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Dienstag, 30. Oktober 2007 18:04
„Wir sind evangelisch-katholisch“
Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke hat sich tapfer gegen eine „Rückkehr-Ökumene“ gewehrt. Das Kirchenschreiben aus dem Vatikan findet er „verletzend“.
Weihbischof Jaschke bei der Einweihung des 'Papst Johannes Paul II. Denkmal' in Hamburg Sankt Georg.
Weihbischof Jaschke bei der Einweihung des ‘Papst Johannes Paul II. Denkmal’ in Hamburg Sankt Georg.
(kreuz.net, Mühlheim) Am 18. Oktober diskutierten der Präses der rheinischen Landeskirche, Nikolaus Schneider, und der Weihbischof des Erzbistums Hamburg, Mons. Hans-Jochen Jaschke, bei einer Veranstaltung über ihr Kirchenverständnis.

Die Diskussion fand in der katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim an der Ruhr statt.

Dabei ging es um das Juli-Schreiben der Glaubenskongregation „zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche“.

„Da, wo sich die Gegenwart Jesu Christi ereignet, da ist Kirche“, umschreibt der evangelische Präses sein etwas diffuses Kirchenverständnis.

Während die Kirche nach evangelischer Ansicht einen sogenannten Ereignis-Charakter besitze, sehe die Katholische Kirche „auch in der Institution“ ein Heilselement – so der Präses.

Es verletze jedoch aus evangelischer Sicht die Leitungsmöglichkeiten Christi, wenn eine menschliche Struktur Heilselement sei – karikiert der Präses weiter.

Schneider will auch die Tatsache überwinden, daß seine Gemeinschaft erst 500 Jahre alt ist. Seiner Auffassung nach steht sie in einer „2000jährigen Tradition“.

Die evangelische Kirche sei die durch die Reformation gegangene Katholische Kirche: „Wir sind evangelisch-katholisch.“

Der Reformator Martin Luther hat nach Schneider keine neue Kirche gewollt.

Dennoch hält es der Präses für falsch, sich nach alter katholischer Tradition dem Papst unterzuordnen: „Daß der Bischof von Rom eine bestimmte Sprecherfunktion hat, da können wir folgen – solange es nicht mit diesem Rechtsanspruch verbunden ist.“

Weihbischof bemüht Papstzitate
Mons. Hans-Jochen Jaschke, der auch Mitglied der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist, bemühte sich zu betonen, daß es keine „Rückkehr-Ökumene“ geben könne.

Der Weihbischof kritisierte auch das Kirchenschreiben der Glaubenskongregation an: „Das Wort aus Rom hat verletzend gewirkt.“

Mons. Jaschke zitierte bei der Diskussion Papst Benedikt XVI., der als Präfekt der Glaubenskongregation wiederholt erklärt habe, daß es „nicht mehr Papst geben muß, als im ersten Jahrtausend“.

Auch für die Frage eines evangelischen Pfarrers, wann endlich das gemeinsame Abendmahl für konfessionsverschiedene Ehepaare komme, hatte Mons. Jaschke ein Papstzitat bereit.

Der verstorbene Papst Johannes Paul II. habe „wiederholt“ gesagt, daß es Einzelsituationen gebe, „in denen ein nicht-katholischer Christ in einer geistlichen Notlage zur Kommunion gehen kann.“

© Titelbild: Markus Merz, CC
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 97 Lesermeinungen:
Samstag, 12. Januar 2008 18:50
k.h. Friedgen: Verletzend?
Das kann ich nicht nachvollziehen. Nur wenn jede Seite ihre Ausgangsposition klarstellt, ist ein echter Dialog möglich. Was der Weihbischof aus Hamburg da von sich gegeben hat, ist schlicht dummes Zeug. Leider hört man von unseren Bischöfen das seit Jahren ganz überwiegend, da macht der Weihbischof keine Ausnahme. Man braucht nur einige der letzten Weihnachtspredigten der deutschen Bischöfe aufmerksam zu lesen, so sträuben sich die Haare, wie solch hochstudierte Leute solchen geistigen Müll von sich geben können. Sie sollten sich ein Beispiel an Papst Benedikt nehmen! Von dem sprechen sie zwar dauernd, aber folgen wollen sie ihm nicht (siehe Moto proprio „Summum pontificorum“!
Samstag, 3. November 2007 00:00
Rudolfus: @Fragender / Die Wahrheit Jesu Christi hat Christus ALLEINE SEINER KIRCHE anvertraut
Ich wähle die Wahrheit Jesu Christi! Und Sie?
Christus hat die Kirche nicht unverbindlich gegründet – sie ist untrennbar mit Christus verbunden und der Corpus Mysticum Christi, beschrieben bereits bei St. Paulus – in einer Zeit, als es NUR die mündliche Überlieferung über die Lehre Christi gab.
Freitag, 2. November 2007 17:31
Benedikt: @ Fragender
Sie wollen doch nicht behaupten, daß Gott und Christus auf diesen sehr menschlichen Verein angewiesen sind, um seine Gnade wirken zu lassen oder??????

Der Herr hat seine Kirche sicher nicht aus Jux und Dollerei gegründet.
Donnerstag, 1. November 2007 22:14
matt2 †: Rom kann die Exkommunikation ja jederzeit wieder aufheben…
da wäre doch nichts dabei. Man soll halt die Altgläubigen wieder akzeptieren. ohne ihnen irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Die Tradis könnten ihre Alte Messe feiern und pflegen ihren Katholizismus in Reinkultur, bleiben verschont von modernistischen Tendenzen. Soll man sie halt lassen und in der Form wieder integrieren. Die Gläubigen können ja selbst entscheiden, ob sie das mögen, oder nicht.
Donnerstag, 1. November 2007 22:04
Gotthard: @Heinrich vO
Haben Sie schon mal was von der Todsünde und ihrer Wirkung gehört?
Wann haben wir je darüber diskutiert?
Wann habe ich je diese und ihre Folgen geleugnet?
Donnerstag, 1. November 2007 21:55
HeinrichvonOfterdingen: Lieber Gotthard,
Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden, sagt Jesus.
Es wird keinerlei Aussage getroffen über die Nicht-…

… des weiteren pflegen Sie die typisch modernistische Praxis unangenehme Dinge gar nicht erst zu leugnen, sondern erst gar nicht zur Kenntnis zu nehmen. Haben Sie schon mal was von der Todsünde und ihrer Wirkung gehört? Haben Sie schon mal was von der Beichte und ihrer Wirkung gehört?
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