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Mittwoch, 17. Oktober 2007 15:42
Hier sind sie – die Vorbilder und Vorläufer
„Ich muß mir nicht vorwerfen, einen Gefangenen gemacht zu haben. Ich habe sie alle ausgetilgt.“ Von Leo G. Schüchter.
Links: General François-Joseph Westermann Rechts: Maximilien de Robespierre
Links: General François-Joseph Westermann
Rechts: Maximilien de Robespierre
(kreuz.net) Im November 1789 beschloß die Französische National- versammlung gegen ihre eigenen Prinzipien eine entschädigungs- lose Enteignung aller Kirchengüter.

Ein Jahr später verlangte ein Dekret, daß alle Bischöfe und Priester ihr Amt und ihren staatlichen Unterhalt verlieren würden, wenn sie keinen Treueid auf die revolutionäre Verfassung ablegten.

In der Vendée leistete nur ein Sechstel des Klerus den von den revolutionären Fanatikern gewünschten Eid, der von Papst Pius VI. († 1799) als „häretische und schismatische“ Handlung verurteilt worden war.

Als in der Stadt Angers alle eidverweigernden Kleriker und Nonnen im Auftrag der Provinzregierung verhaftet werden sollten, kam es in der Vendée zur ersten Schlacht.

"Die Freiheit führt das Volk" - über Leichen.
„Die Freiheit führt das Volk“ – über Leichen.
500 empörte Bauern versuchten im August 1792, die Räumung eines Schwesternkonvents zu verhindern und wurden dabei von Nationalgardisten niedergemacht.

Im September hörten die Katholiken der Vendée von den grausamen Pöbelmorden in den Pariser Gefängnissen. Den Schlächtereien fielen auch 300 eidverweigernde Priester und drei Bischöfe zum Opfer.

Dieses Massaker sollte zum Muster für die Massenmorde in der Vendée werden.

Im November beschloß die Nationalversammlung, aus dem bisherigen „Kreuzzug für die Freiheit“ Europas einen Eroberungskrieg für Frankreich zu machen.

Die meisten Franzosen waren geschockt, als der König im Januar 1793 hingerichtet wurde. Die Bluttat wurde illegitim vom Parlament beschlossen.

Ein Monat später brachte ein Dekret das Faß zum Überlaufen. Es verlangte, daß 300.000 Männer für die Armee der Jakobiner rekrutiert werden sollten.

Symbol des Widerstands in der Vendée: Das Herz Jesu mit der Devise "Gott, der König"
Symbol des Widerstands in der Vendée: Das Herz Jesu mit der Devise „Gott, der König“
Doch die Bauernsöhne der Vendée wollten für die Pariser Königsmörder und Aggressoren nicht in den Krieg ziehen.

In zahlreichen Orten tauchten Aufrufe zum Widerstand auf, um die Einberufungen und deren Durchsetzung von der Nationalgarde zu verhindern.

Die bewaffneten Bauern konnten kleinere Einheiten der Nationalgarde abwehren.

Schließlich setzten die Pariser Revolutionsfanatiker die reguläre Armee ein, die anfangs mit dem anwachsenden Bauernheer Schwierigkeit hatte.

Am 23. Dezember 1793 besiegte eine vierfach überlegene Armeedivision die aufständischen Bauern. Die 6.000 Gefangenen wurden niedergemetzelt.

General François-Joseph Westermann († 1794) beschrieb seinen Kriegserfolg in einem Brief an den Wohlfahrtsausschuß-Vorsitzenden Maximilien de Robespierre († 1794):

„Die Vendée existiert nicht mehr. Sie starb unter unseren Säbeln mit ihren Frauen und Kindern. Ich habe sie in den Sümpfen und Wäldern von Savenay begraben.

Ich habe die Kinder unter den Hufen meiner Pferde zertreten und die Frauen niedergemetzelt. Ich muß mir nicht vorwerfen, einen Gefangenen gemacht zu haben. Ich habe sie alle ausgetilgt.

1796 wird einer der Anführer des Aufstands der Vendée, François de Charette, hingerichtet
1796 wird einer der Anführer des Aufstands der Vendée, François de Charette, hingerichtet
Es war notwendig, sie mit dem Brot der Freiheit zu füttern. Mitleid ist kein revolutionäres Gefühl.“

Heute wird dieser brutale Schlächter der Vendée mit einem Kreuzfahrtschiff auf dem Rhein geehrt. Er starb übrigens, wie er gelebt hatte, und wurde im Jahr 1794 von Robespierre enthauptet.

Inzwischen waren 50.000 Katholiken der Vendée gefallen oder bei den bestialischen Überfällen der Armee auf die Dörfer geschlachtet worden.

Aber General Westermann sollte mit dem Ende der katholische Vendée nicht Recht behalten.

Der Widerstand ging weiter – und auch das Abschlachten seitens der „Soldaten der Freiheit“.

Wie in der Zeit der Hexenverfolgung wurde jeder Denunzierte automatisch eingesperrt und wegen „Fanatismus“ zum Tode verurteilt. Der Kontakt mit einem eidverweigernden Priester genügte.

Ab November 1793 ertränkten die Revolutionstribunale in Nantes mehr als 5000 Katholiken in der Loire. Die Opfer wurden gefesselt und in durchlöcherten Kähnen dem Fluß ausgesetzt oder als Paar nackt aneinandergebunden in die Loire geworfen.

Diese sadistische Tötung bezeichneten die jakobinischen Schlächter als „republikanische Hochzeit“.

Die Vendée wurde zu einem Experimentierfeld für moderne Methoden des Abschlachtens, ein Vorbild für die Massenmorde der späteren Sozialisten und Nationalsozialisten.

Der Londoner Karikaturist George Cruikshank 1819 über die Französische Revolution: Kein Gott, keine Religion, kein König, keine Verfassung
Der Londoner Karikaturist George Cruikshank 1819 über die Französische Revolution: Kein Gott, keine Religion, kein König, keine Verfassung
In der Stadt Angers erschossen die Revolutions-Sadisten 2.000 Katholiken, die am Rande langer Gruben stehend abgeknallt wurden. Die Verwundeten und Sterbenden wurden mit Bajonetten erstochen.

Im Januar 1794 sandte der Konvent General Louis Marie Turreau († 1816) mit den „Kolonnen der Hölle“ – colonnes infernales – in die Vendée. Diese Todesschwadrone hatten den Auftrag, alle Erntevorräte zu verbrennen, alle Tiere abzuschlachten und alle Männer, Frauen, Kinder der Vendée zu töten.

Am 28. Februar wurden die Bewohner der beiden Dörfer Le Grand Luc und Le Petit Luc niedergemetzelt. Hunderte suchten Zuflucht in der Kirche.

Die Soldaten schossen die Kirche mit Kanonen in Brand. Sie stürzte über die betende Menge zusammen.

An diesem Tag ermordeten die Barbaren jakobinischer Brüderlichkeit 564 Katholiken – unter ihnen 110 Kinder.

Der französische Historikers Reynald Secher (51) nennt die etwa 250.000 umgekommen Katholiken der Vendée Opfer eines Völkermords – so in seinem 1989 publizierten Buch „Le Génocide franco-francaise“.

Französische Rezensenten ergänzen: Es gab einen schriftlichen Befehl, alle Katholiken der Vendée zu vernichten. Das sadistische Vorgehen und die systematischen Liquidierungen der Kolonnen des Generals Turreau sind das Vorbild für die nationalsozialistische Schutzstaffel und die stalinistische NKVD.

Im Februar 1984 hat Papst Johannes-Paul II. 100 „Martyrer des Feldes von Avrillé“ sowie sechs Martyrerpriester seliggesprochen.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 89 Lesermeinungen:
Donnerstag, 18. Oktober 2007 22:39
GerdEric: @Florian Geyer
Florian Geyer: welche in unseren heutigen geschichtsbüchern als „das volk“ erscheint und vorwiegend aus kleinkriminellen, vagabunden und politrevolutionären bestand organisierte diesen gut organisierten aufstand.

die anderen, die Monarchen und deren klerikale willigen Helfer sind die Grosskriminellen…mit ihren bellenden Prandenpurgi und Artoi.

Doch G’TT der HERR hat eben die Kleinkriminellen, die um ihr Leben kämpfen müssen, aus der Knechtschaft Pharaos befreit.
Die Grossen (Kaiser und Könige, und Bischöfe usw, (das ist schon interessant, das die Mafia sich eben im katholischen Italien bildete)) hatten sich von G’TT abgewand, um SEIN Volk zu unterdrücken und um ihren persönlichen Vorteilen zu dienen, wie heute auch.
Donnerstag, 18. Oktober 2007 21:57
Brandenburgis: Ja, auch da muß ich
leider zustimmen …
Donnerstag, 18. Oktober 2007 21:57
und ihr gehirn haben sie wohl auf dem klo ausgekackt.
Donnerstag, 18. Oktober 2007 21:32
Florian Geyer: Artois – freut mich
Der Fehler des Adels allzuoft der Egoismus und der Neid und der Konkurrenzkampf. Der wahre Adel wäre von Gott verpflicht seine Untergeben zu hegen und zu pflegen wie seinen eigene Familie und alles zu ihrem besten zu richten. Leider waren viele eigensinnig-ausbeuterisch einfach zu weltlich und gottvergessen – das muß man fairerweise auch sagen…
Donnerstag, 18. Oktober 2007 21:28
Brandenburgis: Dem ist mal wieder
vollinhaltlich zuzustimmen!
Donnerstag, 18. Oktober 2007 21:25
die große mehrheit des volkes war treu zum monarch, wenngleich die herrschaft desselben fehlerbehaftet gewesen ist. eine kleine gut organisierte gruppe jedoch, welche in unseren heutigen geschichtsbüchern als „das volk“ erscheint und vorwiegend aus kleinkriminellen, vagabunden und politrevolutionären bestand organisierte diesen gut organisierten aufstand. da diese leute keinen spass verstanden wagte es niemand sich dagegenzustellen. die „glorreiche revolution der freiheit“ war ein putsch von kriminellen und vagabunden im verbund mit geheimgesellschaftern als führung !
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