10:01:22 | Montag, 24. September 2007
Eine Provinzzeitung hat sich kürzlich speichelleckerisch an den alten Sprüchen eines Ex-Theologen gelabt und sich vom kritischen Journalismus verabschiedet. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Am 21. September interviewte die kirchenfeindliche Schweizer Lokalzeitung ‘St. Galler Tagblatt’
den ehemaligen Tübinger Theologen Hw. Küng. Mit den Fragen unterschob sie ihm zugleich die Antworten.
So fragte der Journalist namens Adelbert Reif den Ex-Theologen, ob das „»römische System« der Katholischen
Kirche als ein totalitäres System“ zu begreifen sei, das die zu glaubende Wahrheit „nach eigenem Ermessen“
bestimme.
Erwartungsgemäß biß der Ex-Theologe an: „In jedem Fall ist das römische System ein autoritäres
System mit totalitären Zügen“.
Dann folgten die üblichen Küng-Sprüche.
Ermutigt durch diese Antwort
setzte Adelbert Reif noch einen drauf:
„Erkennen Sie im „römischen System“ Parallelen zu anderen autoritären
Systemen im 20. Jahrhundert?“
Was die Frage unterstellt: Die paar Hundert Angestellten im Vatikan sind
die natürliche Verlängerung von Hitler und Stalin. Verharmlosung der nationalsozialistischen Völkermorde
und der Gulags in Reinkultur.
Hw. Küngs Antwort: „Ich habe kein Ressentiment gegen Rom an sich.“
Nach
dieser Feststellung war klar, daß der Ex-Theologe einen weiteren Schub seiner billigen Tiraden gegen
Rom loswerden muß.
Das römische System habe „tatsächlich“ viele Ähnlichkeiten mit dem früheren Sowjetsystem.
Dann kommt für den Journalist, der sich bis zu diesem Punkt auf Speichellecken statt auf kritisches
Fragestellen konzentriert hat, eine Sternstunde:
„Häufig beklagt wird der Glaubensverlust vieler Geistlicher.“
Doch auf diese Art von Kritik ist der Ex-Theologe nicht gut zu sprechen:
„Solche Vorwürfe werden vor
allem von konservativer Seite erhoben.“
Dort meine man, an alle Glaubensüberlieferungen noch so glauben
zu müssen „wie im Mittelalter oder vor der Aufklärung“.
Dabei habe er – Hw. Küng – durch seine Erklärungen
des Glaubensbekenntnisses und durch viele andere Schriften gezeigt, wie man die Glaubenswahrheiten heute
„vernünftigerweise“ verstehen könnte – erklärt er angeberisch.
Sodann kommt auch seine Sternstunde:
„Es scheint mir falsch zu sein, daß man sich von Seiten Roms ständig um die Weltprobleme kümmert, während
die Kirchenprobleme ungelöst bleiben.“
Doch das ist ein kurzer Lichtblick.
Anschließend schwafelt
Hw. Küng wohlwollend von Positionen, die den Papst für den Antichristen halten.
„Joseph Ratzinger“
hält er für einen außerordentlich gebildeten, intelligenten und sprachgewandten Theologen, der durchaus
viele Probleme unserer Zeit richtig analysiert.
Diese Aussage dient dem Ex-Theologen allerdings nur als
Sprungbrett für weitere Vatikan-Beschimpfungen:
Man kümmere sich dort wenig darum, „was Jesus täte,
wenn er zurückkäme“ – weiß Hw. Küng.
Deutlich weniger kritisch ist Hw. Küng bei der Vorstellung
des von ihm initiierten „Projektes Weltethos“ – praktische Unfehlbarkeit.
Abschließend darf er noch
seinen „starken Gottesglauben“ und seine „tiefe Verwurzelung“ in seiner Kirchengemeinschaft rühmen, die
ihm ermöglicht haben, seinen Kampf gegen Rom durchzustehen.
Fertig ist das Interview.
Hw. Küng ist
wieder einmal seine ewig gleichen Tiraden und Angebereien losgeworden.
Und der speichelleckerische Journalist
Adelbert Reif hat in Sachen kritischer Berichterstattung neue Maßstäbe gesetzt.
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