14:03:02 | Freitag, 21. September 2007
Für die deutschen Bischöfe sind die Worte des Papstes bei seiner letzten Ad-limina Ansprache billige Makulatur. Von Hubert Hecker.

Können die deutschen Bischöfe die Worte des Papstes verstehen?
(kreuz.net) Der ‘Arbeitskreis von Katholiken im Raum Frankfurt’ hat die deutschen Bischöfe kürzlich
an das erinnert, was ihnen der Papst beim Ad-limina-Besuch vom vergangenen 10. November über den Religionsunterricht
gesagt hat.
Benedikt XVI. erklärte damals vor den Bischöfen:
„Da geht es zunächst um die Curricula
für den Religionsunterricht, die es am Katechismus der Katholischen Kirche auszurichten gilt, damit im
Laufe der Schulzeit das Ganze des Glaubens und der Lebensvollzüge der Kirche vermittelt wird.“
Dieses
päpstliche Anliegen wird im Bistum Trier ignoriert.
Der für das Schulwesen zuständige Dezernent, Prälat
Dr. Herbert Hoffmann, schrieb dem ‘Arbeitskreis’ zu diesem Thema:
„Die Forderung, daß im Verlauf der
Schulzeit ‘das Ganze des Glaubens und der Lebensvollzüge der Kirche’ zu vermitteln sei, verkennt das
Selbstverständnis des Religionsunterrichtes, auch auf dem Hintergrund des jüngsten Wortes der deutschen
Bischöfe: »Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen«.“Der Prälat positioniert sich gegen
den päpstlichen Auftrag, in der Schule die ganze Glaubenslehre zu vermitteln. Dabei verweist er auf Schriften
der Deutschen Bischofskonferenz und behauptet ein anderes „Selbstverständnis des Religionsunterrichtes“.
Dieses widerspricht offenbar der Anordnung des Papstes und des Weltkatechismus.
Deshalb ist die Ad-limina-Ansprache
wohl bis heute toter Buchstabe geblieben.
Der Trierer Schuldezernent verwendet verräterische Leerformeln,
wenn er von „religiösem Lernen“ spricht oder erklärt, daß Kinder „aus dem Glauben leben lernen“ und
Jugendliche „im christlichen Glauben Halt“ finden sollten.
In seinem Brief kommt das Wort „katholisch“
nie vor. Von einem katholischen Profil des Religionsunterrichts ist erst recht nicht die Rede.
Der Papst
sagte bei seiner Ad-limina-Ansprache außerdem:
„In der Vergangenheit wurde der Inhalt der Katechese
gegenüber den didaktischen Methoden nicht selten in den Hintergrund gedrängt.
Die ganzheitliche und
verständliche Vergegenwärtigung der Glaubensinhalte ist ein entscheidender Gesichtspunkt bei der Genehmigung
von Lehrbüchern für den Religionsunterricht.“Für das Verdrängen katholischer Glaubensinhalte durch
umstrittene didaktische Methoden liefert Prälat Hoffmann in seinem Brief eindrückliche Beweise.
Er
erklärt in verschrobenen Wendungen, daß die didaktische „Elementarisierung zentraler christlicher Glaubensinhalte
und die Erschließung ihrer Lebensrelevanz“ eine besondere Herausforderung des Religionsunterrichts sei.
Diese Aussage bringt die sogenannte
Korrelationsdidaktik auf den Punkt.
Diese ist dafür bekannt, kirchliche
Inhalte zu verdrängen.
Die Korrelationsdidaktik wird von den deutschen Bischöfen bereits seit dreißig
Jahren propagiert – seit dem Beschluß der Würzburger Synode (1971-1974) zum schulischen Religionsunterricht.
In der Folge gab der Religionsunterricht den Anspruch auf, die Glaubensinhalt umfassend darzulegen.
Statt dessen sollten nur bestimmte „zentrale christliche Glaubensinhalte“ elementarisiert werden.
Dabei
fällt auf, daß die wichtigsten katholischen Lehrinhalte in den meisten bischöflich genehmigten Lehrplänen
nur eine marginale Rolle spielen oder gar nicht auftauchen.
Im katholischen
Religionslehrplan für Hessen
sind zum Beispiel Themen wie Erbsünde, Sünde, Erlösung, Beichte und Absolution inexistent.
Christus
wird als netter Mensch dargestellt – nie als Gottessohn, Heiland oder Richter der Welt.
Von der Heiligen
Messe wird ausschließlich ein Mahlcharakter betont.
Diese sogenannte Elementarisierung ist somit eine
Methode, um zentrale katholische Lehrinhalte zu verdrängen.
Ihre Themen wählt die Korrelationsmethode,
indem sich auf angebliche „Erfahrungsräume“ der Schüler oder auf eine „Erschließung der Lebensrelevanz“
beruft.
Anders gesagt: Biblische Engelsreden, Jungfrauengeburt, Menschwerdung, Gottessohnschaft, Totenerweckung,
Auferstehung des Fleisches sind für Korrelationsdidaktiker nicht in der Lage, Lebensrelevanz oder Erfahrungsräume
der Schüler zu erschließen.
Folglich werden diese Themen ignoriert.
Dagegen verwendet die Korrelationsdidaktik
angeblich „lebensrelevante“ Themen wie Humanität, Solidarität, Toleranz, Genußfähigkeit, Mobbing und
Ausgrenzung als Blaufilter, um „christliche Glaubensinhalte“ zu suchen.
Prälat Hoffmann verweist in
seinem Schreiben auch auf seine angebliche Sorge um die Ausbildung der Religionslehrer.
Doch in den letzten
drei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts lag diese Ausbildung im Bistum Trier weitgehend in den Händen
eines Häretikers – des inzwischen suspendierten Priesters und Professors
Gotthold Hasenhüttl.
Obwohl
das Bischöfliche Ordinariat Trier mehrfach auf die häretischen Positionen von Hasenhüttl hingewiesen
wurde, hielten Ordinariatsdirektor, Hw. Alfons Bechtel, und der ehemalige Bischof von Trier, Mons. Hermann-Josef
Spital († 2007), diesem Irrlehrer unbeirrt die Treue.
Im Juli 2003 wurde Hasenhüttl endlich vom gegenwärtigen
Bischof von Trier suspendiert.
Doch sein glaubensfeindliches Erbe scheint in den religionspädagogischen
Konzepten des Trierer Bistums bis heute nachzuwirken.
Der Autor ist katholischer Religionslehrer und
Mitglied im ‘Arbeitskreis von Katholiken im Raum Frankfurt’.
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