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Montag, 17. September 2007 16:36
Der meine Jugend erfreut
Die Warnung ist mehr als berechtigt: Die Alte Messe macht Seelen, die nach Gott hungern, schon beim ersten Mal süchtig. Ein Beispiel aus dem Münsterland.
Der Weblog 'Ad Tiliam' zeigt ein Bild des Altars in der kleinsten Pfarrei des Bistums Münster mit einem einfach konstruierten mobilen Altaraufsatz als Bank für Kreuz und Kerzen.
Der Weblog ‘Ad Tiliam’ zeigt ein Bild des Altars in der kleinsten Pfarrei des Bistums Münster mit einem einfach konstruierten mobilen Altaraufsatz als Bank für Kreuz und Kerzen.
(kreuz.net) Aus Anlaß der Freigabe der Alten Messe versammelte sich in der Kirche St. Johannes in der Ortschaft Senden-Venne – der kleinsten Pfarrei des Bistums Münster – eine Gemeinde, um an dieser Messe teilzunehmen.

Das berichtete der Weblog ‘Ad Tiliam’.

Die Kirche stammt aus dem Jahr 1249. Der zuständige Pfarrer ist Hw. Ulrich Terlinden.

Der Ort Senden-Venne befindet sich zwanzig Kilometer südwestlich der Stadt Münster.

Die Schola kam von der Studentengemeinde Münster. Meßdiener und Organist waren zum Teil aus dem Ruhrgebiet angereist. Interessierte reisten aus den umliegenden Orten an.

Der Altersdurchschnitt der 24 anwesenden Gläubigen lag bei etwa vierzig Jahren.

Zelebrant war Pfarrer Terlinden. Zu diesem Anlaß hatte er einen einfach konstruierten mobilen Altaraufsatz als Bank für Kreuz und Leuchter anfertigen lassen.

Der Ritus stand ganz für sich. Es wurde kein persönliches Wort gesprochen. Aus pastoralen Gründen erklang die „Missa de angelis“.

Nach der Messe sang die fromme Gemeinde das Adoro te devote, das Te Deum und das Tantum ergo.

Nicht lateinisch waren am Ende der Messe ein Marienlied und ganz zum Schluß das Kirchenlied „Ein Haus voll Glorie schauet“ – auf Wunsch eines einzelnen Herrn wurden die Originalversion mit den Zinnen verwendet.

Die Feier dauerte anderthalb Stunden. Aber das fiel – nach Angaben des Weblogs – niemandem auf.

Für die Gläubigen war diese Messe eine spirituell tiefe, sehr belebende Erfahrung.

Im Münsterland sei die Alte Messe auf absehbare Zeit ein Minderheitenprogramm – erklärt der Blog ‘Ad Tiliam’: „Aber die, die sie wünschen, sind mit viel Interesse und Engagement dabei – und deren Altersdurchschnitt ist vielversprechend.“

Der Blog erwähnt auch einige per Elektropost eingegangene Meinungen:

• „Eine beeindruckende, würdige Feier.“

„Meiner Meinung nach ist die lateinische Sprache ein Garant dafür, daß die Kirchenbesucher nicht nur in einer Nabelschau sich selbst bemitleiden, sondern sich dem Opfer auf dem Altar zuwenden.“

• „Ich kann nach wie vor kaum in Worte fassen, wie sehr mich die gestrige Messe bewegt hat. Es war nicht meine erste Begegnung mit dem tridentinischen Ritus, ganz gewiß nicht. Aber es war gestern etwas anderes.

Die Warnung ist mehr als berechtigt: Es macht – schon beim ersten Mal – süchtig.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 32 Lesermeinungen:
Freitag, 21. September 2007 00:01
Stephanus: es macht lust auf mehr…
auf mehr solcher nachrichten wie dieser.
warum ist das so?
vielleicht, weil man ganz vergessen hat mit welch kostbarem gut man da in den letzten jahrzehnten sonntag für sonntag und an so manchem werktag, an so manchem herz-jesu-freitag usw. umgang pflegte.
ja die heilige messe dargebracht im altehrwürdigen trid. ritus, daß ist etwas ganz ganz besonderes, daß ist ganz weit weg vom so lauten und geschäftigen alltagstreiben und gerade deshalb so nah und so wichtig für jede seele.
hier läßt sich in einer stillen heiligen messe innerhalb von ca. 35-40min mehr kraft schöpfen für die neue woche, als mit allen sonst angebotenen geistigen und materiellen fitnessprogrammen, für die man ein vielfaches an zeit und vor allem geld aufbringen müsste.
nach einem gesungenen choralhochamt nimmt man die ersten hürden des alltags wie auf wolken schwebend und sollte diese wirkung ende der woche leicht nachlassen, dann kommt sehnsucht auf und kein noch so langwieriger weg kann abschrecken vom besuch einer heiligen messe deren dimensionen schon allein auf dem gebiet der kunst einen so unerschöpflichen reichtum bietet.
wenn man davon aber ohne unterlaß haben kann, dann kann auch hier die gefahr der gewöhnung eintreten und man ist sich dieses schatzes nicht mehr im vollem umfang bewußt. daher freue ich mich über nachrichten wie diese,und bete dafür, daß dieser schatz den ich nie entbehren brauchte, allen menschen auf erden zugänglich werde.
Dienstag, 18. September 2007 19:23
Jörg Guttenberger, Köln: Peter Pan: konservativ
Sie tuen mit Ihrer Antwort genauso, als hätten Sie meine Ausführungen nicht gelesen:

Sie rücken die Konservativen entsprechend der veröffentlichten Meinung im Sinne der politischen Korrektheit in die reaktionäre Ecke.

Der Konservative orientiert sich entgegen Ihren Ausführungen am Wort des Apostels Paulus: „Prüfet alles, das Gute behaltet“, und das setzt selbständiges Denken unabdingbar voraus! Der Reaktionäre prüft nicht, sondern lehnt von vorn herein ab. Der Progressive prüft ebenfalls nicht, sondern übernimmt kritiklos.

Um lediglich die veröffentlichte Meinung aufzusagen, braucht man nicht selbständig zu denken.
Dienstag, 18. September 2007 13:15
Daniel Stöhr: @JohannesD:
Opferpriestertum und prachtvolle Priestergewänder „heidnisch“ ? Wenn sie die Bibel so genau kennen, dann kennen Sie auch das alte Testament, wo es genaue Anordnungen gibt für a) darzubringende Tieropfer b) Anleitung zur Herstellung der kostbaren Priestergewänder. Oder waren die Priester des alten Bundes „heidnisch“ ?
Dienstag, 18. September 2007 12:59
Benedikt: @ Peter Pan
Konservativ bedeutet nun einmal das festhalten am Traditionellen, Altbewährten.

Aber nichts ist unveränderlich. Alles ist früher oder später dem Wandel unterworfen. Konservativ bedeutete vor 100 oder 150 Jahren etwas völlig anderes als heute


Wenn Konservativ heute etwas anderes bedeutet als vor 150 Jahren, so widersprechen Sie sich selber, wenn Sie behaupten, der Konservativismus verliere immer, weil er unveränderliche Positionen beinhalte. Allerdings ist der Widerspruch leicht aufzulösen: Festhalten am Altbewährten bedeutet nicht, alles unveränderlich zu lassen. Denn es gibt immer Dinge, die sich eben nciht bewähren und deshalb verändert werden. Auch das ist gut konservativ.

@ landorganist
Und dann wird hier ein Gottesdienst als das non plus ultra gelobt, in dem kein persönliches Wort gesprochen wurde? Wer es fassen kann der fasse es. Wenn das wirklich im Sinne des Herrn gewesen wäre, dann wäre seine Botschaft lange vergessen.

Und was ist mit dem Brevier? Was ist überhaupt mit Gebetshilfen? Weg damit?

@ JohannesD
heidnisch kann man da nur sagen

Es ist vollbracht. Nach 2000 Jahren heidnischer Verirrung erklärt uns JohannesD nun das wirkliche Christentum. Vielen Dank.
Dienstag, 18. September 2007 10:15
Tridentinus: @JohannesD
Und Sie lesen am besten mal mit dem griechischen Hebräerbrief daneben:

Thalhofer, V., Das Opfer des alten und des neuen Bundes. Unter besonderer Berücksichtigung des Hebräerbriefes exegetisch-dogmatisch gewürdiget, Regensburg 1870.

Valentin Thalhofer (1825-91) behandelt darin die Messopfertheorien zahlreicher katholischer und völlig ohne Polemik protestantischer Exegeten und Dogmatiker. M.J. Scheeben wirft er vor, protestantisierende Tendenzen zu haben, weil er sage, in der Messe werde Gott als Opfer der Kirche Brot und Wein dargebracht, die in der Kommunion Leib und Blut Christi empfange.

Thalhofer hat sich zeitlebens mit den mosaischen Opfern (blutig und unblutig) befasst. Im Ritus des Versöhnungstages sieht eine Vorausbildung und Typologie von Kreuzes- und Messopfer.

Er stand in seiner Beschäftigung mit dem jüdischen Tempelkult auch in befruchtendem Kontakt und Austausch mit Rabinen. Seine Messopfertheorie ist höchst überzeugend. Es kann sein, dass sie zusätzliche Aktualität gewinnt, wenn es gilt, dem Vorwurf des Antisemitismus in der katholischen Theologie des Messopfers zu begegnen.
Dienstag, 18. September 2007 10:14
Pünktchen: Jesus Christus, das fleischgewordene Wort Gottes,
IST das persönliche Wort Gottes an uns Menschen! Dem fleischgewordenen Wort Gottes war nichts Menschliches fremd außer der Sünde, aber seinem erhabenen Opfer und seiner mystischen Gegenwart im Kult sollte eine Haltung des Betens und Dankens entsprechen, die einen anderen „Raum“ konstituiert neben der fast ubiquitären Geschwätzigkeit, der wir durch die Medien und die Zeitgenossenschaft ausgesetzt sind. Wer in die Kirche eintritt und erleben muß, daß der Pfarrer die Hl. Messe statt „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes“ mit denselben Worten einleitet wie ein gewöhnlicher Showmaster („Ich freue mich, daß Sie trotz des schlechten Wetters in so großer Zahl …“), der wird um die Differenz betrogen zwischen dem fleischgewordenen Wort Gottes und dem alltäglichen Wortschwall! Die Menschen suchen im Kult nicht das Identische zu ihrem Alltag, sondern sie wollen eine Differenzerfahrung machen. Die göttliche Liturgie der Orthodoxen und die Alte Messe SIND, so weit dies möglich ist: erfahrbar das persönliche Wort Gottes, das gegen alle „realistische“ Erwartung und über alles Hoffen hinaus, tatsächlich zu uns gekommen ist, und in seinem Opfer für uns ein Sinnbild von Gottes Liebe zu uns Menschen errichtet hat, vor dem das anbetende Schweigen angemessener ist als jedes „alltägliche“ und vermeintlich „passende“ Wort!
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