Muttergottes
Höchst fragwürdig
Die erste Erscheinung hatte sie beim Radfahren. Dann gründete sie eine Gemeinschaft von 3.000 Mitgliedern. Jetzt hat sie der Vatikan gestoppt.
Das Geschäft mit den Marienerscheinungen blüht.
Das Geschäft mit den Marienerscheinungen blüht.
© Gwen Harlow, CC
(kreuz.net, London) Seit über zwanzig Jahren erklärt Patricia De Menezes (67) aus der Londoner Vorstadt Surbiton, die Muttergottes täglich zu sehen.

Doch jetzt hat der Vatikan erklärt, daß die von Frau De Menezes behaupteten Erscheinungen „höchst fragwürdig“ seien.

Das berichtete der US-Nachrichtendienst ‘Catholic News Service’.

Der Vatikan hat sich auch geweigert, die Statuten der Gemeinschaft zu approbieren, die Frau De Menezes gegründet hat.

Die Juwelen-Designerin Patricia De Menezes wurde als Patricia Warburton Adamson in der englischen Stadt Bristol geboren und ist eine Konvertitin aus dem Protestantismus.

Sie hat in der Vergangenheit erklärt, daß ihre übernatürlichen Erfahrungen im Jahr 1984 begannen, als sie beim Radfahren in der Nähe ihres Hauses die Worte hörte: „Ich bin das Brot des Lebens.“

Später sah sie in ihrem Garten unter einer Tanne angeblich Visionen von Maria, Jesus und Joseph und erhielt von ihnen Religionsunterricht.

Die Muttergottes soll ihr den Auftrag gegeben haben, der Kirche mitzuteilen, daß abgetriebene Kinder zu Märtyrern erklärt werden sollten.

Echte Marienerscheinungen
Die Herforder Vision ist die älteste Marienerscheinung nördlich der Alpen am Ende des ersten Jahrtausends.

Ein Hirte erhielt eine Botschaft der Gottesmutter für die Äbtissin des Herforder Frauenstiftes.In Guadalupe erschien die Gottesmutter 1531 dem 57jährigen Indio Juan Diego. Als der Indianer daraufhin beim Bischof war, entstand auf seinem Mantel wundersam ein Bild Mariens, das noch heute verehrt wird.Wappen der Kleinstadt Šiluva in Litauen. In Šiluva erschien Maria mit dem Jesuskind bitterlich weinend im Jahr 1608, als die Stadt zum Calvinismus abfiel.

Frau De Menezes gründete später die ‘Familie der göttlichen Unschuld’, die 3.000 Mitglieder in 43 Ländern umfaßt. Viele Mitglieder stammen aus der Lebensschutzbewegung.

Ihren Entscheid gegen die Visionen teilte die Glaubenskongregation dem Erzbischof von Southwark, Mons. Kevin McDonald, mit.

Das Erzbistum Southwark ist die Wohndiözese von Frau De Menezes.

Der Brief trägt das Datum vom 16. Juli und wurde von der Erzdiözese am 21. September veröffentlicht.

Das Schreiben bezeichnet die Behauptungen von Frau De Menezes als „übertrieben“ und „hysterisch“. Als Kritikpunkte werden vorgebracht:

• unangemessene Worte und Ausdrücke, die in den Texten der Erscheinungen Jesus zugeschrieben werden.

• problematische Forderungen zum Zustand abgetriebener Kinder.

• Angriffe gegen kirchliche Autoritäten, die eine „ungewöhnlich gewalttätige und bedrohende Sprache“ verwenden.

Weil die angeblichen Erscheinungen die geistlichen Grundlagen der ‘Familie der göttlichen Unschuld’ darstellten, ist die Spiritualität der Gemeinschaft nach Ansicht der Glaubenskongregation in ihren Wurzeln mit Fehlern behaftet.

Diese Spiritualität sei auch in den von der Gemeinschaft vorgeschlagenen Konstitutionen enthalten, die aus diesem Grund nicht approbiert werden könnten.

Besonders stört sich die Glaubenskongregation an der Behauptung, daß alle abgetriebenen Kinder automatisch Märtyrer seien:

„Wenn alle Opfer der Abtreibung Märtyrer wären, dann müßten alle Opfer des moralischen Bösen ebenso als Märtyrer bezeichnet werden.“

Frau De Menezes hat die Entscheidung des Vatikan nicht kommentiert.

Ihre Gemeinschaft strengte eine vatikanische Approbation der Statuen an, nachdem die Erzdiözese Southwark eine solche im Jahr 2001 abgelehnt hatte.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Dr. Otterbeck   00:16:43 | Mittwoch, 26. September 2007
Herr Lintner!
Sie schlagen die Frau de Mezenes und meinen Medjugorje??
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#8   misterunknown   23:18:18 | Dienstag, 25. September 2007
@Juergen
„Ich dachte immer, es wird kirchlicherseits nur beurteilt, ob die sog. Botschaften mit der kirchlichen Lehre in Einklang stehen…“
Das ist auch richtig! –
Es gibt jedoch eine einzige Besonderheit: Lourdes
An diese Erscheinungen erinnert der Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes, den die Kirche am 11. Februar feiert (g = nicht gebotener Gedenktag) – Die Aufnahme dieses Gedenktages in die Liturgie ist die höchste Form von Anerkennung, die es bislang zu Marienerscheinungen seitens der Kirche gab, und wie gesagt: nur Lourdes.
Ein Akt kirchlicher Anerkennung fand dort jedoch auch statt: Bischof Laurence erkennt am 18. Januar 1862, vier Jahre nach den Erscheinungen, diese im Namen der Kirche als echt an (Marmortafel in der Grotte) – Das ist jedoch kein Dogma…!
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#7   juergen   20:58:46 | Dienstag, 25. September 2007
Anerkennung?
Zur Frage der Anerkennung der Frau aller Völker in Amsterdam:
Werden jetzt Erscheinungen anerkannt?
Wenn eine Erscheinung anerkennt wird, muß dann jeder Katholik glauben, daß die Muttergottes dort wirklich leibhaftig gestanden hat?
Ist das ein Dogma?
–------
Ich dachte immer, es wird kirchlicherseits nur beurteilt, ob die sog. Botschaften mit der kirchlichen Lehre in Einklang stehen…
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#6   Bokrug †   19:51:29 | Dienstag, 25. September 2007
Warum die Juden Christus hätten anerkennen müssen und auch Wissen können, dass er der Messias war…!
Jesus Christus, das Wort Gottes, verkündete als LOGOS den Gottesnamen Abrahams, Isaaks und Jakobs…der da lautet EL und nicht JHWH. RUACH ELOHIM ist der Heilige Geist des Elohim.
Christus ist Menschensohn und Metathron sowie Anthropos-ANTHROPUS, Herr des Kosmos und Melchesidek.
Der Logos Christus kommt durchaus schon im Alten Testament vor – nämlich als Metathron („der neben dem Throne steht“). Darauf (auf Metatron bzw. Metathron) nämlich bezieht sich Jesus im Neuen Testament:
Mk 14,62 Jesus sagte: „Ich bin es. Und ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen“.
„Und ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen. Lk 4,4 Provokativ identifiziert sich Jesus in seinem Verhör vor dem Hohen Rat mit dem Menschensohn: „Da wandte sich der Hohepriester nochmals an ihn und fragte: Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten? Jesus sagte: Ich bin es. Und ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen. Da zerriß der Hohepriester sein Gewand und rief: Wozu brauchen wir noch Zeugen? Ihr habe die Gotteslästerung gehört.“ Markus 14, 60-63
Ferner: Auch der Heilige Geist bzw. Paraklet (Die Sonnenfrau aus der Apokalypse des Johannes im Neuen Testament, mit den Sternen über dem Haupt und dem Sichel-Mond zu ihren Füssen) wird schon im Alten Testament erwähnt: Als alttestamentarische „Sophia“, als
Weisheit und Braut Gottes.
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#5   Maurice Corvisier   19:31:55 | Dienstag, 25. September 2007
Nun ja, kreuz.net hat offenbar Bokrug.
Auch das geht aber vorbei, auch ohne Medikamente.
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#4   Bokrug †   19:28:11 | Dienstag, 25. September 2007
Talmud
Die verheerenden Auswirkungen des talmudischen Zinswuchers…
www.vergessene-bucher.de
www.michael-musil.de/…ermann/leseprobe.htm
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#3   zum Glück katholisch   19:22:36 | Dienstag, 25. September 2007
Frau aller Völker
Wie verhält es sich eigentlich mit der „Frau aller Völker“? Sin die Erscheinungen vom Heiligen Stuhl anerkannt oder nicht?
Und: Uas hat es mit der Marienerscheinung in Afrika zu tun? „Mutter vom Wort“ (Fotomeile). Wie schaut es dort mit der kirchlichen Anerkennung aus?
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#2   Artois †   11:15:37 | Dienstag, 25. September 2007
Echt bedeutet in diesem
Zusammenhang, daß die Aussagen der Seher nicht der kirchlichen bzw. der tradierten Lehre widersprechen.
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#1   Freinsberg   10:21:22 | Dienstag, 25. September 2007
Echte Erscheinungsorte?
(siehe Bild-Überschrift) Die Orte sind wohl echt, bei den Erscheinungen bin ich mir nicht so sicher.
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