11:00:01 | Sonntag, 23. September 2007
Ein Liturgiker aus Mainz hat es jetzt offen gesagt: Liturgie ist, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht. Dann darf auch Gott „im Spiel“ sein.

Der Mainzer Liturgiereferent wünschst sich eine „neue“ Definition der Eucharistie.
(kreuz.net) Die Menschen heute denken vom Ich und nicht mehr von einem Dogmatismus her.
Zu dieser Erkenntnis
kam kürzlich Wolfgang Fischer, Liturgiereferent im Bistum Mainz in einem Vortrag, der auf der Webseite
‘cms.weiterbildung’ publiziert wurde.
Die Liturgie werde nicht geschätzt, weil sie das oder jenes behaupte,
sondern weil sie persönliche Erfahrung ermögliche.
Darum werde die Liturgie erfolgreich sein, wenn
sie die Existenz des Menschen in den Mittelpunkt stelle und sich dann frage, wie Gott „hier im Spiel“
sei.
Die Nähe Gottes sei das Kennzeichen einer christlichen Liturgie: „Wir feiern als Gemeinde, die
sich als Volk Gottes versteht, nicht als Zuschauer.“
Dieser Grundsatz des Konzils sehe Gott „in der Mitte
der Gemeinde“:
„Es ist nicht der Gott, der in weiter Ferne wohnt und zu dem der Priester allein einen
Zugang hat und als »Mittler« fungiert, wie das noch in der vorkonziliaren Liturgie verankert war, zumindest
im Denken.“
Die Menschen seien heute herausgefordert, die eigene Mission und Berufung für sich zu spüren:
„Gottesdienste, die sie in den Mittelpunkt stellen, sind »zeitgemäß«.“
Fischer stellt fest, daß
die Liturgie nur noch einer unter vielen „Anbietern auf dem Markt“ ist.
Eine Kirche, die mit ihrem „liturgischen
Angebot“ bei den „neuen Milieus“ landen wolle, müsse das akzeptieren:
„Wenn sie sich das klar macht
und qualifiziert und hochstehend feiert, ohne darauf zu setzen, die Menschen jeden Sonntag binden zu wollen,
hat sie eine Chance, sich auf dem Markt zu behaupten.“
Von diesen Vorraussetzungen ausgehend, gebe es
für die Liturgie „große Chancen“.
Fischer erwähnt Segnungsgottesdienst für Lebensübergänge, zum
Beispiel für geschiedene Paare, für Berufswechsler, für Menschen, deren Kinder aus dem Haus gehen,
am Valentinstag, zu örtlichen Anlässen.
Als vordringlich sieht Fischer eine „»neue« Definition der
Eucharistie, die sich weniger von der Feier selbst leiten läßt und diese so sehr in den Mittelpunkt
stellt, daß sie sich schon fast wieder verselbständigt.“
Vielmehr solle sie „insgesamt das Leben, und
zwar das umfassende Leben“ beschreiben und betreiben, in dem jeder einen Platz erhält.
Eucharistie sei
nicht nur die Versammlung an einem bestimmten Ort, sondern das „diakonale Geschehen, das letztlich zu
einer umfassenden Gemeinschaft führe“.
Titelbild: Andrew Junker, catholicsun.org, CC
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Ratibor 15:19:40 | Dienstag, 2. Oktober 2007
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Gotthard 11:16:28 | Mittwoch, 26. September 2007
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Bokrug † 23:22:12 | Sonntag, 23. September 2007
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Artois † 13:35:17 | Sonntag, 23. September 2007
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nonnobisdomine 11:15:24 | Sonntag, 23. September 2007