Der Empörungstanz der kirchenfeindlichen, linken Medienkonzerne gegen eine harmlose Predigt des Kölner Kardinals läuft noch immer. Was tun die übrigen Bischöfe? Sie ziehen die Köpfe ein. Pressestimmen.
Der ‘ZDF’ betont die Standhaftigkeit Kardinal Meisners.
In den Rücken gefallen
„»Nicht nachvollziehbar«, so der Rottenburger Bischof, sei es, bei der Frage
nach Nähe oder Distanz zwischen Kunst und Religion den Begriff »entarten« zu verwenden. Man könne
es Kunstschaffenden nicht verdenken, wenn sie sich dadurch diffamiert fühlen, sagte der Bischof. »Diese
durch die Nationalsozialisten geprägte Begrifflichkeit beschwört den Horizont schlimmer Exzesse der
Barbarei und fürchterlicher Schicksale von Künstlern und Schriftstellern herauf. Man muß auch nur den
Anschein irgendeiner Nähe dazu ohne Wenn und Aber meiden«, sagte Bischof Fürst.“
Aus einem Artikel
auf der Webseite des Erzbistums Rottenburg-Stuttgart.
Köpfe eingezogen
„Die Bischofskonferenz selbst
wollte Meisners Äußerung und den Streit darüber nicht kommentieren.“
Aus einem Bericht der deutschen
Tageszeitung ‘Welt’.
Die Ausnahme
„Ruhrbischof Felix Genn stellt sich hinter die Äußerungen des Kölner
Kardinals Joachim Meisner. »Ich kann das Anliegen der Predigt verstehen, auch wenn ich nicht den besetzten
Begriff gebraucht hätte«, erklärte Genn gegenüber der ‘Westdeutschen Allgemeinen Zeitung’ (Dienstagausgabe).
Meisner habe eigentlich nicht »entartete Kunst« im nationalsozialistischen Sinne gemeint, sondern »Kunst,
die aus der Art schlägt«.“
Aus einem Artikel in der Regionalzeitung ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’.
Löwen mit ausgebissenen Zähne
„Der Kölner Erzbischof Meisner ist beharrlich: Er bleibt bei seiner
umstrittenen Äußerung zu »entarteter« Kultur – »unabhängig von dem Hagel der Kritik«. Das sagte
eine Sprecherin des Erzbistums.“
Aus einem Bericht des ‘Zweiten Deutschen Fernsehen’.
Nicht „modern
und liberal“
„Aber nimmt man die Predigt auch nur einen Augenblick lang ernst, stellt man fest: Sie paßt
keineswegs zum Selbstverständnis einer modernen und liberalen Gesellschaft.“
Aus einem Bericht der extremistischen
Berliner ‘Tageszeitung’.
Der Kardinal sollte zu seiner Bösartigkeit stehen
„Meisner sollte zu seiner
Bösartigkeit stehen. Er müßte sagen: Wir sind nicht die älteste funktionierende Institution der Welt
geworden, weil wir so kuschelig sind. Alle sind heute immerzu nett, sollte Meisner sagen, ich nicht. Weil
das Leben und der Tod und die Dinge, an die wir Katholiken glauben, sich nach anderen Maßstäben richten
als nach dem, was Leute so finden.“
Nils Minkmar in einem Kommentar für die ‘Frankfurter Allgemeine
Zeitung’.
Arme verletzte Menschen
„Der Kölner Kardinal Joachim Meisner (73) provoziert mit vielen seiner
Äußerungen. Ob er sich zur Homosexualität äußert, zur Abtreibung oder jetzt zur Kultur – regelmäßig
fühlen sich Menschen verletzt. Er selbst nimmt das meist in Kauf. »Wir sind nicht dazu da, der Gesellschaft
nach dem Mund zu reden, sondern wir müssen Gott nach dem Mund reden«, lautet sein Credo.“
Aus der regionalen
Tageszeitung ‘Frankenpost’.
Alte Leute sind blöd
„Es wäre unangemessen, den Kardinal in die rechtsradikale
Ecke zu stellen. Ich glaube, das hat mit seinem Alter zu tun, und ich will ihm zugute halten, daß er
schlechte Berater hat – oder gar keine. Er versteht das nicht und ist sich über die Folgen solcher Aussagen
nicht im Klaren. Man sieht daran, wie gut es ist, daß Bischöfe mit 75 ihr Rücktrittsgesuch einreichen
müssen.“
Der kulturpolitische Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg,
im Gespräch mit dem ‘Kölner Stadt-Anzeiger’.
Doch kein Neonazi
„Als Neonazi freilich ist er noch nicht
aufgefallen, und er wird auch nicht dazu, weil er aus Naivität oder Übereifer ein braunes Unwort benutzt
hat. Was Meisner sagen wollte, ist wohl, daß eine Kultur auf Abwege gerät, die eine auch theologisch
begründbare Würde des Menschen außer Acht läßt. Das hat nichts damit zu tun, daß nur noch Heiligenbildchen
gemalt werden dürfen und muß als Meinung erlaubt sein.“
Aus der regionalen Tageszeitung ‘Nürnberger
Zeitung’.
Dienstanweisung des jüdischen Zentralrates
„Der Zentralrat der Juden in Deutschland verlangt
von der katholischen Kirche eine Stellungnahme zur Äußerung Kardinal Joachim Meisners über angeblich
»entartete« Kultur und den »Verlust der Mitte«. »Das ist ein Thema, das die Kirche sehr schnell behandeln
muß«, sagte Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch beim Neujahrsempfang der Jüdischen Gemeinde
in Duisburg. Sie sei überrascht, daß ein Mensch, der ein Vorbild sein sollte, so etwas äußere.“
Aus
der Berliner Zeitung ‘Der Tagesspiegel’.
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61 Lesermeinungen
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wiener: Kameradenschweine Ich schließe mich den Ausführungen Wieners vollinhaltlich an. Es geht alleine
um sachliche und nicht um polemische Auseinandersetzung. „Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm
an Wahrheit und an Kräften mangelt“.
die bezeichnung … … von bischöfen als „schweine“ ist widerwärtige antikirchliche agotation, wie
sie bisher nur von nazi- oder sozialistischen diktaturen bekannt waren. +.net hetzt in „bester“ gesellschaft.
wann legen sie endlich die völlig unzutreffende bezeichnung „katholisch“ für ihre schmierereien ab???
Bokrug, leben Sie im Internet??? Sie scheinen Ihren Horizont komplett aus Internetseiten zu bilden. Denken
Sie daran: Es gibt auch eine reale Welt da draußen. Und viele junge Menschen müssen sich aufgrund ihrer
Online-Abhängigkeit schon in Therapie begeben. Diese zigfachen Linkhinweise lassen da ein gewisses Gefahrenpotential
bei Ihnen erkennen. Einfach mal ‘rausgehen und frische Luft schnappen! Und auch mal ‘was genießen, ohne
dahinter ein Lockmittel irgendeines Komplotts zu sehen. ‘Is nur so’n Tipp.
DocRöntgen Ich stimme Ihren Kritikern (Ansgar, Beobachterin) inhaltlich zu! Sie schreiben vom Katholizismus,
also der vom Konzil überwundene ideologischen Ausgabe der Katholiztät, die heute lediglich noch von
Reaktionären vertreten wird und damit für die r.k. Kirche nicht representativ ist. Ihr Vorwurf an Meisner
als ewig gestriger ist zumindest plakativ und undifferenziert. Wir müssen den Christen aus Osteuropa
ein besonders starkes Festhalten an der Tradition zubilligen, sonst hätten sie nicht überlebt. Das besagt
aber noch lange keine Ablehnung jeglicher Innovation. Unvergessen ist Meisners ablehnende Haltung gegenüber
der „alten“ Liturgie. Hinzu kommt seine grundsätzliche Aufgeschlossenheit gegenüber moderner Kunst.
Seine bischöfliche Privatkapelle in Ostberlin ist völlig von einer modernen Künstlerin gestaltet, für
deren Grab in Köln er schon von Berlin aus verantwortlich gezeichnet hat. Der Name der Künstlerin ist
mir entfallen, sie hat mit Frau Laschinsky-Viehen zusammengearbeitet, einen Vetter letzterer kenne ich
persönlich. Wer ihn also undifferenziert in die reaktionäre Ecke stellt, tut ihm eindeutig unrecht.
Den Islam mit dem Katholizismus zu vergleichen bedeutet einen grundsätzliche Ideologisierung dieser Religion,
obwohl es dort sicher starke Tendenzen in dieser Richtung gibt die ein reaktionärtes Islam-Bild vermitteln.
Doch auch der Islam ist kein monolithischer Block, wenn es auch Konservative und erst recht Progressive
dort schwer haben.
Der „Einfluß“ des Islam und des Katholizismus Woran mißt sich Einfluß? Stellt man jeweils die Ziele
(Lehre) einer Religion und das gesellschaftliche Erscheinungsbild gegenüber, kommt man in den entsprechenden
Ländern zum Schluß, dass der Einfluß periphär ist, bzw. kontraproduktiv bezüglich der eigenen Lehre.
In vielen Ländern mit vorrangig islamischer Religionsausübung herrscht Krieg, gedeiht Anbau von Drogen,
hungern Kinder etc. pp. In vielen Ländern mit vorrangig katholischer Religionsausübung sterben Kinder
an den Folgen einer HIV-Infektion, dürfen Männer ihre Frauen schlagen, herrscht ebenfalls Hungersnot
usw.: Natürlich, es gibt katholische Hilfseinrichtungen und die schönen Versprechungen für’s Jenseits,
wenn man im Diesseits artig die Lehre beherzigt. Doch können diese Aspekte nicht darüber hinwegtäuschen,
dass hier Ränkespiele um Macht und Einfluß gespielt werden, die keinen Deut besser sind, als die vielfach
verschriene Politik und der kritisierte Zeitgeist. Gott spielt dabei eine Nebenrolle – hier geht es um
menschliche Interessen.
#54 Ansgar 17:36:09 | Mittwoch, 19. September 2007
@ DocRöntgen Ihre Ansichten sind die eines armen Narren. Aber immerhin schreiben Sie fehlerlos, anders
als Ihre ungebildeten Gesinnungsgenossen hier. Doch „DocRöntgen“ erscheint mir ein ridiküler Nick für
einen Beobachter mit dicken Fleischtomaten auf den Augen. Der Islam, die in vielen Weltteilen explodierende
geistige Kraft und der von über einer Milliarde Menschen vertretene Katholizismus: beides einflußlos?
Sie sind ein Brunnenfrosch, der vom großen Ozean redet.
#53 DocRöntgen 16:20:21 | Mittwoch, 19. September 2007
Vielleicht ist das Problem der Katholischen Kirche… …dass sie durch solche Vertreter (Meisner) und
solche Anhänger (Beobachterin) selbt die Schippe führt, die ihr Grab schaufelt? Die Ablehnung des Ewig-Gestrigen
dürfte allerdings nicht automatisch zum Islam führen, der ja ebenfalls ideologisch eine hunderte Jahre
alte Verankerung hat. Für alle besser ist eine Wertediskussion, die sich von religiöser Motivation völlig
frei macht. Katholizismus und Islam sind beide ungeeignet, das menschliche Bedürfnis nach Gerechtigkeit
auch nur ansatzweise zu befriedigen. Die dort formulierten Ideale sind viel zu sehr auf schablonenhafte
Gleichmacherei ausgerichtet, um eine Gesellschaft mit Kontrasten wirklich aufzufangen. In beiden Religionen
herrschen zu viele totalitäre Ansichten auf Kosten ganzer Gruppen, die durch’s religiöse Wunschraster
durchfallen. Beide Strömungen haben sich deshalb längst disqualifiziert, was eine gesellschaftsrelevante
Beteiligung an politischen Prozessen betrifft.
#52 Bokrug † 14:58:02 | Mittwoch, 19. September 2007
@Beobachterin: @Beobachterin: Ich stimme ihnen vollkommen zu! Gebe aber zu bedenken: Die Katholische und
humanistische kultur ist mit der islamischen und auch westlich-amerikanisch-liberalen des Finanzkapital-
und Freihandel-basierten US-Kapitalismus nicht dientisch…letztere wird durch calvinistisch-jüdisch-freimaurerische
Werte ausgedrückt. www.artfond.de/geldseite www.vergessene-buecher.de www.fromthewilderness.com www.neo-liberalismus.de www.kopp-verlag.de
#51 Beobachterin 14:51:13 | Mittwoch, 19. September 2007
kulturlose zerrissene Gesellschaft Es geht gar nicht um den Begriff, den Meisner verwendet hat. Es geht
darum, gegen einen konservativen Kardinal, der es vorrangig als seine Aufgabe betrachtet, den katholischen
Glauben zu verkünden, jeden noch so lächerlichen Anlaß zu finden, um volle Breitseite gegen ihn zu
schießen. Meisner ist nun einmal nicht vor dem Zeitgeist eingeknickt – Grund genug, ihn bei jeder Gelegenheit
lächerlich zu machen, oftmals ohne die geringsten Anstandsregeln einzuhalten. Das hat Methode. Armes
Deutschland. Du wirst dem Ansturm des Islam nicht gewachsen sein, denn hier ist das Zauberwort „Diversity“ –
Uneinigkeit – während die Muslime gemeinsame Werte vertreten und gemeinsam kämpfen. Sie werden diese
zerrissene Gesellschaft erobern. Wir haben keine schleichende Islamisierung mehr, sondern eine galoppierende.
Na, dann viel Spaß mit dem Islam, Ihr Hetzer, Verleumder, Zerstörer der abendländischen Kultur! Ihr
werdet eines Tages winseln und der Perle des Christentums nachheulen, die ihr selber mit verjagt habt.
Sie findet schon längst eine Heimat in Ländern, die Zukunft haben. Aber Europa ist auf dem absteigenden
Ast … Ehre sei Gott in der Höhe!
Sternberg Die Äußerung von Sternberg bezüglich Lebensalter von Meisner geht so stark unter die Gürtellinie,
daß sie nicht einmal mehr entschuldigungswürdig ist. Man sollte ihn (Sternberg) besser mit dem Mantel
mitleidigen Schweigens umhüllen. Auch sonst entbehrt die Kritik an Meisner nicht einer gewissen Hysterie:
man kann von uns Nachgeborenen einfach nicht erwarten, immer mit dem Wörterbuch unter dem Arm herumzulaufen,
um vor jeder Aussage zu prüfen, ob das beabsichtigte Vokabular durch die Braunen belastet ist. Das Wort
„entartet“ wird laut einem Artikel in „DIE WELT“ von heute auch in der Medizin, und zwar im Sinne von
degeneriert, benutzt. Soll die medizinische Wissenschaft etwa ihren Sprachgebrauch ändern?
#47 Defensor Fidei 20:38:30 | Dienstag, 18. September 2007
Erinnert sich jemand? Oder erinnert sich jemand daran, was er vor einem oder zwei Jahren gesagt hat? Tja,
gute Frage. Das war bei Erzbischof Dyba noch anders. Ich sage nur:„Importierte Lustknaben“.
Mensch, GerdEric, Sie haben doch gepfuscht! Bestimmt haben Sie den Meisner einfach nur gegoogelt?! Aber
ich gestehe: Ich habe egozentrisch gesprochen. Ich hätte sagen müssen, dass ich mich an ältere Äußerungen
seinerseits nicht erinnere. Vergesslichkeit? Verdrängung? In jedem Fall: Begrüßenswert!
Meisner ist natürlich k e i n geistiger Brandstifter… …das würde ja bedeuten, dass seine Worte eine
nachhaltige mentale Wirkung hinterließen. Das halte ich für maßlos übertrieben. Sein Stammtisch nennt
sich halt Altar- seine Thesen verpuffen dennoch meist ohne besonderen Nachhall. Oder erinnert sich jemand
daran, was er vor einem oder zwei Jahren gesagt hat?
sich entschuldigen um „vermeintlich Schlimmeres“ zu verhindern ist bei solchen gesinnungsterroristischen
medialen Rufmordkampagnen immer schon alleine psychologisch das schlechteste. Alleine die Forderung nach
einer Entschuldigung ist eine Frechheit die seinesgleichen sucht. Wäre ich meisner würde ich zukünftig
bei jeder Predigt das Wort „entartet“ verwenden !
Kardinal kein „Brandstifter“ mehr! Habe auch erst nach meinem Posting gesehen, dass auf kath.net gemeldet
wurde, dass Kardinal Meisner in einem Beitrag für die FAZ (Link zum Artikel findet sich in der kath.net-Meldung)
erklärt hat. Er bedauert die Missverständnisse, die er durch seine Wortwahl hervorgerufen hat und erklärt
nochmal seine Auffassung über das Verhältnis von Kunst und Religion. Dem reuevollen Bekenntnis folgte
sofort die Absolution -durch den Zentralrat der Juden in Deutschland: der Kardinal wird vom Vorwurf der
„Brandstifterei“ losgesprochen.
Kardinal Meisners Kunstverständnis Bezüglich Meisners Kunstverständnis ist Ansgar Recht zu geben: es
ist dieses durchaus offen für moderne Kunst. So finden sich in den Heften, die seine Predigten der Karwoche
und von Ostern enthalten und die jährlich vom Erzbistum herausgegeben werden, vorwiegend Abbildungen
moderner Kunst. Dies wird sicher in Absprache mit dem Kardinal geschehen. Des Weiteren hat der Kardinal
vor wenigen Wochen im Zusammenhang mit der Debatte um das neue Domfenster sich auch zur modernen Kunst
geäussert. Dabei ist er sogar so weit gegangen, ein Werk von Joseph Beuys, das sich „Kreuzigung“ nennt,
als durchaus nachdenkenswert und Impulse vermittelnd zu bezeichnen.
#32 Ansgar 18:03:18 | Dienstag, 18. September 2007
Meisners Kunstgeschmack… … ist weit offener, als es jetzt scheint. Man muß sich St. Kolumba nur mal
ansehen: Spiegelnde Böden, aussagelose Bilder, alles sehr abstrakt, dazwischen gotische Schnitz-Schmerzensmänner…
Leuten wie mir muß man allerdings erklären, was das mit Gott zu tun hat. Und diesen Versuch hat der
Kardinal in seiner Predigt unternommen. Übrigens hat er vor einiger Zeit persönlich in Rom eine Lanze
für einen merkwürdigen Altar in der Kölner Jesuitenkirche gebrochen, den der „Kunstpater“ Mennekes
durchsetzen wollte. Erfolglos, der Altar wurde nicht geweiht.
@DocRöntgen Meisner musste richtigerweise zurückstecken. Er hat ja nicht nur kritisiert, sondern versucht,
zu verbieten. Dabei ist er offensichtlich an die Grenzen seiner Macht gestoßen. Sein „Entartet“-Blabla
ist da nur ein müder Versuch, sich gegen unerwünschte Entscheidungen aufzubäumen: Ihr folgt mir nicht,
also sollt ihr jetzt meinen Trotz zu spüren bekommen. Dazu passt auch, dass er sich der Einweihung des
Fensters fernhielt. Wäre sein Wunschmotiv umgesetzt worden, hätte er mit Sicherheit Zeit gehabt. Mal
sehen, wann er das nächste Mal versucht, sein Kunstverständnis zum Gesetz zu machen. Ich vertraue ja
darauf, dass Künstler beim Schaffen ihrer Werke nicht zuerst an Meisners Geschmack denken.
#29 Burgorus 17:19:37 | Dienstag, 18. September 2007
Ich nehme hiermit die Behauptung zurück, dass Kardinal Meisner gegen das Motu proprio unterschr. hat
Aus welchen Gründen auch immer Kardinal Meisner nicht gegen das Mutu proprio unterschrieben hat, die
Behauptung, dass alle Bischöfe und damit auch Meisner dagegen unterschrieben hätten, ist damit falsch,
sodass ich diese von mir übernommene Behauptung zurücknehmen muss.
#28 Benedikt 16:15:45 | Dienstag, 18. September 2007
@ Doc Röntgen Unterschied = Mehrheitsentscheidung statt individueller Geschmack (eigentlich ganz einfach
zu verstehen) Ach, das Kunstverständnis leitet seine Legitimität von der Ansicht der Mehrheit ab? Dann
sieht es aber schlecht aus für etliche moderne Künstler… „Meinungsdiktatur“: in diesem Falle angestrebte
Meinungsdiktatur Meisners- letztlich Kernpunkt der Kritik an ihm. Erfreulicherweise werden ihm Grenzen
gesetzt. Also dem muss ich einfach entschieden widersprechen. Sich gegen ein Kunstwerk auszusprechen ist
keine Meinungsdiktatur. Das ist einfach ein Recht, das in unserem Staate jedermann zusteht. Genau wie
der Recht, das Kunstwerk trotz des Protestes anzunehmen. Mehr möchte ich dazu nicht verlieren, da wir
offensichtlich unterschiedliche Definitionen von Kunstfreiheit und Kritik haben. Mit dem Unterschied,
dass ich mir die Bestätigung meiner Auffassung in jedem Grundrechtelehrbuch holen kann. Guten Appetit
.
#27 DocRöntgen 16:07:58 | Dienstag, 18. September 2007
@Benedikt (sorry:letzte Stellungnahme) Der eine war dagegen, die anderen dafür. Unterschied? Unterschied =
Mehrheitsentscheidung statt individueller Geschmack (eigentlich ganz einfach zu verstehen) „Meinungsdiktatur“:
in diesem Falle angestrebte Meinungsdiktatur Meisners- letztlich Kernpunkt der Kritik an ihm. Erfreulicherweise
werden ihm Grenzen gesetzt. Was genau Hochstaden zum Neubau/Umbau bewog, ist historische Deutung- in jedem
Falle aufgrund der Machtstellung Hochstadens als Vergleichsszenario ungeeignet. (Mehr möchte ich dazu
nicht verlieren, da wir offensichtlich unterschiedliche Definitionen von Kunstfreiheit und Kritik haben.
Etwas, was uns beiden ja auch zusteht. Auch Meisner kann versuchen, seine Definition durchzusetzen. Das
dies nicht hinhaut, haben wir erlebt). Schönen Nachmittag! Ich darf mich jetzt weltlichen Dingen (Kaffee
und Kuchen ohne Internetbeteiligung) widmen.
#26 Seminarist 15:50:00 | Dienstag, 18. September 2007
Tradition in konservativ gelenkten Bahnen Kardinal Meinser ist ein Gegner der Alten Messe und der Tradition.
Beispiele: „Ausladung“ seines Mitbruders S.E. Weihbischof Ziegelbauer zur Schönenberger Sommerakademie,
Unterstützung des Verkaufs eines Redemptoristenklosters an einen Esoterik-Guru statt an die Tradition
usw… Natürlich ist er so clever, eine ihm gehorsame Tradition im Erzbistum in eng gesetzten Grenzen
zuzulassen, damit nicht noch der letzte Rest zur FSSPX abwandert. Das ist aber eine mehr oder weniger
pragmatische Politik vieler modernistischer Bischöfe. Den Brief auf Initiative des Kardinal Lehmanns
gegen das Motu proprio des Papstes haben folgende Personen nicht unterschrieben: 1. Bischof Hanke von
Eichstätt (aus Überzeugung) 2. Kardinal Wetter von München-Freising (aufgrund bayrisch-münchnerischem
Patriotismus) 3. Kardinal Meisner (weil die Initiative vom Erzfeind aus Mainz ausging)
#25 Benedikt 15:44:45 | Dienstag, 18. September 2007
@ Doc Röntgen Meisner hat hier offenbar kurz vergessen, dass es nicht sein Dom ist, um den es hier geht
und auch das Fenster nicht ihm zu Ehren erschaffen wurde. Ein Fenster, das sicherlich weit über die Amtszeit
Meisners hinaus wirken wird. Nein: Hier hat sich der gute Mann in seiner Kragenweite verschätzt und an
unpassender Stelle seinen Geschmack durchsetzen wollen. Wenn das zu kritisieren wäre, so müssten Sie
nun den Erzbischof Konrad von Hochstaden kritisieren, der den Dom erbaute und hierfür den Vorgängerbau
abreißen ließ. Auch dieser Erzbischof hat damit sein Kunstverständnis durchgesetzt. Der alte Dom hätte
sicher auch über die Amtszeit Konrads hinaus gewirkt. Das Meisner das Fenster nicht verhindern konnte,
weil er darüber nicht zu entscheiden hat ist natürlich richtig, verbietet ihm aber nicht, dennoch seine
Meinung zu vertreten. Sein Diktat ist aber Gott sei Dank nicht umgesetzt worden. Meisner konnte hier nichts
diktieren und hat es auch nicht. Eine Opposition ist noch kein „Diktat“. Sie nennen es Kritik, ich nenne
es Meinungsdiktatur, da es sich nicht um ein persönliche Angelegenheit Meisners handelt. Sein Demokratieverständnis
prallte ganz offensichtlich auf das der wahren Entscheidungsträger. Wenn die Haltung Meisners eine Meinungsdiktatur
gewesen wäre (was schon aufgrund rechtlicher Unzuständigkeit und tatsächlicher Erfolglosigkeit nicht
sein kann), dann ist das Verhalten des Domkapitels auch Meinungdiktatur: Der eine war dagegen, die anderen
dafür. Unterschied?
#24 Kurt K. 15:38:35 | Dienstag, 18. September 2007
Ich bin kein Kirchenrechtler und hab auch nur wenig Ahnung was das angeht, aber ich denke auch, dass es
Meisners „gutes Recht“ war, zu versuchen, dieses Kirchenfenster zu verhindern. Schliesslich ist die Kirche
eben keine Demokratie.
#23 Ansgar 15:38:33 | Dienstag, 18. September 2007
@ Doc Röntgen Es ist doch legitim, daß ein Bischof versucht, die Dinge, die er für richtig hält, durchzusetzen,
und jene, die er für falsch hält, zu verhindern. Anders als viele Amtsgenossen nimmt Kardinal Meisner
sein Hirtenamt ernst und ist bereit, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. @ sacerdos: Sie haben Recht,
auch Pfarrer Vosen (Kupfergasse) zelebriert im Neuen Ritus, aber häufig auf Latein, immer versus Deo
und in gebührenden liturgischen Gewändern. Außerdem wird in der Kirche großzügig Gastpriestern die
Alte Messe erlaubt. Köln ist für Liebhaber der alten Liturgie eine Oase, und das liegt auch am Bischof,
obwohl der die Alte Messe gar nicht mal besonders mag.
#22 DocRöntgen 15:32:06 | Dienstag, 18. September 2007
Das sehe ich anders, Benedikt… Wenn jemandem ein Kunstwerk nicht haben möchte, weil es ihm nicht gefällt,
so ist das nicht zu beanstanden Meisner hat hier offenbar kurz vergessen, dass es nicht sein Dom ist,
um den es hier geht und auch das Fenster nicht ihm zu Ehren erschaffen wurde. Ein Fenster, das sicherlich
weit über die Amtszeit Meisners hinaus wirken wird. Nein: Hier hat sich der gute Mann in seiner Kragenweite
verschätzt und an unpassender Stelle seinen Geschmack durchsetzen wollen. Sein Diktat ist aber Gott sei
Dank nicht umgesetzt worden. Sie nennen es Kritik, ich nenne es Meinungsdiktatur, da es sich nicht um
ein persönliche Angelegenheit Meisners handelt. Sein Demokratieverständnis prallte ganz offensichtlich
auf das der wahren Entscheidungsträger. Prima!
#21 Benedikt 15:23:14 | Dienstag, 18. September 2007
@ Doc Röntgen Er hat schließlich versucht, das neue Domfenster zu verhindern, sprich, seinen Willen
und sein Kunstverständnis durchzusetzen. Das ist etwas mehr, als Meinungsäußerung oder Kunstkritik.
Es ist jedermann in diesem Land gestattet, seine Ansicht von Kunst zu haben… Wenn jemandem ein Kunstwerk
nicht haben möchte, weil es ihm nicht gefällt, so ist das nicht zu beanstanden. Ansonsten wären Sie
es, der hier den anderen Ihr Kunstverständnis aufdiktiert.
#20 DocRöntgen 15:17:43 | Dienstag, 18. September 2007
Nicht ganz, Benedikt… Eine Einschränkung der Kunstfreiheit ist den Äußerungen des Kardinals nicht
zu entnehmen. Er hat schließlich versucht, das neue Domfenster zu verhindern, sprich, seinen Willen und
sein Kunstverständnis durchzusetzen. Das ist etwas mehr, als Meinungsäußerung oder Kunstkritik. Immerhin
hat sich das Domkapitel dieser Einflußnahme entzogen. Pech für Meisner, gut für die Öffentlichkeit,
die dem neuen Fenster zum Großteil wohlwollend gegenüber steht.
Alte Messe im Erzbistum Köln Ansgar schrieb: Im Erzbistum Köln gibt es mehrere Möglichkeiten, täglich
(!!!) der Alten Messe beizuwohnen. Mit ausdrücklichem Einverständnis des Karddinals. Maria Hilf in der
Rolandstr. wird ausschließlich von der Petrusbruderschaft betreut. Die bedeutende Pfarrei St. Maria Kupfergasse
ist ebenfalls in Tradi-Hand. Usw. In welchem Bistum gibt es das sonst? Es ist ungerecht, den Kölner Erzbischof
als Feind der Tradition zu bezichtigen… er zugab, daß nach 1970 schwere Fehler gemacht wurden. Was
das Motu Proprio für das EB Kköln bringen wird, weiss ich nicht. Bisher waren mir aber nur 3 Orte bekannt,
an denen in diesem Erzbistum regelmässig die Alte Messe mit bischöflicher Erlaubnis gefeiert wurde:
In Köln von der Petrusbruderschaft sonntags und mehrmals in der Woche in Maria Hilf, in Düsseldorf ebenfalls
von der Petrusbruderschaft sonntags und mehrmals wöchentlich (hier musste die Alt-Ritus-Gemeinde in den
letzten Jahren zweimal umziehen) und in Bonn wohl meist nur am Sonntag. Dass in Maria in der Kupfergasse
die Alte Messe gefeiert würde, muss neu sein. Der frühere Pfarrer Prälat Plenker war sicher sehr traditionsbewusst
und liess auch keinen Volksaltar aufstellen. Sein Nachfolger, ein noch jüngerer Priester, scheint diese
Tradition fortzuführen. zu Prälat Plenkers Zeiten wurde aber der neue Ritus gefeiert (sicher wohl auch
manchmal in Latein). Wer weiss etwas dazu , ob es stimmt, dass der Alte Ritus jetzt auch in Maria in der
Kupfergasse eine Heimstatt gefunden hat?
#18 Benedikt 15:03:35 | Dienstag, 18. September 2007
@ DocRöntgen Schließlich versucht damit jemand, sein persönliches (!) Kunstverständnis als absolut
darzustellen, indem er ihm mißfallende Kunst herabqualifiziert. Sowas nennt man auch Kunstkritik und
bezeichnet eine jahrhundertealte Tradition. Kunst kann man nur kritisieren, wenn man ein eigenes Kunstverständnis
absolut setzt (Meisner wurde übrigens recht harsch für sein Kunstverständnis kritisiert, offenbar ist
DAS kein Problem). Zudem ist auch die Kritik, wie die Kunst frei. Eine Einschränkung der Kunstfreiheit
ist den Äußerungen des Kardinals nicht zu entnehmen.
#17 DocRöntgen 14:58:40 | Dienstag, 18. September 2007
Man braucht Hitler gar nicht, um das Wort „entartet“ abzulehnen Schließlich versucht damit jemand, sein
persönliches (!) Kunstverständnis als absolut darzustellen, indem er ihm mißfallende Kunst herabqualifiziert.
So oder so ist dies eine miese Form der (versuchten) Meinungsmache und Richtungsvorgabe. Das Schöne an
der Kunst ist, dass sie frei ist. Und gerade hier, wo dauernd von eingeschränkter Meinungsfreiheit durch
„links“ in Richtung „rechts“ krakehlt wird, sollte doch dieser Anspruch der freien Kunst verteidigt werden?!
oder geschiehtr dies doch nur, wenn diese den Vorstellungen bestimmter religiöser Gruppierungen entspricht?
#16 Fragezeichen 14:40:36 | Dienstag, 18. September 2007
Hitlers heutige Macht Es ist tragisch, dass die ganze Sache einmal mehr zeigt: ein Herr Hitler wirkt bis
heute derart mächtig, dass gewisse Wörter einer ganze Sprachfamilie auf einmal ausgelöscht werden müssten,
um der politischen Korrektheit genüge zu tun. Müßte man in der Folge nicht auch darauf bestehen, dass
alle Wörterbücher auf jene Worte hin zu bereinigen seien, die ein Hitler, ein Goehring oder ein Goebbels
etc. je in dem Mund genommen haben? Und müßte man das – im Sinne der Gleichberechtigung – nicht auch
mit den Worten von Stalin etc. tun? Mithin bleibt für uns heute nur noch das Schweigen; nähme mich wunder,
wie all dieser Medienrummel mit einer solchen „Neusprache“ möglich wäre ;-p
#15 Burgorus 14:38:53 | Dienstag, 18. September 2007
@Ansgar: Es geht mir keineswegs darum, auch noch zusätzlich auf Kardinal Meisner einzuschlagen. Wenn
es in Köln mehrere Möglichkeiten gibt, die Tridentinische Messe zu besuchen, dann habe ich diesbezüglich
etwas Positives gehört. Mich hat ja selbst die Seminarist-Analyse überrascht. Ohne diese, also noch
gestern, war ich seiner Aussage gegenüber nur positiv eingestellt. Der Seitenhieb, der in seiner Aussage
gemäß Seminarist steckt, lässt halt doch einen negativen Beigeschmack aufkommen. Außerdem verstehe
ich nicht, warum Kardinal Meisner gegen das Motu proprio unterschrieben hat. Oder stimmt das nicht? Ich
finde, es schadet auch dem Kardinal nicht, mal zu hören, dass man mit Halbherzigkeit nicht weit kommt.
Einerseits lässt er alte Messen zu, andererseits scheint er sie doch für „Ritualismus“ (Jeder „Ismus“
ist eine Ideologie) zu halten. Es herrscht hier eine gewisse Zwiespältigkeit, die einen machtlos macht.
Ich frage mal ganz allgemein (nicht auf den Kardinal bezogen): Was hat Gott von einem Menschen, der zu
Ihm sagt: „Ich will mich Dir hingeben, aber nicht ganz; das sündige Weltleben möchte ich auch noch etwas
genießen.“? Halbherzigkeit führt zu nichts. Kardinal Meisner muss zum Papst, zum Motu proprio und zu
seiner Ansicht über Kunst und Kult ganz stehen, dann und nur dann ist er ein unumstößlicher Fels, dem
die Feinde nichts anhaben können.
#14 DocRöntgen 14:35:40 | Dienstag, 18. September 2007
Ach was: Jetzt sind die Journalisten schuld? Das das Gros unserer Print- und TV-Medien mittlerweile einen
dürftigen Sprachstil verwendet und einen schlimmen Hang zum Boulevard entwickelt hat, ist bekannt. Mit
Dreck bewirft sich Meisner allerdings selbst, wenn er hirnrissige Vergleiche anstellt. Und das hat er
in diesem Fall bewußt und unter Vorsatz getan. Ein über 70jähriger Kirchenfunktionär weiß, was an
dem Wort „entartet“ klebt. Er stempelt sich damit nicht zum Nazifreund ab, aber zu einem Populisten, dem
jedes Mittel zur Aufmerksamkeitsgewinnung gerade Recht ist. Und das kann man ruhig mal klar herausstellen.
Was bildet dieser Fritze sich überhaupt ein, der Kunst inhaltliche Vorschriften machen zu wollen? Den
Bürgern Vorschriften machen zu wollen, welche Form von Kunst sie zu begrüßen oder abzulehnen haben?
Natürlich: Rein handwerklich kommt einiges als Kunst daher, dass mit ausgefeilten, alten Maltechniken
nicht mithalten kann. Dennoch bleibt es immer dem Auge des Betrachters überlassen, was ihn anspricht
oder nicht berührt. Meisner leidet doch nur darunter, dass die große zeit der religiösen Motive längst
passé ist. Dann soll er nicht drum herum reden, sonder es explizit sagen. Von einem Kirchenfunktionär
ist ja kaum etwas anderes zu erwarten.
#13 Annika 14:08:32 | Dienstag, 18. September 2007
Unglaublich! Wenn ein Kirchenlehrer in der heutigen Zeit nicht so redet wie es dem Bürger passt, so wird
er gleich verurteilt. In diesem Aktuelen Fall, ist es einfach unglaublich das Kadinal Meisner wegen einem
Wort so in den Dreck gezogen wird. Die Kritiker und Reporter sollen sich mal überlegen, ob das was sie
tagtäglich verbreiten nicht auch manchmal zweideutig, angeifend oder provozierend für manche Gruppierungen
ist.
#12 Exsultet 13:37:45 | Dienstag, 18. September 2007
Hetzjagd Welch eine Hetzjagd! Es ist schier un-glaublich, dass sich, trotz allem Geschwätz, Deutschland
wohl immer noch nicht mit der Geschichte auseinandergesetzt zu haben scheint. Im Innersten unserer Gesellschaft
lauert ein Wurm. Dieser Wurm macht es uns als Deutsche unmöglich, uns mit unserer Geschichte sinnvoll
und bewusst auseinander zu setzen. Das hat nichts mit Schuldbewusstsein zu tun, sondern mit gekränkter
Ehre. Viele von uns fühlen sich als Deutsch immer noch als was Besonderes. Das ist ja auch in Ordnung.
Doch sollten wir dann nicht den Fehler machen, uns ständig in einem falschen Geschichtsverständnis zu
sonnen, in dem wir unsere – ohne jede Zweifel – schlimme Vergangenheit im Dritten Reich mit aller Gewalt
vn uns weisen wollen. Jeder, der auch nur im Entferntesten einen Begriff benutzt, der auch im Propaganda-Regime
der NS-Diktatur Verwendung fand, wird von unserer Presse und „wohlverdienten“ Journalisten an den Prnager
gestellt. Diese falsche Schein sollte endlich mal von uns als Gesellschaft entlarvt werden, denn er nützt
nur den Journalisten, die als Erste die Fehler der anderen entdecken. Sollte es nicht vielmehr den Journalisten
an die Ehre und ihren Kragen gehen, die nur auf der Jagd nach neuen „Entgleisungen und Fehlern“ wohlverdienter
Personen des öffentlichen Lebens sind; und dabei ganz nebenbei, weil sie ja die „Story“ als Erste gefunden
haben, auf die sich alle Medien stürzen, ihre „wohlverdinete Prämie“ dafür einstreichen. Das ist doch
bedenkenswert! Nicht,…
#11 Ansgar 13:09:52 | Dienstag, 18. September 2007
@ Burgorus Im Erzbistum Köln gibt es mehrere Möglichkeiten, täglich (!!!) der Alten Messe beizuwohnen.
Mit ausdrücklichem Einverständnis des Karddinals. Maria Hilf in der Rolandstr. wird ausschließlich
von der Petrusbruderschaft betreut. Die bedeutende Pfarrei St. Maria Kupfergasse ist ebenfalls in Tradi-Hand.
Usw. In welchem Bistum gibt es das sonst? Es ist ungerecht, den Kölner Erzbischof als Feind der Tradition
zu bezichtigen. Ich habe mehrfach mit ihm über diese Fragen gesprochen, wobei er zugab, daß nach 1970
schwere Fehler gemacht wurden. Kardinal Meisner wird genug von der veröffentlichten Meinung beschimpft;
wir sollten jetzt nicht mit ungerrechtfertigten Vorwürfen mit einstimmen.
#10 Burgorus 12:35:16 | Dienstag, 18. September 2007
seminarist und virOblationis haben Recht Ich möchte mich der scharfen Analyse von seminarist und dem
Kommentar von virOblationis anschließen. Fakt ist, dass Meisner, obwohl noch zu den besten Kardinälen
zählend, leider – wie jeder (!) deutsche Bischof – ein Gegner der Tradition ist. Nach Bischof Fellay
hat jeder der deutschen Bischöfe, also auch Meisner, eine Bitte an den Papst unterzeichnet, die sinngemäß
lautete: „Wir wollen das Motu proprio nicht!“ kreuz.net berichtete. Er gehört sicher nicht zu den schärfsten
Gegnern der Tradition, aber mit Ansgar zu sagen, er stehe ihr indifferent gegenüber, bedeutet, er lehnt
sie ab: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!“ Positiv zu werten ist natürlich, dass sich Meisner –
wenigstens bis jetzt noch nicht – für den Ausdruck „entartete Kunst“ entschuldigt hat. Dabei spielt es
keine Rolle, ob er im richtigen Zusammenhang gebraucht wurde. Eine Entschuldigung Meisners würde ich
nur dann begrüßen, wenn er betonte, dass der Ausdruck „entartet“ für diesen Schund noch viel zu freundlich
ist.
#9 Kurt K. 12:30:47 | Dienstag, 18. September 2007
@ Benedikt: 2 Dinge Wollen oder können Sie nicht verstehen, dass manche Begriffe einfach derartig negativ
besetzt sind, dass man von ihnen einfach die Finger lassen sollte? „Entartete Kunst“ gehört z.B. dazu.
Oder würden Sie für die Entsorgung von Müll eine „Endlösung“ vorschlagen? Oder ein Gefängnis in Konzentrationslager
„Stammheim“ umbenennen? Wir haben doch in unserer Sprache genug Wörter, um solche Ausdrücke vermeiden
zu können, die in der Nazi-Zeit häufig ge- bzw missbraucht wurden, oder nicht? Wenn man ausdrücken
will, dass einem die Kunst nicht gefällt, dann kann man auch ohne Probleme anderes Vokabular als „entartet“
nehmen. Das zu tun, ist eine bewusste Provokation um Medienrummel und Aufmerksamkeit zu gewinnen. Der
Kunstbegriff heute ist hauptsächlich tatsächlich Provokation. Was auch meines Erachtens nach schade
ist, denn die Alten Meister haben sehr schöne Kunstwerke geschaffen. Heute hingegen gelten Gegenständliche
Darstellungen als Kitsch und nicht als Kunst, während moderne Kunst (die nichts mit Können zu tun hat)
als „Wahre Kunst“ gilt. Vor kurzem war ich in einer Ausstellung („Zwischen zwei Toden“) deren Beschreibung
in einem Museumsprospekt mich ansprach. Vor Ort: Seltsame Videoinstallationen, Geschmiere, Unscharfe Bilder.
Einiges auch äthetisch ansprechend (wüste Farb/Form-Kombinationen) aber insgesamt sehr enttäuschend.
Ohne die Broschüre hätte ich mit keinem „Kunstwerk“ dort etwas zum Thema anfangen können. Schade.
#8 Benedikt 12:10:50 | Dienstag, 18. September 2007
„Kunst, die aus der Art schlägt“ Wenn sich über Genn jetzt nicht dasselbe Gewitter ergießt, so haben
sich gewisse Leute selbst eines pawlowschen Reflexes überführt… Es erinnert auch ein wenig an eine
Szene aus „Das Leben des Brian“…
FAZ-Kommentar Der Kommentar der FAZ war sehr schmissig und lesenswert. Er war als Contra-Meisner Position
überschrieben (eine Pro-Meisner-Position wurde daneben abgedruckt), las sich aber wie eine bestechende
Apologie eines etwas von der intellektuellen Eitelkeit geplagten Feuilletonisten. Scheinbar hat diese
Eva-Hermann-Kardinal-Meisner-Woche doch etlichen Beobachtern Angst vor unserer Gedankenpolizei und ihrer
Neusprech-Diktatur gemacht.
Moderne Kunst kann nichts, sie will nur provozieren in diesem Sinn ist Kardinal Meißner ein ernstzunehmeder
„Künstler“, weil ihm wieder eine großartige Spießbürger- und Gutmenschen-Provokation gelungen ist.
@ Seminarist Nochmals: Kardinal Meisner ist kein Gegner der Tradition, er steht ihr indifferent gegenüber.
Ich weiß nicht, woher Sie Ihr Urteil haben. Ihr Gedankenschluß zur „Rede“ (es war eine Predigt) ist
zwar scharfsinnig, aber leider falsch.
#2 virOblationis 10:34:57 | Dienstag, 18. September 2007
Zustimmung und Anmerkung Dies leuchtet mir ein. Der Kardinal hat offenbar nicht mit dem nun sichtbar werdenden
Ausmaß an geistiger Beschränktheit gerechnet, die es nur noch versteht, auf bestimmte Reizworte reflexhaft
zu reagieren.
#1 Seminarist 10:22:00 | Dienstag, 18. September 2007
Konservatives Eigentor Der Kardinal hält am 14. September(!) bei der Eröffnung eines Museums eine Rede
über den Kultus, der in Ritualismus verfällt. Was hat der oft gegen uns Tradis verwendete Begriff des
„Ritualismus“ bei einer Museumseröffnung zu suchen?!? Es muss doch unzweifelhaft aufleuchten, dass der
Kardinal, als dezidierter Skeptiker der Tradition, hier einen Seitenhieb gegen die Freigabe der alten
Messe am selben Tag schlagen wollte. Nun kann er als Papstreuer sich im Nachhinein schlecht damit entschuldigen,
dass seine Kritik sich gegen eben diese Freigabe des alten Messritus durch den Papst gerichtet hat. Das
die Kritik mehr oder weniger ein sogenannter „Insider“ war. Jetzt hat sich der Kardinal zum Gefangenen
seiner eigenen (niederträchtigen) Worte gemacht.