11:01:01 | Montag, 1. Oktober 2007
Vor über zwanzig Jahren geriet ein Kloster in den Einflußbereich der kanadischen „Armee Mariens“. Jetzt ist das Kloster dieser ins Schisma gefolgt.

Sind die exkommunizierten Ordensschwestern fromme Verführte?
© Trey Ratcliff, CC(kreuz.net) Der Administrator der Diözese Little Rock, Prälat J. Gaston Hebert, hat sechs Klosterfrauen
eines Klosters exkommuniziert, die der in Kanada gegründeten Ordensgemeinschaft Armee Mariens nahestanden.
Das Bistum Little Rock ist seit dem 27. Juni 2006, als der letzte Diözesanbischof, Mons. James Peter
Sartain (55), nach Joliet versetzt wurde, vakant.
Little Rock ist die Hauptstadt des südlichen US-Bundesstaates
Arkansas.
Die Armee Mariens wurde Mitte September von der Glaubenskongregation definitiv
als schismatische
Gruppe bezeichnet.
Grund dafür sind ihre Irrlehren über die Trinität und die Muttergottes.
Das Kloster
der jetzt exkommunizierten Schwestern heißt Our Lady of Charity and Refuge und befindet sich in der Stadt
Hot Springs in der Diözese Little Rock. Insgesamt gehören acht Schwestern zu dem Kloster.
Über die
Exkommunikation der Schwestern berichtete das Diözesanblatt ‘Arkansas Catholic’.
Es handelt sich um
die erste Exkommunikation in der Geschichte der Diözese Little Rock. Diese wurde im November 1843 gegründet.
Die exkommunizierten Klosterfrauen sind Schwester Mary Gerard Lalancette, Schwester Mary Thomas O’Keefe,
Schwester Marietta Fecteau, Schwester Mary Anne Lalancette, Schwester Mary Theresa Dionne und die Oberin,
Schwester Theresa Marie Lalancette.
Sie haben sich schon vor zwanzig oder dreißig Jahren der
„Gemeinschaft
der Frau aller Völker“, die auch als „Armee Mariens“ bekannt ist, angenähert.

2.000 Mitglieder der Armee Mariens vor der Rosenkranzbasilika, Lourdes 1984.
Die „Armee Mariens“ wurde
von Marie-Paul Giguere (86) gegründet. Frau Giguere hält sich für eine Art Reinkarnation der Muttergottes.
Diözesanadministrator Hebert besuchte die inzwischen exkommunizierten Schwestern und ihren Spiritual,
Pfarrer Erik Pohlmeier, am 18. September.
Hw. Pohlmeier ist auch Pfarrer der Pfarreien St. John und St.
Mary in Hot Springs.
Der Prälat gab den Schwestern acht Tage Bedenkfrist, um sich für die Kirche oder
für die „Armee Mariens“ zu entscheiden.
Am Abend des 25. Septembers kehrte er in das Kloster zurück.
Von den acht Schwestern gingen sechs ins Schisma.
Zwei altersschwache Schwester, eine schon bald 90jährig,
konnten sich nicht mehr „wissend und bewußt“ dafür entscheiden, bei der „Armee Mariens“ zu bleiben und
wurden darum nicht exkommuniziert.
Prälat Hebert:
„Irgendwann fielen sie in die Hände der Armee Mariens
und wurden von dieser häretischen Lehre eingelullt und getäuscht.“
Für Prälat Hebert war der Bruch
ein schmerzlicher Augenblick: „Diese Schwestern sind meine Freunde. Ich habe sie mein ganzes Leben gekannt.“
Drei der exkommunizierten Klosterfrauen sind leibliche Schwestern. Sie kamen vor mehr als fünfzig Jahre
von Quebec nach Arkansas.
Schwester Mary Thomas ist die einzige US-Staatsbürgerin unter den Schwestern.
Sie leitet die Kindertagesstätte, die zum Kloster gehört.
Prälat Hebert erklärte, daß das Kloster
von der Diözese nicht mehr anerkannt wird. Er rief die katholischen Gläubigen auf, die Gemeinschaft
nicht mehr zu unterstützen.
Der Tabernakel in der Kapelle der Schwestern wurde geräumt.
Schwester
Mary Theresa Dionne:
„Wir hoffen, daß die Kirche ihre Augen öffnen wird, bevor es zu spät ist.“
Den exkommunizierten
Schwestern ist es nicht mehr erlaubt, die Heilige Kommunion zu empfangen.
Prälat Hebert stammt selber
aus Hot Springs und wirkte im Jahr 2005 als Kaplan der Klosterfrauen:
„Ich kenne die Schwestern seit
meiner Kindheit. Das sind gute, gute Frauen, die Gott lieben und der Gemeinschaft auf eine wunderbare
Weise gedient haben.“
„Aber irgendwann fielen sie in die Hände der Armee Mariens und wurden von dieser
häretischen Lehre eingelullt und getäuscht.“
Das Kloster Our Lady of Charity and Refuge wurde im September
1908 von fünf Schwestern begründet, die aus dem französischsprachigen Teil Kanadas stammten.
Zeitweise
lebten bis 27 Schwestern in dem Kloster. Bis zum Jahr 1968 betrieben die Schwestern ein Mädcheninternat,
eine Handelsschule und eine Wäscherei.
Seit 2001 führen sie eine Kindertagesstätte besonders für
Familien im unteren Einkommensbereich.
Im Kloster der Schwestern befand sich auch die Kapelle der Ewigen
Anbetung. Sie wird jetzt an einem anderen Ort eingerichtet.
Das Kloster ist eine unabhängige Gemeinschaft,
die mit keinem anderen Kloster außerhalb des Bundesstaates Arkansas verbunden ist.
Schwester Mary Theresa
Dionne (82), eine der exkommunizierten Klosterfrauen, erklärte vor einer Nachrichtenagentur: „Wir hoffen,
daß die Kirche ihre Augen öffnen wird, bevor es zu spät ist.“
Die „Armee Mariens“ sei Gottes Werk
durch Maria.

Die Gründerin der Armee Mariens als 18 und 64jährige.
Die Schwester erklärte, nicht zu wissen ob die Gründerin der „Armee Mariens“ eine Reinkarnation
der Muttergottes sei. Aber sie sei davon überzeugt, daß die Muttergottes durch sie kommuniziere.
Pater
Eric Roy, der Superior der „Armee Mariens“ hat inzwischen erklärt, daß sich Frau Giguere nicht für
eine Reinkarnation der Muttergottes halte:
„Ich würde eher sagen, daß die Jungfrau Maria von ihrer
Seele Besitz ergriffen hat.“
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