Exkommunizierte Schwestern
Das sind gute, gute Frauen, die Gott lieben
Vor über zwanzig Jahren geriet ein Kloster in den Einflußbereich der kanadischen „Armee Mariens“. Jetzt ist das Kloster dieser ins Schisma gefolgt.
Sind die exkommunizierten Ordensschwestern fromme Verführte?
Sind die exkommunizierten Ordensschwestern fromme Verführte?
© Trey Ratcliff, CC
(kreuz.net) Der Administrator der Diözese Little Rock, Prälat J. Gaston Hebert, hat sechs Klosterfrauen eines Klosters exkommuniziert, die der in Kanada gegründeten Ordensgemeinschaft Armee Mariens nahestanden.

Das Bistum Little Rock ist seit dem 27. Juni 2006, als der letzte Diözesanbischof, Mons. James Peter Sartain (55), nach Joliet versetzt wurde, vakant.

Little Rock ist die Hauptstadt des südlichen US-Bundesstaates Arkansas.

Die Armee Mariens wurde Mitte September von der Glaubenskongregation definitiv als schismatische Gruppe bezeichnet.

Grund dafür sind ihre Irrlehren über die Trinität und die Muttergottes.

Das Kloster der jetzt exkommunizierten Schwestern heißt Our Lady of Charity and Refuge und befindet sich in der Stadt Hot Springs in der Diözese Little Rock. Insgesamt gehören acht Schwestern zu dem Kloster.

Über die Exkommunikation der Schwestern berichtete das Diözesanblatt ‘Arkansas Catholic’.

Es handelt sich um die erste Exkommunikation in der Geschichte der Diözese Little Rock. Diese wurde im November 1843 gegründet.

Die exkommunizierten Klosterfrauen sind Schwester Mary Gerard Lalancette, Schwester Mary Thomas O’Keefe, Schwester Marietta Fecteau, Schwester Mary Anne Lalancette, Schwester Mary Theresa Dionne und die Oberin, Schwester Theresa Marie Lalancette.

Sie haben sich schon vor zwanzig oder dreißig Jahren der „Gemeinschaft der Frau aller Völker“, die auch als „Armee Mariens“ bekannt ist, angenähert.

2.000 Mitglieder der Armee Mariens vor der Rosenkranzbasilika, Lourdes 1984.
2.000 Mitglieder der Armee Mariens vor der Rosenkranzbasilika, Lourdes 1984.
Die „Armee Mariens“ wurde von Marie-Paul Giguere (86) gegründet. Frau Giguere hält sich für eine Art Reinkarnation der Muttergottes.

Diözesanadministrator Hebert besuchte die inzwischen exkommunizierten Schwestern und ihren Spiritual, Pfarrer Erik Pohlmeier, am 18. September.

Hw. Pohlmeier ist auch Pfarrer der Pfarreien St. John und St. Mary in Hot Springs.

Der Prälat gab den Schwestern acht Tage Bedenkfrist, um sich für die Kirche oder für die „Armee Mariens“ zu entscheiden.

Am Abend des 25. Septembers kehrte er in das Kloster zurück. Von den acht Schwestern gingen sechs ins Schisma.

Zwei altersschwache Schwester, eine schon bald 90jährig, konnten sich nicht mehr „wissend und bewußt“ dafür entscheiden, bei der „Armee Mariens“ zu bleiben und wurden darum nicht exkommuniziert.

Prälat Hebert:
„Irgendwann fielen sie in die Hände der Armee Mariens und wurden von dieser häretischen Lehre eingelullt und getäuscht.“
Für Prälat Hebert war der Bruch ein schmerzlicher Augenblick: „Diese Schwestern sind meine Freunde. Ich habe sie mein ganzes Leben gekannt.“

Drei der exkommunizierten Klosterfrauen sind leibliche Schwestern. Sie kamen vor mehr als fünfzig Jahre von Quebec nach Arkansas.

Schwester Mary Thomas ist die einzige US-Staatsbürgerin unter den Schwestern. Sie leitet die Kindertagesstätte, die zum Kloster gehört.

Prälat Hebert erklärte, daß das Kloster von der Diözese nicht mehr anerkannt wird. Er rief die katholischen Gläubigen auf, die Gemeinschaft nicht mehr zu unterstützen.

Der Tabernakel in der Kapelle der Schwestern wurde geräumt.

Schwester Mary Theresa Dionne:
„Wir hoffen, daß die Kirche ihre Augen öffnen wird, bevor es zu spät ist.“
Den exkommunizierten Schwestern ist es nicht mehr erlaubt, die Heilige Kommunion zu empfangen.

Prälat Hebert stammt selber aus Hot Springs und wirkte im Jahr 2005 als Kaplan der Klosterfrauen:

„Ich kenne die Schwestern seit meiner Kindheit. Das sind gute, gute Frauen, die Gott lieben und der Gemeinschaft auf eine wunderbare Weise gedient haben.“

„Aber irgendwann fielen sie in die Hände der Armee Mariens und wurden von dieser häretischen Lehre eingelullt und getäuscht.“

Das Kloster Our Lady of Charity and Refuge wurde im September 1908 von fünf Schwestern begründet, die aus dem französischsprachigen Teil Kanadas stammten.

Zeitweise lebten bis 27 Schwestern in dem Kloster. Bis zum Jahr 1968 betrieben die Schwestern ein Mädcheninternat, eine Handelsschule und eine Wäscherei.

Seit 2001 führen sie eine Kindertagesstätte besonders für Familien im unteren Einkommensbereich.

Im Kloster der Schwestern befand sich auch die Kapelle der Ewigen Anbetung. Sie wird jetzt an einem anderen Ort eingerichtet.

Das Kloster ist eine unabhängige Gemeinschaft, die mit keinem anderen Kloster außerhalb des Bundesstaates Arkansas verbunden ist.

Schwester Mary Theresa Dionne (82), eine der exkommunizierten Klosterfrauen, erklärte vor einer Nachrichtenagentur: „Wir hoffen, daß die Kirche ihre Augen öffnen wird, bevor es zu spät ist.“

Die „Armee Mariens“ sei Gottes Werk durch Maria.

Die Gründerin der Armee Mariens als 18 und 64jährige.
Die Gründerin der Armee Mariens als 18 und 64jährige.
Die Schwester erklärte, nicht zu wissen ob die Gründerin der „Armee Mariens“ eine Reinkarnation der Muttergottes sei. Aber sie sei davon überzeugt, daß die Muttergottes durch sie kommuniziere.

Pater Eric Roy, der Superior der „Armee Mariens“ hat inzwischen erklärt, daß sich Frau Giguere nicht für eine Reinkarnation der Muttergottes halte:

„Ich würde eher sagen, daß die Jungfrau Maria von ihrer Seele Besitz ergriffen hat.“
      
14 Lesermeinungen
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#14   Artois †   10:49:51 | Dienstag, 2. Oktober 2007
@Müller
Ja, natürlich. Leider fehlt auch hier oft der kirchliche Sinn.
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#13   Müller   10:44:47 | Dienstag, 2. Oktober 2007
@Artois:
Halten Sie Ihre Definition von manichäischer Glaubenslehre bezüglich dem Landorganisten dann noch aufrecht (von wegen unkritischem Gehorsam gegenüber von dem, was von denen da oben kommt), wenn es sich um Anhänger Lefebvres handelt?
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#12   Artois †   17:53:45 | Montag, 1. Oktober 2007
@Don Camillo
Was ist denn an den Aussagen des Landorganisten gnostisch-manichäischer Glaubensbegriff? Können Sie das mir als nicht Erleuchtetem erklären?
Ich gehe mal davon aus, daß Ihre Frage ein wenig ironisch gestellt ist. Ich habe die postings des Landorganisten nicht verfolgt, es hat aber den Abschein, daß er der irrigen Meinung ist, daß er auf der Seite des Papstes a) automatisch auf der richtigen Seite steht und b) natürlich ebenso automatsich die katholische Position vertritt.
Das würde ich als „manichäisch“ bezeichnen, katholisch ist es jedenfalls nicht – katholisch ist eher das Gegenteil, ein gesundes Mißtrauen dem gegenüber, was „die da oben“ so anstellen …
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#11   Don Camillo   17:40:01 | Montag, 1. Oktober 2007
@Artois
Was ist denn an den Aussagen des Landorganisten gnostisch-manichäischer Glaubensbegriff? Können Sie das mir als nicht Erleuchtetem erklären?
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#10   nonnobisdomine   17:30:53 | Montag, 1. Oktober 2007
Ich grüße den …
Papst Landorganist I.
Aber ein wirklich römisch-katholischer Christ ist er mit seinen Ansichten nicht.
Höchstens ein lauer Christ …
^-^
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#9   Artois †   14:34:30 | Montag, 1. Oktober 2007
@Landorganist
Natürlich, Sie haben recht. Als wirklicher Katholik grenze ich mich bewusst von den Pius-Brüdern ab. Ich unterstütze gem. den römischen Vorgaben diesen Verein nicht. Deren Anführer sind nunmal exkommuniziert und vom Sakramentenempfang ausgeschlossen. Die Priester sind suspendiert. Gläubige, die in diesem Verein die wahre Kirche meinen zu sehen, ziehen sich, so wie Sie, Nonno, die Exkommunikation automatisch zu. Somit grenze ich mich natürlich auch von Ihnen ab. Sie sind draußen. Sehen Sie’s doch endlich ein.
Diese Aussage disqualifiziert Sie als „wirklicher Katholik“. Ihr Problem ist, daß Sie einen letztlich gnostisch-manichäischen Glaubensbegriff kultivieren und somit gar nicht katholisch sind, jedenfalls ausweislich ihrer postings hier, die sie ja anscheinend freiwilllig einstellen. Ich rate Ihnen, dieses Problem mal in der Beichte zur Sprache zu bringen, damit sie nicht noch weiter auf Abwege geraten. Tun Sie Buße!
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#8   landorganist   14:30:36 | Montag, 1. Oktober 2007
@nonno
Natürlich, Sie haben recht. Als wirklicher Katholik grenze ich mich bewusst von den Pius-Brüdern ab. Ich unterstütze gem. den römischen Vorgaben diesen Verein nicht. Deren Anführer sind nunmal exkommuniziert und vom Sakramentenempfang ausgeschlossen. Die Priester sind suspendiert. Gläubige, die in diesem Verein die wahre Kirche meinen zu sehen, ziehen sich, so wie Sie, Nonno, die Exkommunikation automatisch zu. Somit grenze ich mich natürlich auch von Ihnen ab. Sie sind draußen. Sehen Sie’s doch endlich ein.
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#7   nonnobisdomine   14:08:04 | Montag, 1. Oktober 2007
Landorganist ist ein …
HETZPREDIGER.
Er will mit seinen Aussagen Grenzen ziehen und ausgrenzen.
Nicht nur in diesem Thread.
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#6   landorganist   14:05:20 | Montag, 1. Oktober 2007
Dann verharren die
Schwestern wohl in dem gleichen Zustand wie die Pius-Brüder, oder besser gesagt, deren Anführer. Vom Sakramentenempfang ausgeschlossen!
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#5   Benedikt   12:54:25 | Montag, 1. Oktober 2007
Anmerkung
Es musss allerdings noch bemerkt werden, dass eine nun über 15-monatige Sedisvakanz auch nicht gerade kurz ist. ME dauern die Sedisvakanzen viel zu lange. Und wenn man dann manchmal noch sieht, was als Ergebnis herauskommt, dann stellt man sich noch mehr Fragen…
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#4   sacerdos helveticus   12:39:13 | Montag, 1. Oktober 2007
Erst seit einem Jahr vakant!
Benedikt hat recht. Die Diözese Little Rock ist seit einem guten Jahr ohne Bischof und wird von einem Diözesanadministrator geführt, seit der frühere Bischof von Little Rock nach Joliet, Illinois versetzt wurde.
Hier die Darstellung auf der Homepage der Diözesel:
The Diocese of Little Rock is without a bishop. Bishop J. Peter Sartain, the most recent bishop of the diocese, was installed as bishop of Joliet, Ill., on June 27, 2006. In canon law, the period of time a diocese is without a bishop is referred to as „sede vacante“ (literally „the seat is vacant“).
Until the pope appoints a new bishop, the diocese is governed by a diocesan administrator. Msgr. J. Gaston Hebert was elected to this position by the diocesan College of Consultors on June 29, 2006.
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#3   Benedikt   12:13:43 | Montag, 1. Oktober 2007
@ maliems
wieso ist das Bistum nach 7 Jahren noch vakant?
das stimmt doch auch im Vatikan irgendetwas nicht.
Da stimmt was im Artikel nicht. Die Diözese ist vakant, seit Bischof James Peter Sartain im Mai 2006 nach Joliet in Illinois transferiert wurde.
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#2   nonnobisdomine   11:44:48 | Montag, 1. Oktober 2007
Ist diese Armee Mariens identisch …
… mit der sogenannten „MI“ (= Militia Immaculate)ß
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#1   maliems   11:36:11 | Montag, 1. Oktober 2007
Vakanz
wieso ist das Bistum nach 7 Jahren noch vakant?
das stimmt doch auch im Vatikan irgendetwas nicht.
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