17:57:39 | Samstag, 8. September 2007
Das Fest Maria Geburt verabscheuen ketzerische Modernisten zutiefst. Und seit hundert Jahren stößt ihnen der 8. September nicht nur wegen der Muttergottes sauer auf.

Der Heilige Papst Pius X.
(kreuz.net, Vatikan) Am 8. September 1907 – heute vor hundert Jahren – veröffentlichte der Heilige Papst
Pius X. die Enzyklika ‘Pascendi dominici gregis’ – zu Deutsch: Die Herde des Herrn zu weiden.
Das Lehrschreiben
verurteilt die Irrlehren der Modernisten.
Die katholische Zeitung ‘Tagespost’ wies am Donnerstag in einem
Artikel darauf hin, daß die Enzyklika „für manche“ als Inbegriff der Unversöhnlichkeit des Lehramtes
zu Entwicklungen der Moderne gelte.
Pius X. selber erachtete seine Enzyklika als Systematisierung und
Zusammenfassung sämtlicher philosophischer und theologischer Irrtümer:
„Hätte sich jemand zur Aufgabe
gestellt, die Quintessenz aller Glaubensirrtümer, die es je gegeben hat, zusammenzutragen, so hätte
er es nicht besser machen können, als es die Modernisten getan haben.“
Das erste Mal verurteilte Pius
X. die Modernisten bereits am 3. Juli 1907 im Dekret „Lamentabili sane exitu“.
Sowohl Dekret als auch
Enzyklika verurteilten die Lehren der Begründer des Modernismus – des französischen Priesters und Theologieprofessors
Alfred Loisy († 1940) und des englischen Jesuiten George Tyrrell († 1909).
Drei Jahre nach der Enzyklika
‘Pascendi’ führte Pius X. außerdem mit dem Motu Proprio ‘Sacrorum antistitum’ den Antimodernisteneid
ein, den alle Seminaristen, Priester, Ordensleute und Theologen schwören mußten. Die Verbindlichkeit
dieses Eides wurde offiziell erst im Jahr 1967 abgeschafft.
Leugnung der
natürlichen GotteserkenntnisDie Enzyklika ‘Pascendi’ bringt den Irrglauben der Modernisten in ein System.
Sie warnt außerdem in prophetischer Weise vor modernistischen Plänen, die Kirche „ins Verderben zu stürzen“.
Diese Gefahr habe sich bereits im tiefsten Inneren der Kirche festgesetzt.
Als Grundlage des Modernismus
nennt ‘Pascendi’ den Agnostizismus. Er glaubt, daß die menschliche Vernunft Gott nicht erkennen kann.
Damit fallen die natürliche Theologie und die Beweise für die Glaubwürdigkeit der katholischen Lehre
dahin.
Gott kann demnach nicht Gegenstand der Wissenschaft sein. Geschichtsphilosophisch bedeutet dies,
daß Gott nicht als historisches Subjekt betrachtet werden kann.
Als Kehrseite des Agnostizismus enttarnt
‘Pascendi’ die „religiöse Immanenz“:
Die Religion will erklärt werden. Doch ohne natürliche Theologie
läßt sich keine Erklärung außerhalb des Menschen finden. Deshalb muß sie
im Menschen gesucht werden.
Als Basis für den Glauben – welcher der Anfang der Religon ist – findet sich dann nur das wankelmütige
Bedürfnis nach dem Göttlichen.
Die Modernisten glauben, daß die Entfaltung des religiösen Gefühls
zur Ausbildung der Religionen geführt hat:
„Man behauptet, unsere heilige Religion sei, im Menschen
Christus und in gleicher Weise auch in uns, aus unserer eigenen Natur und ohne fremde Unterstützung geboren.“
Die Entstellung der Person ChristiPius X. bringt an dem Beispiel der Person Christi Licht ins Dunkel
„des Wahnsinns“ der Modernisten.
Zuerst streichen sie aus der Geschichte Christi alles, was nach Göttlichem
aussieht.
Im nächsten Schritt behaupten sie, daß der Glaube Christus verklärt habe. Deshalb streichen
sie alles, was sich über die geschichtlichen Verhältnisse erhebt.
Schließlich entstellen sie die Person
Christi. Alles was an Christi Reden und Taten, Charakter, Stand, Erziehung und an dem örtlichen und zeitlichen
Milieu „nicht stimmt“, wird in Abrede gestellt.
Alles was nach dieser dreifachen Verstümmelung übrigbleibt,
teilt der Modernist der realen Geschichte zu. Der Rest gehört zur sogenannten Glaubensgeschichte.
Die
Unterscheidung zwischen dem Christus der Geschichte und dem Christus des Glaubens ist dem Modernisten
geläufig. Der Unterschied zwischen den beiden – der erste existierte, der zweite war in Wirklichkeit
nicht real.
Abgrund zwischen Glaube und Vernunft‘Pascendi’ brandmarkt die Trennung von Glaube und Wissenschaft
durch die Modernisten:
„Ihre Schriften und Reden sind voll von scheinbaren Widersprüchen, so daß man
leicht glauben kann, sie würden schwanken und wären ihrer Sache nicht sicher. Dies geschieht jedoch
aus voller Überlegung.
Das ist eine Konsequenz ihrer Ansicht über die Trennung von Glauben und Wissen.
Manche Ausführungen in ihren Büchern könnte ein Katholik vollständig unterschreiben.
Wenn man jedoch
das Blatt wendet, könnte man glauben, ein Rationalist führt die Feder.
Schreiben sie Geschichte, erwähnen
sie von der Gottheit Jesu Christi kein Wort. Steigen sie jedoch auf die Kanzel, bekennen sie dieselbe
ohne Bedenken.
Schreiben sie Geschichte, gelten für sie Konzilien und Väter nichts. Dagegen werden
beide in ihren Katechesen mit Ehrfurcht zitiert.
So trennen sie auch die theologisch pastorale Exegese
von der wissenschaftlich geschichtlichen. Nach dem Prinzip, daß die Wissenschaft vom Glauben abhängt,
treten sie in ihrer Philosophie, Geschichte oder Kritik ungescheut in die Fußstapfen Luthers.“Nächstes
Mal: Hochexplosive Ketzereien
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Aleph † 21:28:45 | Samstag, 8. September 2007