Gestern brachen 150 Polizisten die Pforte eines polnischen Schwesternklosters auf. Dahinter erlebten sie Unerwartetes.
Bericht der polnischen Tageszeitung ‘gazeta.pl’ über die Klosterräumung
(kreuz.net, Kazimierz Dolny) Die Polizei hat gestern das polnische Kloster der Schwestern der Familie
von Betanien auf kirchlichen Antrag geräumt.
Das Kloster befindet sich im polnischen Städtchen Kazimierz
Dolny in Südostpolen. Kirchlich gehört es zum liberalen Erzbistum Lublin.
Die Gemeinschaft der ‘Schwestern
der Familie von Betanien’ wurde 1930 vom Salvatorianerpater Józef Malysiak († 1966) und Schwester Irena
Parasievicz († 1943) gegründet.
1959 wurde die Gemeinschaft an den Franziskanerorden angegliedert.
2005 gehörten den ‘Schwestern der Familie von Betanien’ rund 100 Mitglieder an.
Im gleichen Jahr setzte
der Vatikan die Oberin des Ordens – Mutter Jadwiga Ligocka – ab. Sie hatte behauptet, vom Heiligen Geist
Visionen und private Inspirationen zu empfangen.
Als Protest gegen die Abberufung der Oberin verbarrikadierten
sich mehr als sechzig – mehrheitlich junge – Schwestern in dem Kloster. Einige Fenster vernagelten sie
mit Holzlatten.
Im Frühjahr entschied ein Gericht, das
Kloster räumen zu lassen. Das Berufungsverfahren bestätigte das Urteil im Juni. Gestern wurde es umgesetzt.
Hundertfünfzig teilweise mit kugelsicheren Westen geschützte Polizisten drangen in das Kloster der
Schwestern ein. Ferner waren Psychologen, Kirchenvertreter, Ärzte und Feuerwehrleute vor Ort.
Die Behörden
brachen die Tür des Klosters auf. Dahinter saßen die Schwestern beisammen, sangen und spielten Gitarre.
Sie wehrten sich nicht.
Zuerst transportierte ein Rettungswagen eine Schwester mit einem acht Monate
alten Baby ab. Die Herkunft des Babys ist unbekannt.
Mutter Jadwiga ließ sich widerstandslos festnehmen
und zur Staatsanwaltschaft fahren. Handschellen erhielt nur der Spiritual der Schwestern, Pater Roman
Komaryczko, ein Franziskaner, der wegen Ungehorsams von seinem Orden suspendiert ist.
Mehrere polnische
Fernsehkanäle übertrugen die Zwangsräumung live.
Der liberale Erzbischof von Lublin, Mons. Józef
Miroslaw Zycinski (59), bat die Familien der Schwestern, sie bei sich vor den Medien abzuschirmen.
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34 Lesermeinungen
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@ raindance1 In polnischen Klöstern sehe ich auch keine, weil sich die meisten Gemeinschaften an einer
normalen Ordensregel orientieren und die sich wiederum nach dem kirchlichen Lehramt richtet. Nur galt
dieser Regelfall in Kazimierz Dolny nicht. Oberste Regel dieser Gemeinschaft war eine kirchlich nicht
anerkannte „Privatoffenbarung“, deretwegen die Gruppe exkommuniziert wurde, und solche Vereinigungen funktionieren
nach einer ganz anderen Dynamik als reguläre klösterliche Gemeinschaften.
#33 raindance1 † 20:20:48 | Freitag, 12. Oktober 2007
wovon man spricht und was tatsächlich der Fall ist…das stimmt ohnehin selten überein… Trotzdem sehe
ich keine Gefahr des Massensterbens in polnischen Klöstern…
@ raindance1 Zum Glück hat es diesmal niemand getan! Bei 65 Leuten würde der Begriff allerdings passen;
bei den Sonnentemplern und den Davidianern bewegte sich die Opferzahl in dieser Größenordnung und dort
wird ganz selbstverständlich von Massen(selbst)tötung gesprochen. Selbst wenn man etwaige Folgetaten
außer acht läßt – im Fall der Davidianer war die Tragödie Motiv für den Bombenanschlag auf das Murrah
Building in Oklahoma City, mit dreimal mehr Toten als beim Initialereignis selbst.
@raindance1 / Man spricht nicht von einem Massensterben auf Deutschlands Straßen, weil das Thema zu wenig
thematisiert ist, von einigen Fernsehstatistiken am Jahresende abgesehen. Man könnte ruhig von einem
Massensterben auf deutschen Straßen sprechen, da dies offensichtlich ganz klar der Fall ist.
#30 raindance1 † 20:10:44 | Freitag, 12. Oktober 2007
65 von denen es dann 90 % doch nicht tun würden…sind das schon „Massen“? in Deutschland wurden für
2006 insgesamt 5.094 Verkehrstote gezählt, trotzdem spricht keiner von einem Massensterben auf Deutschlands
Straßen
@ raindance1 Laut Tagesspiegel waren es 65 Frauen im Kloster (eventuell kommen noch Anhänger außerhalb
hinzu, da die Sache ziemlich breit in den Medien besprochen wurde).
#28 raindance1 † 19:58:07 | Freitag, 12. Oktober 2007
eben …und für einen Massenselbstmord braucht man ja erst Massen…und die waren, wenn ich das recht
gelesen haben, in diesem Kloster ja gar nicht vorhanden
@ Arkanum, raindance1 Das sehe ich so wie mein Vorposter: Mit solchen Marginalien wie Sektengründung
oder Massenselbstmorddrohungen ist man vermutlich bei kreuts.net oder beim Tagesspiegel besser aufgehoben.
Hier geht’s um Kernthemen wie die Herkunft des Säuglings oder die modernistische Ausrichtung des Bistums
Lublin.
#26 raindance1 † 19:31:50 | Freitag, 12. Oktober 2007
Sektengründung? interessiert euch das wirklich? was da irgendwo in einem abgelegen Winkel Polens abgeht?…das
Baby ist immer noch das wirklich interssante an dieser Geschichte…
Über das Baby weiß ich leider nichts, aber dieser Bericht www.tagesspiegel.de/…ikan;art1117,2398058
könnte zum besseren Verständnis beitragen. Wir haben auch ein Thema www.kreuts.net/forum/index.php?topic=360.0
zu der Sache eröffnet, nur fällt der Punkt der befürchteten Sektengründung im jetzt auf kirchliche
Veranlassung geräumten Kloster bei uns nicht unter den Tisch.
#20 Gallowglas 21:32:41 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
@christin Frechheit,das ist Christenverfolgung Warum lässt der Polizeistaat nicht die Nonnen in Frieden
leben.Das ist ja wie im Nationalsozialismus. Das Land soll froh sein,wenn sie solche wertvolle friedliche
Menschen haben die nur in Frieden christlich zusammenleben wollen und keinem was tun… Das hat absolut
nix mit Christenverfolgung zu tun, das Kloster wurde auf Antrag der katholischen Kirche gestürmt …
wenn, dann verfolgen sich Christen halt mal wieder gegenseitig … wie immer, wenn andere Feindbilder
fehlen …
#19 Angelos † 21:03:46 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Christenverfolgungen… …gibt es schon seit sehr langer Zeit subtil auch in liberalen Staaten, nicht
nur massiv in der islamischen Welt. Das wundert nicht…den schließlich sind unsere parlamentarischen
Pseudo-Demokratien ja freimaurerisch durchsetzte Oligarchien…Rotary-Clubs wie Lions und Kiwanis und
Odd-Fellow Orden haben die Justiz unetrwandert und die Gewalten-Trennung ausgehebelt…Konzerne und Banken,
befindlich im Besitz der Freimaurer des schottischen Ritus nach Rockefeller und Rothschilds Zionisten
beherrschen die westlichen Pseudo-Demokratien. Echte Demokratie gibt es nur in der Schweiz – mit Plebisziten.
Anderswo sind es parlamentarische Plutokratien. [gelöscht]
#18 Christin 20:34:30 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Frechheit,das ist Christenverfolgung Warum lässt der Polizeistaat nicht die Nonnen in Frieden leben.Das
ist ja wie im Nationalsozialismus. Das Land soll froh sein,wenn sie solche wertvolle friedliche Menschen
haben die nur in Frieden christlich zusammenleben wollen und keinem was tun. Warum psychiatrisiert man
nicht echte Verbrecher wie manche namhafte Politiker,die geistig Kriegsblut an den Händen kleben haben,sich
aber nie selber die Hände schmutzig machen,weil sie ach so gute Leute haben die für sie in den Tod gehen.
Soll das eine Weltordnung sein,wo ein friedlicher Glaube keinen Platz hat?Mit sochen Leuten kann man halt
kein Geld verdíenen,weil sie ja ach so demütig und bescheiden leben und keinen weltlichen Luxus haben
wollen.Und gelebter Glaube und gelebte Nächstenliebe ist ja eine Macht die keine Gesetze braucht.Wer
hat das ANGST davor?Die Macht des Gebetes ist doch was was Kraft und Macht zu haben scheint sonst würde
man sie nicht weghabenwollen und für krank abstempeln wollen und wie Lämmer die zur Schlachtbank FÜHREN
wollen ZZZZZZZZZZZZZZZZZZ o^/
#17 Zahnfee 19:38:36 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
ein paar nachträge wieso wurde in dem bericht nicht auch erwähnt, dass die „guten“ bürger im ort haben
die damen gemieden und als hexen bezeichnet haben? oder die mädels – wie der franziskaner-junge – vom
papst alle in den laienstand zurückversetzt wurden? tja, und dass auf die damen nun eine psychotherapie
wartet, steht leider auch nicht im artikel ;) wann werden endlich die anderen „visionäre“ in entsprechende
anstalten eingwiesen? wahrscheinlich weil sie sagten „Gott hat mich zur Nonne berufen. Ich diene ihm,
nicht dem Erzbischof oder dem Papst.“
Wir wollen doch eines nicht vergessen… die fraglichen Schwestern wurden nicht wegen ihrer „liberalen“
oder „konservativen“ Haltung, auch nicht wegen des Babys exkommuniziert, sondern weil sich in kirchlichen
Räumen schlicht und ergreifend eine gewaltbereite Sekte entwickelt hatte. Die meisten Kritikpunkte an
der polnischen Regierung teile ich und habe dem auch in zahlreichen Beiträgen Ausdruck verliehen, aber
in diesem Fall war die Räumung sehr wohl begründet und geeignet, eine Katastrophe zu verhindern. In
Deutschland wäre das vermutlich wegen „Gefahr im Verzug“ schon viel früher passiert, unabhängig von
jeglichen kirchlichen Besitztiteln auf das Kloster. Leider fehlte im Artikel (sei es vorsätzlich, fahrlässig
oder einfach aus Unkenntnis) der Verweis auf einen früheren Artikel, aus dem ganz klar hervorging, worin
die Schwierigkeiten in diesem Kloster bestanden hatten: Steinwürfe, Drohung mit Massenselbstmord usf.
(und blinder Alarm ist immer noch ein kleineres Übel als eine solche Katastrophe – das kann auch in christlichen
Gemeinschaften passieren, siehe Volkstempel, Davidianer, 10-Gebote-Bewegung). Nicht umsonst ist die katholische
Kirche im Umgang mit Privatoffenbarungen sehr zurückhaltend, speziell wenn diese sich in Umkehrung kirchlicher
Verhältnisse eine Deutungshoheit selbst über die allgemeine, mit dem Tod der Apostel auch kirchenrechtlich
abgeschlossene allgemeine Offenbarung anmaßen. Leider fehlt es in diesem Artikel, anders als etwa in
puncto Medjugorje, an der nötigen Distanz zur Thematik; warum?
#15 Gallowglas 14:28:21 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
@benedikt So ist es eben nicht gemeint. Es ist vielmehr ein Prophetie Jesu. Denn die Annahme des christlichen
Glaubens führte tatsächlich zu Streit in den Familien und etliche bezahlten diese Konversion mit dem
Leben. Auch heute noch. Doch, genau SO ist es gemeint, denn egal von welcher Seite der Zwist auch ausgegangen
ist, SCHULD war der Glaube … in den ersten Jahren des Christentums, war der in Gefahr, der konvertierte,
ab 300 waren die in Gefahr, die NICHT konvertierten … der Grund war immer der gleiche. Und wie gesagt,
wenn man dann noch das AT hinzuzieht, wir die Aussage absolut klar.
#14 Benedikt 14:06:07 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
@ Gallowglas So ist es eben nicht gemeint. Es ist vielmehr ein Prophetie Jesu. Denn die Annahme des christlichen
Glaubens führte tatsächlich zu Streit in den Familien und etliche bezahlten diese Konversion mit dem
Leben. Auch heute noch.
#13 DocRöntgen 13:45:20 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Es wäre eine Überrschung, wenn die Kirche keine internen Kämpfe auszutragen hätte! Die vielen Strömungen
innerhalb der Kirche, die unterschiedlichen Gewichtungen bei der Interpretation biblischer Gleichnisse,
die von dem einem 1:1 übernommen werden, vom anderen als Metapher verstanden werden und und und: All
das führt natürlich zu Gruppenbildungen, Abspaltungen und „privaten“ Exegese-Versuchen. Wen wundern
da noch Szenarien, bei denen die einen Gläubigen den anderen Untreue, Blasphemie oder sonstiges vorwerfen?
Was bei dieser Aktion allerdings TV-Kameras verloren hatten, ist fraglich. Vielleicht hatten sie zumindest
den einen positiven Effekt, dass die Polizei einigermaßen maßvoll vorgegangen ist, weil die Bilder früher
oder später international abrufbar sind.
#12 Gallowglas 13:33:34 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
@benedikt Was sollte daran denn nicht stimmen ? Hierbei handelt sich um eine der wenigen Bibelstellen,
die absolut eindeutig sind … und sie passt sowohl in die Tradition des ATs (töte, was dir über den
Weg läuft), als auch in die Geschichte des Christentums bis heute …
#8 Gallowglas 12:53:25 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
@Natürlicher Betrachter: Das ganze wurde sicher aufgewiegelt, warum würde sonst die Polizei mit schusssicheren
Westen eindringen? Ach, die polnische Polizei geht ja auch mit Schlagstöcken & Co gegen friedliche Demonstranten
vor, nur weil diese für ihre Rechte demonstrieren … Wenn der „Gegner“ der katholisch-„konservativen“
Regierung nicht passt, kennen sie halt keine Gnade.
#7 raindance1 † 12:35:47 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Wir wissen aber immer noch nicht wo das Baby hermkommt… da wird dann irgendwo im tiefsten Polen ganz
filmreif ein Kloster gestürmt…und wieder haben wir eine Geschichte für den Kampf gegen die Langeweile
Gallowglas wenn es den Katholen an Opfern fehlt, gehen sie sich gegenseitig an die Gurgel … Hätte die
Kirche nichts machen sollen? Sie tut es sicher nicht aus langweile, oder war das nur ein kleines Vergehen
um das die Kirche sich nicht kümmern muss? Das ganze wurde sicher aufgewiegelt, warum würde sonst die
Polizei mit schusssicheren Westen eindringen?
Endlich! Das wurde auch höchste Zeit, und wenigstens wurde eine Tragödie www.kreuz.net/article.5467.html
verhindert. Schade, daß dieser Link nicht im Artikel steht, denn sonst könnte man sich ein umfassenderes
Bild machen… eine Drohung mit Massenselbstmord, über die damals auch die Neue Zürcher Zeitung berichtet
hatte, ist schließlich ernst zu nehmen. Glück gehabt – wenigstens ist die Sache nicht ausgegangen wie
bei einer anderen exkommunizierten Gemeinschaft mit merkwürdigen Privatoffenbarungen in Uganda. Damals
wurde nämlich Ernst gemacht mit den Drohungen, und es gab mehr Tote als in Jonestown. Interessant auch
das dichte Beziehungsgeflecht, das die Sekte von Joseph Kibwetere mit führenden Priestern in Medjugorje
www.unitypublishing.com/…eadlyApparition.html gepflegt hatte… worüber man dort aus wohl verständlichen
Gründen die Klappe hält!
#2 landorganist 11:32:56 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Wer kann mir bitte erklären, was ein liberales Bistum ist? Ist das so etwas wie ein Erzbistum, oder ein
Suffraganbistum? Oder wie, oder was?? +net, wie tief willst Du noch sinken?
#1 Gallowglas 11:19:04 | Donnerstag, 11. Oktober 2007
Und was lernen wir daraus ? wenn es den Katholen an Opfern fehlt, gehen sie sich gegenseitig an die Gurgel …
Aber wie steht schon geschrieben : Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und
die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde
sein. (Mt 10,34) o^/