Kirchenverkauf
Eine Schande?
Eine Schande ist die kirchenbürokratische Schönfärberei, welche die Probleme vom Tisch redet, statt sich daranzumachen, die Ursachen zu benennen und zu beseitigen.
Eine belgische Immobilienfirma hat auch die ehemalige Franziskanerkirche von Brüssel im Sortiment.
Eine belgische Immobilienfirma hat auch die ehemalige Franziskanerkirche von Brüssel im Sortiment.
(kreuz.net) Die ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’ konfrontierte Kirchenvertreter kürzlich mit der Frage eines Lesers, ob es nicht eine „Schande“ sei, daß Kirchen geschlossen werden.

Das sei keine Schande, sondern ein „trauriger Zustand“, beantwortet ein Sprecher des Bistums Essen die Frage.

Der Kirche fehle es an Geld und Menschen.

Es sei auch keine Schande, der Kirche den Rücken zu kehren: „Das Schöne am Christentum ist, daß es die freie Entscheidung des Einzelnen ist, dazu ja oder nein zu sagen“ – philosophiert der Sprecher.

Die Zeiten des Schwertes seien „zum Glück“ vorbei, glaubt er.

Dafür kann der Sprecher die Trauer der Menschen verstehen. Er verweist aber gleichzeitig auf die angebliche „Chance“, welche der kirchliche Abbau – der Sprecher nennt ihn „Umstrukturierungen“ – biete.

So könnten die zusammengelegten Gemeinden wieder „mit vielen Christen“ Gottesdienste feiern: „Das wirkt vielleicht ansteckend“.

Im Fusionsjubel befindet sich offenbar auch der evangelische Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel.

Er hat die Zusammenlegung zweier Gemeinden erlebt: „Eine geglückte Verbindung“.

Das Gemeindezentrum wurde geschlossen. Jetzt entstehen dort sechzig Alterswohnungen. Kirche sei immer „neue Wege“ gegangen, triumphiert der Pfarrer.

Die Fusion der Gemeinden habe „das Gemeindebild belebt“. Man müsse sich „für die Zukunft entscheiden“.

Immerhin gesteht der Pfarrer ein, daß mit dem Verschwinden der Kirchengebäude auch der Eindruck eines Verschwindens der Kirche entstehe.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Burgorus   22:25:52 | Freitag, 19. Oktober 2007
Und was folgt daraus?
Keine Fusionen!
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#2   raindance1 †   21:08:39 | Freitag, 19. Oktober 2007
wenn wir Ihre Mathematik um die Fusionserfahrungen der
Wirtschaft ergänzen, so könnte, nehmen wir das Beispiel Daimler-Chrysler, die Gemeinde B aufgrund erheblicher Defizite im Glauben, die Gemeinde A mit in die Tiefe ziehen und die Gemeinde A müsste, um das verhindern, schnellstens dafür sorgen, das sie B wieder los wird.
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#1   Burgorus   12:14:02 | Freitag, 19. Oktober 2007
In einem hat der Pfarrer Recht!
Was er sagen will, formuliert man mathematisch sauber wie folgt:
Satz: Gegeben seien zwei Gemeinden A und B, deren Anzahl an Kirchenbesuchern die Zahl Null überschreitet. Dann gilt: Legt man beide Gemeinden zu einer Gemeinde zusammen und geht man davon aus, dass das individuelle Verhalten hinsichtlich Kirchenbesuch unverändert bleibt, dann ist die Kirchenbesucherzahl in der zusammengelegten Gemeinde sowohl größer als die Kirchenbesucherzahl der Gemeinde A als auch größer als die Kirchenbesucherzahl der Gemeinde B.
Beweis: Sei nA die Anzahl der Kirchenbesucher der Gemeinde A. Weiter sei nB die Anzahl der Kirchenbesucher der Gemeinde B.
Da davon ausgegangen wird, dass das individuelle Verhalten hinsichtlich Kirchenbesuch unverändert bleibt, ergibt sich die
Anzahl der Kirchenbesucher der zusammengelegten Gemeinde Z zu nZ = nA + nB.
Unter den weiteren Annahmen nA > 0 und nB > 0 ist zu zeigen:
Erstens: nZ > nA, zweitens: nZ > nB.
Zu „Erstens“: Gemäß Annahme gilt: nB > 0. Auf beiden Seiten dieser Ungleichung addieren wir nun nA hinzu. Daraus folgt: nB + nA > nA, und da nB + nA = nA + nB = nZ ist, haben wir bewiesen: nZ > nA.
Ausgehend von der Annahme nA > 0 ergibt sich der Beweis von „zweitens“, dass nämlich nZ > nB ist, dual dazu; q.e.d.
Man muss aber bei der Kirchenfusion auf die Voraussetzungen des Satzes achten. Jede Gemeinde muss eine positive Kirchenbesucherzahl aufweisen! Jeder Kirchenbesucher muss bereit sein, die „Fusionskirche“ mit evtl. weiterem Weg zu besuchen.
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