Zwei falsche Argumente
Der sogenannte Volksaltar wurde eingeführt, um den Gläubigen entgegenzukommen. Man nahm dafür in Kauf, den Priester und Gott selber auf die Seite zu stellen.
(kreuz.net) Das Reden von der Zelebration „mit dem Rücken zum Volk“ oder „mit dem Gesicht zum Volk“ hin
ignoriert ausgerechnet jenen, an den sich das Gebet wendet.
Das erklärte Pater Uwe Michael Lang Ende September im Gespräch mit der englischen Ausgabe der römischen Nachrichtenagentur ‘Zenit’.
Der aus Deutschland stammende Konvertit ist Oratorianer in London. Kürzlich ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Mitarbeiter der Päpstlichen Kommission für die kirchlichen Kulturgüter in Rom.
Das oberste Prinzip der Messe sei ein Dialog zwischen Gott und seinem Volk – erklärt Pater Lang das eigentlich offensichtliche:
Priester und Gläubige verkörperten gemeinsam das Gottesvolk und streckten sich gemeinsam nach Gott aus.
Es gehe nicht um einen Haltung „zum Volk“ oder „weg vom Volk“, sondern um die gemeinsame Richtung der Gläubigem und des Priester zu Gott hin.
In allen Religion so
Das Gebet wird nach Pater Lang in den meisten großen Religionen von einer „heiligen Richtung“ bestimmt.
So hätten die Juden Richtung Jerusalem gebetet – zu Gott, der im Allerheiligsten des Tempels anwesend war. Dieser Brauch sei auch nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 in den Synagogengottesdiensten beibehalten worden.
Die früheren Christen orientierten sich am neuen, himmlischen Jerusalem. In der aufgehenden Sonne sahen sie ein Symbol der Auferstehung und der Wiederkunft Christi. Darum beteten sie nach Osten.
Diese Gebetsrichtung war ab dem zweiten Jahrhundert in der ganzen Christenheit selbstverständlich.
Die Theologen des ersten Jahrtausends sahen in der Gebetsrichtung sogar ein Unterscheidungsmerkmal der Religionen: „Juden beten Richtung Jerusalem, Moslems Richtung Mekka, aber die Christen Richtung Osten“ – so Pater Lang.
Auch in anderen christlichen Gemeinschaften
Pater Lang erklärt, daß die Gebetsrichtung nach Osten auch Teil der byzantinischen, syrischen, armenischen, koptischen und äthiopischen christlichen Traditionen ist.
Die meisten östlichen Riten wenden sich zum Gebet nach wie vor gen Osten.
Nur einige wenige mit Rom unierte, stark latinisierte Kirchen – wie die Maroniten im Libanon und die Syro-Malabarisch Katholische Kirche in Indien – haben sich den westlichen Reformen der jüngsten Gegenwart angeschlossen.
Wie man den Mahltisch einführte
Pater Lang erklärt in dem Interview auch, mit welchen falschen Argumenten der sogenannte Mahltisch in die Liturgie eingeführt wurde.
Man habe zunächst behauptet, daß ein solcher Tisch in der frühen Kirche verwendet worden sei. Doch diese Behauptung halte einer eingehenden Studie der Quellen nicht stand.
Zweitens sei verbreitet worden, daß die aktive Teilnahme der Gläubigen an der Liturgie eine Zelebration zum Volk hin erfordere.
Dazu fordert Pater Lang, daß das wichtige Prinzip der aktiven Teilnahme dringend neu bewertet werden müsse.
Vorbehalte oder sogar Ängste vor der Zelebration zum Herrn hin resultierten aus der fehlenden Gewohnheit. Die Alte Messe könnte eine Hilfe sein, die Gläubigen wieder an diese Zelebrationsrichtung zu gewöhnen.
© Titelbild: Flickr-Benützer „ JD Treat“, CC
Das erklärte Pater Uwe Michael Lang Ende September im Gespräch mit der englischen Ausgabe der römischen Nachrichtenagentur ‘Zenit’.
Der aus Deutschland stammende Konvertit ist Oratorianer in London. Kürzlich ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Mitarbeiter der Päpstlichen Kommission für die kirchlichen Kulturgüter in Rom.
Das oberste Prinzip der Messe sei ein Dialog zwischen Gott und seinem Volk – erklärt Pater Lang das eigentlich offensichtliche:
Priester und Gläubige verkörperten gemeinsam das Gottesvolk und streckten sich gemeinsam nach Gott aus.
Es gehe nicht um einen Haltung „zum Volk“ oder „weg vom Volk“, sondern um die gemeinsame Richtung der Gläubigem und des Priester zu Gott hin.
In allen Religion so
Das Gebet wird nach Pater Lang in den meisten großen Religionen von einer „heiligen Richtung“ bestimmt.
So hätten die Juden Richtung Jerusalem gebetet – zu Gott, der im Allerheiligsten des Tempels anwesend war. Dieser Brauch sei auch nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 in den Synagogengottesdiensten beibehalten worden.
Die früheren Christen orientierten sich am neuen, himmlischen Jerusalem. In der aufgehenden Sonne sahen sie ein Symbol der Auferstehung und der Wiederkunft Christi. Darum beteten sie nach Osten.
Diese Gebetsrichtung war ab dem zweiten Jahrhundert in der ganzen Christenheit selbstverständlich.
Die Theologen des ersten Jahrtausends sahen in der Gebetsrichtung sogar ein Unterscheidungsmerkmal der Religionen: „Juden beten Richtung Jerusalem, Moslems Richtung Mekka, aber die Christen Richtung Osten“ – so Pater Lang.
Auch in anderen christlichen Gemeinschaften
Pater Lang erklärt, daß die Gebetsrichtung nach Osten auch Teil der byzantinischen, syrischen, armenischen, koptischen und äthiopischen christlichen Traditionen ist.
Die meisten östlichen Riten wenden sich zum Gebet nach wie vor gen Osten.
Nur einige wenige mit Rom unierte, stark latinisierte Kirchen – wie die Maroniten im Libanon und die Syro-Malabarisch Katholische Kirche in Indien – haben sich den westlichen Reformen der jüngsten Gegenwart angeschlossen.
Wie man den Mahltisch einführte
Pater Lang erklärt in dem Interview auch, mit welchen falschen Argumenten der sogenannte Mahltisch in die Liturgie eingeführt wurde.
Man habe zunächst behauptet, daß ein solcher Tisch in der frühen Kirche verwendet worden sei. Doch diese Behauptung halte einer eingehenden Studie der Quellen nicht stand.
Zweitens sei verbreitet worden, daß die aktive Teilnahme der Gläubigen an der Liturgie eine Zelebration zum Volk hin erfordere.
Dazu fordert Pater Lang, daß das wichtige Prinzip der aktiven Teilnahme dringend neu bewertet werden müsse.
Vorbehalte oder sogar Ängste vor der Zelebration zum Herrn hin resultierten aus der fehlenden Gewohnheit. Die Alte Messe könnte eine Hilfe sein, die Gläubigen wieder an diese Zelebrationsrichtung zu gewöhnen.
© Titelbild: Flickr-Benützer „ JD Treat“, CC
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Samstag, 19. Juli 2008 11:20
ecclesiasticus: „da bin ich mitten unter ihnen“
Letztens nahm ich in Istanbul an einer armenisch-orthodoxen Liturgie teil: Die Gläubigen standen dem
Priester gegenüber. So einheitlich, wie behauptet, scheint es also auch in den Ostkirchen nicht zu sein
mit der angeblich nicht vorhandenen Ausrichtung versus populum.
Aber in der Tat geht es nicht um „zum Volk hin“ oder „vom Volk weg“, sondern. „zu Gott hin“. Aber wo ist denn Gott? Nur im Osten? Nach unserem Glauben doch wohl „in unserer Mitte“, wenn wir in seinem Namen versammelt sind. Dann ist das Gegenüber von Priester (Repräsentant Christi) und Volk, mit dem Altar (ebenfalls Symbol Christi) in der Mitte, doch angemessen.
Daß die Ostung lange Zeit Tradition war, ist ein schwaches Argument. Denn 1.) hat Jesus diese Tradition nicht selbst eingeführt und 2.) können Traditionen auch geändert werden, wenn das Empfinden sich ändert. Ich habe kein Verständnis dafür, eine bestimmte Tradition für sakrosankt zu erklären, als hinge der gesamte Glaube davon ab.
Im übrigen: Daß „alle“ Religionen eine bestmmte Gebetsrichtung haben, ist auch ein schwaches Argument. KEINE andere Religion spricht von einem „menschgewordenen“ Gott. Müssen wir deswegen so sein wie alle anderen – und das tun, was die anderen machen???
Aber in der Tat geht es nicht um „zum Volk hin“ oder „vom Volk weg“, sondern. „zu Gott hin“. Aber wo ist denn Gott? Nur im Osten? Nach unserem Glauben doch wohl „in unserer Mitte“, wenn wir in seinem Namen versammelt sind. Dann ist das Gegenüber von Priester (Repräsentant Christi) und Volk, mit dem Altar (ebenfalls Symbol Christi) in der Mitte, doch angemessen.
Daß die Ostung lange Zeit Tradition war, ist ein schwaches Argument. Denn 1.) hat Jesus diese Tradition nicht selbst eingeführt und 2.) können Traditionen auch geändert werden, wenn das Empfinden sich ändert. Ich habe kein Verständnis dafür, eine bestimmte Tradition für sakrosankt zu erklären, als hinge der gesamte Glaube davon ab.
Im übrigen: Daß „alle“ Religionen eine bestmmte Gebetsrichtung haben, ist auch ein schwaches Argument. KEINE andere Religion spricht von einem „menschgewordenen“ Gott. Müssen wir deswegen so sein wie alle anderen – und das tun, was die anderen machen???
Sonntag, 27. Januar 2008 00:55
FiliusEcclesiae: @juergen: Die hl. Messe wurde zu allen Zeiten zelebriert
Auch ich muß Ihnen recht geben, denn unser
Hl. Pater Pio hat einmal gesag: Eher kann die Welt ohne das Licht der Sonne existieren, als ohne die Helige Messe!
Hatten wir eine solche Zeit – zumindest in Rom nicht schonmal im 10. Jhr?
Daß auch zu Zeiten eines heruntergekommenen, verfallenen Rom, zu welchen Zeiten auch immer, nicht einmal ein einziger Priester, der die katholische Messe zelebrierte, in Rom gewesen sein sollte, kann ich nicht glauben.
Hl. Pater Pio hat einmal gesag: Eher kann die Welt ohne das Licht der Sonne existieren, als ohne die Helige Messe!
Hatten wir eine solche Zeit – zumindest in Rom nicht schonmal im 10. Jhr?
Daß auch zu Zeiten eines heruntergekommenen, verfallenen Rom, zu welchen Zeiten auch immer, nicht einmal ein einziger Priester, der die katholische Messe zelebrierte, in Rom gewesen sein sollte, kann ich nicht glauben.
Sonntag, 4. November 2007 13:54
Peter-Pan: @Norbert D.
Eher kann die Welt ohne das Licht der Sonne existieren, als ohne die Helige Messe!
Die Welt schon, nur alle Pflanzen, Tiere und Menschen darauf kämen in Schwierigkeiten.
Die Welt schon, nur alle Pflanzen, Tiere und Menschen darauf kämen in Schwierigkeiten.
Sonntag, 4. November 2007 13:48
juergen: ohne Messe
Auch ich muß Ihnen recht geben, denn unser
Hl. Pater Pio hat einmal gesag: Eher kann die Welt ohne das Licht der Sonne existieren, als ohne die Helige Messe!
Hatten wir eine solche Zeit – zumindest in Rom nicht schonmal im 10. Jhr?
Nebenbei: ohne Sonne wird es schnell recht kalt. Da reicht das Feuer der Hölle auch nicht mehr zu Warmhalten der Erde.
Hl. Pater Pio hat einmal gesag: Eher kann die Welt ohne das Licht der Sonne existieren, als ohne die Helige Messe!
Hatten wir eine solche Zeit – zumindest in Rom nicht schonmal im 10. Jhr?
Nebenbei: ohne Sonne wird es schnell recht kalt. Da reicht das Feuer der Hölle auch nicht mehr zu Warmhalten der Erde.
Sonntag, 4. November 2007 13:02
Norbert D.: @ruhrgebietler
Auch ich muß Ihnen recht geben, denn unser
Hl. Pater Pio hat einmal gesag: Eher kann die Welt ohne das Licht der Sonne existieren, als ohne die Helige Messe!
Ich denke das sagt mit wenigen Worten alles.
Hl. Pater Pio hat einmal gesag: Eher kann die Welt ohne das Licht der Sonne existieren, als ohne die Helige Messe!
Ich denke das sagt mit wenigen Worten alles.
Samstag, 3. November 2007 20:26
Gotthard: @rudolfus
ist eine große Gnade Gottes, insbesonders die vielen Einzelmessen.
Worin sollen diese gegenüber einer Konzelebration bestehen?
Worin sollen diese gegenüber einer Konzelebration bestehen?
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