Sr. Pascalina Lehnert
Die letzte Päpstin im Vatikan
Wenn Papst Pius XII. von den Audienzen zurückkam, erwartete ihn seine Haushälterin mit einer Flasche Alkohol in der Hand.
Buchcover "Gottes mächtige Dienerin"
Buchcover „Gottes mächtige Dienerin“
(kreuz.net) Am 25. September erschien eine neue Biographie über die Haushälterin Papst Pius XII., Schwester Pascalina Lehnert († 1983).

Das Buch trägt den Titel „Gottes mächtige Dienerin“. Es stammt aus der Feder der Augsburger Historikerin Martha Schad (*1939).

Frau Schad verarbeitete für die Lebensbeschreibung der Schwester bisher unveröffentlichte Dokumente und Briefe.

Am 2. Oktober publizierte die Tageszeitung ‘Münchner Merkur’ eine Buchbesprechung.

Von Bayern in den Vatikan

Schwester Pascalina wurde im Jahr 1894 in der Kreisstadt Ebersberg – 35 Kilometer östlich von München – als Josefine Lehnert geboren. Eigentlich wollte das Mädchen Missionsschwester in Südamerika oder Afrika werden.

Als 19jährige trat sie in Altötting in die Kongregation der ‘Lehrschwestern vom Heiligen
Innige Freundschaft
„Alles was für sie geschieht, betrachte ich als mir selber getan.“
Kreuz’ ein, die ihr Mutterhaus im Innerschweizer Ort Menzingen haben.

Josefine erhielt den Schwesternnamen Pascalina.

Im Jahr 1918 bat der Nuntius in Deutschland, Erzbischof Eugenio Pacelli, der damals in München residierte, die Lehrschwestern um eine vorübergende Aushilfe für seinen Haushalt.

Die Aufgabe wurde Schwester Pascalina zugewiesen. Im Weiteren begleitete die Klosterfrau den künftigen Pius XII. vierzig Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 1958.

Schwester Pascalina organisierte im Jahr 1925 den Umzug des Nuntius von München nach Berlin.

Dort kümmerte sie sich um die
Historikerin Martha Schad:
„Schwester Pascalina hatte die Macht, Audienzen zuzulassen oder Besuche beim Papst zu verhindern.“
Einrichtung der neuen Nuntiatur. Sie besaß Bankvollmachten und weitreichende Befugnisse und erledigte die Korrespondenz:

„Sie wird unentbehrlich für Nuntius Pacelli, und vor allem: Sie hat ihn nie enttäuscht.“

Nach der Übersiedelung nach Rom im Jahr 1929 riet ihr Dienstherr der Generaloberin von Schwester Pascalina, dieser einen Urlaub zu gönnen: „Alles was für sie geschieht, betrachte ich als mir selber getan.“

Frau Schad betont, daß es ungewöhnlich war, eine bayerische Nonne in den Vatikan zu holen: „Das mußte ihm extra genehmigt werden.“

Nach der Wahl ihres Dienstherrn zum Papst war Schwester Pascalina für dessen Terminkalender verantwortlich: „Sie hatte Macht, Audienzen zuzulassen oder Besuche beim Papst zu verhindern.“

Die Schwester kümmerte sich auch um praktische Dinge. So desinfizierte sie nach jeder Papstaudienz die rechte Hand von Pius XII. und den häufig geküßten Fischerring mit Alkohol.

Als Pius XII. 1954 krank im Bett lag, verweigerte sie sogar der leiblichen Schwester des Papstes den Zutritt zum Krankenzimmer.

Mit der römischen Familie des Papstes kam es immer wieder zu Spannungen. Selbst Kardinäle konnten sich häufig gegen Schwester Pascalina nicht durchsetzen.

Im Vatikan wurde sie bisweilen ‘La Papessa’ – die Päpstin – genannt.

Nach dem Tod von Pius XII. im Jahr 1958 leitete sie ein Altenheim für alleinstehende Frauen.

Zeitlebens hofft Schwester Pascalina auf eine Seligsprechung von Papst Pius XII.

Im Jahr 1982 erschien ihr Buch „Ich durfte ihm dienen: Erinnerungen an Papst Pius XII.“

Schwester Pascalina starb 1983 in Wien an einer Gehirnblutung.

Sie liegt auf dem Camposanto Teutonico – dem deutschen Friedhof im Vatikan – begraben.
      
15 Lesermeinungen
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#15   Freinsberg   17:07:46 | Dienstag, 16. Oktober 2007
@Rodolfo Panetta
Ein Innsbrucker Professor (in zwischen verstorben) sagte mir einmal: „Pius XII. wird nicht heiliggesprochen, weil er ein überflüssiges Dogma definiert hat.“ ^-^
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#14   Fabianus   06:40:47 | Samstag, 13. Oktober 2007
@Rudolfus
Danke für die Aufklärung! Ich habe selbst nicht so recht daran glauben können.
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#13   Rudolfus   22:30:04 | Freitag, 12. Oktober 2007
@Fabianus
Was isteigentlich an dem Gerücht dran, diese Schwester habe den Tod Pius XII. bewusst beschleunigt?
Eine unglaubliche Unterstellung!
Sr. Pasqalina hat sich in heiligmäßiger Weise um Papst Pius XII. gekümmert,
und mußte nach dessen Tod den Vatikan verlassen.
Ihr Einfluß im Vatikan war mit Pius’ XII. Tod zu Ende.
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#12   Fabianus   20:33:38 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Was ist
eigentlich an dem Gerücht dran, diese Schwester habe den Tod Pius XII. bewusst beschleunigt?
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#11   Rodolfo Panetta   20:26:05 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Papa Pacelli santo subito!
Auf die Seligsprechung von Papst Pius XII. warten wir leider immer noch. Doch oftmals mußten auch die größten Heiligen lange darauf warten. Die Wahrheit setzt sich schließlich durch.
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#10   raindance1 †   18:10:37 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Gerade der Titel machts…
sonst hätte das doch keiner gelesen
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#9   Natürlicher Betrachter   17:41:49 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Muss geändert werden
Muss sich wohl ein Redakteur im Titel verschrieben habe.?
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#8   ottaviani   15:50:00 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
laut seiner
eigenen ausage der spätere Kardinal Tradini
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#7   Tridentinus   15:34:14 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
@ottaviani
wer hates dem schriftsteller abgekauft?
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#6   ottaviani   15:07:46 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
in dem zusammenhang darf ich daran erinnern
dem schrieftsteller Rogere Peyerefitte
de.wikipedia.org/…iki/Roger_Peyrefitte
ein Manuskript mit dem titel Virgo potens um teures geld abkaufte es sollte 1959 erscheinen und vi
on der guten Sr. handeln
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#5   Tridentinus   14:29:36 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Trotzdem
stand sie dem Pacelli-Papst demnach unsympathisch nah. Viel zu einflussreich, wie so viele Haushälterinnen!
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#4   Sirilo   14:25:19 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Ein Detail…
wird hier diskret verschwiegen. Herbert Rosendorfer berichtet in seinem Buch „Rom“, daß Pius XII., der Pastor Angelicus, seine Angelica (= Pascalina) „regelmäßig geherzt hat“.
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#3   r.ruhrgebietler   14:16:19 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
@Redaktion – Entrüstung!
ob der (vielleicht absichtilch?!!) Schlagzeile!
Es könnte der Eindruck entstehen, daß bewußt gg. das 8. Gebot verstoßen wurde und +.net doch nicht so ganz + ist.
Die Überschrift ist völlig taktlos gewählt und ermuntert den potentiellen Leser zu den wildesten Spekulationen!
Unangebracht und reißerisch.
tz tz tz… Leute, ändert das mal ganz schnell!
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#2   landorganist   13:39:12 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Tja, ich hatte auch erst
vermutet, dass sich beim sel. Pius Abgründe auftäten, aber es war nur für die Hände. Wahrscheinlich ein „Kunstgriff“ der Red. um die Leser auch wirklich zum Lesen der langweiligsten Geschichten zu bewegen.
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#1   Gotthard   13:11:58 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Alkohol
Wenn Papst Pius XII. von den Audienzen zurückkam, erwartete ihn seine Haushälterin mit einer Flasche Alkohol in der Hand.
Achso, dieser Artikel handelt weder von der Alkoholsucht Pius XII. noch der der Haushälterin…
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