14:25:51 | Sonntag, 16. September 2007
Vorletzten Samstag feierte die Enzyklika ‘Pascendi dominici gregis’
ihr 100jähriges Jubiläum. Der darin entlarvte Wahnsinn des Modernismus bildet heute die Grundlage des Theologieunterrichts an katholisch-theologischen Fakultäten.

In theologischen Fakultäten lernt man schon von Pius X. verurteilte Ketzereien
© Jens Kohl, CC(kreuz.net, Vatikan) Als Quintessenz der modernistischen Irrlehren bezeichnet die Enzyklika ‘Pascendi
dominici gregis’ die Evolutionsideologie:
„Dogma, Kirche, religiöser Kult, Bücher, die wir als heilige
verehren, sogar der Glaube, müssen, wenn wir sie nicht alle für abgestorben erklären wollen, unter
den Gesetzen der Entwicklung stehen.“
Das allgemeine Prinzip der Modernisten lautet: In einer Religion,
die lebt, gibt es nichts, was nicht veränderlich und deshalb zu verändern wäre.
Zwei schwere Irrtümer
Als Philosoph sagt der Modernist: Das Prinzip des Glaubens ist immanent. Als Gläubiger fügt er hinzu:
Dieses Prinzip ist Gott.
Sodann schließt der modernistische Theologe: Also ist Gott im Menschen immanent.
Daher gibt es eine theologische Immanenz.
Ferner steht für den modernistischen Philosophen fest, daß
die Vorstellungen vom Glaubensobjekt nur symbolisch sind.
Doch zugleich steht für den modernistischen
Gläubigen fest, daß das Glaubensobjekt Gott ist, wie er in sich ist.
Aus diesem Widerspruch folgert
der modernistische Theologe: Die Vorstellungen von der Wirklichkeit Gottes sind symbolisch.
Modernistische Inspiration der BibelDer Modernist hat keine Probleme, die Heiligen Schriften
als eine Sammlung außergewöhnlicher und besonderer Erfahrungen zu verstehen.
Diese Erfahrungen würden
zwar nicht von jedem auf eine persönliche Weise erlebt, doch sie würden in allen Religionen vorkommen.
Die Enzyklika ‘Pascendi’ erklärt, wie der Modernismus die Bibelinspiration versteht:
„Sie unterscheidet
sich höchstens durch ihre Stärke von dem allgemeinen Antrieb, der den Gläubigen drängt, seinen Glauben
in Wort und Schrift auszusprechen.“
Im modernistischen Sinn findet man in der Heiligen Schrift nichts,
was nicht auf diese Weise inspiriert wäre.
Dadurch wird die Bibel zum reinen Menschenwerk degradiert –
von Menschen für Menschen geschrieben.
„Von einer Inspiration im katholischen Sinne bleibt nichts übrig“ –
stellt Pascendi nüchtern fest.
Die Kirche ist MenschenwerkDie Entstehung der Kirche führen die Modernisten
auf ein doppeltes Bedürfnis zurück:
• den Wunsch des Gläubigen, seine besondere Glaubenserfahrung
mitzuteilen.
• den Wunsch mehrerer Gläubiger, sich zu einer Gesellschaft zusammenzuschließen.
Die
modernistische Vorstellung von Kirche stellt ‘Pascendi’ so dar:
„Die Kirche ist die Frucht des Kollektivbewußtseins
oder der Verbindung des Bewußtseins der einzelnen, die durch das lebendige Bleiben von einem ersten Gläubigen
abhängen. Für den Katholiken ist dieser natürlich Christus.“
Die kirchliche Autorität rechtfertigt
der Modernist mit der Aussage, daß jede Gemeinschaft eine Leitung benötige:
„Früher herrschte der
Irrtum, daß die Autorität von außen, und zwar direkt von Gott, in die Kirche eingeführt wurde. Deshalb
konnte man sie auch für autokratisch halten. Diese Ansicht ist nun überwunden.“
Die Autorität geht
wie die Kirche nach modernistischer Vorstellung aus dem Kollektivbewußtsein hervor. Diesem Ursprung müsse
sich die Kirche unterordnen: „Entzieht sie sich ihm, wird sie zur Tyrannei.“
Die Modernisten des frühen
20. Jahrhunderts beriefen sich auf ein angeblich neu gewonnenes Freiheitsgefühl.
Deshalb sollte in der
Kirche – wie bereits im Staat – das Volksregiment eingeführt werden:
„Wenn also kein Krieg im innersten
menschlichen Bewußtsein entzündet und geschürt werden soll, muß die kirchliche Autorität demokratische
Formen annehmen.“
Andernfalls sei „ihr Untergang besiegelt“.
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Sirilo 15:58:57 | Sonntag, 16. September 2007