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Freitag, 2. November 2007 09:53
Heidenangst
Jeder gottlose Mensch, der den Mut hat, sein Leben zu Ende zu denken, steht irgendwann vor einer fürchterlichen Ausweglosigkeit. Von Christa Meves.
"Der Tag der Toten" des französischen Malers William-Adolphe Bouguereau († 1905)
„Der Tag der Toten“ des französischen Malers William-Adolphe Bouguereau († 1905)
(kreuz.net) Neben den Ängsten, die Angstkrankheiten hervorrufen, gibt es im Menschen natürlich auch reale Angst.

Die Fachleute sprechen dann im Gegensatz zu Angst von Furcht.

Es hat nichts mit einer seelischen Krankheit zu tun, wenn wir uns fürchten, nachts in der U-Bahn zu fahren oder allein im Wald spazieren zu gehen.

Wir fürchten uns dann berechtigterweise vor Überfällen.

Diese Angst ist – im Tiefsten – eine nur allzu berechtigte Furcht vor dem Tod, dem wir minütlich entgegengehen und der für uns vielleicht sogar ein qualvolles Sterben bedeuten kann.

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Die Angst sitzt somit allen Sterblichen im Nacken – besonders, wenn uns schwere Schicksalsschläge treffen, die unsere Lage ausweglos erscheinen lassen.

Das kann den Lebensmut nehmen – bis hin zum Wunsch nach Selbsttötung.

Für den gottlosen Menschen wird das Leben deshalb bald hoffnungslos. Für ihn endet das Leben mit absoluter Gewißheit in einer fürchterlichen Niederlage.

Wozu dann noch kämpfen? Gegen den Tod ist sowieso kein Kraut gewachsen. Die Medizin mit ihren Elixieren kann uns darüber nicht hinwegtäuschen.

Vor der absoluten Herrschaft des Todes sind wir als Geschöpfe ohne jede Chance.

Es ist deshalb konsequent, daß sich mancher Atheist entschließt, das von ihm nicht freiwillig begonnene Unternehmen Leben durch Selbsttötung zu beenden – wie etwa der Schriftsteller Ernest Hemingway († 1961), der Schriftsteller Klaus Mann († 1949) oder der Sexualforscher Ernst Bornemann († 1995).

Jeder Mensch ohne Gott, der zu Ende denkt, steht irgendwann unweigerlich vor dieser Ausweglosigkeit.

Christa Meves ist eine bekannte Psychotherapeutin. Der Text ist die überarbeitete Fassung eines Vortrages, den sie an einem von ‘Kirche in Not’ organisierten Augsburger Kongreß gehalten hat.
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
5. Heidenangst
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 17 Lesermeinungen:
Sonntag, 4. November 2007 02:52
methusalix †: Man muss diese Hexe unbedingt von Kindern fernhalten!
Sonst ist ihr mit ihrer bösartigen Angstmacherei der Mühlstein um den Hals absolut sicher!
Freitag, 2. November 2007 19:35
raindance1: Wenn alle „gottlosen“ Kreaturen
durch Selbsttötung ihrem sinnlosen Leben ein Ende setzen dann muss mir mal jemand erklären, wieso wir eine derart überalterte Gesellschaft sind. Im Grunde dürften doch nur die jungen spritzigen Atheisten existieren, bevor diese mit 40 ihre Hoffnungslosigkeit erkennen und sich schnellstens einen Strick besorgen…
Freitag, 2. November 2007 19:25
Sigurd von Thelen: Interessantes „Rezept“
Man nehme ein paar prominente Selbstmörder, führe ihren Freitod auf deren Ungläubigkeit zurück und erhalte so den Nachweis für das unwerte Leben des Nichtgläubigen.

Tolles Prinzip! Man nehme ein paar publik gewordene Fälle von Kindesmißbrauch innerhalb der Kirche, führe dieses verlangen auf eine katholische Erziehung zurück und erhalte
so den Nachweis für die Pädophilieanfälligkeit des Gläubigen.

Etwas mehr Grips kann man sich von dieser Frau Mewes schon wünschen. Zumindest, solange sie den Mut hat,
ihre Gedanken zu veröffentlichen.
Freitag, 2. November 2007 15:04
DocRöntgen: @Pascendi: Aha!
Er ist ein Geschenk mannigfaltiger gnadenreicher Tiefendimension welches der Herr denjenigen schenkt den er es schenken will.

Na, da bin ich aber froh, dass dieser Kelch an mir vorübergegangen ist. Nicht erst diese Seite hat mir offenbahrt, wie es um das „Seelenheil“ Gläubiger bestellt ist.
Freitag, 2. November 2007 14:43
juergen: geschenkter Glaube
Er ist ein Geschenk mannigfaltiger gnadenreicher Tiefendimension welches der Herr denjenigen schenkt den er es schenken will.
Ist es also so: Wenn der Herr den Glauben jemandem nicht schenken will, dann glaubt der nicht und kommt hinterher in die Hölle. Hat somit der Herr schon im vorhinein bestimmt, wer überhaupt eine Chance bekommt, in den Himmel zu gelangen?
Freitag, 2. November 2007 14:36
Pascendi: matt2
Glaube ist keine freie Willensentscheidung noch bedingt durch Rationalschlüsse oder Willensleistungen.

Er ist ein Geschenk mannigfaltiger gnadenreicher Tiefendimension welches der Herr denjenigen schenkt den er es schenken will.

Will man dieses Geschenk in Empfang nehmen muß man zuerst bitten dann sich würdevoll für die Annahme bereit machen und alle alten Fetzen ausziehen da nur das feinste für diesen Augenblick gut genug ist.
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