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Samstag, 3. November 2007 13:21
Gang und gäbe
Neokonservative wollen gerne glauben machen, daß die liturgischen Mißstände im Neuen Ritus vereinzelte Ausnahmen seien. Eine antikirchliche Tageszeitung belehrt sie jetzt eines Besseren.
Heute lesen Priester gerne die Messe von irgendwelchen Zetteln auf irgendwelchen Mahltischen.
Heute lesen Priester gerne die Messe von irgendwelchen Zetteln auf irgendwelchen Mahltischen.
(kreuz.net, Zürich) Bereits im Sommer berichtete die kirchenfeindliche Zürcher Lokalzeitung ‘Tages-Anzeiger’, wie die sogenannte „Basis“ den Vatikan „austrickst“.

Der Artikel vom 11. Juli stammt aus der Feder von Philipp Mäder. Er steht im Kontext der – vom ‘Tages-Anzeiger’ heftig bekämpften – Ernennung von Mons. Vitus Huonder zum Bischof von Chur.

Mäders Schwarz-Weiß-Zusammenfassung: „Die Vatikantreuen geben sich konservativer denn je. Sie achten Laien, Protestanten und Schwule gering. Doch die Basis findet viele Wege, um die Befehle aus Rom zu umgehen.“

Er nennt neun „zentrale Strategien“, um die Vorgaben aus Rom „mit juristischen Tricks auszuhebeln“ – oder einfach zu ignorieren. Man kann nicht davon ausgehen, daß seine Liste vollständig ist.

Tricks der Glaubenszersetzer
Trauungen

Bei Hochzeiten muß bekanntlich ein Priester oder Diakon anwesend sein. Doch in der Schweiz führen Laientheologen mehr und mehr Trauungen selber durch – weiß Mäder. Auf dem Papier sei dennoch ein Priester verantwortlich: „Er kann argumentieren, geistig bei der Trauung anwesend zu sein – und sich nur physisch vom Laientheologen vertreten zu lassen.“

Taufen

Außer in Notsituation wie der Todesgefahr dürfen nur Priester und Diakone taufen. Doch laut Mäder argumentieren heute „viele“ Kirchenleute, daß wegen des angeblichen Priestermangels eine andauernde Not herrsche: „Deshalb dürften auch Gemeindeleiter, die keine Priester sind, Kinder taufen.“

Beerdigungen

Trotz eines kirchenrechtlichen Verbotes werden in der Schweiz Beerdigungen laut Mäder an „vielen Orten“ durch nichtgeweihte Pfarreileiter durchgeführt.

Das ist sogar dann der Fall, wenn Priester bei der Beerdigung anwesend sind.

Homo-Unzucht

Als Beispiel für die kirchliche Förderung des Sodomismus nennt Mäder die Segnung von Homo-Paarungen durch Priester. Voraussetzung sei aber, daß die beiden Homo-Unzüchtigen zu einer „verbindlichen Partnerschaft“ bereit seien – zitiert Mäder einen nicht identifizierten Priester.

Ehebruch

Die kirchliche Ehe ist bekanntlich unauflöslich. Doch Mäder weiß, daß geschiedene Wiederverheiratete trotzdem von Priestern im Rahmen einer öffentlichen Feier in der Kirche einen Segen erhalten.

Interzelebration

In der Schweiz gibt es – nach Mäder – Gemeinden, in denen es „gängige Praxis“ ist, daß protestantische Prediger mit Priestern konzelebrieren oder Protestanten zum Empfang des Leibes Christi ermuntert werden.

Ökumenischer Religionsunterricht

Ferner ist es in der Schweiz – vor allem in der Oberstufe – „üblich“, daß Katholiken und Protestanten den Religionsunterricht gemeinsam besuchen.

Pfarreileitung

Für die Pfarreileitung ist nach Kirchenrecht ein Priester zuständig. Doch in Wahrheit wurde diese Aufgabe in der Schweiz schon lange von Laien übernommen, die sich entsprechend den Titel „Gemeindeleiter“ zugelegt haben.

Laienpredigt

Außerdem berichtet Mäder, daß Laienpredigten während der Messe – vor allem in der Deutschschweiz – „gang und gäbe“ sind.

Kein gravierendes Problem
Im Artikel heißt es, daß die Schweizer Bischofskonferenz die Widersprüche zwischen kirchlicher Lehre und Praxis in den Gemeinden nicht als gravierendes Problem betrachte:

„Man muß dies zwar ernst nehmen, aber nicht dramatisieren“ – beschwichtigt ein Sprecher der Bischofskonferenz.

Bei Trauungen, Taufen und Beerdigungen liege es im Ermessen des einzelnen Bischofs, ob er Laientheologen mit diesen Aufgaben betrauen wolle.

Bei der Segnung von Homo-Paarungen, bei der Wiederverheiratung von Geschiedenen sowie bei der Interzelebration gebe es keinen Spielraum.

„Falls“ es das in der Schweiz gäbe, handle es sich um bedauerliche „Einzelfälle“ – leugnet der Sprecher.

Die verbotene Laienpredigt ist in der Schweiz so sehr verbreitet, daß der Sprecher gar nicht darauf eingeht.

Die Aufzählung des ‘Tages-Anzeigers’ ist unvollständig. So ist es eine Tatsache, daß Laientheologen in der Schweiz seit Jahren die Krankensalbung simulieren, mit dem Priester konzelebrieren oder ihm den ganzen ersten Teil der Messe abnehmen.

© Titelbild: Flickr-Benützer „Mahadewa“, CC
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 74 Lesermeinungen:
Samstag, 10. November 2007 00:33
Florian Geyer: Lieber Rudolfus
glauben sie mir nach einem staatsfakultären Theologiestudium mit taglichem Häresieflächenbombardement sehen nun viele Kollegen und ich die Piusbruderschaft in einem sehr sehr sympathischen Licht.
Samstag, 10. November 2007 00:23
Rudolfus: Die real existierende Liturgie, die das Neue Römische Meßbuch verwendet, hält sich in den meisten
Fällen überhaupt nicht an die Vorgaben der Neuen Römischen Ritusform selbst.

Dies bedeutet, daß die meisten Zelebranten der Neuen Römischen Ritusform dem Papst ungehorsam sind.

Die Meßzelebration auf dem Photo im Bericht ist das beste Beispiel – allerdings nur Alltag in den Zelebrationen der Neuen Römischen Ritusform.
Donnerstag, 8. November 2007 16:52
Aleph: Denkweise
und sagte: gehen sie weg… verlassen sie die Kirche…

Maria Escorial@Sollte der Priester wirklich unrecht gehandelt haben, bei der Denkweise, die Ihr Beitrag offenbart?
Dienstag, 6. November 2007 15:18
Maria Escorial: die Laientheologin inszeniert Beerdigungen
auf dem Friedhof mit dem Segen des Pfarrers. Ja das gibt es schon mal in der Schweiz in Basel, und das Beste kommt noch, die neueingesetzte Laientheologin (Pastoralassistentin) darf in der Predigt von der Hl. Dreifaltigkeit als Vater Mutter Sohn reden und dem Heiligen Geist der ja als ursprünglich die Ruach bezeichnet worden sei als Heilige Geistin… na ja, ich habe an dieser Messe dann nicht kommuniziert denn ich will ja nicht mit diesen Abtrünnigen „Mahlgemeinschaft“ haben, sonst würde ich mich auch schuldig machen am LEib und Blut unseres Erlösers Jesus CHristus. Als ich nach der MEsse den Priester darauf aufmerksam machte, dass ein ca.9jähriger Knabe die Kommunion mit an den Platz nehmen wollte (habe ihn daran gehindert), hat er angefangen mich mit beiden Händen zurückzustossen, und sagte: gehen sie weg… verlassen sie die Kirche…
Dienstag, 6. November 2007 00:05
matt2 †: Das AT ist ebenso heilsgeschichtliche Offenbarung…
und zwar vom Chef ganz oben. Gott hat die Welt vorbereitet auf den Messias, vieles steht schon in den Prophetenschriften. Das AT soll man nicht geringschätzen.
Montag, 5. November 2007 23:52
Olorin †: Von der Redaktion entfernt
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