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Montag, 24. September 2007 11:14
Müssen wir das wirklich selber tun?
Es gibt Augenblicke im Leben, wo sogar die übelsten Kirchenfeinde nicht abstreiten können, daß die Kirche im Recht ist. Von Christian L. Schutzer.
Die Kirche verteidigt seit jeher die Wahrheit - mit dem Schild des Glaubens, dem Helm des Heiles und dem Schwert des Geistes
Die Kirche verteidigt seit jeher die Wahrheit – mit dem Schild des Glaubens, dem Helm des Heiles und dem Schwert des Geistes
(kreuz.net) Kürzlich hat sich eine Titelgeschichte im deutschen Wochenmagazin ‘Spiegel’ an das Menschenbild der traditionellen katholischen Lehre angeschlossen.

In der Studie über „Das Böse im Guten“ – im ‘Spiegel’ vom vergangenen 30. Juli – heißt es:

„Eine ungewöhnliche Allianz aus Rechtsphilosophen, Affenforschern und Neurowissenschaftlern hat herausgefunden, daß dem Menschen der Sinn für Moral, das Gewissen oder der Impuls zum Guten angeboren ist.“

„Überall auf dem Erdenrund wohnt Menschen offenbar das gleiche Gespür für Fairneß, Verantwortung oder Dankbarkeit inne.“


Leonardo da Vincis († 1519) Studien des Embryos
Leonardo da Vincis († 1519) Studien des Embryos
„Schon Kleinkinder verfügen über diese moralischen Grundurteile.“

Eine neue Generation von Forschern bestätigt mit empirischen Studien die Thesen europäischer Denker wie Sokrates, David Hume, Immanuel Kant und anderer, daß dem Menschen ein moralisches Gesetz innewohnt.

Damit weisen sie den Hirn-Materialismus der deutschen Neurowissenschaftler um Wolf Singer und Gerhard Roth zurück.

Diese behaupten, daß der Mensch nicht die Wahl habe, moralisch gut oder böse zu handeln. Denn der freie Wille sei eine bloße Illusion, das Böse ein rein biologisches Phänomen.

In diesen irrigen Ansichten spiegelt sich die Theorie des deutschen Reformators Martin Luther, nach welcher der Mensch keine freie Entscheidung darüber hat, Gutes oder Böses zu tun und somit zum Sündigen verdammt sei.

Die vom ‘Spiegel’ zitierten Forscher vermeiden auch die gegenteilige Irrlehre des Philosophen Jean-Jacques Rousseau († 1778) und seines Vorgängers Pelagius, nach welcher der Mensch von Natur her nur gut sei.

Sie stellen vielmehr fest, daß Erfahrung und Studium der Menschengeschichte deutlich zeigen, daß „der angeborene Moralinstinkt schwach“ sei.

Die Anlage des Gewissens muß gebildet und gepflegt werden – heißt es in der ‘Spiegel’-Geschichte.

Das ist eine Wiederholung der Lehre der Kirche. Der Mensch ist von Gott als gutes Wesen geschaffen.

Er ist frei und moralisch verantwortlich für seine Taten.

Darstellung der Erbsünde des flämischen Malers Hugo van der Goes († 1482)
Darstellung der Erbsünde des flämischen Malers Hugo van der Goes († 1482)
Doch durch die Erbsünde verliert der Mensch seine ursprüngliche Heiligkeit, ohne daß sein Wesen deshalb ganz und gar verdorben würde.

Dennoch ist die Natur des Menschen sehr geschwächt. Sie ist zur Sünde und zum Bösen geneigt.

Der Heilige Paulus spricht von dieser Erfahrung in Römer 7,20ff:

„Denn nicht das Gute, das ich tun will, tue ich, sondern was ich nicht will, das Böse.“ „Denn das Gesetz der Sünde steckt in meinen Gliedern“.

Der Völkerapostel fragt sodann, wer uns aus diesem Leib der Sünde und des Todes erlösen wird?

Auf diese Frage antworten auch die Kommunisten im Kampflied „Internationale“:

„Uns aus dem Elend zu erlösen, das müssen wir schon selber tun.“

Seither haben viele weitere zivilreligiöse Heilslehren der Selbsterlösung Konjunktur – von Hitlers Heilsversprechen über die New-age-Welle bis zur Scientologie-Organisation.

Das Streben nach Selbsterlösung scheint zum gerade aktuellen Zeitgeist zu gehören.

An die bürgerliche Selbsterlösung hat schon der Dichter Johann Wolfgang von Goethe († 1832) geglaubt. In seinem ‘Faust’ spricht er die Erlösung dem zu, der „immer strebend sich bemüht“.

Dagegen betont die Kirche, daß der Mensch sich nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf von Sünde und sündiger Natur ziehen kann.

Er braucht in seinem Heilsstreben die Mittlerschaft Christi und die Gnadenmittel der Kirche.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 18 Lesermeinungen:
Montag, 24. September 2007 18:26
wunderkind3: was für eine verwurstung.
der autor hat sich scheinbar so sehr über den artikel im spiegel (als seriöse quelle) gefreut,
der wenigstens ansatzweise in seine kerbe schlägt,
dass er der versuchung nicht widerstehen konnte bezüge zu allem was er ableht zu konstruieren.

es fehlt nur noch homosexualität.
Montag, 24. September 2007 16:26
Airbag: Pünktchen
Es ist doch Ehrensache-
,,und das ist gut so“
Montag, 24. September 2007 16:16
Pünktchen: Danke, Airbag,
für diese gedankenreichen und tiefen Worte!
Montag, 24. September 2007 15:58
Airbag: MORAL
8. Moral ist Vernünftig. Sie ist nicht Blind, sondern Intelligent. Sie erkennt den Unterschied zwischen guten und schlechten Taten und Lebensstielen. Sie ,,disskriminiert“.
(Zwischen guten und bösen Menschen zu diskriminieren mag dumm sein, aber zwischen guten und schlechten Taten zu diskriminieren ist schlicht moralisch Gesund.)

9. Moral handelt nicht nur von ,,Freiheit“ und ,,Rechten“,
sondern auch von Pflichten und Verantwortung.

10. Moral ist nicht legalistisch. Ihr Wesen ist keine Sammlung von Regeln, sondern eine Vision des guten Lebens und des guten Menschen; sie ist nicht einfach nur Gesetz, sondern auch Charakter. Kein Regelwerk wird ohne persönliche Tugend funktionieren. Moral handelt davon,wie wir Helden sein Können, davon, wie man verhindert, im Leben sitzenzubleiben, anstatt in allen Fächern eine Eins zu bekommen.
Montag, 24. September 2007 15:38
taunuß: Ich sehe…
Menschen wollen nicht Gedanken die zum Denken zwingen!
Montag, 24. September 2007 15:33
Airbag: MORAL
6. Moral gibt dem Leben eine Bedeutung, ein Ziel und eine Richtung. Sie ist eine Landkarte. Ohne Karte wandern wir ziellos und hoffnungslos umher.

7. Moral gibt den Menschen Würde. Ihre Basis sind die inneren Werte der menschlichen Person. Sie befielt uns, Menschen zu lieben und Dinge zu benutzen und nicht Menschen zu benutzen und Dinge zu lieben.Menschen sind der Zweck, Dinge die Mittel.

8.
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