Anläßlich eines Besinnungstages in einer Landdiözese lud der Bischof seine Priester und Diakone ein, darüber nachzudenken, „wer der Priester ist und welche Rolle er in unseren katholischen Gemeinschaften spielt.“ Es bewegt sich was.
(kreuz.net, Korrespondent) Der Bischof fügte seinem Schreiben einige Punkte eines Gastredners an, der
ein Buch mit dem Titel „Die Kirche neu definieren“ verfaßt hat. Der eingeladene Referent sieht die gegenwärtige
Kirche im Übergang von einer Situation zu einer anderen. Diesen Übergang beschreibt er für die Priester
folgendermaßen:
Es gebe in der gegenwärtigen Kirche
– eine Bewegung von der „Religion“ zur „Spiritualität“,
von der kollektiven zur persönlichen Erfahrung und vom Objekt zum Subjekt.
– eine Bewegung von einer
Wertschätzung der Sakramente zu einem Wunsch nach einer Beziehung zu Gott, die nicht durch die Kirche
oder den Priester vermittelt wird.
– eine Bewegung von der statischen Kirche als perfekte Gesellschaft
zum dynamischen pilgernden Gottesvolk. Bischöfe und Priester sind Ausdruck des Statischen (Kontrolle)
nicht des Dynamischen (Veränderung).
– eine Bewegung von einer Wertschätzung des Reichtums der ‘Tradition’
zu einem Gefühl, daß ‘Tradition’ – das geweihte Priestertum eingeschlossen – die Veränderung und Modernisierung
der Kirche bremst.
– eine Bewegung von den Getauften, die ein Volk bilden, das geheiligt, gelehrt und
geführt wird, zu einem Volk, das nicht nur heiligt, lehrt und führt, sondern auch eine größere Autonomie
in Dingen sucht, die den Glauben betreffen.
– eine Bewegung von einem Schwerpunkt auf dem ‘Laienapostolat’,
das von der Hierarchie abhängt, zu einem Schwerpunkt auf dem ‘Dienst’, der als ein Recht aller Getauften
verstanden wird.
– von der Voraussetzung eines Priestertums, das als Teil des göttlichen Willens für
die Kirche verstanden wird, zu einem Priestertum, das als historisch bedingte Wirklichkeit gesehen wird,
die möglicherweise an ihr Ende gekommen ist.
Der Bischof der Landdiözese kommentiert die für den Einkehrtag
vorgelegten Punkte so:
„Von einem historischen Gesichtspunkt gesehen sind diese Reflexionen für unsere
Diözese wichtig, weil wir unter der göttlichen Vorsehung nicht in der Lage gewesen sind, eine für das
Leben unserer Diözese genügende Anzahl von Priester- und Ordensberufen zu wecken und heranzubilden.“
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1 Lesermeinung
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#1 Laurentius2 08:10:31 | Mittwoch, 2. Februar 2005
Der Kern des ganzen Dramas Ich zitiere nur den Priester Prof. Georg May: „Die Krise der Kirche ist eine
Krise der Bischöfe.“ Es ist vielleicht eines der größten Unglücke der Kirchengeschichte, daß unser
heiliger Vater dies nicht so sieht und sich der „Kollegialität der Bischöfe“ viel zu oft unterordnet.
Der alte Glauben ist doch wichtiger, oder ?