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Freitag, 28. Januar 2005 18:10
Wo die Heiligen vorüberzieh’n
„Dieser stumme Ochse wird einmal brüllen, daß die Welt davon wiederhallt“, prophezeite der heilige Dominikaner Albertus Magnus über seinen Schüler Thomas von Aquin. Der heilige Thomas stellt die Frage, ob es etwas Staunenswerteres gibt als das Sakrament der Sakramente. Aus dem Werk des großen Theologen über das Fronleichnamsfest.
(kreuz.net) Weil uns der Sohn Gottes Anteil an seiner Gottheit geben wollte, nahm er unsere Natur an, wurde Mensch, um die Menschen göttlich zu machen. Mehr als das: Was er von dem Unsrigen annahm, gab er für unser Heil ganz hin. Denn er brachte seinen Leib auf dem Altar des Kreuzes Gott, dem Vater, als Opfergabe dar, um uns mit ihm zu versöhnen.

Christus vergoß sein Blut für uns als Lösepreis und als Bad zugleich. So sollten wir von der elenden Knechtschaft erlöst und von aller Sünde gereinigt werden. Damit uns aber ein Gedächtnis seiner Liebe bleibe, hinterließ er den Glaubenden seinen Leib zur Speise und sein Blut zum Trank unter der Gestalt von Brot und Wein.

Welch ein kostbares und bestaunenswertes Gastmahl, heilbringend und voll Wohlgeschmack! Denn was kann kostbarer sein als dieses Gastmahl? In ihm wird uns nicht das Fleisch von Kälbern und Böcken zur Speise gegeben wie einst unter dem Gesetz, sondern Christus, der wahre Gott.

Gibt es etwas Bestaunenswerteres als dieses Sakrament?

Kein Sakrament hat eine heilsamere Wirkung als dieses:
• Es reinigt von den Sünden.
• Es mehrt die Tugenden.
• Es erfüllt den Geist mit dem Reichtum Seiner Gaben.
• Es wird in der Kirche für die Lebenden und die Toten dargebracht, damit allen zugute komme, was zum Heil aller eingesetzt ist.

Niemand kann die Wonnen dieses Sakraments hinreichend ausdrücken, da in ihm die Süße des Geistes genossen und in ihm das Gedächtnis der Liebe begangen wird, die Christus in seiner Passion bewiesen hat.

Um den Gläubigen die Unermeßlichkeit seiner Liebe tiefer einzuprägen, stiftete Christus beim Letzten Abendmahl dieses Sakrament. Das war, nachdem er das Pascha mit seinen Jüngern gefeiert hatte und sich anschickte, aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Christus stiftete dieses Sakrament als Gedächtnis seiner Passion, als Erfüllung der alten Zeichen, als größtes seiner Wunder und als einzigartigen Trost für jene, die seine Abwesenheit mit Trauer erfüllt.

Der Heilige Thomas von Aquin wurd um 1225 auf dem Schloß Roccasecca nördlich von Neapel geboren. Trotz Widerstandes von Seiten seiner Eltern wurde er mit 18 Jahren Dominikaner. Sein Leben im Orden verbrachte er als ungemein fruchtbarer Theologieprofessor. Sein bekanntestes Werk ist die bis heute wegweisende „Summa Theologiae“, das „Lehrbuch der Theologie“. 1274 starb der heilige Thomas im Zisterzienserkloster von Fossanuova im Süden von Rom. Er war auf dem Weg zum Konzil von Lyon.
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