16:44:01 | Sonntag, 30. September 2007
Der Päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog belügt sich und die Öffentlichkeit. Von Ramon Laux.

Papst Benedikt XVI. trug in der Blauen Moschee im November 2006 weiße Hausschuhe.
(kreuz.net) Drei Tage nach den September- Anschlägen auf drei Objekte in den USA kannte der damalige
Bischof von Limburg, Mons. Franz Kamphaus, schon Täter und Motive:
„Die Brutstätten für solche Taten
sind in den Slums von Karatschi und Kabul zu suchen.“
Dabei war schon 2001 bekannt, daß muslimische
Terroristen vorwiegend Intellektuelle sind oder der reichen Oberschicht angehören.
Auch die 19 Attentäter
vom 11. September 2001 stammten aus diesen Kreisen. 15 von ihnen waren wohlhabende Saudiarabier.
Dennoch
verbreiten kirchliche Verlautbarungen bis heute den marxistischen Gedanken, wonach die muselmanische Gewalt
auf „Massenarmut in islamischen Ländern und andere gravierende soziale Mißstände“ zurückgehe.
Die
Folgerung aus diesem Ansatz ist, daß der islamische Terrorismus mit mehr Hilfsgeldern ausgetrocknet werden
könnte. Doch daran glauben heute nur noch wenige.
Im Jahr 2003 publizierte die deutsche Bischofskonferenz
die Arbeitshilfe „Christen und Muslime in Deutschland“. Dort werden die „bis heute spürbaren Folgewirkungen
europäischer Kolonialherrschaft“ für den Haßausbruch gegen westliche Länder und Völker verantwortlich
gemacht.
Die Gewalt afghanischer Taliban gegen Buddhastatuen sowie die blutigen Kämpfe islamischer Gruppen
untereinander können solche Theorien nicht erklären.
Diesen historisch-materialistischen Interpretationen
ist gemeinsam, daß sie die Islam-Religion von dem Verdacht reinwaschen, Ursache des Terrorismus zu sein.
Die politisch-korrekte Bekenntnisformel lautet: Der Islam ist an und für sich friedlich und fromm, dialog-
und demokratiefähig.
Islamisch motivierte Gewalttaten entstehen aus externen Bedingungen. Sie sind Verzerrungen
der reinen islamischen Lehre.
Dieses Weltbild wird durch zwei Problemstränge infragegestellt.
Jugendforscher
beobachten seit zehn Jahren bei islamfrommen türkischen Jugendlichen in Deutschland eine zunehmende Gewaltbereitschaft.
Diese ist weder durch Kolonialunterdrückung noch durch materielle Not erklärbar.
Nach einer
Studie
aus dem Jahr 1997 stimmten mehr als ein Viertel der befragten 1200 deutsch-türkischen Jugendlichen dem
Satz zu:
„Gewalt ist gerechtfertigt, wenn es um die Durchsetzung des islamischen Glaubens geht.“
23
Prozent der Befragten war sogar bereit, den zu töten, „der gegen den Islam kämpft“.
Diese beunruhigenden
Daten von dem renommierten Bielefelder Jugendforscher Wilhelm Heitmeyer (62) werden in der Öffentlichkeit
verharmlost und verdrängt.
Grund: Sie widersprechen dem gewünschten Islam-Weltbild.
Ist die reine
Lehre des Islam vielleicht doch nicht so unschuldig an den Gewaltausbrüchen moslemischer Glaubensbrüder?
Von dieser Frage lassen sich Politik, Medien und Kirche nicht beunruhigen: Sie glauben fest zu wissen,
was der wahre Islam ist.
Die Kirche hat hierzu wichtige Vorarbeiten geleistet. So unterstreicht das Zweite
Vatikanum gemeinsame Lehren und Aufgaben von Christentum und Islam.
In diesem Geist der Religionsversöhnung
sandte der Päpstliche Rat für den interreligiösen Dialog kürzlich den „lieben muslimischen Freunden
zum frohen Fest des Id al-Fitr“ – dem Ramadan-Fastenbrechen – eine Grußbotschaft.
Das Ziel: eine „größere
Solidarität und Brüderlichkeit“.
Im Brief heißt es, daß alle „Mitglieder der Religionen“ die Pflicht
hätten, als „Diener des Allmächtigen“ für den Frieden zu arbeiten und Gewalt abzulehnen.
Letztere
könne nie einen religiösen Beweggrund haben. Sie verletze das Ebenbild Gottes im Menschen und fordere
Opfer unter Unschuldigen.
Das sieht der Koran nicht unbedingt so:
Erstens gilt die christliche Bezeichnung
des Menschen als Ebenbild Gottes als eine Beleidigung Allahs.
Ferner ist Gewalt gegen Ungläubige unter
bestimmten Bedingungen erlaubt. Denn einen echten Frieden gibt es nur unter der Herrschaft des Islam.
Der Forderung nach freier Religionsausübung oder Gewissensfreiheit werden die Muselmanen eilfertig beipflichten
und den Koran-Satz zitieren: „In Glaubensdingen gibt es keinen Zwang.“
Aber in islamischen Ländern werden
christliche Konvertiten weiterhin bedroht.
Ohne Erwähnung der koranischen Gewaltaufrufe sind alle Menschenrechtsbekundungen
billige Wortgeschenke.
Der vatikanische Dialog der Blauäugigkeit ist eine Form der Selbstbelügung.
Denn er verwendet Begriffe wie Allmächtiger, Frieden, Menschenrechte, Unschuldige in einem zweideutigen
Sinn.
Christentum und Islam verwenden dieselben Wörter – und meinen damit etwas Anderes.
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