(kreuz.net, Mainz) „Ich empfinde die Pfarrgemeinderäte als große Bereicherung“ – jubelte der Bischof
von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, am vergangenen Freitag vor Journalisten.
Im Pfarrgemeinderat komme
„die gemeinsame Verantwortung der Gläubigen für die Pfarrgemeinschaft“ zum Ausdruck.
Vierzig Jahre
nach dem Konzil könne man „mit großer Dankbarkeit“ auf die Entwicklung dieses Gremiums zurückblicken:
„Es ist ein Segen, daß es in jeder Gemeinde Menschen gibt, die das Ganze mittragen.“
Ein Priester des
Bistums Mainz bezeichnete
Gremien-Alltag:
„Zermürbend, zäh, oftmals latent kritisch dem Pfarrer gegenüber.
Und vor allem: Aggressiv gegenüber allem, was aus »Rom« kommt.“
diese Aussagen als völlig welt- und
kirchenfremd.
Auf Anfrage erklärte er: „Das kann Seine Eminenz leicht sagen, weil er nicht weiß, was
in diesen Gremien läuft“.
Die Sitzungen des Pfarrgemeinderates während der seltenen bischöflichen
Visitationen seien „ein Schaulaufen, bei dem sich die Gemeinde von ihrer besten Seite zeige, um finanzielle
Forderungen besser durchzusetzen“.
Der Gremien-Alltag sehe aber anders aus: „Zermürbend, zäh, oftmals
latent kritisch dem Pfarrer gegenüber. Und vor allem: Aggressiv gegenüber allem, was aus »Rom« kommt.“
Niemand ermesse – so der Priester – wieviel Zeit die Sitzungen verschlängen:
„Ich kenne einen Priester,
der die großartige Aufgabe hat, in vier Pfarreien jeweils den Verwaltungsrat und den Pfarrgemeinderat
zu gründen – außerdem noch einen Seelsorgerat –
Mainzer Priester:
„Ein Mitbruder hat die großartige
Aufgabe, in vier Pfarreien neun Gremien zu gründen. Es ist fast unmöglich, noch eine entsprechende Anzahl
praktizierender Katholiken zu finden.“
also insgesamt neun Gremien. Dazu kommt die Vertretungspflicht
im Dekanatsrat und in der Dekanatsversammlung. Macht zehn Gremien.“
Jedes Kind wisse, daß es inzwischen
fast unmöglich sei, noch eine entsprechende Anzahl praktizierender Katholiken zu finden, die sich eine
Mitgliedschaft in einem solchen Rat antun:
„Die ganz wenigen aufrechten Gläubigen, die sich an der Lehre
der Kirche orientieren, sind aus Gründen des Gruppendrucks nicht mehr bereit, in den Pfarrgemeinderat
zu gehen, um dort fertiggemacht zu werden.“
Was ist das Ergebnis? Die meisten Mitglieder dieser Räte
seien keine praktizierenden Katholiken:
„Sie erfüllen weder regelmäßig die Sonntagspflicht, noch gehen
sie zur Beichte -von den übrigen Gebote der Kirche gar nicht zu reden.“
Deshalb seien diese Räte hohle
Eier und bloße Fassaden, hinter denen nichts stecke.
Wenn der Kardinal von einer „gemeinsamen Verantwortung
der Gläubigen für die Pfarrgemeinschaft“ rede, klinge das darum so, als ob er sich über die Realität
in seinen Pfarrgemeinden lustig machen wolle:
„Man stelle sich Vorstandsmitglieder eines Schachklubs
vor, die sich dreimal im Jahr mit Schach beschäftigen und dabei die Regeln des Spiels weder kennen noch
sich darum kümmern.“
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39 Lesermeinungen
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PGR kirchenrechtlich zweifelhaft und pastoral sinnlos Es wurde ja auch mal zeit. Von wegen: der pgr ist
eine große erungenschaft! Er ist überflüssig wie ein kropf und kirchenrechtlich mehr als zweifelhaft.
Der CIC kennt so einer einrichtung gar nicht. Sie ist eine rein deutsche erfindung! Kaum ein anderes land
auf der welt hat sie übernommen. Aus eigener leidvoller erfahrung mit diesem „gremium“ (als mitglied)
kann ich nur sagen, dass es vollkommen überschätzt wird. Mein eindruck ist: Die meisten pgr-mitglieder
sind den anforderungen der eigenen pgr-statuen gar nicht gewachsen, ja sie kennen sie meistens überhaupt
nicht. Viele mögen ja gutwillig sein, die aber mangelnde theologische wie geistliche kompetz und ihre
mangelnde notwendigkeit machen sie nicht selten durch agressivität und blokade gegenüber dem pfarrer
oder allgemein der so verknöcherten kirche wet. Letztlich behindern sie die arbeit des pfarrers mehr,
als das sie der gemeinde nützen.
Herr Lehmann, wer am fetten Fleischtopf sitzt hat schon von alters her jeden Bezug zu seiner Umgebung
verloren. Das ist unabhängig vom Stand und dem Einkommen. Die Pfründe auf Erden können ein Mühlstein
im Himmel werden.
#37 Benedikt 17:00:32 | Mittwoch, 24. Oktober 2007
@ Herr van Laack Was Sie beschreiben kann ich nicht aus eigener Anschauung bestätigen. Es sind mir auch
keine derartige Fälle bekannt, was aber nicht unbedingt etwas heißen muss. In meinen Augen schreiben
Sie dem PGR wesentlich mehr Einfluss und Aktionismus zu, als in diesen Gremien vorherrscht. Mag sein,
dass hier und dort ein „Reformer“ sitzt, der meint, er könne aus dem PGR heraus die Kirche umkrempeln.
Der Regelfall dürfte aber meist eine reine Verwaltung von örtlichen „To-Do’s“ sein. Organisation von
Besuchsdiensten, ein paar pastorale Initiativen, fertig. Bis heute ist unklar, was die PGRs eigentlich
genau machen sollen und wie zusammengewürfelte Gremien einen Pfarrer mit 30 Jahren Diensterfahrung beraten
sollen. Am besten taugt er noch als Schlüssel des Pfarrers zu Pfarrei, als Informations- und Kontakquelle.
Es ist noch schlimmer als beschrieben… Jedenfalls nach meiner Erfahrung. Die Pfarrgemeinderäte bestehen
zu 90 % aus Debattierkobolden, die Beschlüsse nur dann fassen, wenn sie sich sicher sein können, sie
nicht selbst umsetzen zu müssen. Die wenigsten PGR-Mitglieder sind in Verbänden engagiert und haben
schon von daher keine enge Bindung an das Gemeindeleben. Hinzu kommt, das zunehmend auch Hauptamtliche
(mangels Alternativen) in die PGR’s gewählt werden. Und plötzlich besteht ein PGR aus lauter Kindergärtnerinnen,
Küstern und Pfarrsekretärinnen. Hinzu kommt selbstverständlich standardmäßig eine Frauenrechtlerin,
die turnusmäßig den Rat dazu zwingen möchte. über Zölibat und Frauenweihe abzustimmen. Und selbstverständlich
der selbstbewußte Pastoralreferent, der „mutig“ auch evangelischen Christen die Kommunion spendet und
deshalb regelmäßig in seinen Einführungsworten zur PGR-Sitzung auf die ungerechte Haltung Roms hinweist.
Wenn man ganz viel Pech oder Glück (je nach Sichtweise hat), nimmt auch noch regelmäßig der befreiungstheologisch
optimistische Pfarrer an der Sitzung teil, der uns allen versichert, das wir schon haben werden, was wir
brauchen, wenn wir nur alles was wir haben, nach Nicaragua spenden. Und so wird aus dem PGR ganz schnell
eine Pastorale Gemischtwaren Runde, die nur ihren Idealen nachstrebt und dieser der jeweiligen Gemeinde
als Realität verkaufen will. Arme katholische Kirche!
#34 vox clamantis 13:51:33 | Dienstag, 23. Oktober 2007
Pfarrgemeinderat Die pauschale Kritik an den dauf Anregung des 2. Vatikanischen Konzils, das ich durchaus
für rechtgläubig und für einen Epoche machenden Fortschritt in der fast zweitausendjährigen Geschichte
der Kirche halte, ist unfair und mal wieder typisch für die einseitige reaktionäre Berichterstattung
auf kreuz.net. Es ist schade, dass die Macher dieser Seite nicht einsehen können/wollen, dass der Geist
Gottes weht, wo, wann und wie er will.
#33 Benedikt 13:27:03 | Dienstag, 23. Oktober 2007
Pfarrgemeinderat Ein bißchen Wahrheit klingt auf jeden Fall an: Das System ist tasächlich auf den Hund
gekommen. Im November sind bekanntlich wieder PGR-Wahlen. Nun könnte man ja meinen, dass es ein leichtes
wäre, für die ach so wichtigen PGRs Laien zu finden, die bereit sind, sich zu engagieren. Die Realität
sieht allerdings anders aus. In meiner sowie allen umliegenden Pfarreien bringen die Hauptamtlichen Monate
zu, um genug Kandidaten zusammenzukriegen. Damit die Listen voll werden und wenigstens die paar halbwegs
Interessierten gewählt werden können (ein PGR von 10 Leuten braucht bei uns eine 15er Liste) werden
allerhand reine Zählkandidaten aufgestellt („mach das mal, wählt dich eh keiner keine Angst“). Die meisten
Leute haben keine Ahnung, wer der PGR ist und was er macht. Und wenn sie es wüssten würden sie sich
vermutlich fragen ob es dafür ein 10er Gremium braucht, dass sich 6 Mal im Jahr trifft (wenn es sich
denn so oft trifft). Pfarrer mit mehreren Pfarreien können die vielen Sitzungen ohnehin nicht mehr besuchen,
dies wird von den Gläubigen erst gar nicht mehr erwartet. Nun könnte man ja meinen, der PGR wirke direkt
auf das Gemeindeleben ein. Dies ist aber ein Irrtum, denn dafür gibt es zahlreiche Ausschüsse, die sich
darum kümmern. Dazu gehören Ausschüsse für Kinder- und Jugendarbeit, möglw Caritas etc. Diese Ausschüsse
sind die einzigen Gremieen, die wirklich etwas Zählbares zustandebringen. Der PGR ist lediglich so eine
Art delegierender Pfarr-Geschäftsführer.
#32 raindance1 † 12:56:41 | Dienstag, 23. Oktober 2007
@Tonski wo steht denn das er sie mir ständig um die Ohren hauen soll? Wenn er aber nicht mehr zu bieten
hat als Friede, Freude, Eierkuchen dann ich auch getrost auf diesen schöneheilewelt Verkünder verzichten
Friede , Freude, Eierkuchen Vielleicht sind „Friede , Freude, Eierkuchen“ manchmal besser , als der Wunsch
nach einem Pfarrer, der Dir Deine wirklichen oder vermeintlichen Sünden ständig um die Ohren haut! Tonski
#29 raindance1 † 12:24:35 | Dienstag, 23. Oktober 2007
Friede , Freude, Eierkuchen nachdem die allermeisten Pfarrer brav und aufrichtig ihre Pflicht erfüllen
und sie auf engagierte PGRs bauen können die auch fleissig den Gottensdienst besuchen, dann ist doch
alles in bester Ordnung. Ich will aber keinen „braven“ Pfarrer, ich will einen der mich wachrüttelt,
der mich begeistert, ich will keine brave einschlaffördernde Predigt, ich will einen der laut sein kann
da wo es gefordert ist, ich will einen der Mut hat, der unbequem ist, einen der mir meine Sünden nicht
schönredet…
Bischöfliche Theorie… Was mich in diesen diversen Diskussionen immer verwundert, ist die Tatsache,
daß so häuig Extreme herangezogen werden: hier geht es um einen „drogensüchtigen niederländischen
Pfarrer“, dort nimmt die Mehrheit der Pfarrgemeinderäte nicht am Gottesdienst teil usw. und so fort!
Aber hat das alles wirklich etwas mit der Wirklichkeit zu tun; die allermeisten Pfarrer erfüllen brav
und aufrichtig ihre Pflicht, mag sein, mal mit mehr mal mit weniger Engagement, wie eben alle anderen
auch. Die allermeisten Pfarrgemeinderäte nehmen sehr wohl am Gottesdiesnt teil und sind auch sonst -jedenfalls
bei vielen Pfarren, die ich kenne, die engagiertesten in der Gemeinde! Man könnte -nur aus den Beiträgen
zu dieser Frage -noch vilee Beispiele aufzeigen! Mein Gott, warum sehen wir Christen nur so unerlöst
aus! Weil wir streiten um des Kaisers Bart (etwa ob man/frau vom Ambo oder vom Altar aus liest, ich wüßte
nicht vieles, was weniger von Bedeutung wäre!) mlg Tonski
#27 raindance1 † 11:48:41 | Dienstag, 23. Oktober 2007
@ Ortwin Fischer Unser PGR funktioniert und befruchtete das Leben in der Pfarrei. Sicher, auch bei uns
gehen die Besucherzahlen zurück, aber ohne PGR wäre es noch schlechter. So einen Blödsinn habe ich
noch nie gehört. Der PGR ist also dafür gut, die Besucherzahlen (ich denke mal Sie meinen die Gottesdienstbesucherzahlen)
noch oben zu drücken…in Ihrer Gemeinde geht mal also wegen der fruchtbaren Arbeit des PGR zur Messe…das
sind dann die Animateure zur Gottesdienstshow…wahrlich gute Gründe zur Messe zu gehen…
Der namenlose Priester „Sie erfüllen weder regelmäßig die Sonntagspflicht, noch gehen sie zur Beichte
-von den übrigen Gebote der Kirche gar nicht zu reden.“ Soso, das weiß der namenlose Priester also?
(Der Einfachheit halber nenne ich diesen bekennermutigen Mann einmal „Angelina Jolie“.) Angelina Jolie
weiß also um die Erfüllung der Sonntagspflicht von Menschen? Also ich weiß das nicht… Vielleicht
geht mein Nachbar in eine andere Pfarrkirche? Vielleicht ist er schon in der Vorabendmesse bei den Petrusbrüdern
gewesen? Vielleicht ist er sonntags einfach oft gar nicht da und geht woanders in die Kirche? Und beim
Beichten wird es ja noch abstruser. Vielleicht beichtet mein Nachbar ja in einer anderen Pfarre? Einer
Wallfahrtskirche? Hat einen Geistlichen Begleiter im nächsten Kloster? Kurzum: Angelina Jolie kann das,
was er behauptet, überhaupt nicht wissen. Also stünde es Angelina Jolie gut an, zu schweigen. Si tacuisses…
Wenn ich so einen Schwachsinn erzählen würde, würde ich das jedenfalls auch anonym tun – es wäre mir
nämlich schlichtweg zu peinlich.
Die Legitimität des PGR lässt sich am besten von der Wahlbeteiligung ableiten, diese ist auch in modernistischen
Pfarreien selten über 5% der Wahlberechtigten. Dieser Kardinal Lehmann hat so wenig gesunden Menschenverstand
wie Glauben an die Kirche.
PGR samt vorsitzendem Pfarrer sind in meiner österr. Heimtpfarre (weniger als 2000 Kahtoliken) eingentlich
als häretisch zu bezeichnen. Der Pfarrer ist ein schwer suchtkranker liberaler Holländer, der gerade
noch ein paar Messen pro Woche samt WE liest, wenn er nicht wieder einmal zusammen klappt. Hirtenbriefe
verliest er nie, die katholischen Glaubenswahrheiten werden nicht verkündigt. Man hört 08/15 Predigten,
die genauso von einer evangelischen Pastorin stammen könnten. Im PGR sitzen fast ausnahmslos nur Frauen,
von denen einige feministisch angehaucht sind. Einen Ambo brauchen wir nicht, denn beim Lektorendienst
wollen wir beim Volksaltar stehen, um die Rolle der Laien ein wenig zu klerikalisieren. Ein Visitationsbericht
des Bischofs bewirkt gar nichts, auch in diesem Punkt. Die wenigen romtreuen Gläubigen haben private
Gebetsgruppen, sind aber in offiziellen Gremien der Pfarre nciht mehr vertreten, weil sie als vorkonziliar
bezeichnet werden. Ich erntete zuletzt Gelächter von Pfarrgemeinderäten, weil ich vom Freitagsopfer
bzw. Fastengebot sprach, an das ich mich halte…
@engelhardt Nur ein kleiner Auszug, da der Platz nicht reicht: Eine der Hauptstellen für das Argument
der nicht Katholiken liegt im Markus Evangelium: Mk 6,3:Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria
und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie
nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Allein gesehen ist es „fast“ ein Beweis für die „Geschwister“
Jesu, aber insgesamt gesehen gibt es kein Basis für diese Irrglaube: Maria Frau des Cleophas, Schwester
der Hl. Mütter (Joh 19,25) ist die Mutter von o.e. Jakobus und Josef (Mk 15,47;Mt 27,56), die die Brüder
Jesus genannt werden (Mk 6,3) Joh 19,25 Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner
Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Mk 15,47 Maria aus Magdala aber und Maria,
die Mutter des Joses, beobachteten, wohin der Leichnam gelegt wurde. Mt 27,56 Zu ihnen gehörten Maria
aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und des Josef (andere form von Joses), und die Mutter der Söhne
des Zebedäus.
#22 engelhardt † 09:09:33 | Dienstag, 23. Oktober 2007
Ja bitte! Aber kann ich dafür mindestens 2 nennen die beweisen, dass die genannten Geschwister Jesu nicht
von Maria und Josef Stammen! Ja bitte, zeig uns den „Beweis“.
@monti „die Bibel liefert keinerlei Beweise für etwas.“ Schöne, aber altbekannter Rückzieher! Groß
daher schwetzen über die „Brüder“ Jesu, aber NICHTS dahinter.
Lieber Alkuin die Bibel liefert keinerlei Beweise für etwas. Die Bibel als Beweisbeleg zu Rate zu ziehen,
wäre ja im Prinzip das Gleiche, wie wenn ich sagen würde, 3x4 sei 15, und zum beweis schauen Sie bitte
in meine Klassenarbeit vom x.x., da steht es drin.
#18 Don Carlos 00:24:47 | Dienstag, 23. Oktober 2007
Bischöfliche Theorie und priesterliche Praxis „Es ist ein Segen, daß es in jeder Gemeinde Menschen gibt,
die das Ganze mittragen.“ Ob dem wirklich so ist muss in Frage gestellt werden. In vielen Gemeinden ist
es tatsächlich so, wie es der Priester hier beschreibt. Ein Großteil der Pfarrgemeinderatsmitglieder
ist nicht praktizierend, Sonn-Feiertage sind für Ausflüge, Familienbrunch u. ä. aber nicht für Gott
und den Besuch der Messe da. Der Aussage von Bischof Lehmann muss auch dahingehend widersprochen werden,
da dass „mittragen“ kaum spürbar ist. Die Gremien sind überwiegend linkslastig und wie beschrieben ist
es oftmals erlebbar, dass der Gemeindepfarrer unter Druckgesetzt und zum Teil auch „fertig gemacht“ wird.
Wenn das ein positives Ergebnis aus vier Jahrzehnten sein soll!? Darauf kann man gerne verzichten. „Allein
den Betern wird es noch gelingen…“ – das sollte auch Bischof Lehmann allmählich merken.
@monti „Natürlich hat Jesus Geschwister gehabt! Steht sogar in meinem Lexikon nachzulesen.“ Das ist doch
ein Lachnummer! Diese alte Proti Schinken, um das Dogma der immerwährende Jungfräulichkeit entgegen
zu treten, ist nicht haltbar. Es gibt keinem einzigen Biblischen Beweis für Leibliche Geschwister Jesu!
Was in ihr Lexikon steht, ist keineswegs ein beweis. Da könnten Sie genau so gut den Koran zitieren.
Wetten, dass sie keine einzige Bibel Stelle nennen können der diese These der LEIBLICHEN Geschwister
Jesu beweisen kann. Aber kann ich dafür mindestens 2 nennen die beweisen, dass die genannten Geschwister
Jesu nicht von Maria und Josef Stammen! Wenn es um unsern Glauben geht; sollten Sie besser die hl. Schrift
lesen anstatt ihr lexikon.
@Ortwin Fischer Und was bringt Ihr PGR besser zustande, das man nicht effizienter anders hätte erreichen
können? Selbstverständlich habe ich im PGR auch vereinzelt fruchtbare Ergebnisse erlebt. Im meiner Erfahrung
habe ich aber nichts Fruchtbares gefunden, das man nicht auf anderem Wege viel effizienter hätte erreichen
können. Wenn es gemeinsame Anliegen gibt oder vires unitae erforderlich sind, kommt man auch ohne PGR
zusammen und tut, was notwendig ist. Und zwar jeder das, was er der Gemeinschaft geben kann, wo seine
Talente sind: bei Abrechnungen und Ausgaben jemand, der davon eine Ahnung hat, beim Singen jemand, die
die Gabe dazu hat etc. Auch bei uns gibt es einen Chor, eine Schola, Ministranten, Sommerlager, Kassenprüfungen,
Prozessionen, Kirchenrenovierungen etc., und die Gemeinde hilft kräftig mit und trägt all das. Nur eben
keinen PGR. Ist aus meiner Erfahrung viel efffizienter als bei einem PGR!
Regentänzer Ich habe immer gedacht, wenn man im Regen tanzt, wird man erfrischt und der Kopf klarer.
Bei raindance1 – hoffentlich gibt es von der Sorte nicht noch einen 2. – scheint es zu wenig oder zu viel
gewesen zu sein. Alles Müller oder was? Wir sind ja Gott sei Dank nicht alle im Bistum Regensburg und
bei uns im Bistum Bamberg gibt es funktionierende PGRs und Dekanatsräte. Ich finde es ja fast schon eine
Frechheit, wenn jemand – nicht raindance – über PGRs urteilt, obwohl er noch nicht mal weiß, ob seine
Pfarrei einen hat. wäre in dem Fall besser! Ich stimme weder dem schwarz-weiß Gemälde des Artikelschreibers
zu noch den meisten der Kommentatoren. Sicher mag es solche Räte geben, wie sie in den Negativ-Kommentaren
beschrieben werden, aber sie sind doch nicht die Regel, wie es hier dargestellt wird! Unser PGR funktioniert
und befruchtete das Leben in der Pfarrei. Sicher, auch bei uns gehen die Besucherzahlen zurück, aber
ohne PGR wäre es noch schlechter. Also, erst mitmachen, am besten sich wählen lassen und sich für Veränderungen
oder Beibehaltung des Pfarreilebens einsetzen, je nachdem, was notwendig ist. In den meisten Pfarreien
kann man etwas tun, wenn man sich einsetzt und sich einbringt. Nur, schwarz sehend in der Ecke sitzen
und maulen – und das oft unwissend – bringt nichts weiter. ofi
Vollkommen richtig berichtet! Kann ich nur bestätigen! Sie liegen mit Ihrem Artikel vollkommen richtig.
Ich war selbst einige Jahre, auf Bitten meines Pfarrers, Pfarrgemeinderat und kann alles bestätigen.
Über Nebensächlichkeiten, wie welchen Weg die Fronleichnamsprozession wählt, wird stundenlang Zeit
vergeudet. In den wichtigen Angelegenheiten hat man – Gott sei Dank – ohnedies nichts mitzureden. Die
sind ohnedies vorgegeben. Das ist auch gut so, daß dies nicht einer kleinen Schar von Obergschaftlhubern
überantwortet wird. Nur so hat man als Gläubiger Gewißheit, was einen erwartet. Physikalische Gesetze
werden ja auch nicht demokratisch beschlossen. Wenn ich so in meinen Umkreis schaue, sehen die meisten
Pfarrgemeinderäte ihr allgemeines Priestertum vor allem in der liturgischen und kirchlichen Gschaftlhuberei
verwirklicht, weniger oder gar nicht in ihrer christlichen Verantwortung draußen im alltäglichen Leben,
dort wo die eigentliche Aufgabe der Laien läge. Pfarrer werden durch das kirchliche Sowjetsystem gebunden
und haben keine Zeit mehr für ihre eigentlichen Aufgaben (Sakramente, Lehre, Hirtendienst). Ich bin froh,
eine Gemeinde gefunden zu haben, die Gott sei Dank keine nach kirchlichem Recht eingerichtete Pfarrgemeinde
ist. Ich kann allen aus eigener Erfahrung versichern: Bei einem guten Priester mit offenen Ohren ist man
als einfacher Gläubiger viel besser aufgehoben und vertreten als bei einer Schar von Gschaftlhubern,
die sich Pfarrgemeinderäte nennen und diese Plattform zur Selbstinszenierung benötigen.
@ordo62 Da wurde einmal – muss wohl kurz nach Weihnachten gewesen sen – der Pfarrer gefragt ob Jesus Geschwister
gehabt hätte. Natürlich hat Jesus Geschwister gehabt ! Steht sogar in meinem Lexikon nachzulesen
@Sirilo Ihre Kritik an den journalistischen Praktiken dieses Forums haben Sie nun schon etlichenorts vorgetragen.
Langsam scheinen mir die Wiederholungen Ihrer Intelligenz unwürdig. Zur Sache: Es ist doch jedem klar ,
dass das Palaver in einem jeden Parlament eine Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner ist. Dies ist
immer langwierig, mühselig und zermürbend. Zu den Bundestagsdebatten kommen ja die Abgeordneten auch
nicht. So gesehen sind die beschriebenen Erfahrungen des anonymen (von mir aus Fake-)Informaten doch sehr
glaubwürdig. Weil eine Demokratie sich nicht vor sich selbst schützen kann, bedarf ein PGR eines mit
Veto-Macht ausgestatteten Hirten, der die Herde selbstbewusst führt und keiner Möchtegernlokalpolitiker,
denen es an Demut gebricht.
#10 raindance1 † 21:35:30 | Montag, 22. Oktober 2007
Pfarrgemeinderäte sind überflüssig… was oder wem nützen sie, der Kirche? den Gläubigen?, ich weiss
nicht mal ob wir einen haben, schon gar nicht wer da mitmacht…
PGR??? „Die ganz wenigen aufrechten Gläubigen, die sich an der Lehre der Kirche orientieren, sind aus
Gründen des Gruppendrucks nicht mehr bereit, in den Pfarrgemeinderat zu gehen, um dort fertiggemacht
zu werden.“ Meine Meinung über unser PGR: Liturgieausschuss= Event Management mit religiösen Themen.
Sonntagsgebot= Eine fromme Empfehlung. Praktizierenden Katholiken= Bigotte und Alt-Gebackne. Katechese=
Da war mal was?? Die meisten die ich kenne, haben seit ihre Firmunterricht nie wieder etwas in Punkto
Glauben dazu gelernt und davon haben sie nicht viel behalten.
Kirche – das sind alle Gläubigen! Kardinal Lehmann hat völlig richtig gesprochen. Die Pfarrgemeinderäte
tragen eine lebendige Kirche aktiv mit. Auch dann, wenn sie vielleicht mal Fragen stellen, die theologisch
gesehen, nicht von großem Wissen zeugen. Aber: es kommt auf das Mitmachen an, auf den Willen, dabei zu
sein, das Evangelium im Leben umzusetzen. Da ist das Nörgeln wie im Artikel „Bischöfliche Theorie…“
wenig hilfreich. Oder meint kreuz.net, mit den Pius-Sektierern ließe sich eine lebendige Kirche aufbauen?
Sollen etwa mit Rubrikentreue und überholten Formalismen die verirrten Schäfchen einegesammelt werden?
#7 raindance1 † 19:54:04 | Montag, 22. Oktober 2007
wenn ein Kardinal empfindet…was auch immer… dann ist das Jubel, sonst wäre der ganze Artikel langweilig…Jubel,
Trubel, Heiterkeit…machen sich doch immer gut
Watt? „Ich empfinde die Pfarrgemeinderäte als große Bereicherung“ – jubelte der Bischof von Mainz, Kardinal
Karl Lehmann, am vergangenen Freitag vor Journalisten. Inwiefern ist das Zitat denn ein „Jubel“? Wie hat
Kardinal Lehmann genau gesprochen, dass die „Redaktion“ nicht von „sagen“, sondern von „jubeln“ spricht?
Oder kann die „Redaktion“ das gar nicht erklären?
auch wenn der annonyme Priester nur eine +net Ente sein sollte seine Erfahrungen, sind mit den meinigen
fast Deckungsgleich. Immerhin ich selbst fast 4 Jahre PGR-Mitglied. Das religiöse Wissen dort ist allermierend.
Da wurde einmal – muss wohl kurz nach Weihnachten gewesen sen – der Pfarrer gefragt ob Jesus Geschwister
gehabt hätte. Und das von Leuten, die teilweise den Katechismusmus noch vor dem V2 gelehrt bekamen.
#4 Nachtlaterne 19:08:12 | Montag, 22. Oktober 2007
wenn ich diesen… ausdruck eminenz schon höre! was ist denn an einem lehmann höherwertiges? er ist
ein gottloses schlitzohr und sonst gar nichts! ich bemerke nunmal die balken in seinem auge und auf meine
eigenen komme ich im stillen zu sprechen…
#3 raindance1 † 19:05:08 | Montag, 22. Oktober 2007
hier ist alles anonym Redaktion und Leser gleichermassen. Und deshalb sind die Beiträge, sowohl die von
der Redaktion eingespielten als auch die der Leser, nicht mehr wert, als das Papier auf dem sie geschrieben
sind…und da es hier nicht mal Papier gibt…tja…
Feigheit im Amt Im vorigen Artikel hat Kreuz.net den Papst als feige bezeichnet, doch hier kommt wieder
der ominöse anonyme „Priester aus dem Bistum Mainz“, der zu feige ist, mit seinem Namen für seine Worte
einzustehen. Ehrlich gesagt glaube ich nicht mehr an die Existenz der vielen anonymen Priester, Gläubigen,
Insider, Experten etc., die Kreuz.net immerfort zitiert. Ich halte sie allesamt für erfunden von einer
Redaktion, die sich selber in feiger Anonymität versteckt. Wenn kein Informant verfügbar ist, der mit
seinem Namen für die Wahrheit seiner Aussagen bürgt, dann werden diese anonymen Stimmen aus dem Hut
gezaubert, Sprachrohre einer Redaktion, die sich hinter Phantomen versteckt.