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Freitag, 21. September 2007 15:45
Warum gibt es entartete Kunst auch in den Kirchen?
Daß die sogenannt moderne Kunst entartet und lächerlich ist, kann niemand abstreiten. Aber deshalb ist Kardinal Meisner noch nicht im Recht. Ein Kommentar.
Kapelle in der 'Katholischen Akademie Berlin'
Kapelle in der ‘Katholischen Akademie Berlin’
(kreuz.net, Köln) Das Zitat, das dem Erzbischof von Köln kürzlich so viele unverhoffte Wortspenden einbrachte, lautet:

„Vergessen wir nicht, daß es einen unaufgebbaren Zusammenhang zwischen Kultur und Kult gibt.

Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet. Sie verliert ihre Mitte.“


Daß sich die „Kunst“ der Gegenwart und ihr Establishment nach dieser Aussage auf den Schlips getreten fühlten, kann niemanden verwundern.

Die von Schmierfinken produzierte Pseudokunst von heute weiß zwar, daß sie entartet ist. Sie lebt aber davon, daß sie der Öffentlichkeit aufzwingen kann, das nicht zu sagen.

So spaziert der nackte Kaiser durch die Gassen. Die Gleichgeschalteten schauen ihm den Hintern hinauf und nicken sich dabei gegenseitig mit selbstzufriedener Miene zu.

Es ist leider so, daß auch die Kirche längst Teil dieser Komödie geworden ist.

Man braucht nur die sakralen architektonischen Produktionen der letzten Jahrzehnte zu betrachten – oder das Meßgewand, in dem der Papst jüngst durch Mariazell spazierte und das jeder Verkleidung auf einer Homo-Parade Ehre gemacht hätte.

Papstmesse in MariazellPapstmesse in MariazellKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 9 Bildern zu starten.

Spätestens seit ‘Gaudium et Spes’ hat sich die Kirche mit der entarteten Kunst arrangiert und bemüht sich nicht ohne Krampf, Tanzpartner der Moderne zu sein.

Wenn sie es ausnahmsweise einmal nicht ist – siehe Kardinal Meisner –, dann wird dieses Abweichlertum mit unerbittlichen, endlosen und irrationalen Empörungsritualen bestraft.

Dabei blieb eine inhaltliche Debatte über die eigentliche Aussage des Kardinals auf der Strecke:

Stimmt dessen Feststellung, daß der Kult dort, wo er von der Kultur abgekoppelt wird, zu einem Ritualismus erstarrt?

Sie stimmt nicht.

In Wahrheit erstarrt der Kult zum Ritualismus, wenn er sich von Glauben, Religion und Frömmigkeit abwendet.

Dann wird er zu einer hohlen Form, die mit Kinderauftritten, Faschingskostümen, Clownnasen, Musikproduktionen, Applausen oder Hochseilakten seine eigene und die Leere in den Herzen überspielt.

Nicht die Kultur macht den Kult zum echten Kult, sondern der Heilige Geist.

Ritualismus ist Form ohne Inhalt. Der Inhalt des Kultes ist nicht die Kultur sondern Gott.

Gottlose Kulte und gottlose Kultdiener gibt es heute mehr, als die Kirche vertragen kann (auch im Alten Ritus).

Ein Beweis dafür ist – um zum Thema der entarteten Kunst zurückzukehren – die gottlose, dekadente Kunst, die zeitgenössische Kirchenräume beherrscht.

Kathedrale von ÉvryKathedrale von ÉvryKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 6 Bildern zu starten.

Wären Kult und geistliches Leben der Kirche in Ordnung, dann wäre der Gottesdienst für die Künste noch heute eine Quelle der Inspiration.

Eine gottlose und entartete „Kunst“ gäbe es dann wohl immer noch – aber zumindest nicht in der Kirche.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 123 Lesermeinungen:
Dienstag, 9. Oktober 2007 23:02
Florian Geyer: Die „Scheinwelt“
der Katholiken ist die Erkenntnis der Gesamtrealität. Die wahren Scheinwelten sind die auf dem Reißbrett geplanten disneyland – Menschenparadiese der ungläubigen Leugner geistiger Realitäten welche immer in der Tyrannei enden. Paradiese auf Erden ohne Gott wird es nie geben auch wenn dies die törichten Eliten immer aufs neue versuchen. Die atheistische weltsicht des Marxismus verbreitet unter anderem die Lüge dass Realität das ist was die Masse als Realität erachtet was einer leugnng einer objektiv unabhängigen Realität gleichkommt und die Vertreter einer solchen als geisteskrank erachtet.
Dienstag, 9. Oktober 2007 22:48
Rudolfus: @ Die „Schein-Parallel-Welt“ gläubiger Katholiken
ist keine „Schein-Parallel-Welt“, sondern sie leben auch in der unsichtbaren, tatsächlichen vorhandenen Welt, die die hl. Kirche mit höchster und göttlicher Autorität lehrt.

Christus lehrt außerdem im Evangelium des hl. Johannes durchgehend, „die Welt“, die die göttliche Welt leugnet, zu hassen, so wie auch „die Welt“ Gott, Christus und die Kirche haßt.

Nach dem Vaticanum-II-Pastoralkonzil hat eine verblendete Kirchenführergeneration den Ungeist der Welt, den Christus haßt, auch in die Kirche hineingelassen, und preist das Pastoralkonzil auch noch dafür, obwohl die Kirche seitdem in der größten Krise seit dem Spätmittelalter ist.
Dienstag, 9. Oktober 2007 22:44
Artois †: @Defensor
Gotthard hat längst den Boden unter den Füssen verloren … Irgendwie schade, bei den guten Anlagen …
Dienstag, 9. Oktober 2007 22:32
Defensor Fidei: @ gotthard
aber in einer Schein-Parallel-Welt

Auch das ist nicht zutreffend. Man macht nicht alles so wie die anderen, aber ich Frage nochmal was denn daran so schlimm sein soll. Das haben die Urchristen auch nicht getan. Nicht die Kultur soll den Glauben prägen, sondern der Glauben die Kultur. Das ist heute nötiger denn je.

In einer Scheinwelt würden die Traditionellen nur leben, wenn sie die Welt um sie herum nicht wahrnehmen würden. Aber genau das tun sie. Sie tun eben gerade nicht so, als wenn alle so leben würden wie sie. Von Scheinwelt kann somit gar keine Rede sein.
Dienstag, 9. Oktober 2007 22:04
Gotthard: @defensor
Als wie wenn die Anhänger der FSSPX in einem Ghetto leben würden.
aber in einer Schein-Parallel-Welt
Dienstag, 9. Oktober 2007 21:59
Defensor Fidei: Ritualismus
Diese Feststellung des Kardinals stimmt absolut, wie an den Pius-Hanseln und deren Freunden unschwer abzulesen ist. Deren Kult hat mit der heutigen Kultur keinerlei Berührung mehr

So ein Schwachsinn. Als wie wenn die Anhänger der FSSPX in einem Ghetto leben würden. Die Einheitskultur von der hier ausgegangen wird, gibt es heutzutage außerdem sowieso nicht. Höchstens eine mehrheitliche gelebte Kultur.

Nun frage ich mich aber, wo geschrieben steht, daß sich die Kirche in allen Bereichen immer der gerade herrschenden Kultur anpassen muß. Das ist doch vollkommen abwegig. Haben die Urchristen in Palästina oder im Römischen Reich etwa in der damaligen Kultur gelebt? Waren die damaligen Christen immer mittendrin?
Hat sich die Urkirche der herrschenden Kultur angepaßt? Die Antwort lautet immer: NEIN! Und das war auch gut so.

Entscheidend ist doch nicht, ob etwas modern oder unmodern ist. Das ist doch überhaupt kein Maßstab für einen Katholiken. Das entscheidende ist, ob etwas gut oder schlecht ist.

Die hiesigen Kult-Tradis leben vom Heute abgekoppelt – ähnlich wie die Amisch in den USA.

Nochmal Unfug. Die „Kult-Tradis“ sind in ALLEN gesellschaftlichen Bereichen und Schichten zu finden und wirken Mitten in der Gesellschaft.

Sie haben darum auch keinerlei Einfluss

Schon klar! Deshalb fürchten die Liberalen die Tradition so sehr wie der Teufel des Weihwasser.
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