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Sonntag, 14. Oktober 2007 19:08
Ins Netz gegangen
Kürzlich hat ein italienischer TV-Sender gezeigt, wie man sich über das Internet Homo-Priester aufgabeln kann. Das Ergebnis war relativ verheerend.
Prälat Tommaso Stenico auf der Webseite 'Papanews.it'
Prälat Tommaso Stenico auf der Webseite ‘Papanews.it’
(kreuz.net, Vatikan) Prälat Tommaso Stenico ist in Italien und darüber hinaus kein Unbekannter.

Er war in der Vergangenheit ein häufiger Gast beim großen katholischen Fernsehsender Teleplace.

Dort zelebrierte er in regelmäßigen Abständen zum Beispiel die Messe, die täglich um 12.50 Uhr von der römischen Studiokapelle aus über Satellit in alle Welt übertragen wird.

Der Prälat unterhält auch seine eigene Webseite und war Mitarbeiter des italienischen Portals ‘Petrus’, das eine Online-Zeitung über das Pontifikat von Papst Benedikt XVI. sein will.

Beruflich ist er Mitarbeiter der Kleruskongregation, die vom brasilianischen Kurienkardinal Claudio Hummes (72) geleitet wird.

Doch letzte Woche wurde der Prälat von seinen vatikanischen Funktionen suspendiert.

Der Grund: Am 1. Oktober strahlte der drittgrößte italienische Fernsehsender ‘La7’ eine mit versteckter Kamera aufgenommene Sendung über „Homosexualität und Kirche“ aus.

Die Hauptrolle spielte darin ein Homo-Prostituierter. Vor laufender Kamera informierte er die Zuschauer über Internet-Chaträume, in denen Homo-Perverse miteinander Kontakte aufnehmen.

Der Prostituierte erklärte, daß sich unter den Chat-Teilnehmern regelmäßig Homos befinden, die sich offen als Priester ausgeben. Er habe in den letzten fünf Jahren mit zahlreichen Priestern Kontakt gehabt.

Die Kamera zeigt, wie sich der Prostituierte mit einem dieser Homo-Priester auf dem Computer schriftlich unterhält. Schließlich werden die Handy-Nummern ausgetauscht. Dann ruft der Prostituierte den Priester an.

Für Sonntag um 17.40 Uhr wird ein Treffen vereinbart: „In Ordnung“ – sagt der Priester „dann werden wir uns vergnügen“.

Fernsehaufnahmen mit verzerrtem Gesicht und Stimme
Der Priester, der bei dieser Operation ins Netz ging, erwartet den Prostituierten in einem Auto: „Ich bin froh, daß Du gekommen bist“.

Der Homo-Prostituierte filmte das Treffen mit versteckter Kamera.

Trotz elektronischer Verfremdung von Bild- und Tonträger scheint der Tonfall des Priesters jener von Prälat Stenico zu sein.

Der Prostituierte verwickelt den Geistlichen während der Autofahrt in ein Gespräch. Auf die Frage, wie lange er Priester sei, antwortet der Prälat, daß er „seit 18 Jahren“ Priester sei: „Ich habe diese – nenne wir sie – Berufung gehabt.“

Er würde noch einmal das gleiche tun – fährt er fort. Der Beruf sei erfüllend.

Im Homo-Chat halte er sich selten auf: „Manchmal am Abend, wenn ich die Emails herunterlade.“

Er tue das auch, um mit Personen in Kontakt zu treten, die in der gleichen Situation lebten.

Er treffe gerne seriöse, diskrete Personen: „Ich akzeptiere Priesterkollegen nicht, die sich von Morgen bis Abends prostituieren und so auch ein negatives Bild von der Kirche geben.“

Allerdings habe er Priesterfreunde die „Geschichten mit Jungs“ hätten. Natürlich treffe man sich nicht in den Pfarreien sondern – „von Zeit zu Zeit, natürlich immer mit der höchsten Vorsicht und Diskretion“ – eher in einem anderen Haus.

Was geschähe, wenn die Kirche einen Homo-Priester aufdeckt: „Du mußt den Skandal vermeiden“ – antwortet der Priester.

Er sei ein Jahr mit einem sizilianischen Jungen zusammen gewesen. Ob der Sizilianer gewußt habe, daß er Priester ist: „Ja.“

Doch das sei kein Problem gewesen: Wenn zwei Personen sich liebten, spiele es keine Rolle, ob jemand Priester sei oder nicht: „Wir waren ein Paar, wir lebten gut zusammen, ein schönes Verhältnis“ – erklärt der Geistliche.

Er bedauert allerdings auch „viele Falschheiten“ – denn eines Tages habe er seinen sizilianischen Homo-Freund in Chat erwischt wo er auf der Suche nach anderen Kontakten gewesen sei.

Man könne auch durch Rom spazieren und problemlos Homo-Bekanntschaften machen. Der Priesterkragen sei „anziehen“ – vielleicht „weil es sich um etwas Verbotenes handelt“.

Es habe in seinem Leben auch Homo-Abenteuer gegeben: „Aber nicht, daß ich ständig darauf aus bin.“

Er suche eher Personen mit denen er sich austauschen könne.

Dann fragt der Priester den Prostituierten: „Du, würdest Du mit mir Liebe machen?“ Auf dessen Ja antwortet er: „Ich auch.“

Im Film gibt es einen Schnitt und einen Szenenwechsel. Man hört den Priester sagen: „Wir sind angekommen“.

Damit unterstellt der Bericht, daß die Szene im Auto und die folgende Szene in einem Zimmer, das Prälat Stenico gehört, zusammenhängen.

Das Gemach wurde nach Presseberichten von Ortskundigen erkannt.

Beim Betreten des Zimmers ermahnt der Priester den Prostituierten, leise zu sprechen und redet von seinem ersten Homo-Treffen vor etwa zehn Jahren während einer Reise: „Das war die Feuertaufe, wie man sagt“.

Der Tonfall ist der gleiche wie beim Priester im Auto.

Wie er unter diesen Umständen habe Priester werden können, frägt ihn der Prostituierte aus: „Meine Homo-Neigung habe ich nachher entdeckt.“

Er lebe diese Dinge mit großem Seelenfrieden : „Es geht mir gut mit dieser meiner – sogenannten – Homosexualität“.

Natürlich sei die Homosexualität verdammt, von allen Seiten, auch von der Bibel. Doch er halte das nicht für richtig: „Man muß sehen, daß es Homosexualität und Homosexualität gibt.“

„Denn wenn ich eine Person liebe – warum sollte ich sie nicht lieben, nur weil sie vom gleichen Geschlecht ist?“

Er verdamme jene Personen, die schamlos von einem Abenteuer zum anderen rennen oder in Homohöllen gehen.

Der Prälat erklärt auch verschiedene Homo-Priester zu kennen: „Sie sind alle seriöse Personen, die so denken wie ich.“

Einmal im Beichtstuhl habe ihm ein Priester die Absolution verweigert. Er habe sich erhoben und sei zu einem anderen Priester gegangen: „Er hat mir die Absolution gegeben.“

Das Gespräch wird von einem Telefonanruf unterbrochen. Danach erklärt der Priester dem Prostituierten: „Du bist sehr hübsch, du bist ganz hübsch.“

Der Prostituierte wendet ein, daß der Prälat im Begriff sei, mit ihm eine Sünde zu begehen.

„Nein, für mich ist das keine Sünde“ – erklärt der Priester und setzt sich neben den Prostituierten.

Aber dann habe es keinen Sinn, daß er Priester sei, wenn er sich nicht an die Regeln der Kirche halte – wendet der Prostituierte ein.

„Hier ist unsere Abenteuer zuende“ – antwortet der Priester abrupt: „Du bist zu verklemmt. Du akzeptierst nichts.“

„Wir werden nichts tun, Du bist zu verklemmt.“

Er werde ihn jetzt zum Lift bringen: „Ich werde Dich nicht mehr anrufen. Wenn Du willst, kannst Du mich anrufen oder mir eine Botschaft hinterlassen.“

Distanzierung
Am Samstag rechtfertigte sich Prälat Stenico vor der Webseite ‘Petrus’, die ihn zwischenzeitlich als Mitarbeiter entlassen hat: „Ich bestätige, daß sich die Episode tatsächlich zugetragen hat“.

Der Prälat scheint sich dabei nur auf die im Zimmer dargestellte Szene zu beziehen.

Seine Bestätigung will er in keiner Weise als Selbstanklage verstehen: „Vielleicht bin ich ein großer Naivling gewesen“.

„Der Junge von ‘La7’ hat mein Büro wirklich betreten. Die aufgenommene Person bin ich.“

Aber er sei nicht homosexuell – beteuert der Prälat: „Ich habe mich wegen meines körperlichen Aussehens schon gegen ganz andere Unterstellungen verteidigen müssen.“

In Wahrheit habe er ein Buch über das Problem der Homosexualität unter Priestern schreiben wollen: „Heute dringt der Teufel in die Kirche ein. Der Papst wird alleingelassen.“

Deshalb habe er über das Internet Homo-Seiten gesucht: „Ich habe mit diesem Jungen Kontakt aufgenommen und er ist zu mir gekommen.“

Das sei im Juli gewesen: „Das Fernsehen hat meinen guten Glauben ausgenützt“.

Im wesentlichen habe es sich um ein Experiment gehandelt: „Das war eine Untersuchung zum Thema, und ich bin auf die Nase gefallen. Aber ich werde meinen Vorgesetzten alles erklären.“

Ob er gegen den Fernsehsender Klage wegen der versteckten Aufnahmen erheben werde: „Im Augenblick weiß ich das nicht, aber ich werde darüber nachdenken.“

Vielleicht hätte er seine Oberen über seine Projekte informieren sollen: „Aber ich habe nichts Böses getan. Schließlich war ich es, der den Jungen weggeschickt hat.“

Er sei vom Vatikan suspendiert worden: „Ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet.“

Der Prälat kann diesen Schritt verstehen. Seine Oberen seien im Recht. Er werde gehorchen: „Ich wiederhole es. Das Ereignis hat sich zugetragen. Der Priester bin ich. Aber es handelt sich nur um ein banales Mißverständnis. Ich werde es sofort aufklären.“

Inzwischen ist auch die Webseite des Prälaten, die sich mit geistlichen Themen beschäftigt, nicht mehr zu erreichen.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 156 Lesermeinungen:
Dienstag, 18. März 2008 13:57
Dominik_Drinkhahn: Glaube heißt Glaube, weil man dran glauben muss
Ich habe nun drei Stunden auf ihrer Seite zugebracht. Gratulation, ich habe keine Angst mehr vor Islamisten. Die Hassparolen die hier Ausgegeben werden sind so zutiefst von Nächstenhass erfüllt. Alle negativen Vorurteile, die ich Als Protestant gegenüber der katolischen kirche habe, finden sich hier bestätigt. Fanatismus der übelsten Sorte. Mit Angst und Verunsicherung werden die Kinder Gottes gezüchtigt und vergiftet. Kein Homosexueller kann so pervers sein wie die Art wie die wirklich „natürliche“ Ausprägung des Menschen in der katholischen Kirche unterdrückt wird.
Samstag, 20. Oktober 2007 21:19
Rudolfus: @DocRöntgen / Wenn Sie nicht sachlich diskutieren können …
Merken Sie nicht, dass hier jemand ausschließlich verabreichte Versatzstücke widerkäut und zu einer eigenen Meinung per Definition gar nicht in der Lage ist? Da ist Hopfen und Malz verloren und eine objektive Sichtweise von vornherein ideologisch unterbunden.
Wenn Sie nicht sachlich diskutieren können, dann besser schweigen.
Dienstag, 16. Oktober 2007 12:30
DocRöntgen: @Sigurd: Hut ab- beim Reden gegen eine Wand haben Sie Geduld!
Merken Sie nicht, dass hier jemand ausschließlich verabreichte Versatzstücke widerkäut und zu einer eigenen Meinung per Definition gar nicht in der Lage ist? Da ist Hopfen und Malz verloren und eine objektive Sichtweise von vornherein ideologisch unterbunden.
Dienstag, 16. Oktober 2007 09:35
engelhardt: Das haettest Du wohl gerne, patricius
Immer schoen alles unter den Teppich kehren.
Dienstag, 16. Oktober 2007 01:19
Hank: Stenico wieder online
Montag, 15. Oktober 2007 23:11
patricius: üble Nachrede?
Die wenigsten Christen wissen, dass nicht nur Verleumdung,sondern auch üble Nachrede – also das publik machen von tatsächlichen schweren Sünden eines Einzelnen – unter gewissen Umständen eine schwere Sünde ist. Es ist allerdings dann notwendig und richtig, wenn damit größeres Übel vermieden werden kann.
Wenn man einen Priester ausforscht, der Strichjungen missbraucht, und dies an die kirchlichen Behörden weiterleitet, so ist dies sicher richtig und wichtig.
Fraglich ist aber die Methode – und ob es immer richtig ist ,
so einen Mann, den außerhalb Italiens niemand kannte, weltweit an den Pranger zu stellen.
Wir müssen fasten, beten und opfern für solche Menschen…Das sagt auch schon die Mutter Gottes in Fatima. Es mag frömmelnd klingen, was ich schreibe, aber nur Entrüstung wird uns nicht weiterbringen, obwohl das Zunehmen solcher Neigungen in Kirche und Gesellschaft schon sehr überrascgen.
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