Alte Messe
Warnung an die Bischöfe
Der Vatikan weiß ganz genau, daß liturgische Mißbräuche heute der Regelfall sind. Doch die junge Priestergeneration und ihre Sehnsucht nach der Alten Messe lassen hoffen.
Die Liturgie ist mehr ein Akt der Anbetung als des Intellekts.
Die Liturgie ist mehr ein Akt der Anbetung als des Intellekts.
(kreuz.net, Vatikan) Die Nachfrage junger Priester nach der Alten Messe ist ein „Zeichen der Zeit“ und ein „interessantes Phänomen“.

Das erklärte der Sekretär der Kongregation für die Liturgie, Erzbischof Albert Malcolm Ranjith Patabendige Don (59), in einem Interview vor der neokonservativen italienischen Tageszeitung ‘Il Foglio’.

Das Gespräch erschien am 14. September anläßlich des Inkrafttretens des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’.

Der Erzbischof betont, daß die jungen Priester, die sich für die Alte Messe interessieren, ihrer Berufung treu sein wollen.

Heute verlange das Priestertum mehr Opfer als früher: „Als wir ins Seminar gingen, war die allgemeine Atmosphäre doch viel stärker religiös geprägt als heute.“

Alte Messe im Oratorium St. Philipp Neri in London
Beim Einzug erfolgt eine paarweise Kniebeuge vor dem Allerheiligsten.Beim Einlegen des Weihrauchs wird der Priester von Diakon und Subdiakon unterstützt.Der Diakon beweihräuchert den Zelebranten.

Mons. Ranjith stellt fest, daß die junge Priestergeneration ihre Berufung stärker nach außen ausdrückt.

Als Beispiele nennt er ein traditionelleres Verständnis der Liturgie und das Tragen der Soutane oder anderer Priesterkleidung.

Gleichzeitig will der Erzbischof Priester, „die vielleicht nicht so viel Wert auf diese äußere Seite ihrer Identität legen“, nicht verurteilen: „Aber die Zeiten ändern sich.“

Die Jungen verlangten mehr Konsequenz. Ihr Enthusiasmus müsse ermutigt werden.
Erzbischof Ranjith:
Manche Bischöfe nehmen Liturgieskandale passiv hin oder ermutigen diese in einigen wenigen Fällen sogar.


Angesprochen auf die Angst vieler Priester und Laien, vom Recht auf die Alte Messe Gebrauch zu machen, winkte der Erzbischof ab:

„Ich sehe nichts, was wir fürchten müßten, denn Furcht bedeutet einen Mangel an Glauben.“

Zudem wäre es schwerwiegend, wenn ein Bischof aufgrund seines Ungehorsams gegenüber dem Papst ein schlechtes Beispiel gäbe.

Weltweite Liturgiemißstände

Die „Unordnung in der liturgischen Disziplin“ erachtet der Erzbischof als Problem. Dieser Zustand habe sich in weiten Teilen der Welt ausgebreitet.

Als Ursache nennt Erzbischof Ranjith eine „unzureichende liturgische Ausbildung“:

„Einige Priester kennen die eigentliche Bedeutung dessen, was gefeiert wird, nicht mehr.“ Sie würden eine „Liturgie des Selbermachens“ vertreten.

Der Erzbischof bedauert, daß „in einigen Fällen auch die Bischöfe unbeweglich und inkonsequent“ sind:

„Sie nehmen die Entwicklung passiv hin oder ermutigen eine solche Haltung in einigen wenigen Fällen sogar noch.“

Dazu komme die „ausgesprochen bornierte Haltung einiger Theoretiker“, die vergessen hätten, daß die Liturgie mehr ein Akt der Anbetung und weniger des Intellekts ist.

Mons. Ranjith kritisiert ferner den sogenannten Geist des Konzils, der sich nicht an die Dokumente halte.

In dessen Namen sei der Kirche großer Schaden zugefügt worden, „vor allem durch ein gewisses liturgisches Abenteurertum“.

Diese Diagnose versteht der Erzbischof nicht als eine Kritik des Konzils, sondern als Aufforderung, um sich den tatsächlichen Konzilsbeschlüssen zuzuwenden.

Der Erzbischof glaubt, daß man liturgische Fehlentwicklungen „auch“ über die Alte Messe heilen kann.

Man müsse aber den unvergänglichen Wert jeder Form des liturgischen Feierns – „vor allem der Neuen Messe“ – bekannt machen.

Der überlieferte Ritus werde die Neue Messe verbessern. Das wiederum führe zu einer Überwindung der theologischen Krise.

Eine vollständige Übersetzung des Interviews findet sich auf dem deutschsprachigen Weblog summorum-pontificum.de.
      
15 Lesermeinungen
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#15   Pünktchen   11:57:58 | Freitag, 28. September 2007
Aus dem Pfarrbrief der St. Josef Gemeinde in Mainz:
.
Hl. Messe im tridentinischen Ritus (Messe im überlieferten Ritus)
Mit Erlaubnis unseres Kardinals Karl Lehmann wird die Messe in unserer Pfarrei dienstags (18.00 Uhr) und sonntags (8.30 Uhr) im überlieferten Ritus gefeiert.
Genaue Vorgaben sind bei der Feier im alten Ritus einzuhalten und es darf keine Vermischung der Riten geben. So wird z.B. die Hl. Kommunion allein als Mundkommunion gereicht.
Die >>>> Homepage der Pfarrei St. Josef, Mainz www.st-joseph-mainz.de/<<<<
.
Adresse und Kontaktmöglichkeiten:
Pfarrgemeinde St. Joseph
Josefstr. 74
55118 Mainz
Tel.: 06131/611451
FAX: 06131/9725109
Der Pfarrer Josef Mohr hat die e-mail-Adresse:
pfarrer@st-joseph-mainz.de
Seine Tel.nr. lautet: 06131/9725108
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#14   misterunknown   01:29:52 | Donnerstag, 27. September 2007
@Fabianus
Haben Sie / hast Du noch weitere Verständnisfragen?
Stell sie gern hier, oder per Mail!
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#13   Fabianus   10:23:46 | Mittwoch, 26. September 2007
@misterunknown
Danke für die Erklärung!
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#12   zwobbel   08:17:31 | Mittwoch, 26. September 2007
Hat Mons. Ranjith zwobbels Beitrag gelesen?
Mons. Ranjith kritisiert ferner den sogenannten Geist des Konzils, der sich nicht an die Dokumente halte.
In dessen Namen sei der Kirche großer Schaden zugefügt worden, „vor allem durch ein gewisses liturgisches Abenteurertum“.
Diese Diagnose versteht der Erzbischof nicht als eine Kritik des Konzils, sondern als Aufforderung, um sich den tatsächlichen Konzilsbeschlüssen zuzuwenden.
Wahrscheinlich ist Mons. Ranjith von selbst drauf gekommen. Aber schelmischer Weise könnte man fragen, ob er wohl meinen Eintrag www.kreuz.net/bookentry.528.html
gelesen hatte?
Naja eigentlich weiß eigentlich jeder aufmerksame Beobachter, daß die Konzilsbeschlüsse kaum noch jemanden interessieren. Erst recht nicht die deutschen Bischöfe. Die fordern von Leuten die sich zum altem Ritus hingezogen fühlen ein Anerkennen des Vat.II. aber selbst handeln sie voll gegen so manche Bestimmung dieses Konzils. Was für ne Logik?!?!?!
„Sei du gefälligst gehorsam, ich bin es ja auch nicht.“ :-O :'(
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#11   athanasius1957   01:08:24 | Mittwoch, 26. September 2007
ad samurai et möchtegern-kathole
bzgl „abhauen der männer wd. der messe“ in der vorkonziliaren zeit:
die predigt wurde erst ab den fünfziger wieder nach dem evangelium gehalten. vorher war sie zwischen den messen.
der erste teil war im „altverständnis“ die missa catechumenorum.
das eigentliche meßopfer begann mit dem offertorium, wobei der kanon und die wandlung als erfüllung der sonntagspflicht angesehen wurde. (siehe auch die ostliturgie, wo heute noch der diakon beim beginn der opfermesse extra omnes ruft).
es kam aber noch ein kultureller aspekt hinzu. wochentags sah man(n) sich nicht und sonntags beim hochamt traf man(n) sich, um gemeindeprobleme oder geschäfte zu besprechen. nur wenige frauen waren zu diesem amt anwesend, da sie ja das mittagessen kochen mussten. für diese war das frühamt.
bis in die fünfziger anfang sechziger war es auch üblich, dass der bischof oder pfarrer die erlaubnis zur sonntäglichen feldarbeit von der kanzel verkündete oder an der kirchentür anschlug.
o^/
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#10   misterunknown   22:19:23 | Dienstag, 25. September 2007
@Artois
Danke! Gerne werde ich weitere Verständnisfragen beantworten, so gut ich es vermag. o^/
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#9   Artois †   22:09:16 | Dienstag, 25. September 2007
@misterunknown
Ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der Liturgie!
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#8   misterunknown   22:03:57 | Dienstag, 25. September 2007
@Fabianus
Sie beziehen sich sicher auf die Messfeier in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus:
Im Hochamt oder im Levitenamt mit Assistenz durch Diakon und Subdiakon (diese Funktionen können auch Priester übernehmen) intoniert der Zelebrant das Gloria, die Schola setzt dann mit dem gesang fort, nun betet der Priester mit Diakon und Subdiakon, die neben den Priester an den Altar treten, das vollständige Gloria. Da dies für gewöhnlich nicht so lange dauert, wie der Gesang der Schola begibt sich der Priester mit seiner Assistenz zu den Sedilien, um dort sitzend dem Gesang aufmerksam zu folgen. Auf ein Zeichen des Zeremoniars (leichte Verneigung zum Priester) erheben sie sich wieder und gehen zur Oration zum Altar. Ebenso wird beim Credo verfahren.
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#7   möchtegern-kathole   20:49:14 | Dienstag, 25. September 2007
@Ruhrgebietler
Kirchlich war und ist die Mission, nicht das (Büro-)Schwert. Das gilt auch bei den Modernisten.
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#6   r.ruhrgebietler   20:10:50 | Dienstag, 25. September 2007
sollte der Vatikan sich doch durchsetzen
gg. die V-II-Sektierer??
Lehmann, Algermissen & Konsorten??
und deren Ungehorsam??
sollte sich der Vatikan endlich durchsetzen und die hhlg. trid. Opfermesse als allgemein und verbindlich durchzusetzen??
hat der Vatikan nicht DOCH MITTEILUNGEN, aus denen die dringende NOTWENDIGKEIT der hhlg. Opfermesse hervorgeht? Und die in direktem Zusammenhang mit den Botschaften von Fatima stehen?!??!?!?!
zu durchsichtig als nur Zufall zu sein!
Gelobt sei Jesus Christus im allerheiligsten Altarsakrament!
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#5   Fabianus   19:50:44 | Dienstag, 25. September 2007
Warum
sitzen die Kleriker beim Gloria? Gibt es dafür eine liturgische Begründung? Danke den Antwortenden.
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#4   möchtegern-kathole   19:43:59 | Dienstag, 25. September 2007
@Samurai
ich kann bestätigen, was Sie schreiben, aus einer anderen gegen des deutschprachigen Raums. Vermutlich gab es solche Misstände zu jeder Zeit. Aber es geht nicht um den Intellekt. Die Messe ist das Opfer Christi, dem wir staunend beiwohnen dürfen, in dem Er verherrlicht wird, in dem wir Ihn anbeten. Sie können dabei auch den Rosenkranz beten, und werden doch der Gnaden teil, in dem Maße, in dem sie an der Messe teilhaben.
Das heisst nicht, dass man – wie es die „Reformer“ gemacht haben, absichtlich Fehler und Defizite in den Text einbauen darf.
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#3   Maurice Corvisier   19:20:21 | Dienstag, 25. September 2007
Ich kann das, was Sie schreiben, Samurai,
aus eigenem Erleben (aber nicht eigenem Tun – Geschenk, nicht Verdienst!) durchaus bestätigen: es hat wohl recht viele solcher Fälle gegeben. Das mag mehrere Gründe gehabt haben: sicher einen gewissen Verfall, der nicht weggelogen werden kann. Er war da. Und auch (selbst gehört): „…ist nicht so wichtig, wird doch bald alles geändert“ – das war so in den 60ern.
Es wird wohl so sein, daß wir erst durch den temporären Verlust der „tridentinischen“ Messe gelernt haben, sie (wieder) zu schätzen, zu lieben.
Was jetzt zu tun ist? Vielleicht: alles daran setzen, daß möglichst viele unserer Mitmenschen die „alte“, in Wirklichkeit wieder so junge Messe kennen- und lieben lernen. Ohne Aggression gegen den NOM (auch wenn ich ihn nicht „mögen“ kann und für defekt halte), einfach durch Einladung, Beispiel und Erklärung. Ich kenne so manchen, der durch die „alte“ Messe so ergriffen wurde, daß er sie ganz verinnerlicht hat, und ich kenne so manchen, der sie sich erst „erarbeiten“ mußte. Leider auch manchen, der sich aus Bequemlichkeit viel zu schnell verdrückt hat: schade.
Aus den Fehlern der Zeiten vor uns müssen wir eben lernen. Dazu sind sie da. Deshalb: nie wieder unandächtige, hingeleierte, abgefeierte und zeitlich abgesessene Messen. Deshalb: immer genau das Gegenteil.
Wenn einem erst einmal klar wird, was da geschieht…: mein Gott!
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#2   Samurai   18:56:04 | Dienstag, 25. September 2007
Thema: Alte Messe
Ich möchte hier keine der beiden Liturgien gegeneinander ausspielen, aber in Bezug auf die Vergesslichkeit (?) mancher Traditionalisten darauf hinweisen, daß es z.B. im Münsterland während der vorkonziliaren Zeit nicht selten vorkam, daß die Männer während (!) der Messe die Kirche verliessen, in die Wirtschaft vor Ort gingen und erst zur Wandlung / Kommunion wiederkamen.
Begründung:
Wir verstanden doch eh nicht, was dort gesagt wurde.
Und das haben mir mehrere Menschen erzählt, unabhängig voneinander.
Ebenso haben mir einmal zwei ältere Herren, seinerzeit Ministranten, erzählt, daß sie während der entsprechenden Passagen der Liturgie einfach etwas gemurmelt hätten, wenn sie den Text nicht mehr wussten („Das merkte sowieso niemand.“).
Samurai
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#1   Freinsberg   18:45:09 | Dienstag, 25. September 2007
Missbräuche?
Dass es liturgische Misstände gibt, bleibt unbestritten. Ich ärgere mich selbst oft genug über solche. Doch eine schleißig gefeierte NOM-Messe gegen eine perfekt gefeierte Messe nach dem alten Ritus auszuspielen halte ich für unfair. Wer die vorkonzilare Zeit so verklärt, leidet unter Vergesslichkeit.
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