Deutschland
Sie wittern Morgenluft
Den Feinden des Bischofs von Regensburg ist viel daran gelegen, daß die Nachfolge des Erzbischofs von München und Freising jetzt geklärt wird. Ein Kommentar.
Pädophilie-Vorwürfe sind das Mittel, um die Kirche und ihre Hierarchie mundtot zu machen.
Pädophilie-Vorwürfe sind das Mittel, um die Kirche und ihre Hierarchie mundtot zu machen.
© Wiseacre Photo, CC
(kreuz.net) Alles läuft wie nach Drehbuch. Seit Wochen wird in Regensburg ein angeblicher Skandal am Kochen gehalten, um den dortigen Bischof zu diskreditieren.

Zugleich drängt Christoph Wenzel in der deutschen Tageszeitung ‘Die Welt’ vom 7. Oktober auf eine schnelle Neubesetzung des Bischofsstuhles in München und Freising:

„Katholiken wollen schnelle Entscheidung Roms“ – weiß er.

In der Tat. Nie war die Gelegenheit günstiger denn jetzt. Denn es geht den Linken in München eigentlich nur im eines – zu verhindern, daß der gegenwärtige Bischof von Regensburg Nachfolger von Friedrich Kardinal Wetter (79) wird.

Friedrich Kardinal Wetter befinde sich derzeit in einer „ungewöhnlichen Situation“ – beschwört Wenzel die Lage.

Der Erzbischof vertrete sich gewissermaßen selber. Kardinal Wetter sei nur noch auf Abruf Oberhaupt der „mächtigen Erzdiözese“.

Doch die Benennung seines Nachfolgers bleibe aus, und unter den Gläubigen sei langsam „eine gewisse Ungeduld zu spüren“ – so Wenzel.

Dabei zitiert er Helmut Mangold, den Vorsitzenden des ‘Landeskomitees der Katholiken’ in Bayern: „Man wünscht sich schon, daß das möglichst zügig geht.“

Ob es ein Zufall ist, daß gerade Mangold zu Wort kommt, der sich in der Vergangenheit als scharfer Feind des Regensburger Bischofs in die Riemen geworfen hat?

Die Spekulationen um die Wetter-Nachfolge konzentrieren sich nach Wenzel „mittlerweile“ auf zwei Kandidaten: den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (58) und den päpstlichen Privatsekretär Georg Gänswein.

Der Bischof von Regensburg ist nach seiner Darstellung offenbar bereits vom Tisch.

Dem linken Vorsitzenden des ‘Landeskomitees der Katholiken’ in Bayern wäre Mons. Gänswein genehm: „Ich könnte ihn mir durchaus als Münchner Erzbischof vorstellen.“

Auch Erzbischof Ludwig Schick würde dem Vorsitzenden passen.

Er habe ähnliche Eigenschaften wie Kardinal Wetter: nicht ganz progressiv, aber „aufgeschlossen“ und „nicht jemand, der sich als Ausreißer profiliert“.

Wie auch immer: Der Vorsitzende des ‘Landeskomitees der Katholiken in Bayern’ wittert Morgenluft. Ihm ist angesichts der Skandalstrategie in Regensburg nur eines wichtig:

„Schön wäre es, wenn es mal schneller ginge“.
      
14 Lesermeinungen
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#14   santo domingo 2   22:42:46 | Montag, 8. Oktober 2007
@ Vineta
Drei gute Fragen!
1.) nein
2.) nein
3.) ja! Die Kripo ermittelt derzeit, was der Bischof wußte…
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#13   Vineta   22:22:31 | Montag, 8. Oktober 2007
Ist das etwa christlich,
1) wenn der Artikelschreiber das erwiesene Loslassen eines Pädophilen auf Kinder NUR als angeblichen Skandal einstuft, sich NUR eine bessere Skandalstrategie gewünscht hätte, im Hinblick auf erwiesene Pädophilie-Opfer NUR von Pädophilie-Vorwürfen gegen die Kirche spricht?
2) wenn Kommentatoren hier NUR einen Personalfehler bei Bischof Müller sehen, ihm NUR schlechtes Krisenmanagement vorwerfen, in Ihm NUR einen Starrkopf sehen, der sich nicht entschuldigen will, ihm NUR empfehlen, er solle lieber als Professor oder Krankenhausseelsorger tätig sein?
3)Nota bene:
Ein Schulrat Müller, der einen wegen Pädophilie verurteilten Lehrer wieder einsetzt, würde vom Justizministerium und vom Kultusministerium bestraft und entlassen werden.
Ein Bischof Müller wurde wegen derselben Sache vom Justizministerium und Kultusministerium nur kritisiert ( und vom Papst nicht mal das). – Darüber sollte endlich mal diskutiert werden! Und über nichts anderes!
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#12   schulschwänzer   20:49:40 | Montag, 8. Oktober 2007
Wahrheit
Nachdem sich die kath. Kirche als Verkünder der Wahrheit bezeichnet, muss die Wahrheit für ihre Vertreter eben einen anderen Stellenwert haben als wie z.B. in der Politik oder sonst wo. Wenn ein Bischof lügt, ist das anders zu bewerten, als wie wenn ein Politiker lügt.
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#11   Konrad   20:12:48 | Montag, 8. Oktober 2007
Nachdem turk die einzige vernünftige Äusserung hier machte
gibt Konrad auch seinen Senf dazu:
Es ist ein Gipfel der Verlogenheit, was hier von k-net zu Bischof Müller (den k-net noch nie mochte) veranstaltet wird. Natürlich ist es ein Skandal, dass der unfehlbare Gerhard Ludwig sich immer noch nicht für das Versagen seiner Behörde entschuldigt hat und weiter peinliche „Erklärungen“ und „Richtigstellungen“ herausgibt. Der Mann ist als Bischof und Hirte total ungeeignet und der Hl. Vater wird nicht so töricht sein, einen solchen Starrkopf zum Erzbischof und Kardinal von München zu machen
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#10   st.georg   19:17:56 | Montag, 8. Oktober 2007
+müller
sollte ein weg zum „selbstgewählten“ rückzug geöffnet werden… vielleicht eine hübsche professur an einer römischen universität – als erzbischof ist er aus dem rennen – hier wirkt scheinbar dann doch der heilige geist – ebenso wird gänswein nicht erzbischof, weil der papst seine engsten mitarbeiter nicht mehr mit bischofsstühlen belohnen will ( hört man aus rom ) – und wirklich sich interlektuell und spirituell aufdrängende gestalten in der deutschen kurie für diese position gibt es nicht – also das „blasse weichei „ (sorry ) +schick oder doch jemand aus rom ( +clemens ? ) … wir werden alle dabei sein… ach, was wäre die kirche ohne sinnlose postenspekulationen…
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#9   santo domingo 2   17:54:12 | Montag, 8. Oktober 2007
es wird immer schöner!
Soeben wird im Bayerischen Rundfunk www.br-online.de/…5-riekofen/index.xml gemeldet:
Der Pfarrer war bereits im Jahr 2000 wegen Missbrauchs verurteilt worden und hatte die Auflage, während der Bewährungszeit bis zum Juli 2003 nicht in der Jugendarbeit tätig zu sein. Bereits im Jahr 2001 übernahm er aber die komplette Seelsorgearbeit in der Pfarrei Riekofen, inklusive der Jugendarbeit. So gibt es Zeitungsberichte, in denen er im Mai 2001 in der Schar der Erstkommunionkinder abgebildet ist.
Was jetzt wohl als nächste Ausrede des Bischofs kommt?
Daß er geglaubt hätte, die Pfarrei werde von eine Geist betreut? :-!
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#8   DerMartin   17:36:48 | Montag, 8. Oktober 2007
Das Problem in München…
ist, dass die Cathredra Corbiniani bereits seit Anfang des Jahres vakant ist. Allein deshalb warten die Menschen inzwischen ungeduldig auf den Nachfolger. Die andere Frage ist, wer dies sein könnte.
Dass +Gerhard Ludwig sich mit seinem „Krisenmanagement“ nicht gerade qualifiziert hat, dürfte unstrittig sein.
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#7   turk   17:20:31 | Montag, 8. Oktober 2007
Absolut lächerliche Wurscht
Sind wir doch ehrlich: nur weil der sich völlig unfehlbar gebende Regensburger Bischof nicht in der Lage ist, das Wort der persönlichen Entschuldigung für einen von ihm zu verantwortenden Personalfehler zu sprechen, geht dieses Gewurschtle weiter. Und die Einsender Richtung kreuz.net fallen voll darauf herein. So vernichten sie jegliche Chance, Müller wieder aufstehen zu lassen. So wiederholen sich immer die gleichen Fehler pseudokonservativer Kräfte, die künstlich irgendwelche herausgeklickte Bischöfe unterstüzten und damit gewaltigen Schaden anrichten. München ist weg, na und? Der Papst wird sicher eine gute Entscheidung treffen, aber ganz ohne die Einsender von kreuz.net …
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#6   Artois †   17:04:09 | Montag, 8. Oktober 2007
@engelhardt
Keinesfalls wollte ich irgendwelche Opfer verhöhnen. Falls der Eindruck entstanden ist, bitte ich um Entschuldigung. Im Übrigen halte ich den regensburger Bischof für unfähig und überfordert. Er sollte zurücktreten und Krankenhausseelsorger werden.
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#5   engelhardt †   16:58:21 | Montag, 8. Oktober 2007
Artois!
Der Artikel suggeriert, es handle sich um aus politischen Zwecken vorgebrachte Anschuldigungen.
Das ist eine Verhoehnung der Opfer.
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#4   Florian Geyer   16:54:30 | Montag, 8. Oktober 2007
engelhardt
na wenigstens sind sie gegen pädophilie – hätt ich mir nicht von ihnen gedacht…
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#3   Artois †   16:52:34 | Montag, 8. Oktober 2007
Ein Vorwurf
kann durchaus auf Tatsachen beruhen …
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#2   engelhardt †   16:50:28 | Montag, 8. Oktober 2007
Vorwuerfe???
Pädophilie-Vorwürfe sind das Mittel, um die Kirche und ihre Hierarchie mundtot zu machen.
Es handelt sich nicht um Vorwuerfe sondern Tatsachen.
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#1   santo domingo 2   16:14:41 | Montag, 8. Oktober 2007
Neueste Meldung
von Associated Press www.pr-inside.com/…schon-in-r236702.htm, heute:
Einen offiziellen Einsatz durch das Bistum habe es nicht gegeben, betonte der Pressesprecher. Möglich sei auch, dass die Gemeinde den Priester wegen Pfarrermangels selbst um seinen Einsatz gebeten habe. Die Gemeindemitglieder hätten von seiner Vorstrafe nichts gewusst.
Weil wer der Pfarrgemeinde die Vorstrafe verschwiegen hatte? :-!
Na?
Den Betreffenden braucht eine große Erzdiözese wie München so dringend wie einen Kropf.
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