16:39:49 | Donnerstag, 18. Oktober 2007
Eine lebensgefährliche Initiative treibt gegenwärtig ihr Unwesen. Sie agiert mit manipulierten Zahlen. Ein Kommentar.

Die Abtreiber erfinden Horrorzahlen von toten Müttern durch illegale Abtreibung.
(kreuz.net, Münster) Es sei „mehr als eine Farce“, daß sich Gesundheits- und Kinderschutz- organisationen
die weltweite Legalisierung der Kinderabtreibung auf die Fahne geschrieben haben.
So kommentiert Monika
Hoffmann – Medienbeauftragte der ‘Christdemokraten für das Leben’ – die Aktivitäten einer Initiative,
die sich „Deliver Now for Women and Children“ nennt.
Vom 18. bis 20. Oktober lädt die Initiative zu
einer Tagung in London ein.
Dabei geht es vor allem um die Bekämpfung des Lebensrechtes ungeborener
Menschen.
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen ‘UNICEF’ nimmt an der Konferenz teil. Bisher hat
das Hilfswerk immer geleugnet, Abtreibung in irgendeiner Form zu unterstützen.
Kul C. Gautman – stellvertretender
Geschäftsführer von UNICEF – ist sogar der Vorsitzende der Tagung.
Zur Initiative gehören das berüchtigte
internationale Abtreibungsnetzwerk ‘Planned Parenthood Federation’, staatliche Entwicklungsorganisationen
der USA, Großbritanniens, Kanadas und von Bangladesch, außerdem die ‘Weltgesundheits-Organisation’ (WHO)
und der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) sowie andere Nichtregierungsorganisationen.

Die toten Kinderleichen zählen die Abtreiber nicht.
Töten statt HelfenBei der Verfolgung ihres Ziels sind „Deliver Now“ alle Mittel recht.
Die Müttersterblichkeit
wird in einem Atemzug mit „unsicheren“ Kinderabtreibungen genannt.
Die Initiative bezeichnet die Entkriminalisierung
der Abtreibung als „adäquates Mittel“ zur Senkung der Müttersterblichkeit.
„Deliver Now“ erklärt,
daß die meisten Todesfälle von Müttern verhindert werden könnten, wenn Frauen Zugang zu „professioneller
Gesundheitsvorsorge“ hätten.
Doch unter „professioneller Gesundheitsvorsorge“ versteht die Initiative
auch „sicheres“ Kinderabtreiben.
Die Tatsachen strafen diese Argumentation jedoch Lügen.
1993 wurde
die Abtreibung in Polen stark eingeschränkt. Danach sank die Zahl der Kindstötungen bedeutend. Auch
die Müttersterblichkeit ging zurück.
Irland, wo Abtreibungen weiterhin ein Verbrechen sind, besitzt
die niedrigste Müttersterblichkeit weltweit.
Im Gegensatz dazu ist die Müttersterblichkeit in den USA,
wo Abtreibung seit 1973 erlaubt ist, in diesem Jahr gestiegen.
Es besteht also kein Zusammenhang zwischen
Müttersterblichkeit und „unsicherer“ Abtreibung.
Manipulation von ZahlenAuch die Zahlen, mit denen
die Legalisierung der vorgeburtlichen Kindstötung vorangetrieben wird, haben keinen Bestand.
Nach Angaben
der ‘Weltgesundheits-Organisation’, der primären Quelle der Statistiken zur Müttersterblichkeit, sind
„Daten zur Müttersterblichkeit und anderen Todesarten oft nicht verfügbar“.
Wenn sie verfügbar sind,
sind sie aufgrund von Mängeln der statistischen Erhebung in den einzelnen Ländern unzuverlässig.
Angaben
zur Müttersterblichkeit sind also im besten Fall fragwürdige Schätzungen.
Joseph Chamie, früherer
Direktor der UN-Bevölkerungsabteilung, der offiziellen Statistikabteilung der UNO, hält die Angabe von
500.000 Todesfällen bei Müttern aufgrund von Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt für
unrealistisch. Er weigert sich auch, diese Zahl zu verwenden.
Die Ursachen für die Müttersterblichkeit
sind zahlreich: Blutverlust, Infektionen, Malaria oder Herzversagen sind nur einige davon.
Das geht aus
einem Report der WHO, UNICEF und UNFPA hervor.
Nach einer Schätzung der Weltgesundheits-Organisation
ist der kleinste Teil – ungefähr 12,8 Prozent – auf eine Abtreibung zurückzuführen.
„Deliver Now“
geht es also beim Start einer weiteren weltweiten Abtreibungskampagne nicht um den Schutz der Mütter
und ihrer Kinder.
Neuauflage einer alten TaktikVielmehr benützt die Initiative eine Taktik, die in
den 70er Jahren in den USA erprobt wurde.
1972 – ein Jahr vor der Legalisierung der Abtreibung in den
USA – dokumentierte die amtliche Gesundheitsstatistik den Tod von 41 Frauen durch illegale Abtreibung.
Abtreibungsverfechter operierten damals mit Zahlen in der Größenordnung von fünf- bis zehntausend
Müttern und benützten so die wirklichen Opfer der Abtreibung als Manipulationsinstrument.
Die Kampagne
von „Deliver now“ spielt mit dem gleichen Zahlentrick, der in den USA zu einer erfolgreichen Einführung
der Abtreibung beitrug und bis heute Hunderttausenden Kindern Kopf und Kragen kostete.
Der Zahlentrick
funktionierte kürzlich auch in Kolumbien.
Nach Aussage des kolumbianischen Vizegesundheitsministers
wurden seit der Entkriminalisierung der Abtreibung im Mai letzten Jahres in staatlichen Kliniken fünfzig
Abtreibungen vorgenommen.
Dagegen sprachen deren Befürworter vor der Legalisierung der Abtreibung von
450’000 illegalen Abtreibungen pro Jahr.
Die Wahrheit besteht darin, daß die Zahl der Abtreibungen durch
deren Legalisierung in jedem Land zunimmt.
Entkriminalisierung fördert die AbtreibungDie Direktorin
des UN-Weltbevölkerungsfonds, Thoraya Ahmed Obaid, aus Saudi-Arabien, sagte im Interview mit der ‘Frankfurter
Allgemeinen Zeitung’, daß es jährlich 110 Millionen Abtreibungen weltweit gebe.
Die UNO schätzte die
Zahl der Abtreibungen Mitte der 60er Jahre noch auf 30 Millionen.
Nach einem Bericht des UN-Weltbevölkerungsfond
im Jahr 2004 sind die wichtigsten Maßnahmen zur Senkung der Müttersterblichkeit nicht die entkriminalisierte
Abtreibung, sondern der Zugang zu ausgebildetem Geburtshilfepersonal sowie zu gynäkologischer Notfallversorgung,
die auch saubere Blutkonserven beinhaltet.
Trotzdem werben 35 der 98 Veranstaltungen der Londoner Tagung
für Töten statt Heilen.
Lediglich zwei Veranstaltungen thematisieren die Gesundheitsvorsorge für Neugeborene.
Man sucht auch vergeblich nach Vorträgen zur Kindersterblichkeit, Ernährungsberatung und Unterstützung
bei der Pflege von Kleinkindern.
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