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Dienstag, 1. Februar 2005 10:52
Ups!
Der deutsche „Grüne“ und bekennende Homosexuelle, Volker Beck, erklärte kürzlich, daß er sich angesichts der deutschen Geschichte nicht vorstellen könne, ein Gesetz zu machen, das Behinderte, Juden und Homosexuelle nicht schütze. Leserbrief an die linksliberale „Tageszeitung“ von Dr. Wilfried Haßelberg-Weyandt, Hamburg.
Liebe „taz“!

Am 22. Januar dieses Jahres fand ich in Ihrer Tageszeitung eine epd-Meldung. Darin las ich den folgenden Passus:

Volker Beck (Grüne) sagte, angesichts der deutschen Geschichte könne er es sich nicht vorstellen, ein Gesetz zu machen, das Behinderte, Juden und Homosexuelle nicht schütze.

Ich möchte Sie darauf hinweisen, daß diese Aussage die Schoah mit den Verbrechen der Nationalsozialisten gegen Homosexuelle gleichsetzt. Dadurch wird die nationalsozialistische Judenverfolgung mit dem Ziel instrumentalisiert, um auf einem gemeinsamen Konto Vorteile für die eigene parteipolitische Klientel einzufordern.

Auf seiner Homepage drückt sich der „Grüne“ Volker Beck etwas vorsichtiger aus. Dennoch. Trotz der durch die epd-Meldung bewirkten Öffentlichkeit, scheint es bisher keine Dementis dieser in der „taz“ abgedruckten Meldung bedurft zu haben.

Es sind bereits einige Tage vergangen, ohne daß ich trotz aufmerksamer Beobachtung einen öffentlichen Sturm hätte bemerken können.

Sie erinnern sich, daß das unlängst beim Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, anders war. Der Kardinal wurde von den Medien an den Pranger gestellt und beschuldigt, die Opfer der Schoah beleidigt zu haben, weil er in seiner Dreikönigspredigt unter anderen Adolf Hitler beschuldigte, sich am Leben verfehlt und Millionen Menschen vernichtet zu haben.

Wenn ich mich richtig erinnere, hat der Kardinal in keiner Weise Vergleiche angestellt. Wie muß ich mir dann erklären, daß eine wirkliche Gleichsetzung und tatsächliche Relativierung der Schoah in der von der „taz“ veröffentlichten Meldung in der Öffentlichkeit unbeanstandet bleibt?
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 50 Lesermeinungen:
Sonntag, 6. Februar 2005 18:28
Yersinia: @Fiore: nein, das beseutet nicht die Möglichkeit der Umpolung
sondern die Tatsache, dass sexuelle Orientierung und „soziales Geschlecht“ eben nichts fix Festgelegtes sind; das heißt aber für den einzelnen Menschen noch nicht, dass die sexuelle Orientirung grundsätzlich so variabel und gestaltbar sei; die Erkenntnis selbst spricht eher gegen „Laun und Co“.
Donnerstag, 3. Februar 2005 07:15
FioreGraz: @Yersina
Das besagt Sexualforschungen ala Dr. Laun. Und wie sttn schon sagt diese von christlichen als neueste Erkentnis und Behandlungsmethoden propagierten Dinge, gabs schon in den 50er, 60er und 70er Jahren und dort versuchte man es mit dem gleichen Methoden Massenhaft, und die Folgen davon schwere Depressionen, Neurosen, Selbstmorde… Man sollte wenn man einen „Bi“ „umgepolt“ hat dies nicht als Riesenerfolg hinstellen das wäre ein glatter Schwindel. Das wäre genauso wie wenn ich jemanden der sowieso kein Fleisch mag und nur abundzu ein „Schnitzerl“ ißt davon Überzeuge gar kein Fleisch zu essen und das dann als Rieserfolg meiner „Überzeugungskraft“ feiere.

Zu Pädophilie
Pädophilie ist eine psychische Krankheit sie ist keine angeborene Neigung. Man kann sie mit der Persönlichkeitentwicklung und deren bildende Faktoren in Verbindung bringen, was man bei Homosexualität nicht kann. Weiters ist die Pädophilie bereits von ihren Symptomen und Zielen (was verfolgt der Patient unterbewusst) eine starke Persönlichkeitsstörung.

LG
Fiore
Mittwoch, 2. Februar 2005 21:47
sttn: @Yersinia
Ganz so stimmt das mit der Festlegung nicht. Es gibt sehr viele bei denen die Umpolung nicht funktioniert hat, es gibt wiederum einige bei denen es anscheinend funktioniert (mit einer sehr großen Rückfallquote).
Leider werden alle über einen Kamm gekehrt – so ist das Motto „Ich hab gehört da gibt es einen der umgepolt wurde also muß es auch bei Dir klappen“ gerade in christlichen Kreise sehr beliebt.
Es wird halt übersehen das es um einen Mensch steht. Das ist ein komplexes Wesen und keine Maschine die man einfach umprogrammieren kann. Die Folgen sind Fatal, Selbstmordversuche etc…
Deshalb muß man das Thema sehr behutsam angehen und den Menschen respektieren um den es geht. Und man muß es auch verstehen das es auch durchaus normal ist Homosexuell zu sein…
Mittwoch, 2. Februar 2005 20:10
1+1=7: @yersinia das stimmt, aber einer Neigung
nachzugeben ist schon ein Willensakt.
Die Neigung zur Pädophilie; woher kommt die eigentlich?
ist das auch veranlagt?
Mittwoch, 2. Februar 2005 19:57
Yersinia: @schulz: dass die Juden „Gott nicht kennen“
ist schlichter Unsinn!
Mittwoch, 2. Februar 2005 19:54
Yersinia: @Fiore: wobei die Sexualforschung heute weiß, dass
die sexuelle Orientierung eines Menschen durchaus nicht lebenslang festgelegt sein muß; ganz im Gegenteil gibt es da ein sehr breites Spektrum zwischen homo-, bi- und heterosexuell; dass aber homosexuelle „Veranlagung“ keinen „Willensakt“ darstellt, kann wohl jede/r an sich selbst nachvollziehen.
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