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Dienstag, 23. Oktober 2007 10:11
„Monsignore will nicht“
Kürzlich setzte das Bistum Augsburg einen unbescholtenen Priester mit sofortiger Wirkung vor die Kirchentüre. Nun darf er sich „eine andere berufliche Perspektive“ suchen.
Der Augsburger Bischof Walter Mixa
Der Augsburger Bischof Walter Mixa
(kreuz.net, Lindau) Am Freitag behandelte eine Pfarrversammlung der Lindauer Stadtteile Insel, Reutin und Zech die de facto Entlassung ihres Pfarrers, Hw. Thomas Balogh.

Das berichtete die Lokalzeitung ‘Schwäbische Zeitung’.

Die schwäbische Stadt Lindau liegt am östlichen Ufer des Bodensees und gehört kirchlich zum Bistum Augsburg.

Pfarrer Balogh führte den Pfarrertitel, ohne installierter Pfarrer zu sein. Deshalb konnte ihn das Bistum Augsburg auf fünf Jahre beurlauben.

Zur Pfarrversammlung am Freitag erschienen
Beliebter Priester
Die Mehrzahl der Gläubigen ist über die Entlassung entsetzt, ein Teil weinte sogar.
rund 200 Gläubige.

„Viele“ von ihnen reagierten auf die unbegründete Entlassung entsetzt – berichtete die ‘Schwäbische Zeitung’. Die Mehrheit der Gläubigen habe sich – zum Teil unter Tränen – hinter Hw. Balogh gestellt.

Sie wollte wissen, wie es zur „Beurlaubung“ kommen konnte.

Das Bistum Augsburg blieb die Antwort schuldig. Es sandte keinen Vertreter zur Versammlung.

Anwesend war lediglich der zuständige Dekan, Msgr. Ortwin Gebauer. Der betrachtete es nicht als seine Aufgabe, „hier zu begründen, warum der Bischof die Entscheidung so getroffen hat“.

Er versprach, daß es für den besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebten Hw. Balogh einen Nachfolger geben werde. Der soll sich speziell um die Kinder- und Jugendarbeit kümmern. Wer es sein wird, ist noch nicht bekannt.

Sechzig Briefe und kein Einsehen
Die ‘Schwäbische Zeitung’ faßt die Situation aus Sicht von Hw. Balogh und „seiner Anhänger“ zusammen:

Dekan Gebauer habe beim Bischof intrigiert, um die Ablösung des bei vielen Lindauern beliebten Pfarrers Balogh zu erreichen. Dieser habe den Dekan mehrfach um klärende Gespräche gebeten. Das habe der Dekan aber stets abgelehnt.

Im bischöflichen Ordinariat sei dem abgesetzten Priester erklärt worden, daß mehr als sechzig Unterstützungsbriefe aus Lindau unnütz seien.

Der Originalton des Generalvikars: „Das können Sie vergessen, Monsignore will nicht.“

Priesterlichen Weg überdenken
Da der Fall an die Medien gelangt ist, gab der Pressesprecher des Bistums Augsburg, Christoph Goldt, jetzt eine Stellungnahme vor der heutigen Ausgabe der Lokalzeitung ‘Allgäu Rundschau’ ab.

Er betonte, daß Hw. Balogh nicht Pfarrer sei, sondern „lediglich Priester zur Mitarbeit“:

„Eine Beurlaubung von ihm war aufgrund pastoraler Gründe einerseits und persönlicher Gründe des Priesters andererseits notwendig geworden.“

„Wir geben ihm damit die Gelegenheit, seinen priesterlichen Weg zu überdenken und zu prüfen, ob eventuell eine andere berufliche Perspektive in Betracht gezogen werden kann.“

Eine solche Orientierungsphase biete die Möglichkeit einer geistlichen Begleitung.

Die Diözese Augsburg werde den Priester in dieser Zeit pflichtgemäß finanziell unterstützen.

© Titelbild: Pressestelle der Diözese Augsburg
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 49 Lesermeinungen:
Samstag, 26. April 2008 17:32
naturmensch8: installierter Pfarrer
Kann man einen Menschen INSTALLIEREN?Die katholische Kirche ist nicht nur doppelmoralisch, widersprüchlich, sondern auch MENSCHENFEINDLICH!! Besonders kinder-und frauenfeindlich ist sie.
Die Kirche hat an Glaubwürdigkeit verloren. Sie kann über Menschenverachtung predigen, aber nicht über Gott und Nächstenliebe!
Montag, 29. Oktober 2007 04:52
Euthanasist: Vielleicht
war er nicht pädophil genug…
Gruß
Samstag, 27. Oktober 2007 23:19
Benedikt: Wer ist…
…Bischof Mixer?

SCNR
Samstag, 27. Oktober 2007 23:11
golfi: Von Bischof Mixer bin ich sehr entäuscht,
das wirklich kath. Priester abgesägt werden ist ja nichts neues, s. Kaplan Späthling. Das Bischof Mixer aber auch
nicht standhaft ist und solche Machenschaften mitmacht , ist umso tragischer.
Donnerstag, 25. Oktober 2007 18:25
Toby: @ Typ
1. Geistliche, die offenkundig gegen die kanonische Ordnung verstoßen oder sich gar bei „Wir sind Kirche“ und ähnlichen Initiativen engagieren, werden nicht beurlaubt, geschwiege denn suspendiert.

2. Jetzt sprechen Sie plötzlich von „Fakten“, die Sie aus der Berichterstattung zu wissen glauben. In der Berichterstattung wurden aber überhaupt keine Fakten genannt; ebensowenig wurden die angeblich „vertraulichen Gründe“ genannt, die zur Beurlaubung des Geistlichen geführt haben sollen.

3. Sie haben das Wort „verkrachte Priesterexistenz“ in den Raum gestellt. Das nenne ich eine ungerechtfertigte Vorverurteilung.
Donnerstag, 25. Oktober 2007 12:13
Typ: Ach Toby
Komisch nur, dass man bei linken Priestern genau umgekehrt argumentieren würde.

Wer ist „man“? Meinen Sie mich? Wann habe ich bei „linken Priestern“ wie argumentiert?

Ich frage mich, woher Sie das eigentlich alles wissen wollen, was Sie zu wissen glauben.

Nochmal, weil Sie es anscheinend wirklich nicht kapieren: Die Fakten wissen Sie genauso wie ich aus der Berichterstattung. Damit ist Ihre oben zitierte Frage wohl beantwortet. Und derjenige, der hier etwas zu WISSEN glaubte, waren Sie, denn nach Ihren – mittlerweile ja zurückgenommen Worten – war es OFFENBAR, dass hier ein glaubenstreuer Priester mundtot gemacht werden sollte. Das glaubten SIE von Anfang an zu WISSEN – ich hingegen habe von Beginn an nur von INDIZIEN gesprochen.

Ich jedenfalls gehe von der Unschuldsvermutung aus, bis das Gegenteil bewiesen ist. Und die Beweislast liegt in diesem Fall nun einmal auf Seiten der Augsburger Diözesanleitung.

Der Priester ist nicht schuldig gesprochen, unterliegt keiner Kirchenstrafe, sondern das Bistum verzichtet für fünf Jahre auf seine Dienste. Er wird sogar weiter bezahlt, er wird nur nicht auf einer Planstelle des Bistums eingesetzt. Das ist kein Schuldspruch, sondern selbstverständliches Recht des kirchlichen Oberen. Der Bischof allein entscheidet, wer welche Stellen bekommt. Es ist ja auch kein Klosterabt vor kreuz.net Rechenschaft schuldig, bloß weil er seinen Gastbruder durch einen anderen ersetzt und dem alten keine neue Aufgabe mehr zuweist.
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