Der Papst richtet sich an die Legionäre Christi und an ihren Gründer
Die Legionäre Christi erlebten in den vergangenen Jahren einen kometenhaften Aufstieg. Zur Zeit tagt in Rom ihr Generalkapitel. Nach 64 Jahren trat der Gründer als Generaloberer der Kongregation zurück.
(kreuz.net/LC, Rom) Gestern richtete Papst Johannes Paul II. eine Botschaft an das Generalkapitel der
Legionäre Christi. Das Generalkapitel tagt gegenwärtig in Rom. Die „Legionäre Christi“ sind eine 1941
in Mexiko gegründete Ordensgemeinschaft, die sich derzeit sehr stark ausbreitet.
In Rom führt die Kongregation
eine eigene Päpstliche Hochschule und ein großes Priesterseminar. Römische Beobachter sehen in den
Legionären Christi und ihrer militärischen Erscheinungsform eine Neuauflage der Jesuiten, wie sie bis
in die 60er Jahre hinein noch existierten.
Nach den Worten des Papstes ist das Generalkapitel für die
Legionäre Christi „ein wichtiges Ereignis, um das eigene Gründungscharisma zu erneuern, um mit dankbarem
Herzen Gottes große Werke zu bewundern, die er in eurer Geschichte getan hat, und um gemäß eurer Spiritualität
den heutigen Herausforderungen für die Kirche zu begegnen, stets in Gemeinschaft mit der großen Vielfalt
von Charismen, die der Heilige Geist im Lauf der Geschichte ausgegossen hat.“
In seinen Schreiben geht
der Papst auch auf die historische Wachtablösung ein, die sich in der Kongregation der Legionäre Christi
zugetragen hat. Letzte Woche nahm der greise Gründer des Institutes, Pater Marcial Maciel (84) die Wiederwahl
zum Generaloberen nicht mehr an. Im zweiten Wahlgang wurde darum Pater Álvaro Corcuera (47) als neuer
Generalsuperior der Kongregation gewählt.
„Ihr befindet euch in einem historischen Augenblick für das
Leben der Ordensgemeinschaft, die jetzt in eine neue Phase tritt“, meint der Papst in seinem Schreiben:
„Ihr hattet das Glück, 64 Jahre lang unter der Führung eures Gründers voranzuschreiten.“
„Ihr seid
gewachsen und habt euch bis zur Reife entwickelt. Jetzt müßt ihr euren Weg unter der Leitung des neuen
Generaldirektors fortsetzen. Doch die väterliche Zuneigung und Erfahrung von Pater Maciel, der auf eine
neue Amtszeit verzichtet hat, werden euch weiter begleiten.“
Johannes Paul II. erinnert sich auch an
seinen eigenen Beitrag zur Geschichte der Kongregation: „Ich durfte mehrmals persönlich am Leben eurer
Kongregation Anteil haben, so durch die endgültige Approbation der Konstitutionen im Juni 1983 und erst
kürzlich, als ich die Statuten der Bewegung Regnum Christi approbiert habe.“
Die Laienbewegung „Regnum
Christi“ zählt über 65.000 Mitglieder. Sie wurde 1949 von P. Maciel gegründete. Die Mitglieder des
„Regnum Christi“ sind verheiratete oder konsekrierte Laien, sowie Diakone und Weltpriester.
Am vergangen
Donnerstag zelebrierte der Kurienerzbischof Franc Rodé CM in der Basilika der Legionäre Christi in Rom
ein Pontifikalamt. Erzbischof Rodé ist der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Institute
des geweihten Lebens und die Gemeinschaften des apostolischen Lebens.
Mit dem Erzbischof konzelebrierten
Pater Marcial Maciel, Pater Álvaro Corcuera, der neue Generalobere, sowie die übrigen 47 Kapitulare,
die am gegenwärtigen Generalkapitel teilnehmen. An der Heiligen Messe nahmen auch die Ordensleute der
Kongregation und die geweihten Mitglieder der Bewegung „Regnum Christi“, die ihn Rom leben, teil.
In
seiner Predigt wandte sich Erzbischof Rodé an den Ordensgründer: „Ein besonderer Gruß gilt auch P.
Marcial Maciel, der das von Gott auserwählte Werkzeug war, um eines der größten geistlichen Vorhaben
in der Kirche des 20. Jahrhunderts zu vollbringen.“
Weiter fügte er hinzu: „Geschätzter P. Maciel,
Sie haben die Aufgabe des Generaldirektors mehr als 60 Jahre lang mit großer Klugheit, Weisheit und Festigkeit
ausgeübt. Mit dem legitimen Bewußtsein, Ihre Pflicht als ein wahrhafter Legionär Christi erfüllt zu
haben, lassen Sie nun die Leitung der Kongregation in jüngeren Händen, wobei Sie weiterhin die Wertschätzung
und Dankbarkeit Ihrer Söhne im Geist begleitet.“
„Ich bin sicher, daß die Treue zu den so genau formulierten
Regeln, die Sie der Kongregation hinterlassen haben und die sie zu einem Vorbild von Harmonie und Reife
machen, weiterhin in den Legionären Christi aufstrahlen werden als ein leuchtendes Licht für die künftigen
Generationen.“
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