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Dienstag, 1. Februar 2005 07:51
Der Papst richtet sich an die Legionäre Christi und an ihren Gründer
Die Legionäre Christi erlebten in den vergangenen Jahren einen kometenhaften Aufstieg. Zur Zeit tagt in Rom ihr Generalkapitel. Nach 64 Jahren trat der Gründer als Generaloberer der Kongregation zurück.
(kreuz.net/LC, Rom) Gestern richtete Papst Johannes Paul II. eine Botschaft an das Generalkapitel der Legionäre Christi. Das Generalkapitel tagt gegenwärtig in Rom. Die „Legionäre Christi“ sind eine 1941 in Mexiko gegründete Ordensgemeinschaft, die sich derzeit sehr stark ausbreitet.

In Rom führt die Kongregation eine eigene Päpstliche Hochschule und ein großes Priesterseminar. Römische Beobachter sehen in den Legionären Christi und ihrer militärischen Erscheinungsform eine Neuauflage der Jesuiten, wie sie bis in die 60er Jahre hinein noch existierten.

Nach den Worten des Papstes ist das Generalkapitel für die Legionäre Christi „ein wichtiges Ereignis, um das eigene Gründungscharisma zu erneuern, um mit dankbarem Herzen Gottes große Werke zu bewundern, die er in eurer Geschichte getan hat, und um gemäß eurer Spiritualität den heutigen Herausforderungen für die Kirche zu begegnen, stets in Gemeinschaft mit der großen Vielfalt von Charismen, die der Heilige Geist im Lauf der Geschichte ausgegossen hat.“

In seinen Schreiben geht der Papst auch auf die historische Wachtablösung ein, die sich in der Kongregation der Legionäre Christi zugetragen hat. Letzte Woche nahm der greise Gründer des Institutes, Pater Marcial Maciel (84) die Wiederwahl zum Generaloberen nicht mehr an. Im zweiten Wahlgang wurde darum Pater Álvaro Corcuera (47) als neuer Generalsuperior der Kongregation gewählt.

„Ihr befindet euch in einem historischen Augenblick für das Leben der Ordensgemeinschaft, die jetzt in eine neue Phase tritt“, meint der Papst in seinem Schreiben: „Ihr hattet das Glück, 64 Jahre lang unter der Führung eures Gründers voranzuschreiten.“

„Ihr seid gewachsen und habt euch bis zur Reife entwickelt. Jetzt müßt ihr euren Weg unter der Leitung des neuen Generaldirektors fortsetzen. Doch die väterliche Zuneigung und Erfahrung von Pater Maciel, der auf eine neue Amtszeit verzichtet hat, werden euch weiter begleiten.“

Johannes Paul II. erinnert sich auch an seinen eigenen Beitrag zur Geschichte der Kongregation: „Ich durfte mehrmals persönlich am Leben eurer Kongregation Anteil haben, so durch die endgültige Approbation der Konstitutionen im Juni 1983 und erst kürzlich, als ich die Statuten der Bewegung Regnum Christi approbiert habe.“

Die Laienbewegung „Regnum Christi“ zählt über 65.000 Mitglieder. Sie wurde 1949 von P. Maciel gegründete. Die Mitglieder des „Regnum Christi“ sind verheiratete oder konsekrierte Laien, sowie Diakone und Weltpriester.

Am vergangen Donnerstag zelebrierte der Kurienerzbischof Franc Rodé CM in der Basilika der Legionäre Christi in Rom ein Pontifikalamt. Erzbischof Rodé ist der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gemeinschaften des apostolischen Lebens.

Mit dem Erzbischof konzelebrierten Pater Marcial Maciel, Pater Álvaro Corcuera, der neue Generalobere, sowie die übrigen 47 Kapitulare, die am gegenwärtigen Generalkapitel teilnehmen. An der Heiligen Messe nahmen auch die Ordensleute der Kongregation und die geweihten Mitglieder der Bewegung „Regnum Christi“, die ihn Rom leben, teil.

In seiner Predigt wandte sich Erzbischof Rodé an den Ordensgründer: „Ein besonderer Gruß gilt auch P. Marcial Maciel, der das von Gott auserwählte Werkzeug war, um eines der größten geistlichen Vorhaben in der Kirche des 20. Jahrhunderts zu vollbringen.“

Weiter fügte er hinzu: „Geschätzter P. Maciel, Sie haben die Aufgabe des Generaldirektors mehr als 60 Jahre lang mit großer Klugheit, Weisheit und Festigkeit ausgeübt. Mit dem legitimen Bewußtsein, Ihre Pflicht als ein wahrhafter Legionär Christi erfüllt zu haben, lassen Sie nun die Leitung der Kongregation in jüngeren Händen, wobei Sie weiterhin die Wertschätzung und Dankbarkeit Ihrer Söhne im Geist begleitet.“

„Ich bin sicher, daß die Treue zu den so genau formulierten Regeln, die Sie der Kongregation hinterlassen haben und die sie zu einem Vorbild von Harmonie und Reife machen, weiterhin in den Legionären Christi aufstrahlen werden als ein leuchtendes Licht für die künftigen Generationen.“
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