Um im Dialog mit den Orthodoxen weiterzukommen, sei zwischen dem Wortlaut des Dogmas von der päpstlichen Unfehlbarkeit und seiner praktischen Anwendung zu unterscheiden.
(kreuz.net, Rom) Kurienkardinal Walter Kasper (71), der Präsident des Rates zur Förderung der Einheit
der Christen, präsentierte am 14. Oktober bei einer Pressekonferenz im Vatikan ein neues Buch über die
Rolle des Papstes in der Kirche. Beim Buch handelt es sich um eine Auswahl von Vorträgen die während
eines ökumenischen Symposiums vom Mai 2003 gehalten wurden.
Der Präsident des Päpstlichen Rates zur
Förderung der Einheit der Christen bestritt die Pressekonferenz zusammen mit dem orthodoxen Patriarchen
von Pergamon, Joannis Zizoulas, und dem deutschen Theologen Hermann Joseph Pottmeyer.
Um die Einheit
mit den Orthodoxen zu erreichen, so Kardinal Kasper, gehe es nicht darum, das Dogma der Unfehlbarkeit
des Papstes in Frage zu stellen, sondern Lösungen zu suchen, die zwischen der Aussage des Dogmas einerseits
und seiner Anwendung andererseits unterscheiden.
Dabei unterstrich der Kardinal, daß die Art und Weise
der Anwendung des Dogmas entscheiden werde, wie der Dialog mit der Ostkirche in Zukunft aussehen werde:
„Als Katholiken sind wir vom biblischen Fundament des Papsttums überzeugt. Man muß jedoch psychologische
Blockaden überwinden.“
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