In Frankreich gibt es eine Möglichkeit, den eigenen Urlaub einmal anders zu verbringen. Von Dr. med. Wolfgang B. Lindemann.
Gregorianikseminar in Frankreich. Rechts außen: Hw. Damien-Marie Lourme.
(kreuz.net) Der klassische Römische Meßritus ist ein Kunstwerk. Das gilt auch für dessen Musik, den
Gregorianischen Choral.
„Die Kirche betrachtet diesen Choral als den der Römischen Liturgie eigenen
Gesang“. Das sagt sogar die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanums.
Daher soll die Gregorianik nach
den Worten des Konzils in der Liturgie den ersten Platz einnehmen.
Der Gregorianische Choral unterscheidet
sich deutlich von moderner Musik.
Sein Rhythmus ist getragener, schwebender. Es gibt keinen Takt. Der
Choral erzeugt einen Wechsel von Anspannung und Entspannung – Arsis und Thesis.
Die Musik unterstützt
den Inhalt des gesungenen Textes und nicht umgekehrt.
Deswegen kann man Gregorianische Gesänge auch
nicht in die Volkssprachen übersetzen. Die Gregorianik besitzt eine eigene Notenschrift und eigene Tonarten.
Diese Besonderheiten müssen erlernt werden. Das ist gar nicht so einfach. Glücklicherweise gibt es
Hilfsmittel.
So hat die „Schola Bellarmin“ unter der Leitung des Elsässer Paters Bernard Lorber das
gesamte gregorianische Kirchenjahr sowie die 18 Kyriale – Messen – und sechs Credos der Römischen Liturgie
gesungen und aufgenommen.
Das sind insgesamt 17 CDs. Sie sind für Dirigenten und Scholasänger gedacht.
Mehrmals im Jahr werden drei verschiedene Niveaus für
Sänger sowie ein Seminar für Chorleiter und Organisten angeboten.
Den Unterrichtet leiten der musikalisch
begabte Hw. Damien-Marie Lourme von der ‘Fraternité de la Transfiguration’ sowie erfahrene Berufsmusiker.
Die eigenen Französischkenntnisse müssen nicht perfekt sein.
Der größte Teil des Unterrichts besteht
in Gesangsübungen nach der Methode Ward.
Diese geht auf die US-Amerikanerin Justine Ward (1879-1975)
zurück. Frau Ward war Pianistin, konvertierte zur Kirche und widmete ihr Leben der Kirchenmusik.
Die
Jahre 1921 bis 1929 verbrachte sie im Gästehaus der Abtei Solesmes, wo sie die Gregorianik an der Quelle
studierte.
Die Benediktinerabtei Solesmes befindet sich 250 Kilometer südwestlich von Paris und war
im 19. Jahrhundert die führende Wiederherstellerin der Gregorianik.
Frau Ward entwickelte eine Methode,
wie man Kinder oder musikalisch unbegabten Erwachsenen den Gregorianischen Choral beibringen kann.
Damit
erwartet die Teilnehmer ein Unterricht, der nicht in Arbeit ausartet.
Auskünfte sind erhältlich bei
der:
Fraternité de la Transfiguration Père Damien-Marie « Le Bois » F-36220 Mérigny. Telephon 0033
5 49 64 80 20
Mérigny liegt ungefähr achtzig Kilometer östlich von Poitiers in Zentralfrankreich.
Der Preis von 150.- Euro pro Seminar schließt Unterkunft und Verpflegung ein.
Der Verfasser ist praktizierender
Arzt im Nordelsaß.
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39 Lesermeinungen
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#40 Freinsberg 09:58:06 | Dienstag, 25. September 2007
Volkssprachige Gregorianik Was volkssprachige Gregorianik betrifft, muss man unterscheiden: 1) Cantus
firmi in Vokal- und Instrumentalstücken (z. B. für das Alternatimspiel). Das würde ich nicht als volkssprachige
Gregorianik bezeichnen. Der gregorianische Cantus firmus wird hier weithin als „rituelle Formel“ (Helmut
Hucke) verwendet. Weil man ihn nicht als Musik, sondern als Ritus betrachtet, kann das bloße Erklingen
der Formel das Singen ersetzen. (Was das nachtridentinische Caeremoniale Episcoporum nicht sehr liebt
und deshalb einschärft, die instrumentaliter vorgetragenen Stellen müssten zusätzlich gesprochen werden.)
2) Unterlegung gregorianischer Melodie-Elemente und -Modelle unter volkssprachige Texte. Dass dies zumindest
bei einfachen (also meist: Offiziums-) Antiphonen und bei der Psalmodie möglich ist, hat schon Walther
Lipphardt in den 60er Jahren gezeigt. Auf diese Weise ist z. B. das Münsterschwarzacher Antiphonale gemacht.
Im weiteren Sinn könnte man auch stilistisch ähnliche Vertonungen als volkssprachige Gregorianik bezeichnen,
wie etwa das „Messantiphonale“ und das „Christuslob“ von Heinrich Rohr.
#39 Artois † 09:45:50 | Dienstag, 25. September 2007
@Freinsberg Es ist wirklich ein Witz, hier einen liturgisch und historisch völlig überholten gregorianischen
Purismus zu predigen und gleichzeitig die katholischen Jungfrauen im gregorianischen Gesang zu schulen!
#37 palestrina 09:32:38 | Dienstag, 25. September 2007
Gregorianik in der Volkssprache ist wie vegetarisches Essen mit Fleischzulage. Ansonsten einfach mal
das Motu Proprio von PiusX. lesen. Geht zum Beispiel hier www.sinfonia-sacra.com/ unter Dokumente. Von
Details, wie dem dort abgelehnten Singen von Frauen abgesehen, kann dies auch heute als kirchenmusikalisches
Grundgesetz dienen.
#36 Artois † 09:20:30 | Dienstag, 25. September 2007
@frasim Ach Artois, wie heißt es so schön und richtig: „Getroffene Hunde bellen“, nicht wahr?! Sie sind
das beste Beispiel dafür… Zudem erkenne ich in Ihrem letzten Posting wieder weder Argumente noch Sachverstand,
also was wollen Sie hier eigentlich?? Lassen Sie Ihren Frust über die Kirche und über Ihnen intellektuell
überlegenen Personen doch bitte bei der nächsten Beichte raus! Ein hündischer Charakter sind Sie. Wieso
soll ich bei der Beichte „Frust rauslassen“? Das wäre ja noch sinnloser, als zu behaupten, es gäbe keine
gültigen Beispiele für Gregorianik in Volkssprachen …
#35 virOblationis 07:31:53 | Dienstag, 25. September 2007
Kleines Kantionale Kennt noch jemand das „Kleine Kantionale“? Handelt es sich dabei nicht um Gregorianik
mit deutschen Texten? Mir hat das „Kleine Kantionale“ früher jedenfalls gefallen, und es hat mir geholfen
die Zeit zu überbrücken, bis ich katholisch werden konnte.
@Artois Ach Artois, wie heißt es so schön und richtig: „Getroffene Hunde bellen“, nicht wahr?! Sie sind
das beste Beispiel dafür… Zudem erkenne ich in Ihrem letzten Posting wieder weder Argumente noch Sachverstand,
also was wollen Sie hier eigentlich?? Lassen Sie Ihren Frust über die Kirche und über Ihnen intellektuell
überlegenen Personen doch bitte bei der nächsten Beichte raus! Und bis dahin gilt: Nicht , sondern
!
Zum Thema Entschuldigung f. m. Posting von 21:40 Uhr,hatte versehentlich auf Absenden geklickt,ohne eine
Antwort geschrieben zu haben. @Martin Rottmair: Die im Film zu hörende Melodie des „Veni Creator“ ist
die gregorianische,die Sie auch im „Liber usualis“ finden.Die syllabische (=pro Textsilbe nur ein gesungener
Ton) Gotteslobversion in deutscher Übertragung von F. Dörr („Komm, Heilger Geist, der Leben schafft“,GL241)
ist textl. und musikal. an erstere angelehnt,klar.Als rein gregorianisch würde ich sie aber nicht bezeichnen,weil
sie eben nicht auf Latein gesungen wird und das nun mal ein Kennzeichen der Gregorianik ist. Was die Melodie
anbelangt,könnte man streiten,ob es Gregorianik ist,denn es gab in der Musikgeschichte zahlreiche Veränderungen
von schon bestehenden Choralmelodien. In der Sprachwissenschaft bin ich nicht so fit wie Sie,ich habe
mich da auch etwas zu kurz und zu ungenau ausgedrückt,sorry,und stimme Ihren Ausführungen vollstens
zu!Ich bezog mich in meinem letzten Satz auf die Offiziumspsalmodie,die in deutsch gesungen,manchmal eben
nicht beliebig auf jeden(!)Kirchenton anwendbar ist (wie dies in Latein möglich ist),ohne teilweise unglückliche
Betonungen hervorzurufen bzw. zu bescheidenen Kompromissen zu zwingen.Aber deutsche Choral-Übertragungen
wie z.B. die von F. Dörr können durchaus auch sehr gelungen sein (was ich in diesem Fall auch so empfinde)!
@Artois: Keine Argumente,keine Ahnung vom Thema und auch noch zu eitel,dies zuzugeben? Dann doch einfach
mal
#30 Artois † 22:32:04 | Montag, 24. September 2007
@Cives Romanus Sehe ich das richtig, oder bedeutete eine konsequente Umsetzung des alten Ritus ein quasi
liturgisches Abschaffen sämtlicher musikalischer Gattungen die nach dem 9.Jh. nachweislich im liturgischen
Kontext der alten Messe verwendet wurden? Ich denke an Leonin, Perotin usw. die vielen Madrigale und Motetten …
Welche Kirchenmusik wurde exakt zu Zeiten des Tridentinums praktiziert?? Sie sehen ja, was die Tradi-Affen
hier so posten. Die würden sogar Schubert verbieten, weil der eine deutsche Messe und eine Deutsche Trauermesse
komponiert hat und in seinen lateinischen Meßvertonenungen hie und da ein Wort ausgelassen hat …
#29 cives_romanus 22:25:47 | Montag, 24. September 2007
Abschaffen? Sehe ich das richtig, oder bedeutete eine konsequente Umsetzung des alten Ritus ein quasi
liturgisches Abschaffen sämtlicher musikalischer Gattungen die nach dem 9.Jh. nachweislich im liturgischen
Kontext der alten Messe verwendet wurden? Ich denke an Leonin, Perotin usw. die vielen Madrigale und Motetten…
Welche Kirchenmusik wurde exakt zu Zeiten des Tridentinums praktiziert??
@Martin Rottmair Zunächst habe ich mal den Hymnus „Veni Creator“ in deutscher Übertragung von Friedrich
Dörr („Komm Schöpfer Geist, der Leben schafft“) gehört, allerdings nicht in der im Film zu hörenden
verzierten Melodie, wo auf manche Silben zwei oder drei Töne fallen, sondern in der unverzierten Version,
wo jede Silbe einem Ton entspricht, wie sie, glaube ich, im Gotteslob steht. Das hat sich aber auch nicht
schlecht angehört. Oder ist das dann keine Gregorianik mehr? Dann würde mich noch der Unterschied zwischen
metrischer Betonung (im Lateinischen) und semantischer Betonung (im Deutschen) interessieren, zumal es
ja seit dem Mittelalter zwei verschiedene Arten lateinischer Metrik gibt, nämlich die antike oder klassische,
die sich nach Silben-Länge richtet (lange und kurze Silben) wie z.B. im „Veni Creator“, dann aber seit
dem Hochmittelalter die „Akzentmetrik“, die nach betonten und unbetonten Silben unterscheidet, wie z.B.
im „Pange Lingua“ des Thomas von Aquin. Letztere entspricht meiner Auffassung nach der im Deutschen und
anderen modernen Sprachen üblichen Metrik, da sie auch nach betonten und unbetonten Silben unterscheidet.
Selbsternannte Liturgiker und Kirchenmusiker Gregorianik singen lernen. – Von Dr. med. Wolfgang B. Lindemann.
Da sage ich nur eins: Schuster bleib’ bei deinen Leisten.
@Frasim: Gregorianik und Betonung; Fragen Zunächst habe ich mal den Hymnus „Veni Creator“ in deutscher
Übertragung von Friedrich Dörr („Komm Schöpfer Geist, der Leben schafft“) gehört, allerdings nicht
in der im Film zu hörenden verzierten Melodie, wo auf manche Silben zwei oder drei Töne fallen, sondern
in der unverzierten Version, wo jede Silbe einem Ton entspricht, wie sie, glaube ich, im Gotteslob steht.
Das hat sich aber auch nicht schlecht angehört. Oder ist das dann keine Gregorianik mehr? Dann würde
mich noch der Unterschied zwischen metrischer Betonung (im Lateinischen) und semantischer Betonung (im
Deutschen) interessieren, zumal es ja seit dem Mittelalter zwei verschiedene Arten lateinischer Metrik
gibt, nämlich die antike oder klassische, die sich nach Silben-Länge richtet (lange und kurze Silben)
wie z.B. im „Veni Creator“, dann aber seit dem Hochmittelalter die „Akzentmetrik“, die nach betonten und
unbetonten Silben unterscheidet, wie z.B. im „Pange Lingua“ des Thomas von Aquin. Letztere entspricht
meiner Auffassung nach der im Deutschen und anderen modernen Sprachen üblichen Metrik, da sie auch nach
betonten und unbetonten Silben unterscheidet.
@Artois Also: Der Gregorianische Choral hat in der Tat nichts mit dem Choral aus dem protestantischen
Gottesdienst (z.B. die hier angeführten Bach-Choräle) zu tun. Es ist sicher richtig, dass eine alte
gregorianische Melodie vielen mehrstimmigen Komposition (nicht nur bei Bach, das Verfahren entstand schon
im 13. Jh., daraus entwickelte sich die gesamte mehrstimmige Musik des Abendlandes!) als Basis (meist
im Tenor oder Oberstimme) zu Grunde gelegt wurde, das nennt man dann „cantus firmus“. Aber wenn man von
Bach-Chorälen (überwiegend in der Landessprache, immer mehrstimmig gesetzt und mit Instrumenten begleitet)
spricht, meint man damit etwas komplett Anderes! Der Name ist zwar gleich, besagt aber etwas völlig Verschiedenes
(wie auch z.B. beim Madrigal des 14 Jh. und des 16. Jh.: nur der Name ist gleich, Form und Kompositionspraxis
total unterschiedlich). Der Gregorianische Choral ist gesungenes Gebet in der Liturgie, daher auf Latein,
einstimmig und ohne Instrumente. Es gibt seit einiger Zeit Versuche, ihn in der Landessprache zu singen,
was sich aber auf Grund der unterschiedlichen Betonungspraxis im Lateinischen (metrische B.) und Deutschen
(semantische B.) eher unglücklich bis peinlich anhört. Viele Grüße von einem musikwissenschaftstudierendem
Tradi-Affen!
#22 Benedikt 19:29:03 | Montag, 24. September 2007
@ Artois Bezüglich ihres Chorals waren die Römer tatsächlich immer sehr radikal. Leo IX. besuchte im
1052 Mainz und wohnte dort der Messe am zweiten Weihnachtstag bei. Weil ein Mainzer Diakon die Lesung
in einer nicht-römischen Melodie sang und damit auch nach Protest Leos IX. nicht aufhörte, degradierte
ihn der Papst auf der Stelle, was er aber nach Protest des Mainzer Erzbischofs Luitpold rückgängig machen
musste – wohlgemerkt alles noch während der Messe, die ja nach gängiger „Tradionalisten“-Auffassung
vor 1969 stets würdig gefeiert wurde.
#19 Artois † 19:06:25 | Montag, 24. September 2007
Die Logik dieser Tradi-Affen ist doch folgende: Nur der lateinische Choral in der Tradi-Messe entspricht
den Vorgaben Gregors des Großen. Deshalb ist ein Choral in Volkssprache nicht regelgerecht und ein Choral
außerhalb der exakten Tradi-Messe ebenfalls nicht. Ich frage mich nur, was die komischen katholischen
Tanten und Jungfräulein auf dem Bilde suchen. Das hätte dem großen Gregor sicherlich nicht gefallen.
Vielleicht hätte er dergleichen „Seminare“ gleich verboten? Das sollte man ihm zu Ehren, getreu der Tradition,
auch heute tun!
Lieber Freinsberg, der Satz von Artois, an dem sich die Diskussion entzündete ist und bleibt falsch:
Die Gregorianik kann sehr wohl in den kirchlichen Volkssprachen gesungen werden, dafür gibt es hunderte
überzeugender Beispiele. Um es klar zu sagen, dafür gibt es kein einziges Beispiel. Das ist einfach
Unsinn. Dass gregorianische Melodien in der Musikgeschichte vielfach verwendet wurden, steht auf einem
ganz anderen Blatt. Vielleicht kennen Sie die Rhapsodie über ein Thema von Paganini von Sergei Rachmaninow,
in denen neben dem bekannten Thema Paganinis auch das gregorianische Dies irae Motiv eine wichtige Rolle
spielt.
Betrachtungen zu Metrik und Aussprache von „Veni creator“: Insgesamt eine gelungene Darbietung! Der gesungene
Text folgt der metrisch korrekten Version im Liber Usualis und nicht etwa der Kompromiss-Version mit dem
Urtext, der im Gotteslob und im gegenwärtigen Graduale steht. „Veni Creator“ ist ein jambischer Dimeter
in der klassischen Metrik. Jedes der beiden Metra folgt dem Schema x – υ –. Dabei bedeutet: υ = kurz, – =
lang, x = beliebig. Da die letzte Silbe auch dann, wenn sie kurz ist, lang gebraucht wird, ergibt sich
für jeden Vers das Schema: x – υ – x – υ x Ihm folgt der Hymnus durchgehend. Die gesungene Aussprache
ist im Wesentlichen Mittellatein mit der einzigen Ausnahme, dass jedes „c“ wie „k“ gesprochen wurde, was
im Prinzip bei Liedern in der klassischen Metrik auch nötig ist, da ein als „z“ = „ts“ gesprochenes „c“
so manche Silbe längt (Beispiel: Bei „crucem“ als „cru-kem“ gesprochen wie im klassischen Latein ist
die erste Silbe kurz, spräche man aber mittellateinisch „crut-sem“ , wäre sie lang, da sie (mit einem
Konsonanten) geschlossen ist. Speziell bei „Veni creator“ kommen aber solche Fälle nicht vor („pacem“
hat langes „a“). Eine klassisch-lateinische Aussprache wäre schwierig, da über die Aussprache der nasalierten
Endungen „-am“, „-em“, „-im“, „-um“ spekuliert werden müsste. Auch wäre wohl „ae“ = „ai“ usw. Zwei vorgeschriebene
Elisionen wurden durchgeführt (das „e“ von „infunde“ und das zweite „e“ von „Teque“), nur bei „qui a
mortuis“ wurde das „i“ von „qui“ nicht elidiert, wohl weil zwei Töne auf „qui a“ fallen. Ich würde „qua-a“
singen.
#16 Artois † 18:31:32 | Montag, 24. September 2007
@Freinsberg Dass Bach gregorianische Melodien verarbeitet (z. B. in der von Ihnen zitierten Kantate oder
in der „Fuga sopra Magnificat“ den Tonus peregrinus), weiß ich auch. Aber das ist keine volkssprachige
Gregorianik. Ach, jetzt wissen Sie das auf einmal, ist ja toll. Die deutsche Sprache, derer sich Bach
bedient, ist also keine „Volkssprache“ – vielleicht wollen Sie behaupten, daß sich überhaupt nur Katholiken
einer „Sprache“ bedienen. Und der gregorianische Choral, den Bach, und mit ihm viele lutherische Komponisten,
einsetzt, ist natürlich kein „Choral“ – warum eigentlich? Bemühen Sie sich nicht, das können Sie nie
und nimmer begründen. Die Fuga sopra Magnificat spielt hier keine Rolle, da sie der Instrumentalmusik
angehört. Aber das werden Sie wohl auch bestreiten…
#15 Freinsberg 18:05:28 | Montag, 24. September 2007
@artois Dass Bach gregorianische Melodien verarbeitet (z. B. in der von Ihnen zitierten Kantate oder in
der „Fuga sopra Magnificat“ den Tonus peregrinus), weiß ich auch. Aber das ist keine volkssprachige Gregorianik.
#14 Artois † 18:02:17 | Montag, 24. September 2007
@Freinsberg Ein Beispiel reicht völlig aus um zu belegen, daß es eben in überzeugender Form möglich
ist, und daß die Aussagen des verblendeten Autoren dieses Aufsatzes an Halluzination grenzen. Sie glauben
nicht, daß es aus 1.400 Jahren Liturgie- und Musikgeschichte so viele Beispiel gibt? Dann tun Sie mir
leid, denn dann könne sie weder die katholische noch die protestantische Musikgeschichte kennen. Allein
bei Bach taucht der gregorianische Choral fast unzählbar oft auf, sowohl im Instrumentalwerk als auch
im Vokalwerk, sowohl auf latein, als auf deutsch.
#13 Freinsberg 17:54:36 | Montag, 24. September 2007
@Benedikt Sicher. Hier werden gregorianische Melodie-Figuren und -Modelle auf deutsche Texte abgewandt.
Aber Artois spricht ja von hunderten Beispielen…
Lieber Artois, mal abgesehen, dass Ihr Umgangston beleidigend ist, Sie haben in der Sache keine Ahnung.
Nur so als Nachhilfe (aus WIKIPEDIA): Der Begriff Choral bezeichnet ursprünglich die in der Liturgie
der Westkirche einstimmige Kirchenmusik der Gregorianik. Im 14. Jahrhundert ist vom cantus choralis sive
ecclasticus die Rede, wobei choralis sich auf die ausführende Schola bezieht. Die Choralmusik unterscheidet
sich so von der Figuralmusik. Im 16. Jahrhundert wird im protestantischen Sprachgebrauch das Kirchenlied
als cantus firmus, bzw. Melodie als Choral bezeichnet. (entsprechende Komponisten: Johann Eccard, Michael
Praetorius, Samuel Scheidt). Ab dem 18. Jahrhundert wird das klassische Kirchenlied insgesamt mit Melodie
und Text als Choral verstanden. So heißt auch die in Kantaten und Oratorien abschließende Strophe „Choral“.
@Heinrich Es ging lediglich um die Frage, ob der „Choral“, d.h. der gregorianische Choral die Volkssprache
verträgt. Diese Frage habe ich beantwortet, und meine These mit guten Beipielen untermauert. im Übrigen:
LMAA
@Freinsberg Obwogl ich dazu jederzeit aus dem Stande in der Lage wäre, bin ich nicht bereit, Ihnen ein
musik- und liturgiegeschichtliches Seminar anzubieten. Gern nenne ich Ihnen aber ein Beispiel: J. S. Bach,
Kantate 10 Eingangs- und Schulßchorus.
Verdienst Die CDs sind ein großes Verdienst, das sich Pater Lorbeer und seine Schola Bellarmin erworben
hat. Sie gehören in den Kirchenmusik-Schrank einer jeden Kirche, die wöchentlich mit Laien Choral singt.
Denn die Chef-Kirchenmusiker dürfen auch einmal krank sein oder in Urlaub fahren. Dann hat die verwaiste
Schola eine Vorlage. Vielleicht gibt es demnächst eine Ergänzung? Der ein oder andere Gesang im Laufe
des Kirchenjahres ist gekürzt worden und könnte nachgetragen werden. – glaube mich zu erinnern: 1. Fastensonntag.
(nebenbei: hat Jemand einen Link für eine Audio-Datei der beiden Messordienarien von Henri du Mont, die
im Liber ususalis angegeben sind? gerne auch den Titel einer Musik-CD o.ä.)
Die Gregorianik kann 1. sehr wohl in den kirchlichen Volkssprachen gesungen werden, dafür gibt es hunderte
überzeugender Beispiele 2. 1.400 Jahre nach Gregor zu behaupten, die Gregorianik sei die bevorzugte Musik
des katholischen Gottesdienstes ist mehr als überzogen. Was das lächerliche „Konzil“ dazu sagt, ist
gänzlich gleichgültig. 3. Die Gregorianik hat keine „eigenen Tonarten“, sie verfügt über Modi, aus
denen bekanntlich Dur und Moll mit ihren 24 Tonarten hervorgegangen sind. 4. Insoferne ist die Gregorianik
auch für die herrliche Harmonik eines Elton John verantwortlich