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Freitag, 2. November 2007 15:42
Alles Neue und Fremde ist gut
Pädagogen und Medienpropagandisten sind seit vierzig Jahren damit beschäftigt, unsere Kultur nach dem Schema umzupolen: fremde Traditionen sind gut und eigene sind schlecht. Von Hubert Hecker.
Das Geschäft mit dem Halloween-Klamauk blüht
Das Geschäft mit dem Halloween-Klamauk blüht
(kreuz.net) In diesem Jahr fiel der Halloween- Mummenschanz mit dem Verkaufsrummel um den siebten Harry-Potter-Band zusammen.

Beides paßte gut zusammen: Harry Potter streitet gegen fiese Finsterlinge und die Kürbislichtträger schrecken dunkle Dämonen ab.

In der keltischen Ursprungsmythologie kämpfen die Menschen am 31. Oktober mit Verkleidungen, Geschrei und drohenden Fratzen gegen böse Geister.

Von diesem seltsamen Dämonenglauben sind im Zeitalter des totalen Marktes nur noch gruselige Kostüme, Dekorationen und Verschreckungsliturgien übriggeblieben.

Allerdings werden bei den Halloween-Sammeltouren der Kinder auch die ursprünglichen Drohelemente übernommen.

Mit der Formel „Süßes oder Saures!“ lernen die Kinder Betteln – also Fordern ohne Gegenleistung – sowie Drohung und Schadenszufügung, wenn sich erwachsene Personen den frechen Forderungen verschließen.

In diesem Jahr wurden in Deutschland 250.000 Hexen- und Zauberhüte verkauft
In diesem Jahr wurden in Deutschland 250.000 Hexen- und Zauberhüte verkauft
In diesem Jahr haben die Deutschen mehr als 150 Millionen Euro für den Halloween-Klamauk ausgegeben.

250.000 Hexen- und Zauberhüte wurden verkauft und zwei Millionen sogenannte Ekel-Accessoires gingen über die Ladentheke.

Wie ist es zu erklären, daß sich dieser asoziale Kulturschrott aus den USA innerhalb von zehn Jahren flächendeckend durchsetzen konnte?

Die keltische Halloween-Mythologie hat im deutschen Kulturraum keine Basis in Geschichte und Tradition.

Die Halloween-Sammeltouren der Kinder mit Forderungs- und Drohgebärden folgen einem anderen Muster als etwa die fastnächtlichen Heischegänge.

Aber genau diese Traditionsfremdheit könnte der Grund für den Erfolg des Halloween-Marketings sein.

Seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts hat sich mehr und mehr der gesellschaftliche Grundsatz etabliert:

Alles Bewährte, die eigene Geschichte und Traditionen sind reaktionär, bestenfalls uninteressant und altbacken.

Alles Neue, Utopische und Fremde gilt als interessant, anregend und bereichernd.

Mit den neuen Ritualen gelangt die heutige Kindergeneration auf einen gefährlichen Weg
Mit den neuen Ritualen gelangt die heutige Kindergeneration auf einen gefährlichen Weg
Ein Heer von Politikern, Pädagogen und Propagandisten ist damit beschäftigt, unsere Gesellschaft nach diesem Schema umzuerziehen.

Der Würzburger Bildungsforscher Heinz Reinders sieht in den Drohritualen der Kinder bei den Halloween-Sammeltouren sogar ein „positives Erziehungselement“:

„Die Kleinen können in die Rolle des Bösen schlüpfen – ohne Sanktionen der Erwachsenen.“

„Sie sind ja nicht irgendeinem Horrorszenario ausgeliefert, sondern aktiver Teil davon.“ Wie überaus positiv für Kinder!

Die traditionellen Kindermärchen, die in die Welt vom Guten und Bösen einführen sowie eine selbstverständliche Distanzierung vom Bösen erzeugen, werden obsolet gemacht.

Statt dessen probieren die Kinder in modernen Geschichten und Spielen das Böse aus und kreieren Horrorszenarien.

Spätestens hier wird offensichtlich, daß die neuen Rituale üble Wirkungen zeitigen werden.

© Titelbild: Flickr-Benützer Flickr-Benützer „Caleb Lost for Birmania Free“, CC
© Bild Hüte: Flickr-Benützer „Caleb Lost for Birmania Free“, CC
© Bild Mädchen: Flickr-Benützer „kstrebor“, CC
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 68 Lesermeinungen:
Mittwoch, 7. November 2007 14:40
HomCat: Geistige Onanie…
…ist das hier. Harry Potter und Halloween sind der Weg in ein glückliches Satanistenleben. Damals war alles besser… Da ging es noch schneller:

Der böse Wolf schleicht sich tückisch von hinten an die Oma ran und frisst sie auf. Das Blut spritzt bis zu Decke. Die Hexe wohnt in nem Zuckerhaus. Klasse, daß Kinder immer auf Süßigkeiten stehen. So kann man sie einfangen und so richtig mästen. Das gibt beim Braten eine gute Kruste kann ich ihnen sagen! Pommes dazu? Und haben Sie gewusst, daß man aus zwei Bengeln super Hühnerfutter machen kann? Vielleicht laufen in Ihrer Stadt auch so zwei Idioten rum. Also ab in die Mühle und durch. Das Schreinen kann man toll unterbinden, indem man die Münder vorher zunäht. Und wenn Ihre Kinder auf Sex mit Tieren stehen, dann kaufen Sie einen Wetterfrosch, den soll damals die Prinzessin leicht rumbekommen haben. Sieben kleine stämmige Minenarbeiter wohnen hinter den sieben Bergen zusammen in EINEM Haus. Und ihr Gast, die alle Betten mal durchmacht, wird von ner Hexe paar mal um die Ecke gebracht und von den Zwergen vom Tod zurückgeholt…

Scheinbar haben damals die heutigen Schreiber und Erfinder der satanistischen Bücher und Feste es dort gelernt… Ich kann mich erinnern, daß beide Omas meinerseits gerne Mal so ne Mörderstory zum besten gegeben haben und die waren katholischer als der Papst…
Dienstag, 6. November 2007 21:14
raindance1: für alle die immer noch im Halloween Fieber sind
Halloween ist für dieses Jahr vorbei, die Kinder können ihre Süßigkeiten jetzt wieder ungeschminkt und ganz unamerikanisch essen…
Dienstag, 6. November 2007 20:30
Victim of a Hecker: Bitte mal runter kommen…
Lieber Hubert Hecker,

Es geht hier um kleine Kinder, die sich bisschen verkleiden und Süßigkeiten mampfen wollen. Für Kinder ist ohnehin kein Fest (auch nicht Ostern) religiös motiviert.
Warum soll die Toleranz, von der sie oft behaupten gegenüber der Katholischen Kirche sei sie nicht mehr ausreichend vorhanden und die sie im Islam als „Duldung“ unterschätzen, nicht für Raucher oder Schwule gelten…oder schlimmer: Für Leute, die anders denken als sie…

EIn ehemaliger Schüler.
Dienstag, 6. November 2007 00:37
Olorin †: Von der Redaktion entfernt
Montag, 5. November 2007 16:50
Rusty Nail: @ Engelhardt:
Offensichtlich ist Ihnen die extrem gut versteckte Ironie in meinem Posting nicht aufgefallen. Ich erlaube mir, Ihnen empfehlen zu dürfen, dass Sie beim nächsten mal das ganze Geschreibsel lesen, nicht nur den ersten Satz ;)
Sonntag, 4. November 2007 18:06
engelhardt: VERBOTEN!
Meiner Meinung nach sollte Halloween verboten werden.

Und wie stellst Du Dir das praktisch vor? Polizei, die kleine Kinder in Halloweenkostuemen in Handschellen abfuehrt?

Typisch Deutsch: alles verbieten, was einem nicht passt.
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