisschen früh
für eine solche Ernennung, finden Sie nicht auch? besser hätte man die ungeheure Zahl und Vielfalt der
Märtyrer des 20. Jh. nicht verewigen können. … also darum ist es letztendlich doch gar nicht mehr
gegangen, wenn ich die Diskussion richtig verstanden habe. Ihre alte Tendenz alles zeitgeistkonform gesundzubeten?
#4 Dr. Otterbeck 11:36:57 | Samstag, 1. September 2007
@Rainer Prof. Gerhard Richter hat kein Honorar verlangt. Im übrigen wurde der „Zufall“ der Farbverteilung
künstlerisch korrigiert. Insofern also doch der für Eingriffe offene Zufall? Ich halte das Fenster für
ein Hauptwerk des 21. Jh.; besser hätte man die ungeheure Zahl und Vielfalt der Märtyrer des 20. Jh.
nicht verewigen können. „Moscheefenster“ sind übrigens die Fenster direkt rechts und links neben dem
Richterfenster, bloß ornamental. Und der neue Teppich im Altarraum, sündhaft teuer, hätte besser in
einen Saunaclub gepasst.
#3 Athanasius 11:01:42 | Samstag, 1. September 2007
„Flüchtlinge“ für die Flüchtlinge öffnen Nicht nur für irgenwelche Flüchtlinge, Herrn des ‘Spiegel’,
sondern für die Juden Roms liess Pius XII. sein Palast öffnen. Die Deutschen wachten vor dem Eingang
des Palastes, wagten aber wegen widersprüchlicher Befehle von Wehrmachts- und SS-Seite nicht die päpstliche
Residenz zu stürmen und die Juden abzuschleppen. DIe Wehrmachtführung in Italien rechnete dann mit katholischem
Aufstand, und Mussolini war dagegen. Die SS aber wollte die Juden noch an der Stelle erschiessen. Das
Kölner Domfenster ist einfach anti-theistisch, wenn die Umschreibung durch den Künstler stimmt. Dann
wäre jener Künstler übrigens auch kein Agnost, sondern Atheist. Denn ohne Obersten Beweger gibt es
nur die Möglichkeit der „Macht des Zufalls“.
#2 Rainer Tobak 10:34:01 | Samstag, 1. September 2007
Wenn der Zufall den schöpferischen Willen ersetzt, dann könnte die Kirche Geld sparen: sie erstezt künftig
alle Künstler durch einen von der DBK angeschafften Zufallsgenerator.
Richter: Das Domfenster zeige den Zufall als überwältigende Macht. Wenn es einen Zufall gibt, gibt es
keinen Gott. Damit ist das Thema durch, und das Fenster auch. Gut, daß er Silikon genommen hat. Wir warten
ab.