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Samstag, 3. November 2007 09:36
Signiert mit einer Brustwarze
Und wenn der Hund krepiert: Unter welchen Bedingungen darf man in Deutschland die entartete Kunst auch so nennen?
Die beleibte Künstlerin Di Wendy Peel am Schaffen
Die beleibte Künstlerin Di Wendy Peel am Schaffen
(kreuz.net) Vor Monaten warf der Schriftsteller und Nobelpreisträger Günter Grass (80) der deutschen Presse „Entartung“ vor. Auf Nachfrage korrigierte er das Wort. Die Sache war aus der Welt.

An diese Begebenheit erinnerte Paul Badde, der Romkorrespondent der deutschen Tageszeitung ‘Die Welt’, in einem Beitrag vom 2. November.

Badde weist in seinem Artikel auf den bekannten elsässischen Graphiker und Buchillustrator Tomi Ungerer (75) und seinen unverkrampften Umgang mit dem National-Sozialismus.

Badde ist Vatikanist der 'Welt' und Herausgeber des 'Vatican Magazin'
Badde ist Vatikanist der ‘Welt’ und Herausgeber des ‘Vatican Magazin
Noch im April gestand der Zeichner, daß „Kraft durch Freude“ das Motto seines Lebens sei. „Kraft durch Freude“ war eine national-sozialistische Freizeitorganisation.

Für Ungerer war Reichs-Propagandaminister Joseph Goebbels († 1945) der „beste Kommunikationsfritze, den es je gegeben hat“. Goebbels verdankt der Graphiker auch seine Faszination für Slogans.

Das Hakenkreuz sei faszinationsmäßig mehr als Coca-Cola. Die National-Sozialisten hätten die beste Propagandamaschine – besser als McDonald’s – besessen.

Im weiteren erwähnt Badde einen kürzlich in der Mailänder Tageszeitung ‘Giornale’ erschienenen, längeren Beitrag, der sich mit dem Thema der entarteten „Kunst“ beschäftigte.

Zeitgemäße Kunst: Ein in einer Galerie angebundener, abgemagerter Straßenhund, der den Futternapf nicht erreichen kann
Zeitgemäße Kunst: Ein in einer Galerie angebundener, abgemagerter Straßenhund, der den Futternapf nicht erreichen kann
In einem der vorgestellten Kunstwerke ging es um einen abgemagerten Straßenhund, der in einer Galerie angebunden wurde. Dort streckte er sich unter den Augen der Kunstkenner nach einem Napf mit Futter aus, den er nicht erreichen konnte.

Der Hund krepierte schließlich. Der Tierquäler, der sich Künstler nennt, heißt Guillermo Habacuc Vargas aus Costa Rica.

Badde erwähnt, daß auf der Biennale in Venedig ein mongoloider Junge ausgestellt wurde.

Zu sehen waren auch schon aufgehängte Babies, ein nackter Gekreuzigter aus Schokolade, Ratzinger im Slip oder eine weinende Madonna mit Spermatropfen.

Baddes Fazit: „Die Kultur
Paul Badde
„Irgendwie scheint es viele Kulturschaffende auf geheimnisvolle Weise immer wieder zum Kultus zurück zu treiben wie Verbrecher an den Ort ihrer Verbrechen.“
ist zwar längst vom Kultus getrennt, aber irgendwie scheint es viele Kulturschaffende auf geheimnisvolle Weise dennoch immer wieder zum Kultus zurück zu treiben wie Verbrecher an den Ort ihrer Verbrechen.“

In seinem Artikel erwähnt Badde auch die sogenannte – nach eigenen Angaben beleibte – Malerin Di Wendy Peel aus Tasmanien.

Die Dame stellt ihre Werke inzwischen nur noch mit ihren Brüsten her und signiert sie mit einer Brustwarze.

„Vieles, was als Kunst daher kommt, ist nur noch schlichte Provokation und das nicht erst seit heute“ – so Badde: „Es ist der Zauber des Monströsen alter Jahrmärkte“.

Ein Werk der beleibten Künstlerin Di Wendy Peel
Ein Werk der beleibten Künstlerin Di Wendy Peel
Dagegen entdeckt Badde die „Art“ echter Kunst darin, der Wahrheit jenseits der Sprache Ausdruck zu verleihen:

„Dieser Versuch, die Materie für uns zum Singen zu bringen, läßt sich in ältesten Höhlenbildern ebenso beobachten wie bei Raffaels Sixtinischer Madonna oder in den letzten Meisterwerken Joseph Beuys’.“

„Natürlich kann die Kunst aus dieser Art entgleiten.“

Daß die Kunst „womöglich entartet“, habe im Deutschland der letzten Zeit dennoch kein Mensch mehr zu sagen gewagt.

Kunst dürfe heute alles:

„Nur »entartet« darf keiner sie nennen – es sei denn, es wäre ein Künstler, der den Vorwurf als Kunstwerk tarnt.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 61 Lesermeinungen:
Dienstag, 6. November 2007 23:46
Kurt K.: @ Seefeld: PC-Spiele
Der Text von Pünktchen ist keine Beleg oder gar Beweis für die These, dass Computerspiele oder Gewaltfilme gewalttätig machen – es ist ausschlisslich ein Hinweis darauf, dass EXZESSIVES Fernsehen oder PC-Spielen die Sozialkompetenz einschränken. Das hab ich auch nie bestritten.
Aber ob der Jugendliche nun „Die Sims“ oder „Counterstrike“ bis zum Erbrechen spielt / „Sissi“ oder „Falling Down“ schaut andauernd, spielt dabei kein Rolle, denn egal was er spielt/schaut, er ist nicht mit anderen Menschen zusammen.

An der These „Exzessiver Medienkonsum = eingeschränkte Sozialkompetenz = höhere Agressivität“ ist sicher was dran.

Aber das lässt sich nicht durch Verbote beseitigen. Die Eltern tragen nunmal die Verantwortung dafür, dass ihre Kinder eben nicht den ganzen Tag vor dem Rechner/TV sitzen. Die Art der Medien, die die Kirnder konsumieren, liegen ebenfalls in der Verantwortung der Eltern. Ich behaupte weiterhin, dass die sog. Killerspiele keinen Einfluss darauf haben, ob ein Kind sozial verwahrlost. Einzig die Dauer des einsamen Medienkonsums beeinflusst das Verhalten – eben aufrund der fehlenden sozialen Kompetenzen – etwa Frustrationstoleranz und Umgang mit „Ärger“.

Ich bin sicher, dass maßvoller Umgang auch mit „Killerspielen“ oder Actionfilmen kein Problem darstellt. Das Problem ist – wie bei allen Dingen – dass Übertreibungen nicht gut sind.
Dienstag, 6. November 2007 23:38
Sigurd von Thelen: Nach dem „Überfliegen“ dieses Forums bin ich froh, dass Nachtlaterne…
…nur das Fleisch von Tieren verzehrt, die artgerecht geschlachtet wurden!
Dienstag, 6. November 2007 23:21
Leblhuber: @Seefeldt:
Sollte Kurt K. neben seinen Computerspielen noch die Zeit für etwas längere Lektüre aufbringen können, sei ihm hier nochmals der Verweis von Pünktchen nahegelegt: über Medienverwahrlosung
Ich stimme dem Inhalt dieses Textes vollinhaltlich zu. Aber gerade dieser Text beweist, dass es andere Einflussgrößen sind, die soziale Unangepasstheit bewirken. Es ist primär das ungesunde familiäre Umfeld und der Bildungsnotstand, die asoziales Verhalten hervorrufen. Kinder sich selbst zu überlassen, führt in den allermeisten Fällen zu aggressivem Verhalten. Eine staatliche Ganztagsbetreuung ist der einzige Weg aus dieser Misere.

Wenn die Familie nicht in der Lage oder nicht gewillt ist, ihre Erziehungsaufgabe wahrzunehmen, muss der Staat diese Aufgabe übernehmen. Die Ganztagsschule scheint mit hier die richtige Antwort.

Ein durch die Famile sozial und intellektuell geförderter Jugendlicher ist durch Computerspiele nicht gefährdet. Er lernt zu differenzieren. Andernfalls hätte man Grimms Märchen schon längst auf den Index setzen müssen.
Dienstag, 6. November 2007 22:22
Seefeldt: Keine Rolle!
Es ist völlig egal, ob eine Gewalttat ausschließlich durch Gewaltfilme bzw. -computerspiele ausgelöst wird oder nicht.
Jede Gewalttat, bei der Gewaltfilme oder -computerspiele im Spiel sind, ist eine Gewalttat zu viel.

Daß und warum es tatsächlich Zusammenhänge zwischen Gewalttaten und Gewaltfilmen/-computerspielen gibt, wurde in dieser Beitragsreihe bereits oft genug aufgezeigt.

Sollte Kurt K. neben seinen Computerspielen noch die Zeit für etwas längere Lektüre aufbringen können, sei ihm hier nochmals der Verweis von Pünktchen nahegelegt:
über Medienverwahrlosung
Dienstag, 6. November 2007 20:47
Kurt K.: Keine Rolle?
wobei es überhaupt keine Rolle spielt, ob dieser Täter alleine durch die Gewaltdarstellungen verführt wurde, oder ob es noch andere Ursachen gibt.

DAß überhaupt jemand durch Gewaltdarstellungen „verführt“ (wie kann man zu Gewalttaten „verführt werden??) wird, ist sowieso unbewisene These. Und natürlich spielt das eine Rolle! Zumal, wenn man überlegt, etwas zu verbieten.
Dienstag, 6. November 2007 19:04
Seefeldt: Zwei Baustellen!
Kurt K., Sie verweigern sich den Tatsachen!

Nun wirklich zum wiederholten Mal: jeder Mensch, der von einem durch Gewaltdarstellungen verführten Täter umgebracht, vergewaltigt oder sonst geschädigt wird, ist ein Opfer zu viel.
Und jeder Täter, der durch Gewaltdarstellungen zu einem Verbrechen verführt wird, ist ein Täter zuviel, wobei es überhaupt keine Rolle spielt, ob dieser Täter alleine durch die Gewaltdarstellungen verführt wurde, oder ob es noch andere Ursachen gibt.

Und ob es Ihnen nun paßt oder nicht: der Straßenverkehr ist eine ganz andere Baustelle.
Übrigens sollten Sie doch auch wissen, daß bereits heute auf sehr viel Autobahnstrecken Geschwindigkeitsbeschränkungen bestehen.
Ich selbst übrigens begnüge mich auch auf unbegrenzten Autobahnstrecken fast immer mit 100 – 110 km/st – um Treibstoff zu sparen.
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