Eucharistie
Liturgische Märchenstunde
Der Vorsitzende der Messe muß in einem warmen und einladenden Ton beten. Die Antwort der Gemeinde muß voll und enthusiastisch sein.
Volksaltar in einer Kirche in Brüssel
Volksaltar in einer Kirche in Brüssel
© Cathcon.blogspot.com
(kreuz.net) Unter dem Titel „Zwei Formen – ein Römischer Ritus“ verfaßte Hw. John Krenzke, der zur US-Diözese Colorado Springs gehört und jetzt als Pensionist in Denver wohnt, vor einiger Zeit einen Beitrag für die Kirchenzeitung der Erzdiözese Denver.

Zu Beginn zitiert Hw. Krenzke Papst Pius XII. Dieser habe bereits festgestellt, daß die Kirche nicht aus nostalgischen Gründen „zur Schönheit alter liturgischer Formen“ zurückkehre, sondern weil in diesen Formen ein spiritueller Wert liege:

„Der gegenwärtige Dreijahreszyklus der Lesungen ist ein gutes Beispiel dafür“ – glaubt Hw. Krenzke.

Er erwähnt die Reform der Ostervigil, die von Pius XII. im Jahr 1950 durchgeführt wurde.

Danach hätten die Väter des Zweiten Vatikanums die Erneuerung mit dem Novus Ordo der Messe weitergeführt:

„Der Neue Ritus wurde nicht ohne gesunde historische Wurzeln gebildet.“

Die Tridentinische Messe sei aus verschiedenen liturgischen Praktiken zusammengestellt worden.

Dagegen reflektiere die Neue Messe „mehr oder weniger“ den alten knappen und strengen Stil der Liturgie der römischen Stadtkirchen im 13. Jahrhundert.

Als Beweis für diese Behauptung, weist Hw. Krenzke auf die alte Dominikanerliturgie, die aus dem 13. Jahrhundert stamme.

Als der Neue Ritus eingeführt wurde, sei dessen Ähnlichkeit mit dem Dominikanerritus so frappierend gewesen, „daß dieser Ritus geschichtlich in Vergessenheit geriet“.

Der alte Dominikanerritus
Messe im Alten Dominikanerritus bei der französischen Traditionalistenwallfahrt von Paris nach Chartres.Die französischen Dominikaner des Heiligen Vincent Ferrer zelebrieren im Alten Dominikanerritus.In der Kirche der Dominikaner des Heiligen Vincent Ferrer.

Hw. Krenzke glaubt auch, daß die Tridentinische Liturgie „sicher“ auch durch die Renaissance beeinflußt worden sei, so daß ihre Form mehr ausgearbeitet und rituell verschönert worden sei:

„Es herrschte darum eine Tendenz, unter anderem die Gebete zu vermehren.“

Anders der Neue Ritus. Ihm fiel zum Beispiel der Manipel zum Opfer, der – wie Hw. Krenzke erklärt – ursprünglich in den heißen Ländern ein Tuch war, mit dem sich der Zelebrant die verschwitzte Stirn abputzte. Doch mit der Zeit habe der Manipel nicht mehr diesem Zweck gedient:

„Es wurde eine reine Dekoration ohne praktische Verwendung und war darum nicht mehr länger nützlich.“

Das Stufengebet bei Meßbeginn und das Schlußevangelium waren „ursprünglich“ private Andachtsübungen des Priester: „Darum wurden sie auch in der Neuen Messe fallengelassen.“

Insgesamt glaubt Hw. Krenzke, daß man die Alte und Neue Form der Messe mißverstehen würde, wenn man sagte, daß einer feierlicher, andächtiger oder schöner wäre als der andere.

Man höre Beschwerden, daß die „Neue Messe“ weniger andächtig sei.

Dazu Hw. Krenzke: „Jede Form kann unandächtig zelebriert werden, und das ist leider auch so geschehen.“

Ein Vorsitzender [der Messe] müsse seinen Teil auf eine Art und Weise beten, die persönlich, warm und einladend sei – ob in Latein oder Englisch.

Da das Gebet Gemeinschaft mit Gott sei, bereichere ein gesprächsorientierter Stil mit natürlichen Betonungen eindeutig den Gottesdienst:

„Die Antwort der Gemeinde muß in einem vollen und enthusiastischen Ton gegeben werden.“

Die Freude, Christus unter uns zu zelebrieren im Wort und Sakrament, müsse in jeder Stimme eindeutig sein.

Beim Empfang der Heiligen Kommunion sei ein Zeichen der Ehrfurcht verlangt. Die Kirche erlaube den Kommunionempfang entweder auf der Zunge oder in der Hand: „Die eine ist nicht ehrfürchtiger als die andere“.

Sodann preist Hw. Krenzke die Handkommunion. Anhand eines Zitates des Heiligen Cyrill von Jerusalem biete der Empfang der Kommunion auf die Hand einen „reichen Symbolismus“.

Außerdem habe das laut gesprochene „Amen“ beim Empfang der Kommunion „tiefe Implikationen“.
      
15 Lesermeinungen
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#15   Benedikt   11:17:02 | Donnerstag, 4. Oktober 2007
Einführung
Eine solche Einführung vor der Messe ist mir auch bekannt.
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#14   sacerdos helveticus   21:08:57 | Dienstag, 2. Oktober 2007
„Unterbrechung“ des Ritus
Dass der Ritus der Kommunionausteilung an die Gläubigen im Alten Ritus in rubrikaler Hinsicht kein notwendiger Bestandteil des Ritus ist, ist klar. Umgekehrt kann die Austeilung der Kommunion natürlich auch ausserhalb der Messe stattfinden (übrigens auch im Neuen Ritus, es gibt ein eigenes Formular dafür).
Die Anweisungen des Rubrizisten Lurz beziehen sich aber ganz klar auf die Austeilung infra missam und auf eine Ansprache durch den Zelebranten der Messe . Es geht mir darum, dass es gerade in diesem wichtigen Augenblick möglich ist, die Messe gleichsam zu einer Kurzansprache zu unterbrechen.
Des Weiteren gab es auch vor dem Konzil an vielen Orten (so z.B. im Rheinland) die Gewohnheit, dass der Zelebrant nach der Predigt oder auch an Werktagen falls es keine Predigt gab nach dem Evangelium oder Credo die Intention der Messe verkündete und bestimmte Gebete gemeinsam mit dem Volk verrichtete.
Auch war es durchaus üblich, dass der Zelebrant bevorer die Messe begann, eine kurze Eiunführung in die Messe gab, indem er zum Beispiel den Tagesheiligen nannte und kurz vorstellte oder ein bestimmtes Gebetsanliegen vortrug.
Ein werkbuch des Bistums Münster z.B. aus den 50er Jahren enthält solche Modelle solcher Texte, die entweder ein Lektor vorliest oder der Zelebrant selbst (noch nicht in Kasel! ) vorliest oder frei vorträgt, bevor er zur Messe einzieht.
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#13   Romulus   20:33:36 | Dienstag, 2. Oktober 2007
@Sacerdos helveticus- Schweizer Käse
1.) Wir reden hier von 1962 und nicht von 1941. Das mal zuerst. Aber geschenkt.
2.) Die Kommunionfeier ist ein selbstständiger Messteil und wurde bisweilen auch einzeln gefeiert. Diese Gottesdienste firmierten unter dem Begriff „Speis“ in Süddeutschland. Dass da eine Ansprache möglich war, ändert nichts an meinem Statement.
3.) Selbst die Predigt war von der Messe exempt, heute noch sichtbar, wenn der Zelebrant die Predigt mit dem Kreuzzeichen beginnt.
@Atrois: :)3
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#12   sacerdos helveticus   18:57:54 | Dienstag, 2. Oktober 2007
Predigt im Alten Ritus
Romulus schreibt aplplaudiert von artois. :
Auch eine glaubenstreue (Kurz-)Predigt hat nichts am Anfang der Messe oder sonst irgendwo ziwschendrin nichts verloren.
Stimmt so nicht ganz.
auch in der Alten Liturgie war es möglich eine Kurzansprache sogar vor der Kommunionausteilung zu machen.
Hierzu die Rubrizistik von Lurz (2. Auflage 1941):
„Will der Priester vorher noch eine kurze Kommunionansprache halten, was statthaft und bei gewissen Anlässen (Erstkommunionfeier und dergl.) auch angebracht ist, so … (folgen Hinweise für den Ritus. Das Suppedaneum darf zum Zwecke der Ansprache nicht verlassen werden.“
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#11   Artois †   16:46:22 | Dienstag, 2. Oktober 2007
Ja, völlig richtig,
ich stimme uneingeschränkt überein und bin ganz Deienr Meinung, – selbstverständlich!
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#10   Romulus   16:45:01 | Dienstag, 2. Oktober 2007
@Artois Bitte genau lesen!
Es ging nicht um die Predigt, sondern um Blabla – egal ob glaubenstreu oder nicht – , wo es nicht hingehört. Auch eine glaubenstreue (Kurz-)Predigt hat nichts am Anfang der Messe oder sonst irgendwo ziwschendrin nichts verloren.
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#9   Artois †   16:01:51 | Dienstag, 2. Oktober 2007
@Romulus
Es gibt allerdings auch im NOM glaubenstreue Prediger, die das hl. Evangelium stiftungsgemäß predigen!
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#8   Romulus   15:56:29 | Dienstag, 2. Oktober 2007
Der in Deutschland praktizierte NOM ist zwei Drittel Blabla
Die Messe im „ordentlichen Ritus“ ist – wie ich aus Erfahrung weiß – meist absolut schlecht oder fast gar nicht vorbereitet. Man muss sich die Ohren mit albernen Sprüchen vollblasen lassen (statio, diverse Einführungen zu den Lesungen, BlaBla im Hochgebet, Blabla beim Vaterunser, Blabla beim Friedensgruß, Blabla vor dem Segen…) und wenn man dann beim Pfötchengeben das dritte Mal bepredigt wird, dann reicht es! Als Lieder werden – wie ich als Insider weiß – oft solche herausgesucht, die kaum jemand kennt, damit sich die Gottesdienstbesucher richtig ärgern. Manche Pfarrer machen das aus Prinzip so. Wenn die Messe im außerordentlichen Ritus gefeiert wird, gibt mir allein schon das Latein die Gewähr, dass Zelebrant nicht das Labern anfängt.
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#7   Typ   15:45:07 | Dienstag, 2. Oktober 2007
@ Benedikt
Fragt sich nur, ob die heutige Praxis der Handkommunion den Lehren Cyrills entspricht.
Kyrills hat überhaupt nichts zur Handkommunion gelehrt, sehr wohl aber das Reichen der Kommunion auf die Hand gedeutet. Seine Beschreibung des Kommunionempfangs entspricht dem heutigen Brauch nicht – Kyrill sieht nämlich vor, dass man mit dem Leib Christi erst noch die Sinnensorgane berührt, ehe man ihn konsumiert. (Möchte mal sehen, wie die Tradis da herumzappeln würden, wenn das heute jemand machte – der heilige Kyrill würde vermutlich mit Steinen und Schlägen aus einer Pius-Sekten-Kirche verjagt, wenn er das heute machen würde.)
Aber soweit ich den Artikel verstanden habe, geht es auch gar nicht darum. Es geht nur darum, dass Christen eben keineswegs unwürdig sind, den Leib Christi auf die Hand zu empfangen – und DAFÜR ist Kyrill ein Beleg.
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#6   Benedikt   14:07:12 | Dienstag, 2. Oktober 2007
Cyrill
Sodann preist Hw. Krenzke die Handkommunion. Anhand eines Zitates des Heiligen Cyrill von Jerusalem biete der Empfang der Kommunion auf die Hand einen „reichen Symbolismus“.
Fragt sich nur, ob die heutige Praxis der Handkommunion den Lehren Cyrills entspricht.
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#5   maliems   14:00:43 | Dienstag, 2. Oktober 2007
@konrad
purer archäologismus
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#4   Typ   12:38:15 | Dienstag, 2. Oktober 2007
Enthusiasmus
„Die Antwort der Gemeinde muß in einem vollen und enthusiastischen Ton gegeben werden.“
Das ist im Grunde nichts anderes als das, was Papst Pius XI. 1928 in „Divini cultus sanctitatem“ schrieb:
IX… Es ist in der Tat höchst notwendig, daß die Gläubigen nicht wie Fremde oder stumme Zuschauer, sondern, von der Schönheit der Liturgie zuinnerst ergriffen, an den heiligen Zeremonien so teilnehmen, daß sie mit dem Priester und dem Sängerchor nach den gegebenen Vorschriften im Gesange abwechseln… Wenn das gut gelingt, dann wird es nicht mehr vorkommen, daß das Volk entweder gar nicht oder kaum mit schwachem, unterdrücktem Gemurmel auf die gemeinsamen Gebete antwortet, die in der liturgischen oder in der Volkssprache vorgetragen werden.
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#3   Konrad   12:22:35 | Dienstag, 2. Oktober 2007
Danke an kreuz.net für die Weitergabe der
Informationen von Hw. Krenzke, der keine „Märchenstunde“ sondern eine klare Unterweisung gibt. Natürlich ist der korrekt und andächtig zelebrierte „ordentliche Ritus“ dem Urchristentum weitaus näher als der tridentinisch-außerordentliche Ritus!
Kreuz.net wollte sich spöttisch über Hw. Krenzke erheben und hat das Gegenteil erreicht.
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#2   raindance1 †   12:13:07 | Dienstag, 2. Oktober 2007
warme Töne des Vorsitzenden
bezieht sich das auf die sexuelle Orientierung des Vorsitzenden?
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#1   Karl Murx   12:02:32 | Dienstag, 2. Oktober 2007
Enthusiastisch?
Etwa so?
Ja, jaaaaaa, jaaaaaaaaah, jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah Herrrrrrrrrrrrrrrr! www.dailymotion.com/…est-vivant_family:-[
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