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Freitag, 2. November 2007 18:13
Von Korea bis Chicago
Noch im August verdammte ein US-Priester und Kolumnist die Alte Messe in Bausch und Bogen. Jetzt hat er Asche auf sein Haupt gestreut und das Gegenteil behauptet.
Bis zum Motu Proprium 'Summorum Pontificum' war die Alte Messe nicht selten in Privaträume verbannt.
Bis zum Motu Proprium ‘Summorum Pontificum’ war die Alte Messe nicht selten in Privaträume verbannt.
(kreuz.net) Am 17. August ist der US-Priester Peter J. Daly über das Motu Proprium ‘Summorum Pontificum’ und die Alte Messe hergefallen.

Hw. Daly ist Priester der Erzdiözese Baltimore im Osten der USA. Er verfaßt regelmäßig Kolumnen für den Nachrichtendienst der US-Bischofskonferenz ‘Catholic News Service’.

In seinem August-Artikel behauptete Hw. Daly, daß die Alte Messe vorwiegend von Alten Leuten besucht werde. Der Grund: Die Alte Messe sei ruhig, kurz, erinnere an die Alten Tage und fordere keine Teilnahme.

Die wenigen jüngeren Meßteilnehmer würden nur ausnahmsweise und aus Neugierde kommen.

Doch in einer Kolumne vom 19. Oktober hat sich der Geistliche für seine Behauptungen entschuldigt.

Grund für den Sinneswandel war offenbar ein Proteststurm der Gläubigen: „In meinen zwanzig Jahren als Kolumnenschreiber habe ich nie so viele erzürnte Zuschriften bekommen.“

Er sei als Häretiker und Verrückter bezeichnet worden: „Es tut mir leid, wenn ich jemanden verletzt habe.“

In seiner neuen Kolumne sieht er die Alte Messe mit ganz anderen Augen. Seine Kritiker seien im Recht – erklärt der Priester.

Er habe auch seine eigenen, positiven Erinnerungen verdrängt. Die Lateinische Messe, die er in seiner Kindheit und Jugend besuchte, verbindet er jetzt neu mit einer Zeit der Unschuld und der Frömmigkeit.

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Vier Gründe für den Alten Ritus
Hw. Daly stellt sich in seinem jüngsten Artikel auch die Frage, was den Gläubigen an der Alten Messe gefällt. Er findet vier Gründe:

1. Ehrfurcht

Als erstes Argument nennt er ein Gefühl der Ehrfurcht, das aus den genau beschriebenen Gesten und dem Rhythmus des Alten Ritus entsteht.

2. Geheimnis Gottes

Der Alte Ritus vermittle – ganz im Sinne einer „gute Liturgie“ – das Mysterium Gottes. Das sei in der Neuen Messe teilweise verloren gegangen.

3. Tradition

Als dritten Grund nennt Hw. Daly die große Tradition der Kirche und die Verbindung mit den vergangenen Generationen. Die Kirchenmusik, die Gebete und Gesten seien über Jahrhunderte entwickelt und verfeinert worden.

Der überlieferte Ritus vermittle darum ein Gefühl der Verbundenheit mit einem Heiligen Franz Xavier in der indischen Mission und ebenso mit seinen eigenen Vorfahren – gewöhnlichen Bauern in Irland.

4. Einheitsstiftend

Hw. Daly glaubt schließlich, daß die Altgläubigen katholisch im besten Sinn des Wortes sein möchten. Die Alte Messe sei universell vereinend gewesen:

„Egal wo man lebte, diese Messe war – von Korea bis Chicago – dieselbe.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 51 Lesermeinungen:
Samstag, 3. November 2007 16:32
Pünktchen: Defensor
Sie haben die Grund- und Haltlosigkeit des geschmäcklerischen Subjektivismus von DG sehr gut herausgearbeitet! Viele verwechseln die Religion mit dem dem Fernsehen, wo sie beliebig hin- und herzappen können, bis sie was gefunden haben, das ihrem Niveau und ihrer momentanen Laune passend scheint…
Samstag, 3. November 2007 16:30
Rudolfus: @juergen: Sie verwechseln die Religionslehre mit dem Ritus
Der Ritus ist nicht die Religionslehre.
Samstag, 3. November 2007 16:27
juergen: Gefühlsduselei auf beiden Seiten
Subjektivismus gibt es wohl auch auf Seiten der Verfechter des trid. Ritus.

Als erstes Argument nennt er ein Gefühl der Ehrfurcht…
–> Das ist wohl auch ein subjektives Empfinden und nix objektives.

Der Alte Ritus vermittle – ganz im Sinne einer „gute Liturgie“ – das Mysterium Gottes…
–> Ist das objektiv feststellbar?

Der überlieferte Ritus vermittle darum ein Gefühl der Verbundenheit mit…
–> Wieder geht es um ein Gefühl.
Samstag, 3. November 2007 16:18
Rudolfus: Das „Ich“ als Maßstab der „Wahrheit“ ist typisch lutherisch und „bibelprotestantisch“
In der Lutherreligion (bzw. den vielen Lutherreligionen) hat jeder „Bibelleser“ seine „eigene Wahrheit“.
Samstag, 3. November 2007 16:12
Defensor Fidei: Das „Ich“ im Glauben DienerGottes
Mir persönlich…Ich…ich…mich…Ich…usw.

Wer mal den Unterschied zwischen Objektivismus und Subjektivismus genauer untersuchen will, dem sei als Paradebeispiel des Subjektivismus der Beitrag von „DienerGottes“ (DG) empfohlen. Jedes zehnte Wort ist ichbezogen. Diese Ichbezogenheit übertrifft die des Sonnenkönigs wohl noch um ein vielfaches.

Persönliche Geschmacksfragen sind für die Beurteilung der objektiven Qualität eines Ritus ungefähr so beachtlich wie die Farbe einer Kloschüssel. DG hat vom Alten Ritus und seinem theologischen Aussagegehalt ungefähr so viel Ahnung wie ich von höherer Mathematik…nämlich gar keine!

„ich will mich nicht als Sünder fühlen müssen“

Wie bedauerlich für DG, daß sein Wunschdenken an der Realität nichts ändert. Entlarvend ist jedoch, daß der NOM es DG ermöglicht, sich weiter in die Tasche zu lügen. Hier scheint er sich nämlich nicht als Sünder zu fühlen.

Stattdessen reicht es DG, wenn er in der Messe ein rein subjektive Gefühl vermittelt bekommt, daß Gott da sei. Ob dies auch objektiv der Fall ist, scheint für DG eher zweitrangig zu sein.

Schließlich meint DG auch noch, daß er am HG Anteil haben möchte. Diese Äußerung kann nun wirklich nur noch als töricht bezeichnet werden, weil die Anteilhabe am HG sicherlich nicht vom Hören desselben abhängt.

nicht vor sich her und für sich alleine brummelt

DG sollte nicht immer gleich von sich auf andere zu schließen. Das HG „brummelt“ der Priester nämlich nicht für sich, sondern für Gott.
Samstag, 3. November 2007 00:29
Benedikt: @ Rudolfus
Sie schmeißen permanent wild die Sachgebiete durcheinander. Wenn Sie mit jemandem über „deutsche Stammlande“ diskutieren, dann ist es blödsinnig, den Gegenüber als Apostaten abzuqualifizieren. Das ist in der Diskussion nämlich irrelevant.
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