Wer hätte das gedacht? Mitten im „finsteren“ Mittelalter beweisen zwei energische Stellvertreter Christi
„hierarchischen“ Humor. Anekdoten über die Päpste Julius II. und Sixtus V. oder warum ein Franziskaner
nach der Konklave plötzlich gesundet. Von Ulrich Nersinger.
(kreuz.net) Beginnen wir unseren kleinen Streifzug durch den „hierarchischen“ Humor mit Julius II. (1503-1513),
dem energischen und kriegsführenden Papst aus dem Geschlecht der Della Rovere. Dieses Oberhaupt der katholischen
Kirche scheute vor notwendigen militärischen Unternehmungen nicht zurück. Als sich zwei bedeutende Orte
des Kirchenstaates, Perugia und Bologna, gegen den Papst erhoben, bot der Pontifex Maximus ein Heer gegen
die beiden Städte auf.
In blinkendem Harnisch und hoch zu Roß führte er seine Truppen an – und siegte.
Als „Il terribile“ (der Schreckliche) – so bezeichneten ihn seine Untertanen hinter vorgehaltener Hand –
erfuhr, daß die deutschen Kurfürsten den sanftmütigen und frommen Erzherzog Maximilian von Österreich
zum Kaiser gewählt hatten, meinte er lachend: „So geht es zu in der Welt. Die Kardinäle im Konklave
und die Kurfürsten des Römischen Reiches haben sich offenbar geirrt: sie hätten Maximilian zum Papst
und mich zum Kaiser wählen sollen.“
Besonders das Pontifikat Sixtus’ V., die Herrschaft des gestrengen
Felice Peretti (1585-1590) über Rom und die Kirche, verleitet in vielen Episoden zu einem Schmunzeln –
obwohl vermutlich mancher, der damals von dem Humor unmittelbar betroffen war, dies bestreiten mag.
Mit
gebücktem Oberkörper und auf einen Stock gestützt hatte Kardinal Felice Peretti das Konklave betreten.
Der Purpurträger aus dem Franziskanerorden erweckte bei seinen Kollegen einen schwächlichen, erbarmungswürdigen
Eindruck; er selber sprach mit kaum hörbarer Stimme unentwegt von seinem bevorstehenden Tod.
Da sich
die verschiedenen Parteien bei den Wahlversammlungen gegenseitig blockierten, einigten sie sich schließlich
auf den kränkelnden Franziskaner als Übergangspapst, von dem sie zudem glaubten, ihn leicht beeinflussen
zu können. Nachdem Peretti die nötige Stimmenzahl auf sich vereinigt hatte und man ihn fragte, ob er
die Wahl annehme, richtete sich die gebeugte Gestalt zur Verblüffung aller Anwesenden mühelos auf und
ein kraftvolles „Accepto – Ich nehme an“ donnerte durch die Hallen.
Ohne Stock und mit forschen Schritten
begab sich der neu gewählte Papst zu seinem Thron. Als man ihn nach dem Grund für die „wundersame Wandlung“
befragte, antwortete er: „Als Wir uns in das Konklave begaben, gingen Wir gebückt, weil Wir die Schlüssel
des heiligen Petrus suchten. Nun aber haben Wir sie gefunden!“
Als der Papst nach seiner Wahl zum ersten
Mal den Apostolischen Palast verließ, jubelte ihm das römische Volk zu: „Überfluß und Gerechtigkeit,
Heiliger Vater, Überfluß und Gerechtigkeit!“ Sixtus V. rief ihnen mit fester Stimme entgegen: „Bittet
Gott nur um den Überfluß, für die Gerechtigkeit werden Wir schon sorgen.“
Und er sorgte für Gerechtigkeit.
Der Sohn des heiligen Franziskus regierte mit eiserner Hand; mit Energie und Durchsetzungsvermögen gelang
es ihm, das Banditentum in Rom und in den Päpstlichen Staaten weitgehend zu beseitigen. Eine der ersten
Silbermünzen, die Sixtus V. schlagen ließ, trug daher das Bildnis der Justitia mit der Umschrift „Publicae
Quietis Parens – Mutter der Öffentlichen Ordnung“.
Sixtus V. scheute sich nicht, auch lange zurückliegende
Verbrechen zu ahnden. Nur anonym wagten es die Römer, über die Strenge des Papstes zu spotten. Eines
Tages fand man an den am Aufgang zur Engelsbrücke stehenden Statuen der Apostelfürsten Zettel angebracht,
die ein Zwiegespräch wiedergaben: „Warum“, fragte der heilige Paulus den heiligen Petrus, „trägst Du
einen Sack auf dem Rücken?“ – „Ich mache mich aus dem Staube“, war die Antwort, „aus Furcht vor einem
Prozeß wegen des Ohres, das ich dem Malchus abgehauen habe.“
König Philipp II. von Spanien hatte den
jungen Konnetabel von Kastilien als Botschafter nach Rom gesandt, um Sixtus V. zu seiner Papstwahl zu
beglückwünschen. Als der Papst den jugendlichen Botschafter erblickte, konnte er sich nicht enthalten
zu fragen: „Fehlt es denn Eurem Herrn an Männern, daß er Uns einen bartlosen Knaben als Botschafter
schickt?“
Worauf der stolze Spanier versetzte: „Wenn mein Herr geahnt hätte, daß das Verdienst im Bart
besteht, würde er einen Ziegenbock und nicht einen Edelmann gesandt haben“. Im Thronsaal des Apostolischen
Palastes entstand eine unheimliche Stille. Jedermann schaute gebannt auf den Papst. Auf der Stirn des
Heiligen Vaters zeigte sich ein bedrohliches Runzeln, das jedoch einen Augenblick später verschwand;
dann rief ein lächelnder Sixtus V. den Gesandten zu sich heran und beglückwünschte ihn zu seiner Erwiderung.
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4 Lesermeinungen
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#4 Vetter Taferl 08:35:35 | Donnerstag, 3. Februar 2005
Lachen ist gesund den humorigen Beitrag von U. Nersinger habe ich schon in der KU gelesen. Nur kann man
die großen Seiten einer Zeitung schlecht aufbewahren geschweige denn etwas herausschneiden. Die Artikel
von Kreuz.net kann man gut abspeichern und später (mit Quellenangabe, versteht sich) verwenden. Herzlichen
Dank an kreuz.net!
Überhaupt ist die ganze Geschichte schön, denn sowohl Abraham als auch Sarah lachen, und auch Gott hat
Humor, dass er noch sagt: Oh doch, du hast gelacht. (Deine Bibelangabe ist allerdings „diskutabel“ weil
1. Moses 17/19 irritierend ist, meinst Du kapitel 17 bis 19, oder Kapitel 17 Vers 19…)
Gott schenkte uns das Lachen – kein Tier kann es Ja; ein gutes Zeichen, wenn auch die Regenten sich noch
einen Humor bewahrt haben. Unser Papst hat ihn auch nicht verloren, wie man in seinen Büchern liest.
Und Jesus Christus lachte bestimmt auch gerne. Christus feierte die Hochzeit zu Kana in Freude mit, wissend
um das Wort aus Pred 10,19 Um zu lachen, bereitet man ein Mahl, und Wein erheitert das Leben. Jeder kennt
die Geschichte; dass Er nach fortgeschrittenem Fest, als der Wein ausgegangen war, die Krüge mit Wasser
füllen ließ, dieses Wasser zu Wein wurde und die Gäste sich wunderten, dass der Gastgeber erst jetzt
den sehr viel feineren Wein kredenzte. Es steht an keiner Stelle der Bibel ausdrücklich, dass „Jesus
lachte“ Wer aber eine Hochzeit mitfeiert und dabei Wasser zu Wein macht, ist kein Trauerklos, und Johannes
sagt in Joh 21,25, dass wenn alles was Jesus tat, wirkte, sagte aufgeschrieben wäre, so würde die Welt
die Bücher nicht fassen. Mir wäre wichtig gewesen, zu berichten dass Jesus lachte. Wir wissen es aber
aus der Fluchtlinie der Hl. Schrift, wo Jesus vom Lachen sprach; u.a. in Lk 6,21 Glückselig, die ihr
jetzt weint, denn ihr werdet lachen. In 1.Mose 17/19 befiehlt Gott Abraham und Sara, ihren Sohn Isaak
zu nennen und das hebr. Wort Jizchak heißt. ER WIRD LACHEN LASST UND FRÖHLICH CHRIST SEIN Zur miesen
Stimmung, haben Atheisten weit mehr Grund. Worüber sollten sie auch glücklich sein, wenn für sie Tod
tatsächlich nur tot und Verwesung bedeutet? Erinnern wir uns aber: Es gibt böses und gutes Lachen! Bruno-Maria
Schulz
Ein gutes Zeichen … … wenn auch die Regenten sich noch einen Humor bewahrt haben (unter dem Konzilsgeist
verpflichtenden Bischöfen leider auffallend selten zu finden) …