Kurienkardinal Castrillon
Verhindern geht nicht
Im Konfliktfall kann der Bischof einschreiten. Aber er kann ein Gesetz, das der Papst der universalen Kirche auferlegt hat, nicht außer Kraft setzen.
Kurienkardinal Dario Castrillon Hoyos
Kurienkardinal Dario Castrillon Hoyos
(kreuz.net, Vatikan) Das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ wird keine großen Änderungen bewirken. Das erklärte der Präsident der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’, Dario Kardinal Castrillon Hoyos, letzten Donnerstag vor ‘Radio Vatikan’.

Der entscheidende Punkt im Motu Proprio sei, daß die Priester die Alte Messe jetzt auch ohne Genehmigung des Heiligen Stuhls oder des Diözesanbischofs zelebrieren können.

Das gelte für alle Priester: „Die Pfarrer müssen die Türen ihrer Kirchen jenen Priestern öffnen, welche die entsprechenden Kenntnisse besitzen und bereit sind, die Alte Messe zu zelebrieren.“

Diese Regelung nehme den Bischöfen „die Macht über die Liturgie“ keinesfalls aus der Hand.

Kardinal Castrillon erklärt, daß ein Priester die Erlaubnis zur Feier der Messe von seinem Bischof erhalte. Damit besitze er die Vollmacht, die Messe in jedem Ritus zu zelebrieren.

Aus diesem Grund sei ein Pfarrer verpflichtet, einem Mitbruder den Altar für die Meßzelebration [egal in welchem Ritus] zur Verfügung zu stellen – wiederholte sich der Kardinal.

Falls ein zuständiger Geistlicher dies ablehne, stehe es der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’ zu, Maßnahmen für die Durchsetzung des Rechts zu ergreifen.

Der Diözesanbischof sei dafür verantwortlich, eventuelle Konflikte mittels seiner Autorität zu lösen:

„Aber dabei kann er nicht das Recht außer Kraft setzen, das der Papst der ganzen Kirche gegeben hat“ – so der Kurienkardinal.

Altrituelle Osternacht 2007
Osternacht 2007 in LondonDas OsterfeuerDie Osterkerze

Unermeßlich wertvoll

Zum Motu Proprio betont Kardinal Castrillon, daß Papst Benedikt XVI. „keinen Rückschritt“ wolle.

Zugleich habe das Zweite Vatikanum „die Liturgie des Heiligen Pius V.“ keinesfalls verboten: „Wir müssen auch betonen, daß die Konzilsväter die Messe des Heiligen Papstes Pius V. gefeiert haben.“

Es gehe also nicht darum, einen Schritt zurückzugehen. Im Gegenteil:

„Das Konzil wollte mehr Freiheit für die Gläubigen. Eine dieser Freiheiten war auch, den Schatz der Liturgie – so sagt es der Papst – zu behalten und lebendig zu erhalten.“

Kardinal Castrillon dankt dem Heiligen Vater, daß er diesen unermeßlich wertvollen Schatz für die Kirche gerettet hat.
      
6 Lesermeinungen
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#6   Bokrug †   18:06:21 | Sonntag, 16. September 2007
Leseempfehlung!
www.artfond.de/geldseite
„Die inneren Antriebskräfte“ der Globalisierung von Gerhoch Reisegger
www.konstanzer-kreis.de/index.php?id=publikation…
www.zeit-fragen.ch
„Entdemokratisierung durch Zentralisierung“
www.swg-hamburg.de/…rung_durch_zent.html
–----------------------------------Entdemokratisierung durch Zentralisierung
von Prof. Dr. rer. pol. Eberhard Hamer, Mittelstandsinstitut Hannover*
Ist «Globalisierung das Ende der Demokratie» (Jean Guéhenno)? Oder dient umgekehrt die Globalisierung «der Verbreitung von Freiheit, Menschenwürde und Demokratie»? Die Antwort auf diese gegensätzliche Frage liegt in dem Verhältnis von dezentraler oder zentraler politischer Macht.
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#5   Gebirgsschütze   19:42:31 | Samstag, 15. September 2007
Bravo Bischof Ludwig !
Der Linzer Bischof Ludwig Schwarz veröffentlicht wenige Tage nach dem Papstbesuch ein wichtiges Schreiben zu den weit verbreiteten Laienpredigten in seiner Diözese
Linz (www.kath.net)
Der Linzer Bischof Ludwig Schwarz hat wenige Tage nach dem Papstbesuch in Österreich im Diözesanblatt der Diözese Linz eine „Kirchenamtliche Klarstellung“ veröffentlicht, in der er das Aus für die Laienpredigten bei den Hl. Messen in der Diözese Linz feststellt. Die Laienpredigten sind in der Diözese Linz weit verbreitet.
Herrlich wenn ich mir vorstelle wie manche Linzer Fakultätstheologen nun an die Decke springen werden… :-D
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#4   Bernado   13:53:05 | Samstag, 15. September 2007
Quellenangabe
Den ganzen Text des Interviews mit SEm. Kardinal Hoyos in deutscher Übersetzung findet man auf Summorum-Pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/texte/hoyos.shtml
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#3   santa rita   12:55:27 | Samstag, 15. September 2007
Alois Bischof
Der Modernismus und dessen Establishment…sind aber ausdrücklich demo-faschistisch. Man beruft sich auf das „Volksbegehren“ und „die Meinung des Kirchenvolkes“ wobei eigentlich nur die Rebellen“elite“ gemeint ist.
Sehr richtig. Bei der Unterdrückung der Tradition der Kirche wurde und wird ein faschistischer Gehorsamsbegriff eingesetzt.
Die „Meinung des Kirchenvolkes“ ist der Volonté Général von Rousseau. Dabei handelt es sich nicht um die wirkliche Meinung des Volkes, sondern die Revolutionäre geben vor zu wissen, was das Beste für das Volk ist und bestimmen daher, was das Volk wollen soll.
Ganz hervorragende Lektüre hierzu: Friedrich Sieburg, Robespierre.
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#2   möchtegern-kathole   11:54:05 | Samstag, 15. September 2007
Na ja, …
… die gewachsene katholische Messe wird seit 2000 Jahren verfolgt. Mal blutig, mal ‘nur’ verleumderisch, mal per Hetze mal per Subversion. Warum sollte es heute anders sein?
Auch als Christus sein Opfer darbrachte, war es durch die Verfolgung seiner Feinde; dies scheint ein integraler Bestandteil des Messopfers zu sein und ist durch die Jahrhunderte bis heute so geblieben – mal mehr, ,mal weniger. Auch deshalb steht wohl im Anfang des alten Messtexts der Anruf: „warum muss ich traurig gehen, weil mich der Feind bedrägt?“
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#1   Alois Bischof   11:27:07 | Samstag, 15. September 2007
Der Modernismus und dessen Establishment…
…sind aber ausdrücklich demo-faschistisch. Man beruft sich auf das „Volksbegehren“ und „die Meinung des Kirchenvolkes“ wobei eigentlich nur die Rebellen“elite“ gemeint ist. Man versucht durch Ausgrenzung, Marginalisierung und der Benutzung Richelieu’scher Einschüchterungspolitik den Römischen Ritus von den Altären fernzuhalten.
Ich kenne auch Fälle in denen traditionelle maronitische Priestern, oder Priestern der byzantinisch-katholischen Kirche von Presov, oder syrisch-katholischen Chorbischöfen die Benutzung einer Pfarrkirche (ganz ausserhalb der „Pfarrliturgiezeit“, z.B. an Sonntagabend) für ihren jeweiligen katholischen Ritus verwehrt wurde.
Der Ritus sei angeblich „nicht hier zu Hause“ (dann werden die Modernisten auch rassistisch) und „für einen bestimmten Kreis von ausländischen Gläubigen bestimmt“. Deutsche Katholiken dürften nicht teilnehmen usw. usw.
Der theologische Neo-Modernismus ist totalitär. Aber wie die Revolution damals langsam von der Vendée, und dem Geist seiner Märtyrer aus, vertrieben wurde, so wird auch heute – wo ein sehr bescheidener aber geistiger Napoleon regiert – die Lage vorbereitet zur Restauration.
Dann wird der Terror aus den Herzen der aufrichtigen Gläubigen verschwinden, und auch die Angst vor den sogenannten Hirten in den Bischofspalästen und den Gesprächsgruppen.
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