(kreuz.net/ru) Jedermann kennt das Grabtuch von Turin. Viele kennen die Heilige Tunika von Argenteuil
in Frankreich, das Schweißtuch von Oviedo in Spanien oder den Heiligen Rock in Trier.
Aber es gibt eine
Reliquie Jesu, die kaum bekannt ist – die Sandalen Christi in Prüm im Rheinland.
Die Stadt Prüm gehört
zum Bistum Trier und befindet sich 65 Kilometer nördlich von Trier.
Die Reliquie besitzt eine lange
Geschichte. Papst Zacharias († 752) schenkte sie in seinem Todesjahr dem Frankenkönig Pippin III. († 768),
dem Vater Karls des Großen († 814).
Pippin III. hatte dem Papst Schutz gegen dessen italienische Feinde
zugesichert.
Die Pippinsche Schenkung im Jahr 762 dokumentiert die Übertragung dieser Reliquie an die
fränkische Abtei Prüm, die von diesem Augenblick an das Lieblingskloster des Königs wurde.
Pippin
III. rief die Benediktiner von Meaux – fünfzig Kilometer östliche von Paris – nach Prüm und ließ für
die kostbare Reliquie die Salvator-Basilika bauen.
Im Jahre 799 kam Papst Leo III. († 816) nach Prüm,
um in Gegenwart von Karl dem Großen die Basilika einzuweihen.
Zu dieser Zeit war das Kloster Prüm zur
Hauptabtei der Karolinger geworden. Ihr waren ungefähr hundert andere Abteien, Städte und Gebiete unterstellt –
zum Beispiel Aachen, Köln und Besitztümer in Holland und Britannien.
Das Kloster zählte bis zu 180
Mönche. Zu dieser Zeit begannen auch die Wallfahrten nach Prüm.
Im Jahre 1576 wurde die Abtei Prüm
gegen den Willen der Mönche vom Erzbischof von Trier übernommen, nicht zuletzt um die Konkurrenz zu
beenden. Man wollte die Wallfahrt zum Heiligen Rock im Dom von Trier umlenken.
Im Jahre 1794 zerstörten
die französischen Revolutionstruppen die Abtei. Die Mönche flohen.
Die Abtei wurde bei der Säkularisierung
von 1802 endgültig geschlossen.
Die herrliche Basilika von Prüm, inzwischen barock ausgestaltet, wurde
zu einer einfachen Pfarrkirche in einem Ort, der heute rund 5.000 Bewohner zählt.
Aber die Reliquie
ist immer noch da. Sie wird in einem schönen Schrein aus dem Jahre 1896 verehrt. Für alle Besucher,
die es wünschen, wird er zur Verehrung aufgeklappt.
Aktuelle Untersuchungen
Am vergangenen 6. September
war die Reliquie Gegenstand einer Untersuchung durch mehrere französische und deutsche Wissenschaftler,
unter ihnen Professor André Marion und sein Team sowie Professor Gerard Lucotte.
Zunächst wurden an
verschiedenen Stellen der Reliquie ein halbes Dutzend Klebstreifen aufgelegt, um Pollen, Sporen, Fäden,
Sandkörner und anderen Objekten zu entnehmen. Sie sollen im Verlauf der nächsten Monate auf ihre Herkunft
untersucht werden.
Die Analysen werden in Paris mit Hilfe eines elektronischen Abtastmikroskops mit einer
bis zu 12.000fachen Vergrößerung durchgeführt.
Die Mitarbeiter von Professor Marion installierten
auch ihre Photoapparatur direkt vor der Reliquie.
Sie benutzten dabei ein numerisches Photogerät der
Marke Pioneer mit einer Kapazität von 185 Millionen Pixel pro Farbe, oder 555 Millionen Pixel insgesamt.
Das Ergebnis auf dem Bildschirm des Computers war höchst erstaunlich.
Winzige Nahtfäden erschienen
wie ein Zentimeter breite Streifen.
Parallel zu den französischen Studien arbeiten zwei Mitarbeiterinnen
des deutschen Ledermuseums in Offenbach/Frankfurt.
Email-Adressen der Empfänger
38 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Ich besitze übrigens die alten Socken des heiligen Josef. Wenn jemand vorbeikommen und sie gegen eine
großzügige Spende verehren möchte, bitte melden. Gegen eine noch großzügigere Spende darf man sogar
dran riechen.
@r.ruhr Sie müssen da etwas falsch verstanden haben, ich sprach weder von klonen noch vom Antichristen
und ich will auch nichts verkaufen. Ich sprach von einem DNA-Test, der hier z.B. als Vaterschaftstest
gemacht werden könnte zur Klärung der Verwandschaftsverhältnisse. Nach meinem Wissen war ja der Ehemann
von Maria nicht der Vater von Jesus und da Jesus offensichtlich männlichen Geschlechts war, hatte er
damit Y-Chromosomen, die kann er nicht von seiner Mutter haben. Da ja nun bereits die DNS des Menschen
vollständig entschlüsselt ist, wären Informationen über die Gene von Jesus Vater (z.B. Augenfarbe,
Hautfarbe, Haarfarbe, Vorhandensein von Erbkrankheiten, sexuelle Orientierung [wenn diese denn genetisch
angelegt ist] usw.) von hohem Interesse.
@Waldemar Michael – vorhaut y-Chromosome, Gentechnik – kommen Sie uns jetzt mit der Idee Jesus Christus
per Gentechnik zu klonen?? Und uns dann das Ergebnis als den ANTICHRIST zu verkaufen???
@Rudi Daheim hat man höchstens indirekte Reliquien, die mit der direkten Reliquie in Kontakt waren. Achwas!?
Das liegt aber wohl daran, daß diese „indirekten Reliquien“ (Berührungsreliquien) einfacher zu beschaffen
sind. Ich kenne aber genug Leute, die auch Reliquien „ex ossibus“ eines Heiligen haben.
@engelhardt / Direkte Reliquien der Leiche werden ohnehin fast nur in der Kirche verwahrt, und außerdem
eingefaßt in irgendeinem materiellen Gegenstand – entweder in einem Altar oder in einem anderen Gefäß.
Daheim hat man höchstens indirekte Reliquien, die mit der direkten Reliquie in Kontakt waren.
#25 engelhardt † 20:58:39 | Freitag, 2. November 2007
arghh Erst Ende 2005 wurde ein Grab geöffnet, um eine Reliquie eines Kardinals zu entnehmen: Soll heissen,
ein Stueck seiner Leiche. Wiederlich dieser Kult um Leichenteile.
@Gunsenum ob dies auch ein Manipel werden soll: Warschauer Kirche hat erste Papst-Reliquie Der Seligsprechungsprozess
von Johannes Paul II. hat zwar erst im Sommer begonnen, doch schon rühmt sich eine Warschauer Kirche,
die erste Reliquie nach dem Tod des polnischen Papstes zu haben. Kardinal Jozef Glemp, der Primas der
katholischen Kirche Polens, habe das Tuch, mit dem Ärzte und Priester dem sterbenden Papst am 2. April
kurz vor seinem Tod das Gesicht abgewischt hatten, nach Polen gebracht. Das berichtete die Zeitung „Zycie
Warszawy“ am Dienstag. Das Tuch sei in einem symbolischen Grab im Heiligtum der Göttlichen Vorsehung
in Warschau untergebracht worden. „Scharen von Pilgern“ Krzysztof Minderwicz, der Pfarrer der bisher nur
im Rohbau fertig gestellten Kirche, hofft nun, mit dem Tuch Pilger anlocken zu können. Da noch immer
Handwerkertrupps in der Kirche arbeiten, kann das symbolische Papstgrab bisher nur in Gruppen nach dem
Gottesdienst besichtigt werden, hieß es. Über Mangel an Interesse kann Minderwicz nicht klagen, denn
vielen Gläubigen sei der Weg zum Papst-Grab im Vatikan zu lang, beschwerlich oder teuer. Ist die Kirche
erst einmal fertig und Karol Wojtyla selig gesprochen, „wird das Tuch Scharen von Pilgern zu uns ziehen“,
glaubt der Pfarrer. Wurde bereits ein Wunder gefunden? Das Verfahren zur Seligsprechung des verstorbenen
Papstes Johannes Paul II. war formal im vergangenen Juni im Vatikan begonnen worden. Laut dem Krakauer
Bischof Stanislaw Dziwisz könnte das Verfahre
@samurai Erst Ende 2005 wurde ein Grab geöffnet, um eine Reliquie eines Kardinals zu entnehmen: Billerbeck.
Bischof Reinhard Lettmann hat am Sonntag (11.12.05) während eines Pontifikalamts eine Reliquie des seligen
Clemens August Kardinal von Galen an den Billerbecker Propst Heinrich Remfert übergeben. Die etwa stecknadelkopfgroße
Reliquie soll zukünftig in einem Schrein im Ludgerus-Dom, gemeinsam mit den Reliquien des Bistumsgründers,
aufbewahrt werden. Propst Remfert erinnerte in seinen Dankesworten an die Seligsprechung des „Löwen von
Münster“ im Oktober. Die Billerbecker waren mit zwei Bussen zu diesem Anlass nach Rom gepilgert. Die
Übergabe der Reliquie sei sie nun eine „Verlängerung der Feierlichkeiten zur Seligsprechung“.
@ Samurai Ja das bestreite ich ja auch nicht. Ich habe auch vor kurzem schonmal geschrieben, dass ich
das nicht weiter schlimm finde. @ Waldemar Michael Höchst skurile Geschichten…der Punkt für mich ist
aber, dass es im Gegensatz zu anderen Reliquien unwahrscheinlich ist, dass jemand die Vorhaut aufbewahrt
hat. Und als besonderes Symbol (darauf kann man sich bei zweifelhafter Echtheit ja noch berufen) kann
ich hier auch nicht sehen, naja – andererseits ist’s mir halt auch egal.
@Benedict Vielleicht ist ja eine davon echt, obwohl … es gibt nach meinem Wissen eine jahrtausendalte
theologische Diskussion dazu, ob Jesus bei seiner Himmelfahrt wieder mit seiner abgetrennten Vorhaut ausgestattet
war oder nicht. Oder ist sie doch hier (aus Wikipdia): Nach Darstellung von G. W. Foote & J. M. Wheeler,
Crimes of Christianity (1887), soll der griechische Gelehrte und Kurator der Vatikanischen Bibliothek,
Leo Allatius († 1661), in einer Schrift „De Praeputio Domini Nostri Jesu Christi Diatriba“ („Vortrag über
die Vorhaut unseres Herrn Jesus Christus“) spekuliert haben, dass die Heilige Vorhaut mit Jesus zum Himmel
empor stieg und sich in die Saturnringe verwandelte.[1] Diese Ringe waren erst im Jahre 1610 mittels eines
der ersten Teleskope entdeckt worden.
@ Benedikt: Stichwort Reliquien Das Problem im Mittelalter war, daß die Menschen recht reliquiengläubig
waren. Je mehr Reliquien ein Ort besaß, umso grössere Bedeutung besaß er als Wallfahrtsort, umso mehr
Menschen kamen, mussten schlafen und essen- kurzum: Der Pilgertourismus wuchs an. Reliquien hatten spätestens
im Hochmittelalter auch einen wirtschaftlichen Aspekt. Samurai
@ Waldemar Michael Interessant wäre hier ein DNA Test, insbesondere die Y-Chromosomen. Und wieso? Es
ist ja nun offensichtlich, dass diese Reliquien falsch sein müssen.
was sind Sandalen im Vergleich zur Vorhaut Die Vorhaut von Jesus (das praeputium sanctum) kann insgesamt
14 mal bewundert werden: Eine Anzahl von Orten beanspruchte im Mittelalter, im Besitz der Heiligen Vorhaut
zu sein. Dazu gehörten * die Lateranbasilika in Rom * eine Kirche in Calcata, Campagna Romana. * die
Abtei von Charroux * die Abteikirche von Coulombs in der Diözese von Chartres * die Kathedrale von Le
Puy-en-Velay * Santiago de Compostela * Antwerpen * eine Kirche in Besançon * eine Kirche in Metz * eine
Kirche in Hildesheim * das Kloster Andechs * eine Kirche in Conques im französischen Zentralmassiv * eine
Kirche in Langres im Département Haute-Marne * eine Kirche in Fécamp in der Normandie Seit dem Spätmittelalter
wurde zum Gedenken an die Beschneidung Jesu acht Tage nach seiner Geburt, von der im Lukasevangelium 2,21
berichtet wird („Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch
ist nach dem Gesetz …“), am 1. Januar das Fest der Beschneidung des Herrn (in circumcisione domini)
gefeiert. Der Festtag wurde jedoch durch das Zweite Vatikanischen Konzil 1962 abgeschafft. Interessant
wäre hier ein DNA Test, insbesondere die Y-Chromosomen.
#13 Fragender 15:49:37 | Freitag, 2. November 2007
Er gab uns ein Zeichen. Nein- er gab uns… eine Sandale! Laßt uns alle eine Sandale hochhalten und die
andere am Fuß behalten, dann das ist SEIN Zeichen. Und alle die ihm nachfolgen werden das gleiche tun…
(„Life of Brian“) Wobei: verglichen mit den wissenschaftliche Beschreibungen in diesem Artikel ist der
erwähnte Film ja eine Dissertation!
#12 engelhardt † 15:27:01 | Freitag, 2. November 2007
Erstaunlich? Das Ergebnis auf dem Bildschirm des Computers war höchst erstaunlich. Winzige Nahtfäden
erschienen wie ein Zentimeter breite Streifen Wieso sollte es erstaunlich sein, wenn Strukturen unter
dem Mikroskop grosser erscheinen? Der Autor findet es wahrscheinlich auch erstaunlich, wie Buchstaben
wie Hexerei auf seinem Monitor erscheinen.
#10 Freinsberg 15:10:41 | Freitag, 2. November 2007
Und außerdem… …der Stein, den Jesus nicht hatte, um seinen Kopf darauf zu legen. In R. Peyrefittes
Roman „Die Schlüssel von St. Peter“ kommen noch weitere Reliquien vor.
#9 Montfalcone 14:54:44 | Freitag, 2. November 2007
Ja ja, das depperte Feixen des subintellektuellen Gesindels zu diesem Artikel, das natürlich vorauszusehen
(und vielleicht von kreuz.net leider auch provoziert) war, ist nun wirklich symptomatisch für dessen
Art der über drei Ecken vererbten, verstaubten, verblasenen Pseudo-Aufklärung, die sich weder ihrer
eigenen Wurzeln noch jeder kontemporären Reflexion über Reliquien und ihre Verehrung (sei sie theologisch
oder meinetwegen soziologisch) bewußt ist, weil es zum Lesen ja schon lange nicht mehr reicht… insofern
einerseits peinlich, andererseits auch entlarvend…
Windeln und Co Windeln und Lendenschutz Jesu findet man in Aachen. Der Kreuznet-Artikel gibt m.E. nicht
viel mehr her als der Wikipedia Artikel: de.wikipedia.org/…iki/Sandalen_Christi Interessant könnte
es werden, wenn die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen… Vielleicht sind die Latschen ja genauso
echt wie die heilige Lanze de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Lanze
Bitte was? Die Reliquie besitzt eine lange Geschichte. Papst Zacharias († 752) schenkte sie in seinem
Todesjahr dem Frankenkönig Pippin III. († 968), dem Vater Karls des Grossen († 814). Der Pippin muß
aber wahrlich alt geworden sein, wenn er der Vater von Karl dem Großen war (+814) und erst 150 Jahre
später als sein Sohn starb… Gemeint ist doch wohl „Pippin der Jüngere“ (714-768). Im Jahre 799 kam
Papst Leo III. († 916) nach Prüm, um in Gegenwart von Karl dem Großen die Basilika einzuweihen. Bei
der Gelegenheit konnte Karl d. Gr. dann auch gleich seinen 793 nach Prüm verbannten Sohn „Pippin der
Bucklige“ besuchen.
Jesu Latschen? Nun ja, in diesem Fall sind es die Sandalen Jesu, anderorts die Windeln (!), die Vorhaut
(!) Jesu oder,oder,oder… Nicht zu vergessen die zahreichen Nägel vom Kreuz Christi! Also:Wer’s glaubt,
wird selig… wer’s nicht glaubt, kommt auch in den Himmel (oder auch nicht). Samurai