[ « 89 90 91 92 93 » ]
Montag, 3. September 2007 18:38
Besser wieder abreißen
Der Kirchenbau befindet sich mit seinen trostlosen Seelenbunkern seit Jahrzehnten in einer nie dagewesenen Krise. Die Schuldigen suchen keinen Ausweg. Im Gegenteil.
Kirche des Heiligen Johannes des Täufers in der Südschweizer Ortschaft Mogno. Architekt war Mario Botta.
Kirche des Heiligen Johannes des Täufers in der Südschweizer Ortschaft Mogno. Architekt war Mario Botta.
(kreuz.net) Der Schweizer Architekt Mario Botta (64) gilt als großer und bekannter Kirchenbauer unserer Zeit.

Er stammt aus der Gemeinde Mendrisio im Kanton Tessin in der Südschweiz.

Als 15jähriger begann er in einem Architekturbüro eine Lehre als Hochbauzeichner. Das Studium der Architektur absolvierte er in Mailand und Venedig.

In seiner weiteren Ausbildung assistierte er den bekannten Architekten Carlo Scarpa († 1978), Le Corbusier († 1965), Louis I. Kahn († 1974) und Luigi Snozzi (75).

Botta arbeitet mit massiven Baumaterialien – Naturstein, Backstein, Beton – und streng geometrischen Formen.

Er lehrt auch an der Universität der italienischsprachigen Schweiz in Lugano Architekturentwurf.

Der deutsche Architektenkollege Siegbert Keller (69) hält Botta für einen „Meister der Präzision“: „Keine Fuge ist an der falschen Stelle.“

Zu Bottas Werken zählen das Museum für Moderne Kunst in San Francisco, die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund und nicht zuletzt der Neubau der Nationalbank in Athen.

Am liebsten nimmt er Aufträge für Sakralkunst an. Dazu zählen die 1995 fertiggestellte Kathedrale in Evry bei Paris sowie über ein Dutzend Kirchen.

Kathedrale von ÉvryKathedrale von ÉvryKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 6 Bildern zu starten.

Im Jahr 2006 wurde die Kirche zum Heiligen Antlitz im Nordwesten von Turin fertiggestellt.

Der Grundriß der Kirche ist sternenförmig. Sie besitzt sieben Türme, die 35 Meter in die Höhe ragen und aussehen wie Lüftungsschachte eines Tunnels.

Die Wände und Decken der Kirche sind mit Holzpaneelen aus Ahorn verkleidet. Das Licht fällt nur durch die Glasdächer der Außenschächte von oben ein. Die Gestaltung des Innenraumes der Kirche ist komplett verweltlicht.

Kirche vom Heiligen Antlitz in TurinKirche vom Heiligen Antlitz in TurinKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 5 Bildern zu starten.

Der Kirchenkomplex inklusive eines Kongreßzentrums für 700 Personen soll 25 Millionen Euro gekostet haben.

In der Diözese wird gemunkelt, daß sich der Erzbischof von Turin, Severino Kardinal Poletto (74), mit der Anlage ein Denkmal setzen wollte.

Der belgische WeblogCathcon’, der sich gegen den Verkauf und Abriß von Kirchen einsetzt, kommentierte „den Horror der Kirche vom Heiligen Antlitz“ Ende Juni mit den Worten:

„Die Kirche muß so schnell wie möglich wieder abgerissen werden.“

© Titelbild: „LittleJoe“, GNU
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 65 Lesermeinungen:
Dienstag, 4. September 2007 21:57
engelhardt: Nicht zu fassen…
Das anwesende Nazipack versucht sogar, haessliche Kirchenbauten den Juden in die Schuhe zu schieben.

Ich lach mich schlapp.
Dienstag, 4. September 2007 15:03
Aleph: Trotz Latein
Merkwürdig: Trotz lateinischer Sprache ging das große, aber nicht heilige, römische Reich unter. Na sowas!
Dienstag, 4. September 2007 15:01
Pius XII: @ Kirschbaum
Trotz allem: Wil ist gelungen. Auch innen entwickelt es einen eigenen Stil, es ist großzügig und ästhetisch. Nein, hier bin ich nicht bei Ihnen. Aber über Geschmack …

Letztlich kann man moderne Kunst mögen, muß aber nicht. Was man aber muß, ist anzuerkennen, daß sie etwas grundlegend anderes ist als vormoderne Kunst. Während vormoderne Kunst einen ihr gegebenen Inhalt über die handwerkliche Meisterleistung transportiert, will moderne Kunst v.a. Gelegenheit zur eigenen Interpretation, zur Selbstbetrachtung sein (weshalb auch in Entzücken versunkene Betrachter vor illuminierten Schrotthaufen nur peinlich sind). Die Sakralkunst will aber transportieren, nicht Anlaß zur subjektiven Selbstbespiegelung sein. Der Glaube ist etwas äußerliches, etwas gegebenes, das der Einzelne annimmt, er kommt nicht aus dem eigenen Unterbewußtsein. Dieses traditionelle Glaubensverständnis erfordert daher auch eine traditionelle Kunst. Insofern hat die Abstraktion im Sakralen wohl tatsächlich keinen über Exotik hinausgehenden Platz.

Aber was zoffen wir uns übers öffentliche Forum? Lassen Sie mir eine Mail zukommen. Ich garantiere Vertraulichkeit.
Dienstag, 4. September 2007 15:01
taunuß: Warum blieben die Juden…
…nach ihrem Uuszug aus Ägypten volle 40 Jare in der Wüste Sinai?
,, Sie konnten nicht anders. Sie hatten keine Toilette. Natürlich haben sie die ,, Sitzzeit ,, streng limitiert, länger als fünf Minuten durfte keiner drin bleiben. Aber sie waren
600000 Mann. Und das macht pro Mann zu je fünf Minuten, genau 40 Jahre aus.“
Dienstag, 4. September 2007 14:58
Typ: @ Tobak
Könnte die Redaktion den Aufsatz von Michael S. Rose über die drei Naturgesetze der kathol. Sakralarchitektur (Vertikalität, Permanenz, Ikonographie) bei nächster Gelegenheit hier referieren lassen!? Das würde u.U. die „ästhetischen“ Diskussionen auf ein grundsätzlicheres Niveau heben!

Nein. Gehobenes Niveau ist hier nicht erwünscht! Schon gar nicht von dieser „Redaktion“!
Dienstag, 4. September 2007 14:53
Bokrug †: Warum das römische Reich unterging…
http://www.muslim-markt.de/…view/2005/berger.htm

MM: Warum nicht, anders gefragt: Woran soll das System zusammenbrechen?

Prof. Berger: Den wenigen, denen die inzwischen gigantischen Kapitaleinkommen zufließen, gehört bald alles – und alle anderen sind praktisch deren Sklaven. Bereits heute gehört sechs Personen 60 % des gesamten Reichtums der Welt. Das Römische Reich ist untergegangen, als seine unermesslichen Reichtümer 1.800 Familien gehört haben. Wir stehen jetzt vor dem Untergang der von den U. S. A. geprägten Form von Kapitalismus.

http://www.vergessene-buecher.de

http://www.freiwirte.de

Wir befinden uns in einer ähnlichen Zeit – – wie der der Spätantike…
Alle Lesermeinungen anzeigen 59 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net