Hw. Guido Marini
„Eine wahre Gnade für mein Priestertum“
Der neue Zeremonienmeister des Papstes hat eine steile kirchliche Karriere hinter sich. In seiner ersten Stellungnahme erwähnte er auch Kardinal Giuseppe Siri.
Hw. Guido Marini in der Tageszeitung 'Avvenire' der italienischen Bischofskonferenz.
Hw. Guido Marini in der Tageszeitung ‘Avvenire’ der italienischen Bischofskonferenz.
(kreuz.net) Er ist 42jährig. Bisher war er Kanzler, Zeremonienmeister, Dekan der Kanoniker, Spiritual am Priesterseminar und Professor für Kirchenrecht.

Jetzt wird Hw. Guido Marini der neue päpstliche Zeremonienmeister.

Am 2. Oktober publizierte die Mailänder Tageszeitung ‘Avvenire’, die der Bischofskonferenz gehört, ein Portrait des Neuernannten. Es stammt aus der Feder von Salvatore Mazza.

Nach Mazza hat Hw. Marini seine Ernennung „mit Besorgnis“ aber auch mit der Gewißheit akzeptiert, daß „die Möglichkeit, die mir gegeben wurde, neben dem Papst zu stehen, eine wahre Gnade für mein Priestertum sein wird“.

Hw. Marini wurde im Jahr 1965 in Genua geboren. Nach der klassischen Matura trat er ins dortige Priesterseminar ein. Er wurde am 4. Februar 1989 zum Priester geweiht.

Nachher promovierte er an der Päpstlichen Lateranuniversität in weltlichem und kirchlichem Recht.

Dieses Jahr erhielt er von der Päpstlichen Universität der Salesianer in Rom außerdem einen Abschluß in Psychologie.

Von 1988 bis 2003 war Hw. Marini Privatsekretär von vier Erzbischöfen in Genua, die Kardinäle Giovanni Canestri (bis 1995), Dionigi Tettamanzi (bis 2002) und Tarcisio Bertone (bis 2006), der gegenwärtig als Staatssekretär im Vatikan amtet.

Dem gegenwärtigen Staatssekretär dürfte Hw. Marini seine Ernennung zu verdanken haben.

Den letzten drei Erzbischöfen von Genua diente Hw. Marini auch als Zeremonienmeister.

Er verfaßte für die liturgischen Zelebrationen in der Kathedrale die Begleitbücher und gründete das Collegium Laurentianum, eine Vereinigung von Freiwilligen, die sich um den Ordnungsdienst in der Kathedrale von Genua kümmert.

Von 2003 bis 2005 war Hw. Marini Direktor des Schulamtes der Erzdiözese.

Von 1996 bis 2001 amtete er als gewähltes Mitglied des Priesterrates.

Nach seiner Ernennung zum Erzbischöflichen Kanzler im Jahr 2005 wurde er Mitglied des Bischofsrates.

Seit 1992 unterrichtet er in der Genueser Abteilung der Facoltà Teologica dell’Italia settentrionale – der Theologischen Fakultät von Norditalien.

Im Jahr 2002 wurde er zum Kanoniker der Kathedrale von San Lorenzo in Genua ernannt. Schon ein Jahr später war er der Dekan der Kanoniker.

Seit 2004 war er Spiritual am Priesterseminar von Genua.

Hw. Marini hat verschiedene Bücher zur Spiritualität und Artikel in Zeitschriften verfaßt.

Seelsorgerlich tätig war er vor allem im Bereich der Predigt, der Seelenführung, der Begleitung von Jugendgruppen und als Spiritual einiger Schwesterngemeinschaften.

In einer kurzen Stellungnahme anläßlich seiner Ernennung erwähnte Hw. Marini auch den ehemaligen Erzbischof von Genua, Giuseppe Kardinal Siri († 1989):

„Ich glaube, daß auch er, der die Liturgie so sehr geliebt und gefördert hat, zufrieden ist, zu sehen, wie einer seiner Priester, die er ins Seminar aufgenommen hat, berufen wurde, dieses Amt auszuüben.“

Giuseppe Kardinal Siri von Genua
Mons. Giuseppe Siri wird im März 1944 als 37jähriger Weihbischof der Erzdiözese Genua.Im Mai 1946 wird Mons. Giuseppe Siri als Vierzigjähriger Erzbischof von Genua. Bild um 1960.
Im Erzbistum wird es bis zum Tod des Kardinals im Jahr 1989 keine Volksaltäre geben.Kardinal Giuseppe Siri in den 70er Jahren mit der nach dem Zweiten Vatikanum abgeschafften Cappa magna.

Sein 1980 auf Italienisch (Deutsch 1982) erschienenes Buch "Gethsemani" ist eine Abrechnung mit Theologen wie Karl Rahner († 1984) und Henri de Lubac († 1991).
      
16 Lesermeinungen
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#16   Alois Bischof   14:49:53 | Freitag, 5. Oktober 2007
Kardinal Siri ist sowohl den
Neokonservativen und sogar den Sedisvakantisten ein Übel. Er hat z.B. auf lateinisch die neuen liturgischen Bücher angenommen, jedoch keine Revolution erlaubt.
Von ihm stammt auch folgende Aussage:
„Wäre unsere Katholische Kirche nicht göttlich, so hätte dieses [II. Vatikanische] Konzil sie beerdigt.“ (In: Gethsemane, 1977.)
Er war sehr wohl kritisch gegenüber dem II. Vatikanum als Ratzinger, der ja selber Konzilsprogressist war. Siri aber sympathisierte mit dem „Coetus“.
Aber 1988 hat er nicht die Handlung von seinem Freunde Erzbischof Lefebvre mitvollzogen.
Wäre Siri 1958 inthronisiert als Papst, so hätten wir niemals das Konzil gehabt. Ja, vielleicht heute oder 1992 hätten wir es gehabt. Dafür aber hätten die Ostblock-Sozialisten die Kirche nóch stärker verfolgt als 1960.
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#15   Marsilius Ficinus   13:57:02 | Freitag, 5. Oktober 2007
Hermeneutik der Kontinuität
Was sollte schlimm daran sein, dass sich der neue Zeremoniar des Hl. Vaters auch Kard. Siri verbunden fühlt? Man müsste ganz genau hinschauen, ob der entsprechende Kardinal ein prinzipieller Gegner des Konzils war, was ich so nicht glaube, oder ob er nur die Entwicklung der nachkonziliaren Zeit kritisch begleitete, die manchmal weniger durch die Texte als durch den imaginären Geist des Konzils geprägt war. Der Hl. Vater wird sich bestimmt keinen radikalen Gegner des Konzils als neuen Zeremoniar aussuchen, wohl aber jemand, der wie er selbst auch eine Hermeneutik der Kontinuität vertritt, der nicht meint, dass bei aller Wichtigkeit des Konzils die Kirchengeschichte erst mit diesem beginnt u. s. w. Unter diesem Blickwinkel kann man den Wechsel nämlich auch sehen. Und eine kleine Erwähnung Kard. Siris ist nun kein Sakrileg. Denn dass es sich um einen geachteten und anerkannten Kardinal handelte, wer will das leugnen? Und mal ehrlich: Es wäre für die Papstliturgie viel bedenklicher, hätte Guido Marini statt Kard. Siri z. B. Roland Breitenbach aus Schweinfurt oder andere Protagonisten der Hermeneutik des Bruches genannt;-) Entschuldigung für den kleinen Seitenhieb, es ist nicht böse gemeint. Aber ich bin sicher, noch viele andere, denen die würdige und sakrale Feier der römischen Liturgie am Herzen liegt, werden den kleinen Scherz verstehen. Nichts für ungut.
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#14   Rüdesheim   13:28:41 | Freitag, 5. Oktober 2007
Heinz Josef
Kann mich ihrem Kommentar nur anschließen!
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#13   Heinz Josef   11:02:07 | Freitag, 5. Oktober 2007
Kardinal Siri
Nun es dürfen alle Namen genannt werden. Wenn kreuz.net hier sachlich richtig berichtet hat, dann hat der künftige Zeremonienmeister Siri besonders hervorgehoben. Siri steht für eine Gruppe die das 2.Vaticanum zumindest kritisch sah und den Weg Johannes XXIII und Paul VI kritisch sahen. Er galt einst als Papst-Kandidat des konservativen Lagers. Wenn Marini ihn hier nennt ist schon recht deutlich wie er denkt.
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#12   Benedikt   10:44:46 | Freitag, 5. Oktober 2007
@ Rüdesheim
Wie begründen Sie, dass die Namen von ehemaligen Bischöfen nicht mehr genannt werden dürfen? Ist das eine neue Form der Zensur? Haben diese Bischöfe sich etwas zuschulden kommen lassen?
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#11   Rüdesheim   06:20:50 | Freitag, 5. Oktober 2007
Maliems
Kardinal Siri steht für eine ganz bestimmte Richtung innerhalb der Kirche, und wenn Msgr. Marini ihn erwähnt, hat er das wohl mit Bedacht (extra) gemacht!
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#10   Bokrug †   00:33:15 | Freitag, 5. Oktober 2007
@Anti-Modernist: Konkrete Zahlen…
de.indymedia.org/2004/11/97765.shtml
Aber die Geschichte lässt sich nicht verkehren.
John Foster Dulles, Staatssekretär unter Eisenhower, arbeitete während der Phase der Geldwäsche mit P. Bush bei der Harriman Company. Der Kauf von 8 Mio $ in Gold für die Nazis und die Verschiffung weiterer 3 Mio nach Deutschland wurde aufgedeckt. Allen Foster Dulles (Bruder von John) war Direktor der CIA deren Verbindungen dann aufgedeckt wurden. So dokumentiert Martin Lee in „ das Erwachen der Bestie „, dass die Sicherheitsdienste der USA zahlreiche Altnazis hohen Ranges zur Spionage in der Sowjet Union während des Kalten Krieges rekrutiert hatten (Ausserdem hatte es auch Finanztranaktionen Prescott Bush’s mit Josef Stalin gegeben) .
www.fromthewilderness.com/…ys_imperialism.shtml
www.reformation.org/wall-st-ch3.html
Original transfer slip dated March 9, 1933 from AccumulatorenFabrik to Delbrück, Schíckler Bank in Berlin, with instructions to pay 25; 000 RM to the „Nationale Treuhand“ fund, administered by Hjalmar Schacht and Rudolph Hess to elect Hitler in March 1933.
Gunther Quandt, the dominant shareholder (75 percent) of Accumulatoren, was also a director of German General Electric.
Source: Nuremburg Military Tribunal, document NI-391-395.
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#9   turk   23:33:21 | Donnerstag, 4. Oktober 2007
Klingt sehr vielversprechend
Diese Ernennung scheint auf den ersten Blick äußerst positiv.
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#8   maliems   22:06:26 | Donnerstag, 4. Oktober 2007
@rüdesheim
was ist dabei? kard. siri zu erwähnen? das normalste der welt.
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#7   raindance1 †   20:53:22 | Donnerstag, 4. Oktober 2007
fleissig
gut hochgearbeitet hat er sich ja wirklich…das ist einer von denen, die immer zur rechten Zeit am rechten Ort das richtige sagen oder tun…und wenn es nicht wirklich das richtige war, dann zumindest das was man von ihm hören wollte…
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#6   Don Camillo   18:49:47 | Donnerstag, 4. Oktober 2007
Wie hat er
denn in seinem kurzen Priesterleben all das im Artikel geschilderte tun können? Das ist ja gewaltig!!!
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#5   Rüdesheim   17:29:35 | Donnerstag, 4. Oktober 2007
Hyazinth
Verraten sie mir bitte, was da vielversprechend sein soll???
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#4   Hyazinth   17:27:00 | Donnerstag, 4. Oktober 2007
Höchst
vielversprechend!
Gottes Segen für sein neues Amt!!!!
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#3   Rüdesheim   17:22:25 | Donnerstag, 4. Oktober 2007
Von Marini zu Marini
Das der „neue“ Marini Kardinal Siri erwähnt, spricht ja nicht unbedingt für ihn!
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#2   Benedikt   16:20:05 | Donnerstag, 4. Oktober 2007

Von 1988 bis 2003 war Hw. Marini Privatsekretär von vier Erzbischöfen in Genua, die Kardinäle Giovanni Canestri (bis 1995), Dionigi Tettamanzi (bis 2002) und Tarcisio Bertone (bis 2006), der gegenwärtig als Staatssekretär im Vatikan amtet.
Das ist ja ein Kommen und Gehen in Genua…
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#1   Tridentinus   16:11:52 | Donnerstag, 4. Oktober 2007
The Pope
in Red!? :-)
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