392 Priester mehr + Verfolgter chinesischer Erzbischof von den Behörden bestattet + Hinterhältige Kardinäle + Klage wegen erzwungener Kinderabtreibung + Die Geschichte seiner Vertreibung aus Rom
392 Priester mehr
Vatikan. Ende 2003 gab es weltweit 405.450 Priester. Das berichtet das statistische
Amt des Vatikan. Ein Jahr zuvor, am 31. Dezember 2002, waren es 392 Priester weniger. Angaben über das
Jahr 2004 liegen noch keine vor. 2003 wurden weltweit 9.317 Männer zu Priestern geweiht. 2002 waren es
9.247. Dagegen ist die Zahl der Seminaristen im gleichen Zeitraum von 112.643 auf 112.373 gesunken. Neben
den Klerikern stieg auch die Zahl der Getauften. Den stärksten Gläubigenzuwachs verzeichnete Afrika
mit 4,5 Prozent. In Europa blieb die Zahl der Gläubigen unverändert. 49,8 Prozent aller Katholiken der
Welt leben in Amerika. Fast genau ein Viertel der Katholiken lebt in Europa. In Afrika leben 13,2 Prozent
aller Katholiken und in Asien 10,4 Prozent.
Verfolgter chinesischer Erzbischof von den Behörden bestattet
China. Der chinesische Untergrundbischof, Mons. John Gao Kexian, ist am 24. Januar im Alter von 81 Jahren
im städtischen Krankenhaus der Stadt Bingzhou verstorben. Das berichtete die Nachrichtenagentur „AsiaNews“.
Bingzhou befindet sich in der ostchinesischen Küstenprovinz Shandong. Als offizielle Todesursache gaben
die Behörden eine „natürliche Ursache“ an. Eine Autopsie des Leichnams wurde verweigert. Darum kann
Foltern als Todesursache nicht ausgeschlossen werden. Die Teilnahme an der staatlichen Bestattung des
Bischofs, die ohne religiöse Zeremonien verlief, wurde den Angehörigen und Gläubigen verweigert. Der
Diözesanbischof, der die letzten fünf Jahre seines Lebens im Gefängnis saß, wurde schon seit dem letzten
September für tot gehalten. Zur Zeit befinden sich noch zwei weitere chinesische Bischöfe im Kerker
der chinesischen Kommunisten.
Hinterhältige Kardinäle
Italien. Letztes Jahr hat der britische Fernsehsender
BBC eine Zeichentrickserie auf Druck der katholischen Kirche zurückgenommen. Darin hopst der Papst auf
einem Steckenpferd herum und ist von hinterhältigen Kardinälen umgeben. In diesem Frühjahr will der
italienische Satellitenkanal „CanalJimmy“ zehn der kirchenfeindlichen Serien ausstrahlen. Das berichtete
die britische Tageszeitung „The Independent“. Die Räumlichkeiten des Satellitenkanals befinden sich in
Rom unweit des Vatikans. Medienbeobachter erklären, daß der obskure Kanal auf einen Medienskandal hofft,
um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu wecken und in Italien bekannter zu werden.
Klage wegen erzwungener
Kinderabtreibung
Südafrika. Eine jetzt 19-jährige Kellnerin aus Pretoria, die vor vier Jahren schwanger
wurde und deren Kind abgetrieben wurde, geht vor Gericht. Angeklagt ist der damals 32 Jahre alte Vater
des getöteten Kindes. Er hatte die junge Mutter zu einer Abtreibung gezwungen. Die Klage liegt zur Zeit
beim Obersten Südafrikanischen Gerichtshof in Pretoria. Die 19-Jährige verlangt umgerechnet 190.000
Euro Schadenersatz. Neben der erzwungenen Kinderabtreibung ist auch die Tatsache erwähnt, daß der Geschlechtsverkehr
ihres damals doppelt so alten Freundes illegal war. Die Klägerin erklärt, nach der Kinderabtreibung
einen Persönlichkeitswandel durchgemacht zu haben. Sie habe auch einen psychischen, physischen und emotionalen
Schaden erlitten. Außerdem hätten Eßstörungen begonnen, wodurch sie ihre Schulausbildung abbrechen
mußte.
Die Geschichte seiner Vertreibung aus Rom
Schweiz. Nach einem Artikel in der Nordschweizer „Basler
Zeitung“ veröffentlicht der Franziskanerkonventuale Josef Imbach in Kürze ein neues Buch. Darin erzählt
der Priester die „Geschichte seiner Vertreibung aus Rom“. Das Buch sei das „beeindruckende Zeugnis eines
hartnäckigen Optimisten über Macht, Kirche und Moral“, meint der Artikel. Pater Imbach schreibe über
den „Glauben an die Macht“ und über die „Macht des Glaubens“. 1995 hatte Pater Imbach sein Buch „Wunder.
Eine existentielle Auslegung“ publiziert. Daran äußerte die Glaubenskongregation 1998 heftige Kritik.
Sie stellte die Tatsache heraus, daß der Franziskanerpater die Gottheit Christi und die Existenz von
Wundern leugne. In seinem Buch lehne der Pater außerdem das kirchliche Lehramt ab und disqualifiziere
die Evangelien als „Erzählungen“. 2002 wurde Pater Imbach als Professor an der päpstlichen Universität
Seraphicum suspendiert.
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1 Lesermeinung
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#1 Laurentius2 08:04:40 | Mittwoch, 2. Februar 2005
Bischof Kexian – Kardinal Mindszenty Es beschämt mich, wie heldenhaft die römischen Katholiken in China
ins Martyrium gehen und in unseren Breitengraden wird in puncto China nur über die weise und kluge Vereinigung
mit der chinesischen patriotischen Kirche (katholisch?) geredet. Warum biedert sich der europäische Klerus
nur überall dem Staat an ? Wie war das noch mit Kardinal Mindszenty ?