Evolution
Müssen wir das wirklich selber tun?
Es gibt Augenblicke im Leben, wo sogar die übelsten Kirchenfeinde nicht abstreiten können, daß die Kirche im Recht ist. Von Christian L. Schutzer.
Die Kirche verteidigt seit jeher die Wahrheit - mit dem Schild des Glaubens, dem Helm des Heiles und dem Schwert des Geistes
Die Kirche verteidigt seit jeher die Wahrheit – mit dem Schild des Glaubens, dem Helm des Heiles und dem Schwert des Geistes
(kreuz.net) Kürzlich hat sich eine Titelgeschichte im deutschen Wochenmagazin ‘Spiegel’ an das Menschenbild der traditionellen katholischen Lehre angeschlossen.

In der Studie über „Das Böse im Guten“ – im ‘Spiegel’ vom vergangenen 30. Juli – heißt es:

„Eine ungewöhnliche Allianz aus Rechtsphilosophen, Affenforschern und Neurowissenschaftlern hat herausgefunden, daß dem Menschen der Sinn für Moral, das Gewissen oder der Impuls zum Guten angeboren ist.“

„Überall auf dem Erdenrund wohnt Menschen offenbar das gleiche Gespür für Fairneß, Verantwortung oder Dankbarkeit inne.“


Leonardo da Vincis († 1519) Studien des Embryos
Leonardo da Vincis († 1519) Studien des Embryos
„Schon Kleinkinder verfügen über diese moralischen Grundurteile.“

Eine neue Generation von Forschern bestätigt mit empirischen Studien die Thesen europäischer Denker wie Sokrates, David Hume, Immanuel Kant und anderer, daß dem Menschen ein moralisches Gesetz innewohnt.

Damit weisen sie den Hirn-Materialismus der deutschen Neurowissenschaftler um Wolf Singer und Gerhard Roth zurück.

Diese behaupten, daß der Mensch nicht die Wahl habe, moralisch gut oder böse zu handeln. Denn der freie Wille sei eine bloße Illusion, das Böse ein rein biologisches Phänomen.

In diesen irrigen Ansichten spiegelt sich die Theorie des deutschen Reformators Martin Luther, nach welcher der Mensch keine freie Entscheidung darüber hat, Gutes oder Böses zu tun und somit zum Sündigen verdammt sei.

Die vom ‘Spiegel’ zitierten Forscher vermeiden auch die gegenteilige Irrlehre des Philosophen Jean-Jacques Rousseau († 1778) und seines Vorgängers Pelagius, nach welcher der Mensch von Natur her nur gut sei.

Sie stellen vielmehr fest, daß Erfahrung und Studium der Menschengeschichte deutlich zeigen, daß „der angeborene Moralinstinkt schwach“ sei.

Die Anlage des Gewissens muß gebildet und gepflegt werden – heißt es in der ‘Spiegel’-Geschichte.

Das ist eine Wiederholung der Lehre der Kirche. Der Mensch ist von Gott als gutes Wesen geschaffen.

Er ist frei und moralisch verantwortlich für seine Taten.

Darstellung der Erbsünde des flämischen Malers Hugo van der Goes († 1482)
Darstellung der Erbsünde des flämischen Malers Hugo van der Goes († 1482)
Doch durch die Erbsünde verliert der Mensch seine ursprüngliche Heiligkeit, ohne daß sein Wesen deshalb ganz und gar verdorben würde.

Dennoch ist die Natur des Menschen sehr geschwächt. Sie ist zur Sünde und zum Bösen geneigt.

Der Heilige Paulus spricht von dieser Erfahrung in Römer 7,20ff:

„Denn nicht das Gute, das ich tun will, tue ich, sondern was ich nicht will, das Böse.“ „Denn das Gesetz der Sünde steckt in meinen Gliedern“.

Der Völkerapostel fragt sodann, wer uns aus diesem Leib der Sünde und des Todes erlösen wird?

Auf diese Frage antworten auch die Kommunisten im Kampflied „Internationale“:

„Uns aus dem Elend zu erlösen, das müssen wir schon selber tun.“

Seither haben viele weitere zivilreligiöse Heilslehren der Selbsterlösung Konjunktur – von Hitlers Heilsversprechen über die New-age-Welle bis zur Scientologie-Organisation.

Das Streben nach Selbsterlösung scheint zum gerade aktuellen Zeitgeist zu gehören.

An die bürgerliche Selbsterlösung hat schon der Dichter Johann Wolfgang von Goethe († 1832) geglaubt. In seinem ‘Faust’ spricht er die Erlösung dem zu, der „immer strebend sich bemüht“.

Dagegen betont die Kirche, daß der Mensch sich nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf von Sünde und sündiger Natur ziehen kann.

Er braucht in seinem Heilsstreben die Mittlerschaft Christi und die Gnadenmittel der Kirche.
      
18 Lesermeinungen
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#18   wunderkind3   18:26:13 | Montag, 24. September 2007
was für eine verwurstung.
der autor hat sich scheinbar so sehr über den artikel im spiegel (als seriöse quelle) gefreut,
der wenigstens ansatzweise in seine kerbe schlägt,
dass er der versuchung nicht widerstehen konnte bezüge zu allem was er ableht zu konstruieren.
es fehlt nur noch homosexualität.
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#17   Airbag   16:26:43 | Montag, 24. September 2007
Pünktchen
Es ist doch Ehrensache-
,,und das ist gut so“
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#16   Pünktchen   16:16:42 | Montag, 24. September 2007
Danke, Airbag,
für diese gedankenreichen und tiefen Worte!
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#15   Airbag   15:58:00 | Montag, 24. September 2007
MORAL
8. Moral ist Vernünftig. Sie ist nicht Blind, sondern Intelligent. Sie erkennt den Unterschied zwischen guten und schlechten Taten und Lebensstielen. Sie ,,disskriminiert“.
(Zwischen guten und bösen Menschen zu diskriminieren mag dumm sein, aber zwischen guten und schlechten Taten zu diskriminieren ist schlicht moralisch Gesund.)
9. Moral handelt nicht nur von ,,Freiheit“ und ,,Rechten“,
sondern auch von Pflichten und Verantwortung.
10. Moral ist nicht legalistisch. Ihr Wesen ist keine Sammlung von Regeln, sondern eine Vision des guten Lebens und des guten Menschen; sie ist nicht einfach nur Gesetz, sondern auch Charakter. Kein Regelwerk wird ohne persönliche Tugend funktionieren. Moral handelt davon,wie wir Helden sein Können, davon, wie man verhindert, im Leben sitzenzubleiben, anstatt in allen Fächern eine Eins zu bekommen.
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#14   taunuß   15:38:08 | Montag, 24. September 2007
Ich sehe…
Menschen wollen nicht Gedanken die zum Denken zwingen!
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#13   Airbag   15:33:26 | Montag, 24. September 2007
MORAL
6. Moral gibt dem Leben eine Bedeutung, ein Ziel und eine Richtung. Sie ist eine Landkarte. Ohne Karte wandern wir ziellos und hoffnungslos umher.
7. Moral gibt den Menschen Würde. Ihre Basis sind die inneren Werte der menschlichen Person. Sie befielt uns, Menschen zu lieben und Dinge zu benutzen und nicht Menschen zu benutzen und Dinge zu lieben.Menschen sind der Zweck, Dinge die Mittel.
8.
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#12   stimme der vernunft †   15:33:23 | Montag, 24. September 2007
@airbag
Ein Gesetz wie ,, trink kein Gift“ ist für ihre Gesundheit nicht repressiv, Gift schon.
Und was ist mit einem Gesetz wie: Du darfst nur trockenes, 5 Tage altes Brot essen und Leitungswasser trinken
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#11   taunuß   15:27:32 | Montag, 24. September 2007
Ein Mensch,…
…der spührt, wenn auch nur verschwommen,
Er müßte sich genau genommen,
Im Grunde seines Herzens schämen
Zieht vor, es nicht genau zu nehmen.
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#10   Airbag   15:22:24 | Montag, 24. September 2007
MORAL
4. Moral ist befreiend, nicht repressiv. Denn sie ist eine Sammlung von Wegweisungen, die bewirken, daß die menschliche Natur blüht, wodurch wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen können. Ein Gesetz wie ,, trink kein Gift“ ist für ihre Gesundheit nicht repressiv, Gift schon.
5. Moral kostet Anstrengung. Wie die Liebe ist auch Moral Arbeit, kein Gefühl. Es ist ein Kampf gegen die Kräfte des Bösen in uns allein. Heute ist das zu einem Kampf gegen Kräfte in unserer Kultur geworden.
6…
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#9   PhilomenaWolkenstein   15:14:06 | Montag, 24. September 2007
Moral
Und hinter jedem moralischen Anspruch steckt ein hanfestes persönliches Interesse …
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#8   Airbag   15:09:45 | Montag, 24. September 2007
MORAL
1. Moral ist für das Überleben der Gesellschaft unabdingbar.
Die Alterntive ist Barbarei, Dekadenz und Chaos.
2. Moral ist nicht konfessionell oder parteiisch. Sie ist so allgemein bekannt wie verbindlich. Wir alle wissen in unserem Herzen, was Gutund was böse ist, und wir alle sind verantwortlich dafür, so zu leben, wie wir wissen , daß wir leben sollen.
3. Moral ist natürlich, sie gehört zur menschlichen Natur.
Es gibt ein ,,(moralisches) Naturrecht“. Moral wird entdeckt wie ein Stern, nicht wie ein Spiel erfunden. Sie ist weder von Menschen gemacht noch willkürlich noch veränderbar. Ihre Gesetze sind der menschlichen Natur zu eigen, wie die Gesetze der Hygiene der Natur des Körpers oder die pysikalischen Gesetze der Natur der Materie zu eigen sind.
4…
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#7   stimme der vernunft †   15:06:10 | Montag, 24. September 2007
Wer sind denn
die Schiessbudenfiguren auf dem Bild?
Als Nonnen verkleidete radikale, freimaurerische Homoaktivisten, oder die Armee Mariens?
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#6   Pünktchen   14:39:10 | Montag, 24. September 2007
„Das natürliche Sittengesetz“
gilt für alle Menschen unabhängig von Konfession, Volks- und Kulturzugehörigkeit. Es ist weitgehend identisch mit der Kantschen Vernunftmoral und dem, was Augustinus die lex rationis nennt. Das natürliche Sittengesetz ist jedoch nicht einfach identisch mit der Moral, die Jesus Christus gelehrt hat, sie ist eher der Ausgangspunkt und die Basis für eine Moral, die eine höhere Vollkommenheit anstrebt ebenso wie die Gnade die Natur voraussetzt!
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#5   methusalix †   14:22:54 | Montag, 24. September 2007
Das ist völlig richtig!
Eine neue Generation von Forschern bestätigt mit empirischen Studien die Thesen europäischer Denker wie Sokrates, David Hume, Immanuel Kant und anderer, daß dem Menschen ein moralisches Gesetz innewohnt.
Aber wo steht geschrieben, dass es sich bei diesem „moralischen Grundgesetz“, das die Evolution bewerkstelligt hat, damit es voran geht, um eine christliche, katholische oder gar römisch-katholische frauenfeindlich-päpstliche Moral handelt oder handeln muss, wovon anscheinend einige der geschätzten Mitdiskutanten hier ausgehen? Nach dem Motto katholisch = gut, alles andere = schlecht. Das ist nicht so.
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#4   Bokrug †   13:49:53 | Montag, 24. September 2007
Hinweis: Johannäische Urbild-Theologie des iro-keltischen Christentums…
Hinweis: Johannäische Urbild-Theologie des iro-keltischen Christentums…
Duns Scotus und Scotus Eriugena haben sich deutlich auf christlicher Basis bejahend zum freien Willen geäußert, ferner Nikolaus von Kues bzw. Cusanus und Comenius.
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#3   Nólimon   13:40:11 | Montag, 24. September 2007
Unfreier Wille
Luther sagte in seiner Schrift „Vom unfreien Willen“, daß der Mensch zu keinem Zeitpunkt „neutrales Terrain“ ist, nicht aber, daß der Mensch „immer zum bösen Tun und Sündigen verdammt sei“:
„In Summa, wenn wir unter dem Gott dieser Welt sind, ohne die Einwirkung und den Geist des wahren Gottes, werden wir gefangengehalten nach seinem Willen, wie Paulus zu Timotheus sagt, so daß wir nur wollen können, was er selbst will. Denn er ist der starke Gewappnete, der sein Haus so bewahrt … Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, ihn besiegt und uns als seine Beute raubt, so werden wir umgekehrt durch dessen Geist Sklaven und Gefangene (was dennoch eine königliche Freiheit bedeutet), so daß wir gern wollen und tun, was er selbst will.
So ist der menschliche Wille in die Mitte gestellt (zwischen Gott und Satan) wie ein Zugtier. Wenn Gott sich darauf gesetzt hat, will er und geht, wohin Gott will … Wenn Satan sich darauf gesetzt hat, will und geht er, wohin Satan will.
Und es steht nicht in seiner freien Entscheidung, zu einem von beiden Reitern zu laufen oder ihn sich zu verschaffen zu suchen, sondern die Reiter selbst kämpfen miteinander, ihn zu erlangen und zu besitzen.“
[Martin Luther: Vom unfreien Willen (1525), S. 72. Digitale Bibliothek Band 63: Martin Luther, S. 2024 (vgl. Luther-W Bd. 3, S. 195-196) (c) Vandenhoeck und Ruprecht]
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#2   Artois †   11:33:06 | Montag, 24. September 2007
Auch Luther falsch zitiert
In diesen irrigen Ansichten spiegelt sich die Theorie des deutschen Reformators Martin Luther, nach welcher der Mensch ohne freien Willen „allein vom Teufel geritten“ wird und somit immer zum bösen Tun und Sündigen verdammt sei.
Luther hat im Sinne der kirchlichen Lehre lediglich bestritten, daß der Mensch ohne Glauben an Christus, lediglich aufgrund eigener Willensentscheidung das Heil erlangen kann.
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#1   Sirilo   11:29:00 | Montag, 24. September 2007
Goethe unvollständig zitiert!
Wennschon Herr Schutzer Goethe zitiert, sollte er das vollständig tun! Der Chor der Engel am Ende von Faust 2 singt nämlich:
„Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“
Also keine Selbsterlösung; es ist der Himmel, der erlöst. Und „strebendes Bemühen“ wird ja auch von jedem guten Katholiken erwartet (bis hin zur regelmäßigen Beichte)…
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