Alte Messe
Ein durchschlagender Erfolg
Die Zeiten ändern sich. Ein Wallfahrtstag in Niederbayern wurde mit der Zelebration einer Alten Messe in der Pfarrkirche eröffnet.
Alte Messe in der Pfarrei Tann
Alte Messe in der Pfarrei Tann
(kreuz.net, Tann) Der erste „Tanner Wallfahrtstag“ hatte einen guten Start.

Schon bei der Alten Messe am Abend des Kreuzerhöhungs- festes – dem 14. September – kamen viele Auswärtige und Einheimische.

Die Messe wurde von Pater Otto Maier im Beisein der Ortsgeistlichen und mit Assistenz durch Zeremoniar Dr. Paul Raith aus Burghausen zelebriert.

Pater Maier ist ein bekannter deutscher Lebensschützer und ehemaliger Palottiner, der inzwischen zur Ordensgemeinschaft der Diener Jesu und Mariens gehört.

In seiner Begrüßung vor dem Gottesdienst betonte der Ortspfarrer, Hw. Anton Morhard, die wunderbare Fügung, daß der Papst am selben Tag die Alte Meßform freigegeben hatte.

Der Pfarrer berichtete, über Jahre mit den Gläubigen zur gleichen Stunde und am gleichen Wochentag in diesem Anliegen zum Herrgott von Tann gebetet zu haben.

Der Gottesdienst sei somit ein Zeichen des Dankes gegenüber dem Heiland und dem Heiligen Vater, dessen mutiger Schritt auch die Möglichkeit zu regelmäßig stattfindenden traditionellen Messen im Pfarrverband Tann eröffnet habe.

Wallfahrtstag in Tann
Alte Messe am Abend des Kreuzerhöhungsfestes - 14. September - in der bayerischen Pfarrei Tann.Die bayerische Wallfahrtskirche von Tann.Zelebrant der Alten Messe war Pater Otto Maier SJM.

Pater Maier hob in seiner Predigt den bleibenden Wert des Kreuzesgeschehens hervor.

Immer neu sollten sich die Gläubigen an Christus orientieren, der im „Herrgott von Tann“ vor aller Augen ist.

Musikalisch gestaltete der Kirchenchor Tann den Gottesdienst. Die Gläubigen sangen im Wechsel mit dem Chor die gregorianische Missa de Angelis und abschließend das Tanner Wallfahrtslied.

Beim anschließenden Vortrag im übervollen Pfarrsaal referierte Pater Maier zum Thema „Das Kreuzesgeheimnis“.

Anhand aktueller Beispiele wie des Lebensschutzes betonte er die Wichtigkeit des Opfergedankens in der Nachfolge Christi.

Festgottesdienst am Samstag

Höhepunkt des Wallfahrtstages bildete der Festgottesdienst am folgenden Samstag im Neuen Ritus. Zu ihm waren zahlreiche Fußwallfahrer aus dem Pfarrverband und zum Teil weit angereisten auswärtigen Gästen aufgebrochen.

Bei einer Statio am Tanner Marienbrunnen begrüßten der Wallfahrtsrektor, der Ortspfarrer und der Dekan die Wallfahrer. Diese zogen anschließend mit den Geistlichen zur Kirche hinauf.

Kaplan Manfred Neulinger aus dem Erzbistum Salzburg erinnerte in seiner Festpredigt an die große Zeit der Tanner Wallfahrt im 17. und 18. Jahrhundert. Damals gehörte der Markt zum Erzbistum Salzburg.

Über alle Grenzen hinweg verbinde uns Christus durch das Geschenk des Kreuzes.

So solle die Wallfahrt zum Herrgott von Tann ein Zeichen sein, auch in schwieriger Zeit mutig zum Kreuz zu stehen.

Während des Festgottesdienstes erklang die Haydn-Messe.

Im Anschluß gab es Verpflegung und Wallfahrtsandenken für die Pilger und Gottesdienstbesucher.

Der Wallfahrtstag fand seinen Abschluß mit einer nachmittäglichen Orgelvesper. Sie stand unter dem Thema „De Exaltatione Crucis“ -Über Kreuzerhöhung.

Dabei waren Werke von Johann Sebastian Bach und Jehan Alain zu hören. Das „Magnificat“ und „Vater unser“ wurden gemeinsam gesungen.

Der Tanner Wallfahrtstag soll in Zukunft jedes Jahr um diese Zeit stattfinden.
      
12 Lesermeinungen
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#12   Jörg Guttenberger, Köln   22:23:29 | Sonntag, 23. September 2007
Artois: Orgelvesper
Herzlichen Dank dür Ihre Antwort.
Dann ist „Orgelvesper“ also nur eine vornehme Umschreibung für Kirchenkonzert?
Es gibt übrigens auch andere irreführende Ausdrücke: eine „musikalische Vesper“ ist offenbar nur eine kirchenmusikalsiche Andacht. Man sollte doch lieber gleich sagen bzw. schreiben was man meint und die Gläubigen nicht mit falschen Versprechungen locken. Schließlich ist die Vesper und das gesamte Stundengebet nach r.-k. Verständnis Liturgie. Die oben genannten Abarten einer Vesper hingegen haben mit Liturgie absolut nichts zu tuen.
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#11   Artois †   15:03:55 | Sonntag, 23. September 2007
@Marsilius
Dem kann ich nur beipflichten. Die heutigen Protestanten kennen übrigens ihre eigene Tradition weitestgehend gar nicht mehr und empfinden sie als fremd. Dagegen kultivieren sie dümmlichste, primitive „Songs“, ähnlich wie die NOM-Römer, die Liebe zur hl. Schrift haben sie auch abgeschrieben. Früher war eine protestantische Predigt oft wegen ihrer vielen biblischen Bezüge, Überlegungen, Querverbindungen interessant, das ist Geschichte im „Lande Luthers“. In Tradi-Messen habe ich aber auch noch keine gute Predigt gehört. Keine Ahnung, woran das wohl liegen mag.
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#10   Marsilius Ficinus   14:49:12 | Sonntag, 23. September 2007
@JohannesD
Ich schätze die protestantische Kirchen- und Orgelmusik sehr, liebe Bach, Buxtehude, Krieger, Bruhns, Böhm, Walther etc. etc. heiß und innig. Es ist wunderschöne Musik, die sich sich – denkt man an die Orgelmusik – hervorragend für den katholischen Kultus eignet. Allerdings gibt es auch eine großartige und ebenbürtige Musica sacra in der kath. Kirche. Die jeweiligen Formen unterscheiden sich natürlich bisweilen, so ist eine Kantate für die römische Liturgie nicht geeignet, während es katholischerseits sehr viel mehr Messkomposition, d.h. Ordinariumsvertonungen gibt. Denken Sie an Palestrina, de Victoria, di Lasso, denken Sie an die Haydn, Mozart etc. Denken Sie auch an den Gregorianischen Choral. Die kath. Kirchenmusik muss sich hinter der protest. sicherlich nicht verstecken. Umgekehrt gilt das gleiche. Also bitte beim nächsten Mal eine etwas differenzierte Sichtweise, lieber Johannes. Die Beiträge so mancher Tradis hier leiden an demselben Mangel. Darüber rege ich mich schon gar nicht mehr auf, ich überlese es einfach. Machen Sie es wenigstens besser, lieber JohannesD.
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#9   Artois †   09:36:43 | Sonntag, 23. September 2007
@Guttenberg
Bitte, was ist eine Orgelvesper?
Ein typisches Phänomen des Kulturprotestantismus. Wenn rechtgläubige Christen den Rosenkranz oder die Vesper beten bzw. zur Vorabendmesse eilen, treffen sich Protestanten bei einer „Orgelvesper“ um der Orgelmusik zu lauschen – für sie der Gipfel der Kontemplation. Erfunden übrigens wohl von Dietrich Buxtehude.
@Fragender
Von „Protestantismus“ kann man eigentlich seit 1555 nicht mehr sprechen. Bach stand dem Katholizismus in vieler Hinsicht näher als viele zeitgenössische Katholiken – ohne hier nun etwas verwischen zu wollen. Zumindest in seinen Spätwerken, namentlich der h-moll-Messe ist, wie ich meine, nichts dezidiert lutherisches mehr zu finden, wie überhaupt die lutherischen Spinnereien gerade im Luthertum historisch nicht immer zum Tragen kamen. Man könnte überspitzt sagen, daß der Kalvinismus der „eigentliche“ Erbe Luthers wurde.
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#8   Alamo   07:16:40 | Sonntag, 23. September 2007
Musikkultur
Wie bekannt, ist das wichtigste Standardlied bei protestantischen Weihnachtsfeiern ein gewisses Lied eines österreichischen Priesters.
Also keine protestantische Weihnachtskultur???
Mohr und Gruber, schaut herunter (Luther in umgekehrter Richtung)!
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#7   Celebration   02:50:20 | Sonntag, 23. September 2007
@Fragender
Tja, wenn man selbst keine Musikkultur hat, muss man eben klauen gehen.
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#6   Fragender   02:23:26 | Sonntag, 23. September 2007
Bach???
Musik eines Protestanten bei einer „alten Messe“…
:-D :-D :-D
Luther schau herunter!!!!
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#5   Jörg Guttenberger, Köln   02:06:43 | Sonntag, 23. September 2007
„Orgelvesper“
Bitte, was ist eine Orgelvesper?
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#4   Artois †   13:48:47 | Samstag, 22. September 2007
@Alamo
Bez. Anfrage Orgelvesper: Zum Eingang Praeludium Es – Dur, BWV 552.
Großartig, das ist Bachs Eingangsstück seiner „Orgelmesse“ und als komponierte Verherrlichung der ss. Dreifaltigkeit konzipiert!
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#3   r.ruhrgebietler   12:21:54 | Samstag, 22. September 2007
Bayernland in Marienhand!
oder warum ist im schönen Bayern halt doch möglich???
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#2   Alamo   12:01:48 | Samstag, 22. September 2007
J.S. Bach
Bez. Anfrage Orgelvesper:
Zum Eingang Praeludium Es – Dur, BWV 552.
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#1   Artois †   10:49:16 | Samstag, 22. September 2007
Darf man fragen,
welches Werk von J.S.Bach zu hören war?
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