Benedikt XVI.
Im Kampf gegen die Häretiker zu ängstlich
Kardinal Scheffczyk bezog in den theologischen Wirren nach dem letzten Konzil immer als erster klar und mutig Position. Er selber sei feiger gewesen – so der Papst.
Benedikt XVI - ein theologischer Bruder Kardinal Scheffczyks.
Benedikt XVI – ein theologischer Bruder Kardinal Scheffczyks.
(kreuz.net) Bereits im November 2006 sprach Pater Johannes Nebel mit Papst Benedikt XVI. über den bedeutenden deutschen Theologen Leo Kardinal Scheffczyk.

Pater Nebel gehört zur geistlichen Familie „Das Werk“ und verwaltet den geistlichen Nachlaß des am 8. Dezember 2005 verstorbenen Kardinals.

Kardinal Scheffczyk stand dem „Werk“ nahe. Er liegt auf dem Friedhof im Mutterhaus der Ordensgemeinschaft in Vorarlberg begraben.

Das jetzt bekannt gewordene Interview ist Teil eines Buches von Pater Nebel über die Arbeit des späten Kardinals. Es erscheint im November
Benedikt XVI. über die Nachkonzilswirren:
„Die Zeit war damals verworren und unruhig, und der Lehrstand der Kirche war nicht mehr ganz klar.“
in der italienischen Reihe „Vita e Pensiero“.

Am Samstag publizierte die Mailänder Tageszeitung ‘Corriere della Sera’ einen Auszug aus dem Gespräch.

Die deutsche Tageszeitung ‘Welt’ veröffentlichte nun einen Teil des deutschen Originaltextes.

In dem Interview lobt der Heilige Vater mehrmals die außergewöhnliche Gelehrsamkeit von Kardinal Scheffczyk.

Papst Benedikt XVI. erinnert sich auch an die gemeinsame Zeit im Priesterseminar Freising: „Er steht noch sehr deutlich vor mir als ein stiller und sozusagen feinnerviger Mann.“

Leo Kardinal Scheffczyk
Leo Kardinal Scheffczyk
Damals hielt man die Häresie für „möglich“

Erst nach dem Zweiten Vatikanum lernten sich die beiden Theologieprofessoren näher kennen. Beide waren Mitglieder der Glaubenskommission der Deutschen Bischöfe, die in jener Zeit eingerichtet wurde:

„Die Zeit war damals verworren und unruhig, und der Lehrstand der Kirche war nicht mehr ganz klar.“

„Es wurden Thesen in die Luft gesetzt, von denen man sich einbildete, sie seien jetzt möglich, obwohl sie in Wirklichkeit mit dem Dogma nicht übereinstimmten.“

Die Diskussionen in der Glaubenskommission seien anspruchsvoll und schwierig gewesen.

Der stille und eher schüchterne Kardinal Scheffczyk habe immer als erster „ganz klar“ Positionen bezogen:

„Ich selbst war da fast zu ängstlich, als daß ich mich getraut hätte, gleich so direkt ‘drauflos’ zu gehen.“

Der spätere Kardinal Scheffczyk war nach den Worten des Papstes der „Eisbrecher“ in diesen Diskussionen.

Bei gemeinsamen Busfahrten setzten sich die beiden nebeneinander, um die „theologische Geschwisterlichkeit“ zu vertiefen.

Die Erinnerung an die gemeinsame Arbeit in der Glaubenskommission ist die stärkste persönliche Erinnerung, die der Papst an den Kardinal besitzt.

Garant für den rechten Glauben

Als Benedikt XVI. Erzbischof von München und Freising wurde, war Kardinal Scheffczyk in München Professor für Dogmatik. Er war für den Papst die Garantie, daß die Dogmatik dort richtig gelehrt wurde.

Auch als Präfekt der Glaubenskongregation bat der
Fähig und fleißig
Benedikt XVI. wußte, daß Kardinal Scheffczyk „erstens die Arbeit wirklich macht und sie zweitens gut erfüllt.“
Papst Kardinal Scheffczyk öfter um Vota: „Dabei wußten wir immer, daß er – wenn man ihn um etwas bittet – erstens die Arbeit wirklich macht und sie zweitens gut erfüllt.“

Der Heilige Vater erwähnt auch, daß Kardinal Scheffczyk für Österreich viel getan habe. So sei er für den konservativen Linzer Priesterkreis „die Säule überhaupt“ gewesen.

Kleiner Schuster wird Kardinal

Eines Tages fragte Johannes Paul II. den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, ob es in Deutschland einen über 80jährigen Theologen gäbe, der des Kardinalspurpurs würdig wäre.

Benedikt XVI. hatte mit Johannes Paul II. schon öfter über Hw. Scheffczyk gesprochen: „Wir wissen alle, wie gut es war, daß Leo Scheffczyk Kardinal wurde.“

Hw. Scheffczyk erhielt den Kardinalshut zusammen mit den liberalen deutschen Theologen, Bischof Karl Lehmann von Mainz und Kurienerzbischof Walter Kasper.

Erst durch das Kardinalat sei die Theologie von Kardinal Scheffczyk für Deutschland „so richtig ‘kirchenöffentlich’“ geworden.

Seine Stimme habe nicht mehr überhört oder von irgendeinem Professor beiseite geschoben werden können.

Von Johannes Paul II. erfuhr Benedikt XVI., daß der Name „Scheffczyk“ polnisch ist und „kleiner Schuster“ bedeutet.
      
16 Lesermeinungen
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#16   Dr. Christoph Heger   23:05:59 | Montag, 22. Oktober 2007
„natürliche Gotteserkenntnis“
P. Lingen:
Erzhäretiker Scheffczyk war der „Doktorvater“ des Erzhäretikers Günther Storck („Widerlegung“ des Dogmas von der natürlichen Gotteserkenntnis).
Zu den Häresievorwürfen gegen Kardinal Scheffczyk und Bischof Günther Storck will ich mich mangels theologischer Kompetenz nicht äußern.
Die Behauptung allerdings, Storck habe eine „Widerlegung“ des Dogmas von der natürlichen Gotteserkenntnis versucht, kann nur jemand aufstellen, der unter „natürlicher Gotteserkenntnis“ eine Art „physikalischer“ oder wie man sich früher ausdrückte „physiko-theologischer“ Gotteserkenntnis versteht. Das ist jedoch Unsinn. Die natürliche Erkenntnis erstreckt sich auf das Ganze der Wirklichkeit.
MfG
Christoph Heger
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#15   Agiafortuni   22:29:30 | Montag, 22. Oktober 2007
Scheffczyk und sein Schüler Kasper
zufälligerweise bin ich auf Kaspers Habilitationsschrift gestossen. Sein erster Zensor war Scheffczyk und sein zweiter Küng. Das Thema: die römische Theologie.
Artois: Ein Leisetreter war Scheffczyk bestimmt. Sobald ihm eine unangenehme Frage gestellt wurde, wusste er ihr geschickt auszuweichen
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#14   Artois †   21:01:00 | Montag, 22. Oktober 2007
KArdinal Scheffczyk
ist möglicherweise in Sachen rechtgläubigkeit nichts vorzuwerfen (zum letzten Richter möchte ich mich da nicht augschwingen), ganz gewiß jedoch in Sachen Opportunismus und Leisetreterei. Insoferne hätte er bei der letzten Papstwahl gewiß keinen „Schaden“ angerichtet. Im Übrigen walten in einem Konklave völlig andere Gesetze …
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#13   Agiafortuni   20:51:35 | Montag, 22. Oktober 2007
schöne Bescherung
Lehmann und Kasper waren trotz ihrer zweifelhaften Rechtgläubigkeit stimmberechtigt im Konklave während
Kerdinal Scheffczyk, dem in Sachen Rechtgläubigkeit nichts vorzuwerfen ist, es nicht war. Eine Art Büchse der Pandora
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#12   mariokin   18:59:37 | Montag, 22. Oktober 2007
Hervorhebungen im Artikel!
Danke an die Redaktion für die Hervorhebung der Zitate, amit wird deutlich, dass sowohl Überschrift als auch Inhalt mit dem Interview identisch sind!
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#11   mahner   18:55:16 | Montag, 22. Oktober 2007
man reiche dem Landorgler die „Petri Schale“
damit er mal richtig ab-papsten kann – wie sich die liberalen Kirchenfeinde im Kreise der Waffenstudenten so auszudrücken pflegen. – „Schweigen will ich von Lokalen,
Wo der Böse nächtlich praßt,
Wo im Kreis der Liberalen
Man den Heilgen Vater haßt“ – Wilhelm Busch, „die fromme Helene“
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#10   Sirilo   16:34:06 | Montag, 22. Oktober 2007
@Mariokin
Der Papst hat gesagt, er sei *ängstlich* gewesen. Kreuz.net macht daraus „feige“. Das ist eine klare Verfälschung, und man kennt ja die Tendenz: Dem Papst etwas anhängen, sein Ansehen beschädigen!
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#9   Artois †   16:13:04 | Montag, 22. Oktober 2007
Konservativ im katholischen Sinne
kann nur derjenige sein, der in Treue zum Heiland im Einklang mit der katholischen Tradition und dem katholischen Glauben steht. Eben dies tat Scheffczyk NICHT, genau so wenig wie der regierende Papst, den man als Progressisten ansprechen muß. Scheffczyk war vorsichtig, dies gewiß …
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#8   thaumaturgos   15:39:16 | Montag, 22. Oktober 2007
übrigens, …
Vita e Pensiero ist eine REIHE, kein Verlag!
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#7   mariokin   15:25:11 | Montag, 22. Oktober 2007
Antwort
Ich habe den Artikel auf kath.net gelesen, finde aber nicht, das kreuz.net hier falsches berichtet. Es kommt mir vor wie bei Eva Herman, das man, weil man mißtrauisch ist, etwas hineinliest, was so nicht gesagt werden will.
Das der Kardinal ein Vorkämpfer für den kirchl. Konservatismus von heute ist, stimmt doch, von daher ist die Überschrift auch nicht falsch, da der hl. Vater selber sagt, dass er bei solchen Disputen eher ängstlich war.
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#6   Artois †   15:23:30 | Montag, 22. Oktober 2007
Was kann ich dafür,
daß der immer noch nicht internierte Lingen hier die Bühne betritt. Scheffczyks Haltung gü. den seriösen Konzilskritikern lesen Sie bitte in der Leserzeitung anch, die ich vor etwa 1 1/2 Jahren hier veröffenltichte.
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#5   landorganist   14:53:16 | Montag, 22. Oktober 2007
Artois & Lingen,
jetzt betreten die ausgewiesenen „Vaticanisti“ die hetznet-Bühne. Man reiche mir eine Petri-Schale. :-!
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#4   Pater Lingen   14:42:17 | Montag, 22. Oktober 2007
Erzhäretiker Scheffczyk
war der „Doktorvater“ des Erzhäretikers Günther Storck („Widerlegung“ des Dogmas von der natürlichen Gotteserkenntnis).
Symptomatisch für die Scheffczyk-„Theologie“ ist das Buch „Aspekte der Kirche in der Krise – Um die Entscheidung für das authentische Konzil“ (Siegburg 1993). Im Vorwort heißt es bereits: „Auf dem Boden des Zweiten Vatikanischen Konzils müßten sich eigentlich alle um die Kirche wahrhaft besorgten Christen treffen können“ (S.6). Wer jetzt befürchtet, Scheffczyk warte in seinem Buch mit demselben hohlen Gefasel und Geschwafel auf, wie es aus den Vat.2-Texten zur Genüge bekannt ist, wird nicht enttäuscht. Seitenlang windet sich Scheffczyk hin und her in teils fromm klingenden, teils rein demagogischen Sentenzen, um den Leser zu der irrigen Meinung zu führen, Vat.2 sei ja eigentlich treu katholisch. Dies läßt sich am besten anhand des Dogmas von der Heilsnotwendigkeit der Kirche veranschaulichen. Ein Kapitel seines Buches ist überschrieben mit „Außerhalb der Kirche kein Heil?“, d.h. Scheffczyk stellt die Heilsnotwendigkeit bereits in der Überschrift „in Frage“. Auf den insgesamt vierzehn Seiten darf sich der Leser dann durch nichtssagende Wörteranhäufungen quälen, und nur ab und zu stößt man auf griffige Formulierungen, z.B. direkt zu Beginn: „Angesichts dieses weltweiten Gesprächs [zwischen den Religionen] wäre eine einseitig betonte Exklusivität der Kirche genausowenig am Platze wie eine unterschiedslose Konformität, die das eigene preisgeben wollte“ (S. 150).
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#3   Artois †   14:15:35 | Montag, 22. Oktober 2007
Scheffczyk
war außerordentlich feig, über die Konzilskritiker hat er sich stets wider besseres Wissen lustig gemacht.
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#2   landorganist   14:04:39 | Montag, 22. Oktober 2007
Wer lesen will,
was der Papst wirklich gesagt hat, kann das ganze Interwiev bei Kath-net. studieren. Ansonsten ist meinem Vorschreiber nichts hinzuzufügen. +net=eine einzige verfälschende, polemisierende, hetzende Schlangengrube.
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#1   Benedikt   14:00:03 | Montag, 22. Oktober 2007
Gratulation
Wieder einmal ist es kreuz.net gelungen, sowohl Überschrift als auch Zusammenfassung grandios so zu verfälschen, dass auf den Papst ein falsches Licht fällt.
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