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Dienstag, 18. September 2007 09:47
Die üblichen bischöflichen Kameradenschweine
Der Empörungstanz der kirchenfeindlichen, linken Medienkonzerne gegen eine harmlose Predigt des Kölner Kardinals läuft noch immer. Was tun die übrigen Bischöfe? Sie ziehen die Köpfe ein. Pressestimmen.
Der 'ZDF' betont die Standhaftigkeit Kardinal Meisners.
Der ‘ZDF’ betont die Standhaftigkeit Kardinal Meisners.
In den Rücken gefallen

„»Nicht nachvollziehbar«, so der Rottenburger Bischof, sei es, bei der Frage nach Nähe oder Distanz zwischen Kunst und Religion den Begriff »entarten« zu verwenden. Man könne es Kunstschaffenden nicht verdenken, wenn sie sich dadurch diffamiert fühlen, sagte der Bischof. »Diese durch die Nationalsozialisten geprägte Begrifflichkeit beschwört den Horizont schlimmer Exzesse der Barbarei und fürchterlicher Schicksale von Künstlern und Schriftstellern herauf. Man muß auch nur den Anschein irgendeiner Nähe dazu ohne Wenn und Aber meiden«, sagte Bischof Fürst.“

Aus einem Artikel auf der Webseite des Erzbistums Rottenburg-Stuttgart.

Köpfe eingezogen

„Die Bischofskonferenz selbst wollte Meisners Äußerung und den Streit darüber nicht kommentieren.“

Aus einem Bericht der deutschen Tageszeitung ‘Welt’.

Die Ausnahme

„Ruhrbischof Felix Genn stellt sich hinter die Äußerungen des Kölner Kardinals Joachim Meisner. »Ich kann das Anliegen der Predigt verstehen, auch wenn ich nicht den besetzten Begriff gebraucht hätte«, erklärte Genn gegenüber der ‘Westdeutschen Allgemeinen Zeitung’ (Dienstagausgabe). Meisner habe eigentlich nicht »entartete Kunst« im nationalsozialistischen Sinne gemeint, sondern »Kunst, die aus der Art schlägt«.“

Aus einem Artikel in der Regionalzeitung ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’.

Löwen mit ausgebissenen Zähne

„Der Kölner Erzbischof Meisner ist beharrlich: Er bleibt bei seiner umstrittenen Äußerung zu »entarteter« Kultur – »unabhängig von dem Hagel der Kritik«. Das sagte eine Sprecherin des Erzbistums.“

Aus einem Bericht des ‘Zweiten Deutschen Fernsehen’.

Nicht „modern und liberal“

„Aber nimmt man die Predigt auch nur einen Augenblick lang ernst, stellt man fest: Sie paßt keineswegs zum Selbstverständnis einer modernen und liberalen Gesellschaft.“

Aus einem Bericht der extremistischen Berliner ‘Tageszeitung’.

Der Kardinal sollte zu seiner Bösartigkeit stehen

„Meisner sollte zu seiner Bösartigkeit stehen. Er müßte sagen: Wir sind nicht die älteste funktionierende Institution der Welt geworden, weil wir so kuschelig sind. Alle sind heute immerzu nett, sollte Meisner sagen, ich nicht. Weil das Leben und der Tod und die Dinge, an die wir Katholiken glauben, sich nach anderen Maßstäben richten als nach dem, was Leute so finden.“

Nils Minkmar in einem Kommentar für die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’.

Arme verletzte Menschen

„Der Kölner Kardinal Joachim Meisner (73) provoziert mit vielen seiner Äußerungen. Ob er sich zur Homosexualität äußert, zur Abtreibung oder jetzt zur Kultur – regelmäßig fühlen sich Menschen verletzt. Er selbst nimmt das meist in Kauf. »Wir sind nicht dazu da, der Gesellschaft nach dem Mund zu reden, sondern wir müssen Gott nach dem Mund reden«, lautet sein Credo.“

Aus der regionalen Tageszeitung ‘Frankenpost’.

Alte Leute sind blöd

„Es wäre unangemessen, den Kardinal in die rechtsradikale Ecke zu stellen. Ich glaube, das hat mit seinem Alter zu tun, und ich will ihm zugute halten, daß er schlechte Berater hat – oder gar keine. Er versteht das nicht und ist sich über die Folgen solcher Aussagen nicht im Klaren. Man sieht daran, wie gut es ist, daß Bischöfe mit 75 ihr Rücktrittsgesuch einreichen müssen.“

Der kulturpolitische Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, im Gespräch mit dem ‘Kölner Stadt-Anzeiger’.

Doch kein Neonazi

„Als Neonazi freilich ist er noch nicht aufgefallen, und er wird auch nicht dazu, weil er aus Naivität oder Übereifer ein braunes Unwort benutzt hat. Was Meisner sagen wollte, ist wohl, daß eine Kultur auf Abwege gerät, die eine auch theologisch begründbare Würde des Menschen außer Acht läßt. Das hat nichts damit zu tun, daß nur noch Heiligenbildchen gemalt werden dürfen und muß als Meinung erlaubt sein.“

Aus der regionalen Tageszeitung ‘Nürnberger Zeitung’.

Dienstanweisung des jüdischen Zentralrates

„Der Zentralrat der Juden in Deutschland verlangt von der katholischen Kirche eine Stellungnahme zur Äußerung Kardinal Joachim Meisners über angeblich »entartete« Kultur und den »Verlust der Mitte«. »Das ist ein Thema, das die Kirche sehr schnell behandeln muß«, sagte Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch beim Neujahrsempfang der Jüdischen Gemeinde in Duisburg. Sie sei überrascht, daß ein Mensch, der ein Vorbild sein sollte, so etwas äußere.“

Aus der Berliner Zeitung ‘Der Tagesspiegel’.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 61 Lesermeinungen:
Freitag, 21. September 2007 22:07
Jörg Guttenberger, Köln: wiener: Kameradenschweine
Ich schließe mich den Ausführungen Wieners vollinhaltlich an. Es geht alleine um sachliche und nicht um polemische Auseinandersetzung. „Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften mangelt“.
Freitag, 21. September 2007 20:14
wiener: die bezeichnung …
… von bischöfen als „schweine“ ist widerwärtige antikirchliche agotation, wie sie bisher nur von nazi- oder sozialistischen diktaturen bekannt waren.
+.net hetzt in „bester“ gesellschaft.
wann legen sie endlich die völlig unzutreffende bezeichnung „katholisch“ für ihre schmierereien ab???
Donnerstag, 20. September 2007 07:55
GerdEric: @Sigurd von Thelen
Ach, Bokrug ist doch nicht allein, da sind noch Taran und Galahad und der Echsenmensch…
Donnerstag, 20. September 2007 02:12
Sigurd von Thelen: Bokrug, leben Sie im Internet???
Sie scheinen Ihren Horizont komplett aus Internetseiten zu bilden. Denken Sie daran: Es gibt auch eine reale Welt da draußen. Und viele junge Menschen müssen sich aufgrund ihrer Online-Abhängigkeit schon in Therapie begeben. Diese
zigfachen Linkhinweise lassen da ein gewisses Gefahrenpotential bei Ihnen erkennen. Einfach mal ‘rausgehen und frische Luft schnappen! Und auch mal ‘was genießen, ohne dahinter ein Lockmittel irgendeines Komplotts zu sehen. ‘Is nur so’n Tipp.
Mittwoch, 19. September 2007 19:32
Bokrug †: @Doc Röntgen:
Irrtum.

Weder die katholische Philosophie (Nikolaus von Oresme sowie Nikolaus von Kues bzw. Komenius und Cusanus, Novalis, Athanasius Kircher, Leibniz und andere…) noch die katholische Soziallehre noch die katholische Philosophie sind überholt:

http://www.artfond.de/geldseite

http://www.zeit-fragen.ch

Zudem arbeitet die katholische Kirche ja auch bei Attac mit:

http://www.attac.de

http://www.oedp.de

http://www.bueso.de

http://www.freiwirte.de

http://www.vergessene-buecher.de

Grüsse

Bokrug
Mittwoch, 19. September 2007 18:13
Ich stimme Ihren Kritikern (Ansgar, Beobachterin) inhaltlich zu!

Sie schreiben vom Katholizismus, also der vom Konzil überwundene ideologischen Ausgabe der Katholiztät, die heute lediglich noch von Reaktionären vertreten wird und damit für die r.k. Kirche nicht representativ ist.

Ihr Vorwurf an Meisner als ewig gestriger ist zumindest plakativ und undifferenziert. Wir müssen den Christen aus Osteuropa ein besonders starkes Festhalten an der Tradition zubilligen, sonst hätten sie nicht überlebt. Das besagt aber noch lange keine Ablehnung jeglicher Innovation. Unvergessen ist Meisners ablehnende Haltung gegenüber der „alten“ Liturgie. Hinzu kommt seine grundsätzliche Aufgeschlossenheit gegenüber moderner Kunst. Seine bischöfliche Privatkapelle in Ostberlin ist völlig von einer modernen Künstlerin gestaltet, für deren Grab in Köln er schon von Berlin aus verantwortlich gezeichnet hat. Der Name der Künstlerin ist mir entfallen, sie hat mit Frau Laschinsky-Viehen zusammengearbeitet, einen Vetter letzterer kenne ich persönlich. Wer ihn also undifferenziert in die reaktionäre Ecke stellt, tut ihm eindeutig unrecht.

Den Islam mit dem Katholizismus zu vergleichen bedeutet einen grundsätzliche Ideologisierung dieser Religion, obwohl es dort sicher starke Tendenzen in dieser Richtung gibt die ein reaktionärtes Islam-Bild vermitteln. Doch auch der Islam ist kein monolithischer Block, wenn es auch Konservative und erst recht Progressive dort schwer haben.
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