Deutschland
Alles seinem Absolutheitsanspruch untergeordnet
Ein beleidigter Schweizer Irrlehrer hat einen verstorbenen liberalen Bischof als „römisch angepaßt“ bezeichnet. Dessen Nachfolger hat dementiert – leider aus den falschen Gründen.
Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Mons. Gebhard Fürst, bei der Karfreitagsprozession in Stuttgart im Jahr 2004
Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Mons. Gebhard Fürst, bei der Karfreitagsprozession in Stuttgart im Jahr 2004
© Klaus Enslin, GNU
(kreuz.net, Rottenburg) Im zweiten Band seiner 719seitigen Autobiographie kommentiert der Theologe Hw. Hans Küng auch den Entzug seiner Lehrerlaubnis als Theologieprofessor in Tübingen im Dezember 1979.

Die Darlegungen des umstrittenen Theologen sind vom Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Mons. Gebhard Fürst, in einer gestrigen Pressemitteilung kritisiert worden.

Bischof Fürst bezieht sich dabei auf die Bewertung der Rolle seines Vorgängers, Bischof Georg Moser († 1988), bei der Amtsenthebung.

Bischof Moser vermittelte bei dem Jahrzehnte andauernden Streit zwischen dem ehemaligen Tübinger Professor und der Römischen Glaubenskongregation.

Ende Dezember 1979 schritt die Kongregation zur Tat und entzog dem Ketzer die Lehrbefugnis.

Daraufhin mußte Bischof Moser dem baden-württembergischen Wissenschaftsminister mitteilen, daß Hw. Küng die Erlaubnis verloren hatte, katholischen Theologiestudenten Prüfungen abzunehmen.

Hw. Küng blieb allerdings weiterhin vom Staat bezahlter Theologieprofessor.

In seiner Stellungnahme kommt Bischof Fürst zur Erkenntnis, daß Hw. Küng die Ereignisse „im wesentlichen“ richtig beschreibe.

Die Aussagen würden sich mit den Tagebuchnotizen des damaligen Bischofs von Rottenburg-Stuttgart decken.

Nur einige der von Hw. Hans Küng publizierten Bücher
Nur einige der von Hw. Hans Küng publizierten Bücher
© Flickr-Benützer Max, CC
Allerdings weist Bischof Fürst Hw. Küngs Vorwurf einer „schmalbrüstigen Vermittlungstätigkeit“ durch den damaligen Bischof in aller Form zurück.

Hw. Küng wirft seinem damaligen kirchlichen Vorgesetzten vor, „in entscheidender Stunde“ versagt zu haben:

„Für Bischof Moser geht es um seine Existenz als Bischof, für mich um meine Existenz als Theologe, als Universitätslehrer.“

Der Bischof habe „nicht die eigene Haut zu Markte“ getragen, sondern „die meine der Inquisition preisgegeben“ – jammert Hw. Küng.

Bischof Fürst widerspricht dieser Darstellung.

Die Aufzeichnungen seines Vorgängers zeigten, daß dieser „bis an die Grenzen des Möglichen“ für Hw. Küng gekämpft habe.

Mons. Fürst erwähnt, daß Hw. Küng von diesen Dokumenten Kenntnis besaß.

„Bis zuletzt“ habe Bischof Moser versucht, in Rom im Interesse des Angeklagten Zeit zu gewinnen.

Später habe er von einem „Dialog bis zur Erschöpfung“ mit beiden Seiten gesprochen.

Doch im entscheidenden Moment sei der damalige Bischof von Hw. Küng im Stich gelassen worden.

Bischof Moser habe Professor Küng um eine weiterführende Erklärung seiner Position gebeten. Diese hätte dessen Rechtgläubigkeit belegen sollen. Doch der Theologe habe sich geweigert.

Bischof Fürst stellt dem greisen Theologen die Frage, ob er nicht die Verantwortung eines Bischofs für seine Diözese „seinem eigenen Absolutheitsanspruch“ rigoros untergeordnet habe.

Der verstorbene Bischof Moser könne sich gegen eine Bewertung der Ereignisse nicht mehr selber verteidigen.

Deshalb erfordere es die Redlichkeit gegenüber den Fakten, Bischof Moser gegen den Vorwurf zu verteidigen, er sei „römisch angepaßt“ und unglaubwürdig geworden.

Trotz allem fügt Mons. Fürst hinzu, daß er „das Lebenswerk“ von Hw. Küng schätze.

Der Bischof verkennt „dessen persönliche Dramatik“ in der Auseinandersetzung mit Rom nicht.
      
12 Lesermeinungen
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#12   franco.felice   14:05:41 | Freitag, 21. September 2007
Küngs Buch: „Existiert Gott?“
Ausgerechnet dieses Elaborat, zumindest dessen Rücken, hier einmal abgebildet zu sehen, erstaunt doch einigermaßen. Über Gott ist nicht viel heraus gekommen, dafür ist sein „Wissen“ über tote Menschen aber leicht fundierter. Hierzu ist mir von dem tausendseitigen Wälzer noch das in lebhafter Erinnerung:
?Wer da unten liegt, der ist so mausetot wie er nur sein kann; und ob Gott ihn auferweckt, das mag? – hier fällt mir der präzise Wortlaut nicht mehr ein, aber ähnlich wie – ?jeder glauben (oder halten?) wie er will?.
Die Antwort auf seine marktschreierische, aber gut zu vermarktende Frage zur Existenz Gottes bleibt er erst recht schuldig. Am Schluss nur noch Rauchzeichen.
Herr Küng ist für mich das personifizierte Beispiel, dass Theologen über Gott ebenso wenig wissen, wie jeder andere auch. Vielleicht hat eine Kuh auf der Weide, die all nächtens in die Sterne blickt, mehr intuitives Wissen über Gott als der ?gelahrte? Professor. Allerdings mit der Differenz, sie vermarktet es nicht.
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#11   Artois †   17:07:04 | Donnerstag, 20. September 2007
@Typ--
Nun ja, die odds stehen 999:1 für mich. Im Übrigen wäre dies Aussage tatsächlich verwegen, gäbe es nicht noch weitere 999 Beweise für seine pathologische Eitelkeit.
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#10   Typ   16:57:23 | Donnerstag, 20. September 2007
@ Artois
Vermuten können Sie gerne – das Cover habe ich auch schon gesehen. Aber ein Beweis dafür, dass das alles so von Küng autorisiert ist, ist das noch lange nicht. Auch bei „Star-Autoren“ nehmen sich manche Verlage einiges heraus, ohne den Autor zu fragen, und wenn der Einspruch erhebt, ist das Buch schon längst gedruckt und dann lässt man’s eben so durchgehen.
Bis zum Beweis des Gegenteils halte ich jedenfalls die Covergestaltung für nicht ausreichend, um daraus Schlüsse auf den Geisteszustand von Hw. H. Prof. Dr. Küng zu ziehen.
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#9   Artois †   16:14:01 | Donnerstag, 20. September 2007
@Typ---
Interessant. Woher wissen Sie, dass Küng persönlich auf die Gestaltung des Buchrückens Einfluss genommen hat? Danke für die Quellenangabe, die Sie sicher leicht liefern können.
Das vermute ich lediglich, halte es aber für ausgeschlossen, daß die gesamte Gestaltung nicht von Küng zumindest autorisiert worden ist. Ebenfalls vermute ich, daß er die Fotos selbst ausgesucht hat. Wenn Sie den Titel tatsächlich wissen wollen, kann ich den morgen gern liefern, incl. Verlag, ISBN etc.
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#8   Typ   16:10:28 | Donnerstag, 20. September 2007
@ Artois
Interessant. Woher wissen Sie, dass Küng persönlich auf die Gestaltung des Buchrückens Einfluss genommen hat?
Danke für die Quellenangabe, die Sie sicher leicht liefern können.
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#7   Artois †   16:08:34 | Donnerstag, 20. September 2007
Ich sah gestern
die „Lebenserinnerungen“ o. ä. von Küng in einer Buchhandlung. Küng ist so eitel, daß er ein Bild von sich sogar auf dem Buchrücken hat anbringen lassen. Außen auf dem Buch sind drei teils große Fotos von ihm drauf, die davon zeugen, daß dieser Mann, leider, geistig zerrüttet ist. Das ist pathologischer Größenwahn und sonst wohl nichts, – oder nicht viel … :-[ :-D :&)
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#6   Typ   16:04:11 | Donnerstag, 20. September 2007
Wer ist schon…
Wer ist schon Rolf Lingen?
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#5   Pater Lingen   15:41:24 | Donnerstag, 20. September 2007
Wer ist schon nonno?
Ernst nehmen kann man diese Figur nicht mehr (hat seinen eigenen Hund im Internet zum „Priester“ „weihen“ lassen etc.).
Immerhin habe ich einiges von Küng gelesen – nicht nur diverse Aufsätze und Artikel, sondern auch den Schinken „Existiert Gott“.
Auf den Schinken kam ich durch meinen V2-Schamanen an der „Klosterschule“ Haus Overbach: Selbst angeblich „Pater“, hat er später eine geschiedene Frau geheiratet und macht jetzt wohl irgendwas in „Bildung“, z.B. hielt er mal im Business Club Aachen Maastricht einen Vortrag über Opus Dei. Das ist insofern etwas lustig, als ich mal in seinem „Unterricht“ einen Vortrag über Opus Dei gehalten habe. Zu mir meinte der – jetzt auch offizielle – Nicht-Pater, als ich mich über seinen Faible für Reinkarnation beschwerte: „Mit dir ist es zum Kotzen.“
Nun denn, dieser Nicht-Pater lobte Küngs Schinken in den höchsten Tönen quasi als absolute Pflichtlektüre, deshalb haben ich mir den Schinken ausgeliehen und komplett durchgelesen. Meine beiden Abschlussklausuren (Tentamen und Abi) bei selbigem Nicht-Pater waren übrigens über Rahner und Schillebeeckx.
Kurz gesagt: Küng ist der ideale Europäer. Er vereint alles in sich und perfektioniert es, was konstitutiv ist für den Untergang des Abendlandes.
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#4   misterunknown   15:19:52 | Donnerstag, 20. September 2007
Hans Küng
Ich bin überrascht, daß Sie hier Hans Küng noch als Hw. = Hochwürden bezeichnen???!!! o^/
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#3   Alkuin   14:27:30 | Donnerstag, 20. September 2007
Wer ist schon Küng?
Hw. Hans Küng ist lheute und leider, ein verbitterter alter Mann der meint für sich die Wahrheit gepachtet zu haben.
Sein Potential als eine der größten Theologen der Neuzeit zu gelten hat er verspielt, indem er sich nicht mehr von Gott hat lenken lassen, sondern nur von seinem rechthaberischen selbst.
Ein sehr trauriger Fall der unsere Gebete verdient hat.
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#2   Juhuben Cantuja   14:17:03 | Donnerstag, 20. September 2007
Küng: ein genialer Schwätzer
Vom dogmatischen Standpunkt aus gesehen ist Küng ein genialer Schwätzer den man nicht ernst zu nehmen braucht. Nichtsdestoweniger sollte er gelesen werden, denn was bei ihm nicht dogmatisch ist, wird hervorragend und in einer verständlichen Sprache geschildert. Ein Beispiel dafür ist der allmählich sich abzeichnende Gesinnungswandelt der letzten Jahre des Pontifikates Pius XII und des beginnenden Pontifikates Johannes XXIII
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#1   nonnobisdomine   13:48:19 | Donnerstag, 20. September 2007
Wer ist schon Küng?
Ernst nehmen kann man diese Figur nicht mehr.
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