„Eine wahre Gnade für mein Priestertum“
Der neue Zeremonienmeister des Papstes hat eine steile kirchliche Karriere hinter sich. In seiner ersten Stellungnahme erwähnte er auch Kardinal Giuseppe Siri.

Jetzt wird Hw. Guido Marini der neue päpstliche Zeremonienmeister.
Am 2. Oktober publizierte die Mailänder Tageszeitung ‘Avvenire’, die der Bischofskonferenz gehört, ein Portrait des Neuernannten. Es stammt aus der Feder von Salvatore Mazza.
Nach Mazza hat Hw. Marini seine Ernennung „mit Besorgnis“ aber auch mit der Gewißheit akzeptiert, daß „die Möglichkeit, die mir gegeben wurde, neben dem Papst zu stehen, eine wahre Gnade für mein Priestertum sein wird“.
Hw. Marini wurde im Jahr 1965 in Genua geboren. Nach der klassischen Matura trat er ins dortige Priesterseminar ein. Er wurde am 4. Februar 1989 zum Priester geweiht.
Nachher promovierte er an der Päpstlichen Lateranuniversität in weltlichem und kirchlichem Recht.
Dieses Jahr erhielt er von der Päpstlichen Universität der Salesianer in Rom außerdem einen Abschluß in Psychologie.
Von 1988 bis 2003 war Hw. Marini Privatsekretär von vier Erzbischöfen in Genua, die Kardinäle Giovanni Canestri (bis 1995), Dionigi Tettamanzi (bis 2002) und Tarcisio Bertone (bis 2006), der gegenwärtig als Staatssekretär im Vatikan amtet.
Dem gegenwärtigen Staatssekretär dürfte Hw. Marini seine Ernennung zu verdanken haben.
Den letzten drei Erzbischöfen von Genua diente Hw. Marini auch als Zeremonienmeister.
Er verfaßte für die liturgischen Zelebrationen in der Kathedrale die Begleitbücher und gründete das Collegium Laurentianum, eine Vereinigung von Freiwilligen, die sich um den Ordnungsdienst in der Kathedrale von Genua kümmert.
Von 2003 bis 2005 war Hw. Marini Direktor des Schulamtes der Erzdiözese.
Von 1996 bis 2001 amtete er als gewähltes Mitglied des Priesterrates.
Nach seiner Ernennung zum Erzbischöflichen Kanzler im Jahr 2005 wurde er Mitglied des Bischofsrates.
Seit 1992 unterrichtet er in der Genueser Abteilung der Facoltà Teologica dell’Italia settentrionale – der Theologischen Fakultät von Norditalien.
Im Jahr 2002 wurde er zum Kanoniker der Kathedrale von San Lorenzo in Genua ernannt. Schon ein Jahr später war er der Dekan der Kanoniker.
Seit 2004 war er Spiritual am Priesterseminar von Genua.
Hw. Marini hat verschiedene Bücher zur Spiritualität und Artikel in Zeitschriften verfaßt.
Seelsorgerlich tätig war er vor allem im Bereich der Predigt, der Seelenführung, der Begleitung von Jugendgruppen und als Spiritual einiger Schwesterngemeinschaften.
In einer kurzen Stellungnahme anläßlich seiner Ernennung erwähnte Hw. Marini auch den ehemaligen Erzbischof von Genua, Giuseppe Kardinal Siri († 1989):
„Ich glaube, daß auch er, der die Liturgie so sehr geliebt und gefördert hat, zufrieden ist, zu sehen, wie einer seiner Priester, die er ins Seminar aufgenommen hat, berufen wurde, dieses Amt auszuüben.“
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Freitag, 5. Oktober 2007 14:49
Alois Bischof: Kardinal Siri ist sowohl den
Neokonservativen und sogar den Sedisvakantisten ein Übel. Er hat z.B. auf lateinisch die neuen liturgischen
Bücher angenommen, jedoch keine Revolution erlaubt.
Von ihm stammt auch folgende Aussage:
„Wäre unsere Katholische Kirche nicht göttlich, so hätte dieses [II. Vatikanische] Konzil sie beerdigt.“ (In: Gethsemane, 1977.)
Er war sehr wohl kritisch gegenüber dem II. Vatikanum als Ratzinger, der ja selber Konzilsprogressist war. Siri aber sympathisierte mit dem „Coetus“.
Aber 1988 hat er nicht die Handlung von seinem Freunde Erzbischof Lefebvre mitvollzogen.
Wäre Siri 1958 inthronisiert als Papst, so hätten wir niemals das Konzil gehabt. Ja, vielleicht heute oder 1992 hätten wir es gehabt. Dafür aber hätten die Ostblock-Sozialisten die Kirche nóch stärker verfolgt als 1960.
Von ihm stammt auch folgende Aussage:
„Wäre unsere Katholische Kirche nicht göttlich, so hätte dieses [II. Vatikanische] Konzil sie beerdigt.“ (In: Gethsemane, 1977.)
Er war sehr wohl kritisch gegenüber dem II. Vatikanum als Ratzinger, der ja selber Konzilsprogressist war. Siri aber sympathisierte mit dem „Coetus“.
Aber 1988 hat er nicht die Handlung von seinem Freunde Erzbischof Lefebvre mitvollzogen.
Wäre Siri 1958 inthronisiert als Papst, so hätten wir niemals das Konzil gehabt. Ja, vielleicht heute oder 1992 hätten wir es gehabt. Dafür aber hätten die Ostblock-Sozialisten die Kirche nóch stärker verfolgt als 1960.
Freitag, 5. Oktober 2007 13:57
Marsilius Ficinus: Hermeneutik der Kontinuität
Was sollte schlimm daran sein, dass sich der neue Zeremoniar des Hl. Vaters auch Kard. Siri verbunden fühlt? Man müsste ganz genau hinschauen, ob der entsprechende Kardinal ein prinzipieller Gegner des Konzils war, was ich so nicht glaube, oder ob er nur die Entwicklung der nachkonziliaren Zeit kritisch begleitete, die manchmal weniger durch die Texte als durch den imaginären Geist des Konzils geprägt war. Der Hl. Vater wird sich bestimmt keinen radikalen Gegner des Konzils als neuen Zeremoniar aussuchen, wohl aber jemand, der wie er selbst auch eine Hermeneutik der Kontinuität vertritt, der nicht meint, dass bei aller Wichtigkeit des Konzils die Kirchengeschichte erst mit diesem beginnt u. s. w. Unter diesem Blickwinkel kann man den Wechsel nämlich auch sehen. Und eine kleine Erwähnung Kard. Siris ist nun kein Sakrileg. Denn dass es sich um einen geachteten und anerkannten Kardinal handelte, wer will das leugnen? Und mal ehrlich: Es wäre für die Papstliturgie viel bedenklicher, hätte Guido Marini statt Kard. Siri z. B. Roland Breitenbach aus Schweinfurt oder andere Protagonisten der Hermeneutik des Bruches genannt
Entschuldigung für den kleinen Seitenhieb, es ist nicht böse gemeint. Aber ich bin sicher, noch viele andere, denen die würdige und sakrale Feier der römischen Liturgie am Herzen liegt, werden den kleinen Scherz verstehen. Nichts für ungut.
Freitag, 5. Oktober 2007 13:28
Rüdesheim: Heinz Josef
Kann mich ihrem Kommentar nur anschließen!
Freitag, 5. Oktober 2007 11:02
Heinz Josef: Kardinal Siri
Nun es dürfen alle Namen genannt werden. Wenn kreuz.net hier sachlich richtig berichtet hat, dann hat der künftige Zeremonienmeister Siri besonders hervorgehoben. Siri steht für eine Gruppe die das 2.Vaticanum zumindest kritisch sah und den Weg Johannes XXIII und Paul VI kritisch sahen. Er galt einst als Papst-Kandidat des konservativen Lagers. Wenn Marini ihn hier nennt ist schon recht deutlich wie er denkt.
Freitag, 5. Oktober 2007 10:44
Benedikt: @ Rüdesheim
Wie begründen Sie, dass die Namen von ehemaligen Bischöfen nicht mehr genannt werden dürfen? Ist das eine neue Form der Zensur? Haben diese Bischöfe sich etwas zuschulden kommen lassen?
Freitag, 5. Oktober 2007 06:20
Rüdesheim: Maliems
Kardinal Siri steht für eine ganz bestimmte Richtung innerhalb der Kirche, und wenn Msgr. Marini ihn erwähnt, hat er das wohl mit Bedacht (extra) gemacht!
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